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Maleachi - Gottes Antwort auf die Scheinheiligkeit
Inhalt
Einleitung
Hintergrund
Der Dialog
Gliederung und Zusammenfassung
Kommentar
1,1: Last des Herrn an Israel durch Maleachi
1,2-5: Woran wird die Liebe des Herrn zu seinem Volk erkannt?
1,6 - 2,9: Warum der Herr die Priester verflucht hat
2,10-16: Warum der Herr die Opfergaben Judas nicht annimmt
2,17 - 3,5: Wie die Gerechtigkeit des Herrn erkannt wird
3,6-12: Warum der Herr das Volk verflucht hat
3,13-21: Was es bringt, dem Herrn zu dienen
3,22-24: Was der Herr zu sagen hat
Maleachis Prophetenamt fiel in das 5. Jahrhundert v. Chr., etwa 100 Jahre
nach dem Dekret des Königs Kyrus, das den Juden gestattete, aus dem Exil nach
Juda zurückzukehren. Als Reaktion auf die Verkündigungen der Propheten
Haggai und Sacharja hatten die Juden nach der Rückkehr mit dem Wiederaufbau
des Tempels begonnen und ihn im Jahr 515 v. Chr. fertiggestellt. Auch die
Häuser standen wieder, und sogar die Stadtmauer von Jerusalem war in
Maleachis Zeit höchstwahrscheinlich durch die Leute Nehemias wiederaufgebaut
bzw. ausgebessert worden.
Das Leben damals war nicht einfach. Juda stand unter der politischen
Verwaltung Persiens ("Statthalter", in Mal 1,8; "Fürst",
ist ein persischer Titel, den auch Esr 5,3.6.14; 6,6- 7,13 und Dan 3,2-3.27;
6,7 benutzen). Die Ernten fielen schlecht aus, und zudem gab es immer wieder
verheerende Heuschreckenplagen (Mal 3,11). Die meisten Menschen standen Gott
innerlich gleichgültig oder sogar ablehnend gegenüber. Sowohl die Priester
als auch das Volk hielten die mosaischen Gebote über Opfergaben und -zeiten
und über die Abgabe des Zehnten nicht ein. Die Menschen hatten kein Vertrauen
in die Bundesverheißungen mehr, wie die zahlreichen Mischehen mit Heiden, die
vielen Scheidungen und die doppelbödige Moral zeigten. [1]
Maleachi weist ein im AT einzigartiges stilistisches Merkmal auf: Es ist ein
Dialog zwischen dem Herrn und seinem Volk:
Der Herr spricht
spricht der HERR (4x): 1,2.13; 3,13
spricht der HERR, der Gott Israels (1x): 2,16
spricht der HERR der Heerscharen (21x): 1,4.6.8.9.10.11.13.14;
2,2.4.8.16; 3,1.5.7.10.11.12.17.19.21
Hauptsächlich offenbart sich Gott als der Herr der Heerscharen, der Herr der
himmlischen Kriegsheere. Dies unterstreicht die Botschaft vom drohenden Gericht
am Tag des Herrn. Mit Gott kann man keine scheinheiligen Spielchen spielen. Er
ist zu fürchten.
Das Volk spricht
Wenn man die Stellen betrachtet, in denen das Volk bzw. die Priester reden,
bekommt man einen guten Überblick über ihre zwiespältige und respektlose Haltung gegenüber dem
Herrn. Sie stellen 8 heuchlerische Fragen, mit denen sie sich gegen
Gottes Anklagen wehren und so tun, als wären sie unschuldig:
- Worin hast du uns geliebt? (1,2)
- Womit haben wir deinen Namen verachtet? (1,6)
- Womit haben wir dich unrein gemacht? (1,7)
- Weswegen [nimmt der HERR unsere Opfergaben nicht mehr wohlgefällig an]?
(2,14)
- Womit ermüden wir ihn? (2,17)
- Worin sollen wir umkehren? (3,7)
- Worin haben wir dich beraubt? (3,8)
- Was bereden wir gegen dich? (3,13)
Aber der Herr durchschaut ihre Heuchelei und offenbart, was sie
tatsächlich sagen:
- Der Tisch des HERRN, den kann man verachten. (1,7)
- Der Tisch des Herrn, der kann unrein gemacht werden, und die Gabe für
ihn, seine Speise, kann verächtlich behandelt werden. (1,12)
- Siehe, welche Mühsal! (1,13)
- Jeder, der Böses tut, ist gut in den Augen des HERRN, und an solchen hat
er Gefallen; (2,17)
- Wo ist der Gott des Gerichts? (2,17)
- Nichts bringt es, Gott zu dienen. Und was ist der Gewinn, daß wir für
seinen Dienst sorgen und daß wir in Trauer einhergehen vor dem HERRN der
Heerscharen? (3,14)
1,1: Last des Herrn an Israel durch Maleachi:
1,2-5: Woran die Liebe des Herrn zu seinem Volk erkannt wird
Ich habe euch geliebt.
Worin hast du uns geliebt?
Indem ich euch, die Nachkommen Jakobs, gesegnet habe - im Gegensatz zu Esau,
dessen Nachkommen ich auf ewig verflucht habe.
1,6 - 2,9: Warum der Herr die Priester verflucht hat
Ehrt mich als Vater und fürchtet mich als Herrn, statt meinen Namen zu
verachten.
Womit haben wir deinen Namen verachtet?
Indem ihr Unreines auf meinen Altar gebracht habt.
Womit haben wir dich unrein gemacht?
Indem ihr mir den "Ausschuss" opfert, was ihr eurem Statthalter
gegenüber niemals wagen würdet. Solche Opfer könnt ihr euch überhaupt
sparen. Die Heiden bringen mir reinere Opfer als ihr, die ihr widerwillig und
"billig" opfert.
Ich werde einen Fluch über euch bringen, wenn ihr meinem Namen nicht Ehre
gebt, denn ihr habt den Bund gebrochen, den ich mit eurem Vater Levi geschlossen
habe.
2,10-16: Warum der Herr die Opfergaben Judas nicht annimmt
Juda hat sich durch Heirat von ausländischen Götzendienerinnen versündigt.
Ihr weint, weil ich eure Opfergaben nicht wohlgefällig annehme.
Weswegen (nimmst du sie nicht an)?
Weil ihr die Frauen eurer Jugend verstoßen habt. Der Herr hasst Scheidung.
2,17 - 3,5: Wie die Gerechtigkeit des Herrn erkannt wird
Ihr ermüdet den Herrn mit euren Worten.
Womit ermüden wir ihn?
Indem ihr sagt, dass Gott ungerecht ist.
Ihr werdet meine Gerechtigkeit sehen, wenn ich meinen Boten vor mir hersenden und plötzlich
kommen werde, um Gericht
und Läuterung über die Söhne Levis und Judas zu bringen, damit sie mir reine
Opfer bringen.
3,6-12: Warum der Herr das Volk verflucht hat
Ich habe mich nicht geändert, ihr aber seid immer schon von meinen Ordnungen
abgewichen. Kehrt um zu mir, so werde ich zu euch umkehren.
Worin sollen wir umkehren?
Ihr beraubt mich.
Worin haben wir dich beraubt?
In euren Abgaben. Mein Fluch ist schon auf euch, und trotzdem beraubt ihr
mich weiterhin.
Gebt mir die Abgaben, die mir gebühren, und ich werde euch segnen, so dass alle
Nationen euch glücklich preisen werden.
3,13-21: Was es bringt, dem Herrn zu dienen
Eure Worte sind anmaßend gegen mich.
Was bereden wir gegen dich?
Ihr sagt: "Es bringt uns nichts, Gott zu dienen und zu ihm umzukehren,
denn wir sehen, wie die Gottlosen gedeihen."
Aber einige fürchten Gott und reden nicht so. An seinem Tag wird der Herr die Gottlosen verbrennen, aber
die ihn fürchten, werden reich belohnt werden.
3,22-24: Was der Herr zu sagen hat
Bewahrt das Gesetz des Mose. Bevor der große und furchtbare
Tag des Herrn kommt, werde ich euch den Propheten Elia senden, um Väter und Söhne zu einander zu bekehren.
Das hebräische Wort, das manche mit Ausspruch übersetzen, bedeutet
eigentlich Last. Es handelt sich um etwas Schwerwiegendes, um etwas
Bedrückendes. Es wird von den Propheten prinzipiell im Zusammenhang mit
Schreckensbotschaften verwendet (siehe z.B. Jes 13,1;
Nah 1,1). Wie wir sehen
werden, mangelt es den Empfängern dieser "Last" an Gottesfurcht.
Schon im ersten Vers zeigt sich das Anliegen des Buches, nämlich das Volk dazu
zu bewegen, Gott ernst zu nehmen, ihn zu ehren, ihn zu fürchten.
Die Liebe des Herrn zu Israel wird durch den Kontrast zu Esau und seinen
Nachkommen erkannt. Gott hat die Edomiter auf ewig verflucht. Dagegen hat Israel die Verheißungen und den
Segen Gottes in alle Ewigkeit - auch wenn es sich lange Zeit selbst um den
vollen Segen gebracht hat.
Edom
Gottes Gerichtsankündigungen über Edom: 4Mo 20,17-18; Ps 137,7; Hes 25,12-14; Hes 35;
Jer 49,7-22; Ob 1,10-15
Die Vollziehung des Gerichts war zu Zeiten Maleachis schon sichtbar:
Sowohl Israel als auch Edom wurden im 6. Jahrhundert v. Chr. durch die
Babylonier von Gott gerichtet (Jer 27,2-8). Doch Gott versprach wiederholt,
Israel wiederherzustellen (gemäß seiner Verheißungen bei der
Bundesschließung; 5Mo
4,29-31; 30,1-10); Edom dagegen überließ er der
völligen Vernichtung, von der es sich nie erholen sollte (Jer 49,7-22;
Hes 35).
...
Im fünften Jahrhundert besetzten die Nabatäer, ein arabischer Stamm, Edom
(das im Süden und Osten Judäas lag) und zwangen die Edomiter, in das
Wüstengebiet nach Westen auszuweichen, das später als Idumäa bekannt wurde.
Im vierten Jahrhundert eroberten die Nabatäer dann auch Idumäa. [2]
Edom hat sich Gottes Gericht durch seine Grausamkeit gegenüber dem Volk
Gottes zugezogen. Und schon für Esau, ihren Stammvater gilt: Er war ein
Gottloser, der den Segen verschmähte (Hebr 12,16-17). Das ist die eine Seite
der Münze, die andere Seite ist, dass Gott Jakob erwählte und Esau verwarf,
noch bevor sie Gutes oder Böses getan hatten (Röm 9,11-13). Wir müssen beide
Wahrheiten festhalten und richtig anwenden. Völlig verstehen werden wir den
Zusammenhang erst, wenn wir beim Herrn sind.
Die erwählende Liebe
Die hebräischen Worte für
"lieben" und "hassen" beziehen sich nicht auf Gottes
Emotionen, sondern auf seine Bevorzugung des einen Stammes vor dem anderen als
Bundespartner (vgl. 1Mo 29,31-35; 5Mo 21,15.17; Lk 14,26). Jemanden zu hassen,
bedeutete, ihn abzulehnen und sich von jeglicher liebenden Bindung an ihn
loszusagen (vgl. Ps 139,21). [3]
In diesem letzten atl. Buch wird Gottes erwählende, souveräne, unverdiente
und anhaltende Liebe zu Israel (vgl. Röm 9,13) vom Herrn selbst nachdrücklich
und deutlich wiederholt und durch die Erwählung Jakobs und seiner Nachkommen
illustriert. Absolut ohne Bedingungen und menschliche Verdienste erwählte Gott
Jakob und seine Nachkommen zu seinen Erben der Verheißung (vgl. Röm 9,6-29).
Niemand sollte zu dem Schluss kommen, dass Gott sein Volk nicht liebte, weil er
es heimsuchte, sondern er liebte das Volk, weil er es erwählt hatte. [4]
Die Liebe Gottes zu seinem Volk Israel ist fester Bundesbestandteil:
5Mo 10,12-16: "... nur deinen Vätern hat der HERR sich zugeneigt,
sie zu lieben. Und er hat ihre Nachkommen nach ihnen, nämlich euch, aus allen
Völkern erwählt ..."
Am 3,2 Nur euch habe ich von allen Geschlechtern der Erde erkannt; darum
werde ich an euch alle eure Sünden heimsuchen.
Am 3,2 ist eine Kurzfassung des Themas von
Maleachi: Weil Gott sein Volk
liebt, nimmt er es in Zucht und läutert es.
Ähnlich ist es mit der Liebe Gottes zur Gemeinde Christi. Wir sehen z.B. in
den ersten drei Kapiteln des Epheserbriefes, welche Segnungen uns durch Gottes
Erwählung (Eph 1,4) zuteil geworden sind. Auf dieser Grundlage aufbauend
fordert Paulus im Rest des Briefes einen Lebenswandel ein, der dieser Erwählung
und Berufung würdig ist (Eph 4,1).
Röm 8,28-39: Gemäß Gottes ewigem Vorsatz hat er uns schon zuvor (d.h.
bevor wir noch existierten) in erwählender/liebender Zuwendung erkannt und
bestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichförmig zu sein. Als es ihm gefiel (Gal
1,15-16), hat er uns dann berufen. Die vorher
Erkannten sind zugleich die zur Sohnschaft Bestimmten, die Berufenen,
Gerechtfertigten und Verherrlichten. Gottes Liebe zu uns ist durch nichts
anderes bedingt als durch seine freie Gnadenwahl. Daher kann nichts und niemand
uns von dieser Liebe trennen. Darum brauchen wir uns auch vor keiner Anklage zu
fürchten. Wenn Gott, der souveräne Gesetzgeber und Richter uns erwählt hat,
um uns in Christus zu begnadigen ganz unabhängig von unseren Werken (siehe auch
Eph 2,8-9) - wer will uns dann anklagen?
Wir sehen aber die Liebe Gottes nicht nur an unseren Segnungen. Manchmal -
z.B. wenn wir undankbar geworden sind - erinnert uns der Herr daran, wie schlimm es um
uns stehen würde, wenn er sich nicht in Liebe uns zugewandt hätte. Dies ist
der Hauptgedanke von V. 2-5. Eine Parallele dazu finden wir in Ps 73, wo Asaph beschreibt, wie er fast zu
Fall gekommen ist, als er sah, wie es den Gottlosen gut ging. Erst als er in das
Heiligtum Gottes ging und auf ihr Ende sah (V. 17), erkannte er, wie furchtbar
ihr Schicksal war und wie gesegnet er selbst war.
Vater und Herr
Gott ist seinem Volk - und hier speziell den Priestern - Vater (2Mo
4,22; Hos 11,1) und Herr (2Mo 20,2).
Dementsprechend sind sie ihm Ehre und Furcht schuldig. Doch beides sind sie ihm
schuldig geblieben, denn sie verachten ihn, indem sie sagen:
- Der Tisch des HERRN, den kann man verachten. (1,7)
- Der Tisch des Herrn, der kann unrein gemacht werden, und die Gabe für
ihn, seine Speise, kann verächtlich behandelt werden. (1,12)
Wertlose Opfer
Die Verachtung der Priester gegenüber Gott drückt sich darin aus, dass sie Gott den
"Ausschuss", die "zweite Wahl" der Tiere opfern. Sie opfern
das, was für sie von minderem Wert ist. Aber solche Opfer sind im doppelten
Sinn wertlos: Sie haben keinen Wert vor Gott. Es wäre besser, gleich gar nicht
opfern. Denn die heuchlerischen, wertlosen Opfer, die die Priester darbringen
sind ein Affront gegen den Herrn. Sie fordern ihn heraus, denn sie greifen seine
Ehre an.
Wie sieht es mit unseren Opfern für den Herrn aus? Das wichtigste Opfer
unsererseits ist das Opfer unseres Leibes, unseres ganzen Lebens, d.h. unsere völlige Hingabe
an Gott (Röm 12,1-2). Kein Lebensbereich soll dabei ausgeschlossen sein. Ob wir
diese Hingabe ernstnehmen oder nicht zeigt sich in verschiedenen Bereichen:
Bekommt Gott das Beste oder die Reste
- von meiner Zeit,
- von meiner Konzentration,
- von meiner Energie,
- von meinen Gütern,
- vom Einsatz meiner Gaben?
Und wie sieht es mit unserer Einstellung zu Gott als Vater und Herr aus? Wir
müssen beide Seiten im Auge behalten: Wir dürfen Gott zwar als Vater in
Vertrautheit begegnen, aber wir dürfen nicht vergessen, dass er der Herr ist,
der über Leben und Tod, über Segen und Fluch entscheidet.
Mt 10,28-31: In diesen Versen haben wir beide Seiten: Wir sollen Gott als
denjenigen fürchten, der Leib und Seele in der Hölle verderben kann, aber wir
sollen vor nichts Angst haben, weil wir einen Vater im Himmel haben, der für
uns sorgt.
Wahre Anbeter unter den Heiden
Die volle Erfüllung dieser Stelle werden wir zwar erst im 1000-jährigen
Reich erleben, aber schon damals galt: Sogar unter den Heiden gab es Menschen, die reinere Opfer
darbrachten als die
Juden. Es klingt zwar unglaublich, dass auf der ganzen damals besiedelten Erde
dem wahren Gott Opfer dargebracht wurden, aber wir müssen bedenken, zu welchem
Zeitpunkt Maleachi das schreibt: ca. 100 Jahre nach der Rückkehr aus dem
babylonischen Exil, also nicht lange nachdem der Befehl des Königs Darius an
alle Völker, Nationen und Sprachen, die auf der ganzen Erde wohnten,
erging, den Gott Daniels zu fürchten (Dan 6,26-28). Davor hatte schon König
Nebukadnezar an alle Völker, Nationen und Sprachen, die auf der ganzen Erde
wohnten, von den Zeichen und Wundern geschrieben, die der höchste Gott an
ihm getan hatte (Dan 3,31-33).
Außerdem gab es vielleicht auch damals vereinzelt Menschen wie Melchisedek,
die den Gott des Himmels kannten und anbeteten, ohne dabei im Bunde Gottes mit
Abraham und dem Volk Israel zu stehen. Sie hatten offenbar noch von Noah her
und/oder durch persönliche Offenbarung Kenntnis über Gott.
Das führt mich zu der Überlegung, dass auch wir - und hier sind im
Besonderen Prediger, Lehrer und Hirten angesprochen - die wir die Bibel gut
kennen, manchmal weniger Ehrfurcht vor Gott haben, als manch einer, der mit
weniger Verständnis aber mehr Ernsthaftigkeit versucht, Gott zu gefallen. Das
ist schändlich und sollte nicht so sein.
Der Bund mit Levi
Der Herr wird einen Fluch über die Priester bringen, wenn sie seinem Namen nicht Ehre
geben, denn er hat einen Bund mit ihrem Vater Levi geschlossen. Der Herr gab ihm
Leben und Frieden, und er fürchtete den Herrn und gab gute Weisung in seinem Namen.
Aber die Priester zur Zeit Maleachis brechen den Bund, indem sie den Herrn
verachten und (durch ihre Vorbildwirkung) verächtlich machen. Daher macht der
Herr sie verächtlich.
Der Bund mit Levi:
- Gott gab Levi Leben und Frieden, Levi fürchtete Gott.
- Zuverlässige Weisung war in seinem Mund.
- Unrecht fand sich nicht auf seinen Lippen.
- In Frieden und Geradheit lebte er mit dem Herrn.
- Viele brachte er zur Umkehr von Schuld.
- Die Lippen des Priesters sollen Erkenntnis bewahren
- Weisung sucht man aus seinem Mund, denn er ist ein Bote des HERRN der
Heerscharen.
Der Mund spielt eine bedeutende Rolle bei diesem Dienst. Deshalb ist es so
wichtig ihn für Gott zu heiligen und von allem eitlen, unnützen, unheiligen,
herablassenden, verleumderischen, böswilligen Reden zu reinigen (siehe Jak
3,1-12).
Wir können diesen Abschnitt über den Bund mit Levi in zweifacher Weise für
uns anwenden:
- Wir sind im Neuen Bund alle Priester Gottes. Wir stehen alle im Bund mit
Gott: Er gibt uns Leben und Frieden und wir geben ihm Ehre und fürchten
ihn. Wir haben alle die Verantwortung, unseren Mund für Gott zu heiligen,
um seine Wahrheit zu verkündigen und viele zur Umkehr von Schuld zu
bringen.
- Es gibt auch im Neuen Bund solche, die Gott mit besonderer Verantwortung
für seine Gemeinde betraut hat: Hirten, Lehrer, Älteste, geistliche
Väter - sie sind diejenigen, die innerhalb der Gemeinde Christi
zuverlässige Weisung geben sollen. Sie müssen in besonderer Weise auf ihre
Worte Acht geben, weil sie aufgrund ihrer Verantwortung von Gott strenger
beurteilt werden (Jak 3,1-2). Sie müssen in ihrem Wandel mit Gott (in
Frieden und Geradheit) als Vorbilder vorangehen.
V. 10 hebt sich vom übrigen Buch ab, weil hier weder der anklagende Herr
spricht, noch das sich gegen die Anklage wehrende Volk, sondern der Prophet in
einer Mittlerrolle. Mit drei Fragen ruft er zur Besinnung:
- Haben wir nicht alle einen Vater?
- Hat nicht ein Gott uns geschaffen?
- Warum handeln wir treulos aneinander, um den Bund unserer Väter zu
entweihen?
Der Prophet spricht in der Wir-Form. Er ist kein Außenstehender sondern Teil
des Volkes und somit ein geeigneter Mittler. Er spricht zwar für
den Herrn, schließt sich selbst aber nicht aus, wenn er von der Treulosigkeit
des Volkes redet. Eine ähnliche Haltung finden wir bei Daniel (Dan 9) und Esra
(Esr 9). Als Mittler weist er auf den Herrn hin, der ihr Vater und Schöpfer
ist (ähnlich wie in Kap. 1,6), und zwar nicht nur in einem allgemeinen Sinn -
er ist ja der Schöpfer aller Menschen - sondern speziell als Vater und
Schöpfer der Nation Israel (5Mo 32,6). Und zwar ist er
- ihr einziger Vater und Schöpfer: Daraus folgt, dass sie sich nicht
zum Götzendienst verleiten lassen dürfen.
- ihr gemeinsamer Vater und Schöpfer: Daraus folgt, dass sie eine
Familie sind, Brüder und Schwestern, und zu einander halten sollen, statt
aneinander treulos zu handeln.
Auch für uns im Neuen Bund gilt: Gott ist unser Vater - er hat uns in der
Wiedergeburt neues, geistliches Leben geschenkt - und unser Schöpfer - er hat
jeden einzelnen von uns als neue Schöpfung in Christus erschaffen (2Kor 5,18; Eph 2,10)
und er hat alle gemeinsam zu einem neuen Menschen, zu einem Leib (Eph 2,15)
erschaffen. Daraus folgt, dass wir Gott als Vater ehren und lieben und dass wir
auch unsere Geschwister lieben sollen (1Jo 5,1).
Die Entweihung des auserwählten Volkes
Den Hintergrund für die Anklage in V. 11 lesen wir in Neh 13:
- In V. 4-13 wird beschrieben, wie das Heiligtum durch einen Heiden entweiht
wurde.
- In V. 1-3 und 23-28 wird von den Mischehen berichtet und von den Kindern,
die nicht jüdisch sprechen konnten. Auch dadurch wurde das Heilige
entweiht.
Nehemia zeigt dem Volk die große Gefahr der Mischehen auf: Wenn Salomo, der
größte und weiseste aller israelitischen Könige, der Geliebte des Herrn durch
ausländische Frauen zu Fall kam, wie viel mehr sie?
Warum war es nicht gut für Israel, sich mit den heidnischen Völkern zu
vermischen? Weil es der Herr eindeutig verboten hat (2Mo 34,11-16; 5Mo 7,3-4).
Der Grund: Die Verbindung mit Ausländern, die Götzen anbeteten, würde sie
geistlich zu Fall bringen.
Der Prophet erklärt in V. 12, dass es nichts nützt, dem Herrn Opfer zu
bringen, wenn man ihm gleichzeitig nicht gehorcht. Der Herr wird diejenigen, die
sich vermischen, samt ihren Nachkommen ausrotten.
Wir müssen aufpassen, dass wir nicht versuchen, Geistliches mit
Fleischlichem, Göttliches mit Weltlichem zu vermischen, um auf diese Weise
Frucht zu bringen. Das, was aus solcher Vermischung hervorkommt, wird sich immer
weiter von der göttlichen Reinheit entfernen, die Gott für seine Gemeinde
geplant hat. Man könnte als Beispiel weltliche Musik, weltliche Psychologie und
Ähnliches anführen: Wenn wir denken, wir könnten damit die Attraktivität des
Evangeliums aufbessern und mehr Frucht für den Herrn bringen, so sitzen wir
einem Betrug auf. Der Geist Gottes hat die weltlichen Mittel nicht nötig, im
Gegenteil sie behindern sein Wirken.
Die Entweihung der Familie
Und noch einen Grund gibt es dafür, dass Gott die Opfer des Volkes nicht
wohlgefällig annimmt: Weil sie sich von den Frauen ihrer Jugend scheiden
ließen, oder anders übersetzt: weil sie sie wegschickten. Der Herr hasst
Scheidung, denn sie ist der Bruch eines Bundes, der vor dem Herrn geschlossen
wurde.
V. 15 ist schwer zu übersetzen. Man kann nicht eindeutig sagen, was er bedeuten
soll. Folgende englische Übersetzung (American Standard Version; Authorised
Version und Webster Bible übersetzten ähnlich) scheint mir am besten in den
Zusammenhang zu passen:
Mal 2,15 And did he not make one, although he had the residue of the Spirit? And wherefore
one? He sought a godly seed. Therefore take heed to your spirit, and let none deal treacherously against the wife of his
youth.
Ins Deutsche übersetzt bedeutet das:
Und hat er nicht eine(n) gemacht, obwohl er den Überrest des Geistes
hatte. Und warum eine(n)? Er suchte göttliche Nachkommenschaft. So behütet
euren Geist, und handelt nicht treulos an der Frau eurer Jugend.
Gott hat nur eine Frau für Adam erschaffen, obwohl er genug Lebensgeist für
viele Frauen gehabt hätte. Aber weil die lebenslange Einehe die geeignetste
Umgebung ist, um göttliche Nachkommen großzuziehen, hat Gott genau eine Frau
für Adam geschaffen mit dem Ziel, dass die beiden eins werden sollten. Göttliche Nachkommenschaft ist wichtig im Bund Gottes mit den
Menschen - sowohl die physische als auch die geistliche Nachkommenschaft. Es geht nie allein um uns, es geht immer auch um diejenigen, die uns anvertraut
sind, für die wir Verantwortung haben, sie zu erziehen und zu lehren (sowohl
geistlich als auch familiär).
Die Übersetzung "Und hat er sie nicht zu einem gemacht" ergibt
einen ähnlichen Sinn: Gott hat Mann und Frau zusammengefügt, und was Gott
zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden (Mt 19,6), denn die Einheit
ist wichtig für das Gedeihen der Nachkommenschaft.
Zweifel an Gottes Gerechtigkeit
Dieser Abschnitt beginnt mit folgender Anklage des Herrn:
Ihr ermüdet den HERRN mit euren Worten ... damit, daß ihr sagt:
Jeder, der Böses tut, ist gut in den Augen des HERRN, und an solchen hat er
Gefallen;
oder: Wo ist der Gott des Gerichts?
Weil die Israeliten in ihrem Unglauben nicht sehen, dass Gott Sünde
bestraft, meinen sie, Gott habe Wohlgefallen an der Sünde, oder aber er
bestrafe sie aus irgendeinem anderen Grund nicht. Dabei sollten sie erkennen,
dass ein Zusammenhang zwischen ihren Sünden und dem Nicht-Gelingen ihres Lebens
besteht - immerhin geht es ihnen so schlecht, dass sie Tränen vergießen
(2,13). Warum weinen und stöhnen sie?
- Weil ihnen ihre religiösen Anstrengungen nichts bringen (1,10.13; 2,13;
3,14).
- Wegen der Missernten (3,10-11).
- Wegen der Feindseligkeit bzw. Verachtung durch die Nationen (3,12).
- Bestimmt gibt es noch viele andere Zeichen des fehlenden göttlichen
Segens, die in Maleachi nicht näher beschrieben sind.
Statt also zu meinen, der Herr sehe dem Unrecht einfach zu, sollten sie
erkennen, dass er sie züchtigt. So hätten sie eine Chance zur Umkehr. Aber
dadurch, dass sie die Züchtigung nicht erkennen und schon gar nicht annehmen,
verfallen sie dem Gericht Gottes. Zu seiner Zeit wird der Herr nämlich
plötzlich kommen, um zu läutern und um alle zu richten, die ihn nicht
fürchten. Sein Kommen wird ganz anders sein als die Juden, die seine
Gerechtigkeit anzweifeln, es sich vorstellen. Sie denken, er müsse bestimmte
Menschen, die sie als Sünder einstufen (im Besonderen ihre Feinde), richten.
Deshalb wünschen sie die Ankunft des Herrn herbei (siehe auch Am 5,18), aber
sie werden sich noch wundern, denn sie werden dann selbst durch das Feuer des
Schmelzofens gehen, und diejenigen, die ihn verachten, werden darin verderben.
Sie erwarten einen Messias, der ihnen zu Stärke, Größe und Segen verhilft,
aber sie übersehen dabei die Heiligkeit Gottes; es fehlt ihnen an Gottesfurcht.
Sonst würden sie durch Mose und die Propheten verstehen, dass der Segen mit
Gehorsam und Heiligung zusammenhängt. So aber verwechseln sie das kommende
Friedensreich mit der Erfüllung ihrer egoistischen und von Gott unabhängigen
Träume.
Wer kann den Tag seines Kommens ertragen?
- Auf das jüngste Gericht bezogen dürfen wir - wenn wir Gottes Kinder sind
- mit Freimütigkeit sagen und singen:
Freigemacht von Schuld und Strafe, ewig frei und völlig rein,
hast du Hirte deine Schafe, dort in deines Kreuzes Pein.
Freigemacht, ja freigemacht! Freigemacht, ja freigemacht!
Ewig frei von Schuld und Strafe durch das Blut an deinem Kreuz
Ruhe fand hier mein Gewissen, denn Sein Blut - o reicher Quell!
-
hat von allen meinen Sünden mich gewaschen rein und hell
- Auf das Feuer des Gerichtes für die Gläubigen (1Kor
3,11-15; 2Kor 5,9-11) bezogen, sollte uns die Aussicht seines Kommens mit Gottesfurcht
erfüllen und motivieren, mit Eifer dem Herrn wohlzugefallen und das uns
Anvertraute treu zu verwalten.
Statt zynisch Gottes gerechtes Richten in Frage zu stellen, sollten wir
lieber prüfen, ob nicht manches, was schief in unserem Leben läuft, darauf
zurückzuführen ist, dass wir Gott nicht gebührend fürchten und ehren.
Wie sieht es mit unserer Erwartungshaltung in Bezug auf den Herrn aus? Erwarten
wir, dass er uns unsere selbstsüchtigen Wünsche erfüllt? Ist es das, was wir
uns unter erfülltem Leben vorstellen? Oder haben wir verstanden, dass nicht in
den Gaben selbst der wahre Segen liegt, sondern in der Gemeinschaft mit dem
Geber? Für diese Gemeinschaft aber ist unsere Heiligung unabdingbar, denn Gott
ist Licht und in ihm ist keine Finsternis.
Das Kommen des Herrn
Wir wissen, dass es zwei Kommen des Herrn gibt. Johannes der Täufer war der
Bote, der Wegbereiter des Herrn Jesus bei seinem ersten Kommen (Mt 11,10). Der
Herr Jesus kam beim ersten Mal plötzlich zu seinem Tempel und reinigte ihn mit
göttlichem Eifer (Joh 2,13-25). Aber die vollständige Erfüllung dieser Stelle
steht noch aus: Auch bei seinem zweiten Kommen wird dem Herrn ein Bote
vorangehen (siehe auch Mal 3,23), und dann wird er auf vollkommene Weise den
Tempel reinigen, sein Volk läutern und die Gottlosen richten. Dann wird die
Opfergabe Judas und Jerusalems dem HERRN angenehm sein, wie in den Tagen der
Vorzeit und wie in den Jahren der Vergangenheit.
In 3,5 finden wir eine Aufzählung der Sünden, gegen die der Herr als Zeuge
auftreten und die er richten wird:
| Verhalten |
führt zu
Gericht |
führt zu
Segen |
|
gegenüber Gott:
|
Zauberei, keine Furcht
|
Treue, Furcht
|
|
gegenüber der Familie:
|
Ehebruch
|
Treue
|
|
gegenüber den Nächsten:
|
falsches Schwören
|
Wahrhaftigkeit
|
|
gegenüber den Schwachen:
|
Unterdrückung und Ausbeutung
|
Barmherzigkeit
|
Der Herr ändert sich nicht
V. 6 ist eine Überleitung: Denn ich, der HERR, verändere mich nicht,
darum seid ihr, Kinder Jakobs, nicht aufgerieben worden. (Schlachter). Es
kann auch übersetzt werden: ... werdet ihr nicht vernichtet werden (Unrev.
Elb.).
Gerade hat der Herr angekündigt, dass er zum Gericht kommt. Hat er sich
verändert? Hat er es bereut, Israel erwählt zu haben und verwirft er es jetzt?
Nein, er bleibt seiner Verheißung treu, daher wird Israel im Gericht nicht
völlig vernichtet werden. Und das obwohl sie seit den Tagen ihrer Väter von
seinen Ordnungen abgewichen sind (siehe auch 5Mo 4,31; Jes 48,8-11). Aber er
läutert sein Volk und gibt immer wieder die Chance zur Umkehr, so dass für einen Überrest die
Bundes-Verheißungen in Erfüllung gehen. Die Gewissheit der Erfüllung aller Verheißungen
ist nicht
in der Treue des auserwählten Volkes begründet, sondern
in der Treue des verheißenden Gottes. Er bleibt seinem Wort treu, denn es geht
um seine Ehre - er wird nicht zulassen, dass sein Name entweiht wird (Jes
48,11). Das bedeutet
zwar, dass viele Israeliten dem Gericht Gottes verfielen und verfallen
werden - genau so, wie er es durch Mose angekündigt hatte -, aber es bedeutet
auch, dass er einen Überrest läutern und sich an ihm verherrlichen wird. So wie er dafür
sorgte, dass die messianische Linie von Adam und Eva bis Jesus trotz aller
Versuche des Teufels nicht unterbrochen wurde, so sorgt er dafür, dass sich
Israel bekehren und dem Herrn ein Zeugnis sein wird. Siehe auch Hes 36,22-23 und
Röm 11,25-29.
Ihr beraubt mich
Auf den Vorwurf des Herrn, sie hätten seine Ordnungen nicht beachtet, und
auf seine Aufforderung zur Umkehr antworten die Juden: Worin bzw. wieso
sollen wir umkehren? Und sie wollen auch nicht den Vorwurf Gottes verstehen, dass
sie ihn berauben. Es spricht von schlimmer Verstockung, wenn man eindeutige
Sünden und die Entfernung von Gott im Gewissen nicht mehr spürt - und das
trotz seinem Reden.
Im Gesetz des Mose gibt es klare Vorschriften über die für den Herrn zu
entrichtenden Abgaben (2Mo 29,27-28; 4Mo 15,19-21; 18,24-29). Der Zehnte und das
Hebopfer dienten dazu, die Leviten und die Priester zu versorgen und den Dienst
im Heiligtum aufrecht zu erhalten. Zu Zeiten Maleachis wurden diese Abgaben
nicht entrichtet (Neh 13,10), sodass die Leviten und Sänger nicht mehr im
Heiligtum dienten, sondern auf ihre Felder gingen, um für ihren Lebensunterhalt
zu sorgen. Unter Nehemia gab es eine geistliche Erneuerung, die auch die Ordnung
der Abgaben mit sich brachte (Neh 10,36-40). Dementsprechend groß war auch die
Freude am Herrn, an seinem Dienst und an seinen Dienern (Neh 12,43-45).
Wir sehen also, dass das Volk genauso Schuld trug wie die Priester,
die den Tisch des Herrn verachteten: Dadurch, dass sie die Priester nicht
unterstützten, war für diese die Versuchung umso größer, sich ihren Anteil
auf unrechtmäßige Weise zu holen.
In der Anwendung bedeutet dies, dass einerseits die Ältesten, Hirten, Lehrer
und Evangelisten eine besondere Verantwortung vor Gott haben, seinen Namen zu
heiligen und dass Gott sie zuerst zur Rechenschaft zieht, wenn sie ihn
verachten. Andererseits aber tragen alle Gemeindeglieder Mit-Verantwortung für
das geistliche Gedeihen oder den Niedergang der Gemeinde, denn sie haben ihren
Anteil an der Aufrechterhaltung der Arbeit im Reich Gottes:
- finanzielle Unterstützung (1Kor 9,13-14; Gal 6,6)
- Unterordnung, Demut (Hebr 13,17; 1Petr 5,5)
- Liebe, Anerkennung (1Thes 5,12-13)
- Gebetsunterstützung (Röm 15,30; Eph 6,18-20; Kol 4,3; 2Thes 3,1)
- Persönlicher Dienst, Ausübung der Gaben (Apg 6,3-4;
1Kor
7,7; 12,7-11)
Fluch und Segen
Ab V. 9 werden die Folgen für die Beraubung des Herrn beschrieben; in einem
Wort: Fluch. Als Auswirkungen werden in V. 10-11 mangelnder Regen und
Verheerung der Ernte durch Heuschrecken angeführt, sowie die Verachtung Israels
durch die Heiden (V. 12). Der Segen Gottes zeigt sich im genauen
Gegenteil, nämlich vom Himmel herabströmender Segen, Regen, reiche Ernten und
Hochachtung seitens der Nationen zum Zeugnis für den Herrn. Der Weg vom Fluch
zum Segen ist nicht weit: Er besteht in der Umkehr zum Herrn. Was ist Umkehr?
Ein Gebet um Vergebung? Ein guter Vorsatz? Nein, das alles gehört dazu, aber
vor allem ist Umkehr Gehorsam gegenüber dem Herrn: ihm geben, was ihm gebührt.
Auch im Neuen Bund gibt es keine Buße bzw. Umkehr ohne Gehorsam. Gewiss, wir
sind aus Gnade gerettet und nicht aus Werken, aber jede echte Buße drückt sich
durch Unterordnung unter den Herrn aus. Das ist eine Änderung der Einstellung
ihm gegenüber, die in einem Wandel des Gehorsams Früchte trägt. Daher spricht
Paulus auch vom Glaubensgehorsam (Röm
1,5; 16,26). Natürlich ist der
Gehorsam nicht von Anfang an vollkommen. Darum braucht es immer wieder Umkehr
und Vergebung. Der Gehorsam ist kein Werk, das wir aus uns alleine hervorbringen
könnten. Vielmehr überführt uns der Heilige Geist von Sünde, Gerechtigkeit
und Gericht und bewirkt, dass wir Gott fürchten und uns im gehorsamen Glauben
an Christus wenden - auf ihn vertrauen wir sowohl, was die Vergebung betrifft,
als auch was die Kraft zum Gehorsam betrifft. Er ist unsere Gerechtigkeit
und unsere Heiligung (1Kor 1,30).
Segen bis zum Übermaß: Was für eine Verheißung! Der Herr ist nicht
kleinlich im Segnen, er möchte den Becher seiner Kinder zum Überfließen
bringen (Ps 23,5). Wie viel mehr gilt das für uns im Neuen Bund, die wir in
Christus mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt gesegnet sind
(Eph 1,3). Er hat uns mitauferweckt und mitsitzen lassen in der Himmelswelt
in Christus Jesus, damit er in den kommenden Zeitaltern den überragenden
Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erwiese in Christus Jesus. (Eph 2,6-7)
Man kann es auch so ausdrücken:
Öffnete der Herr im Alten Bund die Fenster des Himmels und ließ
Segen im Überfluss auf sein Volk herabströmen, so öffnete er in Christus
die Tür des Himmels und lässt uns in das Meer der himmlischen
Segnungen hineintauchen.
V. 12: Im Alten wie im Neuen Bund hat Gott dasselbe Ziel: sich ein heiliges
Volk zu erziehen, es im Überfluss zu segnen, sodass es ihn vor der sichtbaren
und unsichtbaren Welt verherrlicht. Siehe dazu auch 1Mo 12,2; Hes 36,22-23;
Eph
1,3-6.
Land des Wohlgefallens: dasselbe hebräische Wort kommt schon in 1,10 vor
(Ich habe kein Gefallen an euch). Der Herr wird durch seine Erziehung aus
Leuten, an denen er kein Wohlgefallen hat, ein Land des Wohlgefallens machen:
ein Wohlgefallen für den Herrn und ein Wohlgefallen für die Nationen. Sie
werden sehen wie schön ein göttlicher Charakter ist. Aber um dieses Ziel zu
erreichen, das Israel, der Knecht des Herrn, verfehlte (Jes
41,8-9; 42,22-25),
musste der Herr erst einen anderen Knecht zubereiten, an dem er Wohlgefallen
hatte - Jesus Christus (Jes 42,1-8). Durch ihn wird auch Israel zu dem
ursprünglichen Ziel gelangen, nämlich dem Herrn wohlgefällig zu sein und ihm
Ehre zu bereiten (Jes 43,1).
So ist es auch mit uns, die wir von Natur aus in unseren Sünden und
Übertretungen dem Herrn nicht wohlgefällig sein können: Der Vater sandte
Christus, den Sohn, an dem er Wohlgefallen fand (Mt 17,5). In ihm hat er auch
uns auserwählt, dass wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe (Eph
1,4). Er hat uns vorherbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu
sein (Röm 8,29), sodass auch wir wohlgefällig in seinen Augen sein
können. Vom juristischen Standpunkt sieht er uns jetzt schon so, wenn wir
unsere Sünden bekennen und uns mit der Gerechtigkeit des Herrn Jesus bekleiden.
Sein Erziehungsziel ist es, unseren Charakter und unseren Wandel immer mehr in
die Ähnlichkeit Jesu zu verwandeln. Eines Tages wird er dieses gute Werk, das
er in uns angefangen hat, vollenden (Phil 1,6).
In diesem Abschnitt begegnen wir zwei Gruppen von Menschen: Die einen meinen,
es lohne sich nicht, Gott zu dienen, Abgaben für das Heiligtum zu geben und in
Trauer zum Herrn umzukehren. Sie meinen, die Gottlosen seien glücklich und
bleiben vom Gericht verschont. Die anderen dagegen reden in der Furcht Gottes
miteinander. Das Schicksal dieser beiden Gruppen könnte nicht unterschiedlicher
von einander sein:
| Die den
Herrn fürchten |
Die den
Herrn nicht fürchten |
- Der Herr gibt ihnen Leben und Frieden (2,5)
- Der Herr hört, was sie reden. Ein Buch der Erinnerung wird für sie
geschrieben. (3,16)
- Sie werden am Tag des Herrn sein Eigentum sein (3,17)
- Er wird sie schonen wie ein Vater seinen Sohn. (3,17)
- Sie werden sich in Gottes Gerechtigkeit sonnen und durch sie Heilung
erfahren. (3,20)
- Sie werden vor Freude springen wie Kälber, die aus dem Stall hinaus
auf die Weide dürfen. (3,20)
- Die Gottlosen werden Staub unter ihren Füßen sein. (3,21)
|
- Der Herr wird an sie herantreten zum Gericht und ein schneller Zeuge
gegen sie sein. (3,5)
- Der Herr wird sie verbrennen wie Strohstoppeln. (3,19)
- Sie werden von den Gottesfürchtigen zertreten werden. (3,21)
|
Die Furcht vor Gott ist es, die darüber entscheidet, ob ein Mensch Gott ehrt oder
verachtet, ob er treu ist oder untreu, ob er eines Tages gerichtet oder belohnt
wird (1,6.14; 2,5; 3,5.16.20). Egal in welchem Zeitalter - um gerettet zu werden
war und ist Gottesfurcht notwendig. Gott fürchten, ihm die Ehre geben und ihn
anbeten - das ist das ewige Evangelium (Offb 13,6-7). Über den Gottesfürchtigen bzw. Gerechten könnte man auch sagen: Er wird
durch seinen Glauben leben (Hab 2,4), nämlich durch seinen Glauben an den Gott,
der einem jeden vergelten wird - auch wenn es jetzt nicht
offensichtlich ist. In diesem Spannungsfeld zwischen der Ungerechtigkeit, die
heute vorherrscht, und der Gerechtigkeit, die der Tag des Herrn bringen wird,
wird unser Glaube geprüft. Hier kann er sich bewähren - Gott zur Ehre und uns
zum Lohn.
War Johannes der Täufer der verheißene Elia?
Wer war der verheißene Elia? War es Johannes der Täufer? Ja und Nein:
- Der Engel, der die Geburt des Johannes ankündigt, sagt, er würde im
Geist und in der Kraft des Elia kommen (Lk 1,16.17). In diesem Sinn
erfüllte er die Weissagung Maleachis. Aber er war nicht leiblich der Elia, der im Feuerwagen in den Himmel geholt wurde.
- Johannes selbst sagte, er wäre nicht Elia (Joh 1,21).
- Jesus sagt, Johannes war der Elia, gleichzeitig sagt er, dass Elia erst
kommen und alle Dinge wiederherstellen würde (Mt 17,10-13).
Die Erklärung für diesen scheinbaren Widerspruch ist, dass Johannes der verheißene Elia
für diejenigen war, die den König annahmen und somit Bürger seines Reiches
wurden. Er wäre es für ganz Israel gewesen, wenn sie ihn angenommen
hätten (Mt 11,7-15),
so aber haben sie ihre Chance vertan. Erst in Verbindung mit dem zweiten Kommen des
Messias wird Elia für Israel kommen, um den Weg des Herrn zu bereiten.
Es spricht vieles dafür, dass er einer der beiden Zeugen aus Offb 11 sein wird.
Jedenfalls wird er im Geist Elias wirken, womöglich sogar in seinem
Leib.
Mt 17,12: Die Ablehnung des (ersten) verheißenen Elia geht Hand in Hand mit der Ablehnung des verheißenen
Messias bei seinem ersten Kommen. Hätten
sie den Wegbereiter angenommen, so hätten sie auch den angenommen, für den er den Weg
bereitet hat. Ebenso, wie der Messias wiederkommen wird, um alle Verheißungen zu
erfüllen, so wird Gott den Elia ein zweites Mal senden, um die Verheißungen zu
erfüllen, nämlich den Tag des Herrn vorzubereiten, indem er das Herz der Väter den
Kindern und das Herz der Kinder den Vätern zuwenden wird. Bei dieser
großen endzeitlichen Erweckung wird es ganz anders sein, als bei
Christenverfolgungen im Zeitalter der Gemeinde:
Mt 10,21-22 Es wird aber der Bruder den Bruder zum Tode überliefern und
der Vater das Kind; und Kinder werden sich erheben gegen die Eltern und sie zu
Tode bringen. Und ihr werdet von allen gehaßt werden um meines Namens willen.
Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird errettet werden.
Dann werden durch das Wirken des verheißenen Elia die Familien der bekehrten
Israeliten zusammenstehen.
Die Ablehnung des Christus und seines Wegbereiters durch die Schriftgelehrten
soll uns eine Lehre sein: Sie sagten, dass
Elia kommen müsse, doch sie erkannten ihn nicht, als er kam, sondern lehnten
ihn ab. Auch wir müssen aufpassen, dass unser Bibelwissen nicht fruchtlos
bleibt, dass wir nicht Wahrheiten erkennen und sie uns doch nichts nützen, weil
uns dieses
Wissen aufgrund unseres verstockten Herzens nicht zur geistlichen Weisheit wird
sondern uns höchstens aufgeblasen macht.
Die Zusammenarbeit der Generationen
Wieso wird am Ende dieses Buches, am Ende des AT, im Vorausblick auf die
Wiederherstellung aller Dinge hervorgehoben, dass der kommende Prophet (Elia)
das Herz der Väter zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu den Vätern
umkehren lassen wird? Neben der Erfüllung während der endzeitlichen Erweckung
(siehe oben) hat uns diese Stelle noch mehr zu sagen:
Lk 1,16-17 Und viele der Söhne Israels wird er zu dem Herrn, ihrem Gott,
bekehren. Und er wird vor ihm hergehen in dem Geist und der Kraft des
Elia, um der Väter Herzen zu bekehren zu den Kindern und Ungehorsame zur
Gesinnung von Gerechten, um dem Herrn ein zugerüstetes Volk zu bereiten.
Hier wird die Bekehrung der Kinder zu den Vätern gleichgesetzt mit der
Bekehrung von Ungehorsamen zur Gesinnung von Gerechten. Mit der Bekehrung der
Väter zu den Kindern ist eine Rückkehr zur elterlichen Treue gemeint. Eltern haben vor Gott eine große
Verantwortung für ihre Kinder und gläubige Eltern ganz besonders, nämlich
sie im Glauben an Gott und seine Offenbarungen zu erziehen. Das Alte
Testament ist voll von diesbezüglichen Anweisungen (5Mo 4,9-10; 5Mo 6,7; 5Mo 6,20-25; 5Mo 11,19; 5Mo 31,13;
5Mo
32,46) und Beispielen (Ps 78; Sprüche). Im Neuen Testament wird die Betonung
auf die geistliche Fortpflanzung (Evangelisation) und Erziehung (Jüngerschaft)
gelegt (Mt 28,19-20), aber auch über die Beziehung zwischen Vätern und
physischen Kindern gibt es klare Anweisungen (Eph 6,4).
Wenn man dem Generationskonflikt auf den Grund geht, stößt man auf das
Thema "Autorität", und dann wird auch klar, warum Gott soviel Wert
auf die Bekehrung der Väter zu den Söhnen und der Söhne zu den Vätern legt.
Der Generationskonflikt hat mit dem pervertierten Autoritätsverständnis der
Menschen zu tun. Von Anfang an wollte Gott Autorität, Herrscher über die
Menschen sein - im besten Sinn: Er verlangte Gehorsam, Unterordnung und bot
dafür Schutz und Segen. Dieses Ziel Gottes mit den Menschen wird er mit einem
Überrest verwirklichen (Offb 21,3).
Diese seine göttliche Eigenschaft, nämlich gut zu regieren, hat Gott
in die Menschen gelegt, als er sie in sein Bild schuf (1Mo
1,28; 2,15). Dadurch,
dass der Mensch selbst wiederum Nachkommen nach seinem Bild zeugte (1Mo 5,3),
hatte er auch Autorität über diese. Diese Autorität leitet sich von Gott her
und bedeutet Verantwortung. Ähnlich wie Gott seinen Untertanen Schutz und Segen
gab, sind Eltern verantwortlich, ihre Kinder zu schützen und ihnen Gutes
zukommen zu lassen. Aber diese Verantwortung bedeutet auch, den Nachkommen die
Lebens-Weisheit beizubringen - und das schließt das Wissen über Gott und seine
Gebote ein. In diesem Punkt haben die Menschen im Großen und Ganzen versagt,
weshalb es mit der Menschheit auch so rapide moralisch bergab ging, bis Gott in
der Sintflut den Sündern ein Ende setzte. Deshalb schärfte Mose den Israeliten
ein, dass sie ihren Nachkommen die Heilsgeschichte und Gottes Gebote beibringen
müssen. Wer dies nicht tat, machte sich an Generationen schuldig.
Die größere Verantwortung der Umkehr haben die Väter, denn ihr Versagen
ist mit schuld an der Auflehnung der Söhne, was besonders am Beispiel von David
und Absalom deutlich wird. Die wechselseitige Beziehung zwischen Vätern und
Kindern wird auch im Neuen Testament angesprochen Eph 6,1-4.
Die Umkehr der Väter zu den Söhnen und umgekehrt hat also auch für uns
große Bedeutung, und zwar in zweifacher Hinsicht:
- im menschlich-familiären Sinn
Väter des 21. Jahrhunderts haben die gleiche Verantwortung, die Väter
immer schon hatten, nämlich ihren Kindern die bestmögliche Erziehung in
göttlicher Weisheit zu geben. Und auch Kinder von Heute sind schuldig,
ihren Eltern zu gehorchen - d.h. Weisheit von ihnen anzunehmen - zu ihrem
eigenen Wohl.
Negative Beispiele sind Eli und seine Söhne (1Sam
2,12-17; 2,22-34; 3,11-14) und David und seine Söhne (2Sam 12-18; 1Kö 1,5-6). Die
Sünde Davids mit Batseba potenzierte sich bei seinen Söhnen: Brach er noch
als Verführer die Ehe, so nahm sein Sohn Ammon seine eigene Schwester mit
Gewalt. Stand David nach dem Ehebruch zu Batseba und zu dem Kind, so
verjagte Ammon seine Schwester nach der Vergewaltigung (2Sam 13). Tat David
all das im Verborgenen, so nahm sein Sohn Absalom die Frauen seines Vaters
vor den Augen Israels (2Sam 16,20-23) und zwar auf den Rat Ahitophels hin,
der wahrscheinlich der Großvater von Batseba war (2Sam 23,34).
- im geistlich-familiären Sinn
Die Väter im Glauben haben große Verantwortung gegenüber den Kindern im
Glauben. Sie sollen sie alles zu halten lehren, was Jesus geboten hat, aber
nicht auf eine beherrschende Art (Autorität im falschen Sinn) sondern als
Vorbilder, die das Beste für die ihnen Anvertrauten suchen (1Petr 5,3).
Umgekehrt ist es die Verantwortung der geistlichen Kinder, sich etwas sagen
zu lassen von den Reifen in der Gemeinde (Hebr 13,7; 1Petr 5,5).
Nur wenn beide Seiten ihrer Verantwortung nachkommen (wobei die größere
Verantwortung naturgemäß bei den Reiferen ist), kann eine Gemeinde über
mehrere Generationen bestehen und gedeihen.
Ein positives Beispiel ist Paulus. In den Briefen sehen wir seine
väterliche Beziehung zu Timotheus (1Tim
1,2.18; 2Tim 1,2; 2,1-2) und Onesimus
(Phim 1,8-21).
Wenn also Elia kommen wird, um das Herz der Väter zu den Söhnen und das
Herz der Söhne zu den Vätern umkehren zu lassen, so bedeutet das, dass von
Gott eingesetzte Ordnung und Autorität respektiert und gelebt wird. Dies ist
offenbar eine Vorbereitung für den Tag des Herrn, d.h. für die
Wiederherstellung göttlicher Gerechtigkeit. Für uns können wir dies so
anwenden, dass auch der prophetische Dienst von
Heute (Seelsorge, Predigt und Lehre) dieses Ziel haben sollen: einerseits die Ältesten, Lehrer und geistlichen
Väter in ihrer Verantwortung gegenüber den jüngeren Geschwistern zuzurüsten
und andererseits in den Jüngeren einen belehrsamen Geist zu fördern. Wo nicht,
wird der Herr seine Gemeinde richten müssen - ebenso wie er einen Fluch über
das Land Israel bringen musste, weil die Bekehrung der Generationen nicht
stattgefunden hatte.
In Maleachi geht es um den fortschreitenden Abfall des Volkes vom Herrn. In demselben Zusammenhang
spricht auch das NT von dem Problem des Ungehorsams von Kindern gegenüber ihren
Eltern (1Tim 3,1-5). Es ist auch nicht verwunderlich, dass in einer Zeit, in der
die
Eltern selbstsüchtig, geldliebend, hochmütig und unenthaltsam sind, die Kinder
diese Eltern nicht respektieren. Heute sind diese Eigenschaften schon deutlich
sichtbar und sie infiltrieren auch die Gemeinde Jesu. Wir müssen also auf der
Hut sein, dass wir den an Jahren und Reife Jungen verantwortungsvolle Väter
sind, denen das Wachstum der Kinder wichtiger ist als ihr eigener Ruhm.
Gott, der sich Vater der Israeliten nennt (1,6; 2,10), gibt selbst ein
Beispiel für die Umkehr der Söhne zum Vater und des Vaters zu den Söhnen:
Mal 3,7 Seit den Tagen eurer Väter seid ihr von meinen Ordnungen abgewichen
und habt sie nicht beachtet. Kehrt um zu mir! Und ich kehre um zu euch,
spricht der HERR der Heerscharen ...
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