| |
Bibelüberblick - Teil 5
Einleitung zum geschichtlichen, kulturellen, religiösen und
geographischen Hintergrund der Patriarchen
HAUSAUFGABE
- BIBEL: 1Mo 1-11 schnell noch einmal durchlesen
- FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen
aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
- Beschreibe die Religion der Kanaaniter. Wie hießen einige von ihren
Göttern?
- Beschreibe die geographische Beschaffenheit des Landes Kanaan.
- UNTERLAGEN: Teil 5 aufmerksam durchlesen.
|
DER GESCHICHTLICHE HINTERGRUND
Die Welt der Patriarchen war ein fruchtbares,
halbmondförmiges Gebiet (siehe Karte 13). Zwei Kulturen prägten in dieser Welt
die Anfänge der Patriarchen. Diese Kulturen waren in Mesopotamien und in
Ägypten. Die Geschichte der Patriarchen beginnt in 1. Mose 12 in Mesopotamien.
Am Ende von 1. Mose befinden sich die Patriarchen in Ägypten.
Um ein wirkliches Verständnis für die Entwicklung in der
Bibel zu erlangen, ist es notwendig zumindest einen flüchtigen Begriff von dem
Hintergrund, aus dem die Patriarchen stammen, zu haben.
Karte 13 - Die Welt der Patriarchen

Abraham kam ursprünglich von Ur in Chaldäa (1Mo 11,31).
Nach der Berufung Gottes zog er mit seinem Vater und seiner ganzen Familie nach
Haran (Apg 7,1-4). Erst nach dem Tode seines Vaters Tarah, leistete Abraham dem
Worte Gottes völligen Gehorsam und reiste von Haran nach Kanaan. Abraham kam aus
der Kultur von Mesopotamien und einige Jahre später waren seine Nachkommen
bereits in dem kulturellen Einflussbereich der Ägypter.
Karte 14 zeigt verschiedene Aspekte dieser zwei Kulturen und
ihre chronologische Beziehung zu den Patriarchen. Aus dieser Karte ist
ersichtlich, dass Abraham Mesopotamien ungefähr zu der Zeit verlassen hat, als
das kaukasische Volk, die Gutäer, dort eindrangen. Seine Nachkommen kamen in
das Land Ägypten ungefähr zur Zeit der Herrschaft der eingedrungenen Hyksos.
Karte 14 - Die zwei wichtigsten Kulturen zur Zeit
Abrahams
Ä G Y P T E N |
DIE PATRIARCHEN |
M E S O P O T A M I E N |
ca. v. Chr. |
ANFÄNGE
Dynastien 1-2
Anfänge von Ägypten
König Menes vereinigte zwei Reiche, im Niltal und im
Nildelta - seine Hauptstadt ist Theben in Ober-Ägypten
|
|
ca. v. Chr. |
DIE SUMERER
ein nicht-semitisches Volk - Sumerisch war die erste
geschriebene Sprache Asiens
|
3000 |
2800 |
2700
2200 |
DAS ALTE REICH
Dynastien 3-10
das klassische Altertum von der ägyptischen Kultur - Pyramiden,
Sphinx gebaut, Sonnenanbetung, Leben nach
dem Tode als Bestandteile der Religion - Hauptstadt
Herakleopolis |
2400 |
DIE AKKADER
ein semitisches Volk nördlich von Ur - betete Nannar, den Mondgott,
an |
2080 |
DIE GUTÄER
das Eindringen der
Gutäer vom Kaukasus-
Gebiet beendet die
Herrschaft der Akkader |
DIE
PATRIARCHEN
IN KANAAN
1Mo 12-37 |
2000
1750 |
DAS MITTLERE REICH
Dynastien 11-17
starke zentrale Regierung
wieder Theben - Aufblühen von Literatur und Wissen.
Während der 13. und 14. Dynastie, dringt ein semitisches Volk von
Asien, die Hyksos, in Ägypten ein - das ganze Land steht unter ihrem
Einfluss.
Die 15. und 16. Dynastie
werden wieder stark und
verdrängen die Hyksos |
| |
1950 |
DIE NEO-SUMERER
die Gutäer werden vertrieben - die neo-sumerische Kultur blüht auf
- Nannar und Nin-Gal werden angebetet. |
1800
|
DIE AMORITER
dieses semitische Volk beherrscht Mesopotamien bis nach Kanaan -
Hauptstadt in Mari - Babel wird sehr stark - Marduk, der Hauptgott von
Babel, wird überall angebetet- König Hammurabi von Babel beeinflusst sehr die
kulturelle Welt der Patriarchen |
ISRAEL IN
ÄGYPTEN
1Mo 37 - 2Mo 11 |
|
1600 |
DAS NEUE REICH
Während der nächsten 5 Jh. befand sich Ägypten auf dem Gipfel seiner
politischen Macht, ein Zeitalter, in dem es im höchsten Glanz stand und
seine größte Pracht entfaltete; und schließlich durch den Niedergang
des altägyptischen Geistes und Zerfall der ägypt. Lebensweise und Kultur
gekennzeichnet war. |
DER KULTURELLE HINTERGRUND
Das Land, in welches Gott Abraham berufen hatte, hieß
Kanaan. Dieses Land lag an der östlichen Küste des Mittelmeeres und erstreckte
sich von Gaza im Süden bis nach Hamath im Norden. Die Bewohner dieses Gebietes
wurden später von den Handel treibenden Griechen "Phöniker" genannt.
Diese Bezeichnung stammt von dem Wort für die berühmte Purpurstofffarbe ab,
welche dort produziert wurde. Aus diesem Grund kann man allgemein sagen, dass
die Phöniker und die Kanaaniter den selben kulturellen, geographischen und
geschichtlichen Hintergrund haben.
Als Abraham nach Kanaan kam, rückte dieses Land in den
Brennpunkt der biblischen Erzählung. Das Land liegt auf einem sehr
strategischen Platz zwischen den zwei großen Kulturen von Mesopotamien und
Ägypten und wurde von diesen beeinflusst.
"Kanaaniter" war ein Sammelbegriff für viele
verschiedene Völker - unter anderem die Hethiter, die Jebusiter, die Amoriter,
die Girgasiter, die Hewiter, die Perisiter, die Philister. Diese Völker waren
gut organisiert und hatten bereits große Städte gebaut, wie z. B. Jericho,
Dothan.
DER RELIGIÖSE HINTERGRUND
Die Kanaaniter beteten Götzen an, die ihnen hauptsächlich
Fruchtbarkeit und Gelingen bei der Landwirtschaft und in der Familie schenken
sollten. Der höchste Gott war El, ein Blutrache übender Tyrann, der (den
Überlieferungen nach) seinen Vater entthront, einen von seinen Söhnen
umgebracht und seine Töchter geköpft hat. El war mit der Göttin Aschera
verheiratet. Von den siebzig Göttern und Göttinnen, die aus dieser
"Ehe" gekommen sind, war Hadad oder Baal (Herr), die führende
Persönlichkeit. Als Gott des Sturmes und des Regens war er für die
Landwirtschaft und die Fruchtbarkeit "zuständig".
Die Götter Kanaans hatten keinen moralischen Charakter. Den
Kanaanitern, die sie anbeteten und die ihnen dienten, fehlten deshalb genauso
irgendwelche moralischen Werte - Kinderopfer, Tempelprostitution und
Schlangenanbetung waren feste Bestandteile ihrer Religion.
Der Geist Gottes bestätigt im NT, dass diese (und alle
heidnischen Religionen) nichts anderes als reine Satans- und Dämonenanbetung
waren (1Kor 10,20).
DER GEOGRAPHISCHE HINTERGRUND
Die Landschaft Kanaans war sehr unterschiedlich. Die hohen
Berge und die tiefen Täler, sowie die vielen wüstenähnlichen Gebiete, ließen
keine wirkliche politische Einheit im Lande zu. Die verschiedenen Völker des
Landes lebten getrennt voneinander; unter anderem bedingt durch die
geographischen Verhältnisse. Sogar als Israel das Land besiedelt hatte, gab es
dieses Problem noch.
Das Land kann in 5 landschaftliche Gebiete eingeteilt werden,
wie aus der Karte 15 ersichtlich ist.
Karte
15 - Das Land Kanaan

- Küstenflachland
ist von Norden nach Süden in 3 Ebenen unterteilt
- Ebene von Akko;
- Ebene Saron;
- Ebene von Philistäa
- Sephela
langsam steigende Hügellandschaft
- Cis-Jordan Hügel
durchschnittliche Höhe 600 m - wichtige Nord-Süd Verbindung lief entlang
dieser Hügel
- Jordan-Tal
das ganze Tal unter dem Meeresspiegel - wichtige Nord-Süd Verbindung lief
entlang dieses Tales
- Trans-Jordan Plateau
unterteilt in 4 Gebiete von Norden nach Süden - Basan, Galaad, Ammon, Moab.
|