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Bibelüberblick - Teil 59
Messianische Psalmen
HAUSAUFGABE
- BIBEL: Ps.
2; 20; 22; 23; 24; 35; 41; 110; 132 aufmerksam durchlesen
- FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen
aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
- Fasse Psalm 2 in eigenen Worten zusammen. Dieser Psalm enthält zwei
Aspekte des Wirkens Jesu Christi. Welche sind dies? Warum ist Psalm 2
die geistlich logische Folge von Psalm 1?
- Welchen Aspekt des Lebens Jesu beschreibt Psalm 22? Welchen Psalm 23
und welchen Psalm 24? Fasse die drei Psalmen in eigenen Worten
zusammen.
- UNTERLAGEN: Teil 59 aufmerksam durchlesen
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WEITERE INFORMATIONEN ÜBER DIE PSALMEN
Wie bereits erwähnt, ist die hebräische Literatur auf der
Grundlage des Parallelismus der Gedanken aufgebaut. Drei Beispiele für die
häufigsten Arten des Parallelismus in den Psalmen sind:
- sinnverwandt - d.h. die zweite Zeile wiederholt die Wahrheit der
ersten Zeile in ähnlichen Worten zB.
"Jahwes ist die Erde und ihre Fülle,
der Erdkreis und die darauf wohnen" (Ps. 24,1)
- gegensätzlich - d.h. die Aussage der ersten Zeile wird durch den
Vergleich mit der Aussage der zweiten Zeile betont zB.
"Denn Jahwe kennt den Weg der Gerechten;
aber der Gesetzlosen Weg wird vergehen" (Ps. 1,6)
- zusammensetzend - d.h. die zweite Zeile erklärt oder ergänzt die
erste Zeile zB.
"Das Gesetz des Herrn ist vollkommen,
erquickend die Seele" (Ps. 19,7)
Viele der Psalmen haben am Anfang erklärende Worte wie zB.
"Dem Vorsänger. Ein Maskil von den Söhnen Korahs" (Ps. 42); oder
"Von David, als er seinen Verstand vor Abimelech verstellte, und dieser ihn
wegtrieb, und er fortging" (Ps. 34,1). Diese gehören auch zu dem
ursprünglichen Text und sollten in Zusammenhang mit dem jeweiligen Psalm
gelesen werden. Diese erklärenden Worte geben hauptsächlich in Bezug auf drei
Bereiche Information:
- der Schreiber - Aufgrund dessen wissen wir, dass 100 Psalmen den
Namen des Schreibers tragen; 50 hingegen sind anonym.
- musikalische Begleitung - hier wird angegeben, mit welchen
Instrumenten gespielt werden soll (zB. Ps. 6) oder wie der Psalm vorgesungen
werden soll. Ein häufiger Ausdruck ist "Sela". Die genaue
Bedeutung des Wortes ist unbekannt. (Es könnte von einem hebräischen Wort
stammen, das "aufheben" bedeutet.) Wahrscheinlich wurde dadurch
eine Pause beim Vorlesen angedeutet, in welcher die musikalische Begleitung
gespielt wurde. Das Wort selbst wurde höchstwahrscheinlich nicht
vorgelesen, sondern von dem Aufführenden zur Kenntnis genommen.
- geschichtliche Information - viele Psalmen liefern wichtige
geschichtliche Informationen über das Leben von David (zB. Ps. 3; Ps. 7);
andere Psalmen wurden nur an bestimmten Feiertagen vorgetragen.
(Weitere Einzelheiten über die Psalmen werden im nächsten
Teil Nr. 60 gegeben.)
DIE MESSIANISCHEN PSALMEN
Diese Psalmen enthalten viele der wunderbarsten
Prophezeiungen in Bezug auf Jesus Christus, den Messias. Übersieht man diesen
Aspekt der Psalmen, so geht ein Großteil ihres Wertes verloren. In den
messianischen Psalmen wird nicht nur auf Begebenheiten in dem Wirken des Messias
Bezug genommen, sondern in einigen Psalmen spricht der Messias auch selbst
(siehe Ps. 22 und Matth. 27,35-36). In den messianischen Psalmen gibt es drei
verschiedene Betonungen:
- der leidende Messias
- der Sohn des Menschen
- der königliche Messias
PSALM 2
Hebr.1,5 zeigt, dass dieser Psalm auf Jesus Christus
hinweist. Er ist eine geistlich logische Folge von Psalm 1. In Psalm 1 wird der
Gesetzlose als Individuum dargestellt. In Psalm 2 wird das Bild auf die
gottlose Gesellschaft erweitert. Der Psalm stellt zwei gegensätzliche
Szenen dar und endet mit einer Einladung:
DER SOHN VERWORFEN
(V. 1-5) |
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DER SOHN REGIERT
(V. 6-9) |
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Jahwe DIENEN - oder
von Jahwe VERDAMMT
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Über den geschichtlichen Hintergrund des Psalms ist man sich
nicht sicher. Es gibt zwei Möglichkeiten:
- bildlich - Der Psalm widerspiegelt überhaupt keinen geschichtlichen
Hintergrund.
- konkreter geschichtlicher Zusammenhang - Die Krönung eines Königs;
vielleicht sogar die von David selbst. In diesem Fall wurden die umliegenden
heidnischen Nationen wegen seiner Besteigung des Thrones unruhig (siehe 2.
Sam. 5,17). Der König jedoch ist von seiner göttlichen Ernennung
überzeugt. Aus Stellen im NT geht es jedoch klar hervor, dass der Psalm
nicht nur auf diesen engen geschichtlichen Zusammenhang beschränkt ist
(siehe Apg. 4,25-26; 13,33; Hebr. 1,5; 5,5). Psalm 2 offenbart auch den
vollkommenen König, Jesus Christus, den Messias, als den verworfenen und
dann den regierenden König.
Der Sohn verworfen (V. 1-5)
Die ersten Verse zeigen die Unruhe und Rebellion der Völker
gegen den König in Israel. Auf einer breiteren Ebene zeigen sie die Ablehnung
der Menschheit gegen den Gesalbten Gottes - Jesus Christus. Vers 4 offenbart
eine Szene im Himmel, wo Gott über diese Rebellion lacht. Bald aber wird dieses
Lachen durch Worte des Zornes und des Gerichtes ersetzt.
Der Sohn regiert (V. 6-9)
In dem ersten Teil des Psalms kämpfen die Könige um die
Herrschaft der Welt, aber Gott hat bereits Seinen König auserwählt und
gesalbt. Die Welt gehört Christus! Er wird von Zion aus regieren (V. 6) und
wird alle rebellischen heidnischen Völker wie Töpferwerk zerschmeißen.
Die Einladung (V. 10-12)
Der Psalm schließt mit einer Einladung. Entweder "Jahwe
mit Furcht dienen" oder von Ihm verdammt zu sein "dass Er nicht
zürne, und ihr umkommt auf dem Wege" (V. 12).
PSALM 22, 23 und 24 (Die Trilogie des Christus)
In diesen Psalmen kommen die drei Betonungen der
messianischen Psalmen vielleicht am deutlichsten zum Ausdruck:
Ps. 22 - das Lied von Golgatha - der leidende Messias
Ps. 23 - das Lied des Hirten - der Sohn des Menschen
Ps. 24 - das Lied des Königs - der königliche Messias
Obwohl in jedem Fall David der Verfasser war, kann man
gemäß dem Prinzip der prophetischen Anwendung verstehen, dass diese Psalmen
nicht nur Begebenheiten und Ereignisse im Leben Davids darstellen, sondern ihre
endgültige Erfüllung in der Person und dem Werk Jesu Christi haben.
Karte 119 - Die Trilogie des Christus
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PSALM 22 |
PSALM 23 |
PSALM 24 |
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CHRISTUS, DER LEIDENDE |
CHRISTUS, DER HIRTE |
CHRISTUS, DER KÖNIG |
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Sein Sterben |
Sein Leben |
Sein Regieren |
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das Kreuz |
der Hirtenstab |
die Krone |
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DIE ERRETTUNG |
DAS CHRISTLICHE LEBEN |
DIE FREUDE DER WIEDERKUNFT |
PSALM 22 (die Vergangenheit)
Der Psalm vom Kreuz. Obwohl David in seinem Leben viele
Leiden durchmachte, beschreiben die Worte dieses Psalms die Leiden eines
anderen, der noch kommen würde. Vers 1 ist wortwörtlich der Ruf des Herrn
Jesus am Kreuz (siehe Matth. 27,46). Einige weitere Aspekte der Kreuzigung sind
klar ersichtlich:
- der Spott und Hohn von den Feinden (V. 6-8)
- der Tod durch Kreuzigung (V. 16)
- die Verteilung Seiner Kleider (V. 18)
PSALM 23 (die Gegenwart)
Hier schrieb David von etwas, mit dem er sehr vertraut war -
der Hirte seiner Schafe. Er wusste von der Unverlässlichkeit und Verwundbarkeit
der Schafe und der dadurch erhöhten Verantwortung des Hirten. Aber auch in
diesem Psalm bringt er seine persönliche Beziehung zum Herrn zum Ausdruck -
"Jahwe ist mein Hirte". Die Rolle des Hirten in dem Leben der Schafe
ist unerlässlich:
- Er begegnet den Bedürfnissen - wie Ruhe, Essen, Trinken und Führung
- Er nimmt die Angst - sogar die Angst vor dem Tode verschwindet in Seiner
Gegenwart
- Er stillt alle Begehren - Der großzügige Gastgeber, welcher unser aller
Begehren mit Güte und Barmherzigkeit begegnet – jetzt und in alle
Ewigkeit: "im Hause Jahwes auf immerdar".
PSALM 24 (die Zukunft)
In V. 1-2 wird geoffenbart, dass die Erde und alles, was
auf der Erde ist, dem Herrn gehört, da Er der Schöpfer ist. In den V. 3-6
wird die Frage aufgeworfen "Wer kann in der Gegenwart dieses großen Gottes
stehen?" Die Antwort lautet, "der unschuldiger Hände und reinen
Herzens ist ...". Wer allein kann diese Forderung erfüllen? Jesus
Christus. In den V. 7-10 wird Seine triumphale Wiederkehr von dem Thron des
Vaters zur Erde beschrieben. Er ist der König der Herrlichkeit. Fünfmal in
diesen Versen wird Ihm dieser Titel gegeben. Es ist möglich, dass dieser Psalm
vorgesungen wurde, als die Bundeslade von Obed-Edom nach Zion gebracht wurde
(siehe 2. Sam. 6,12-17). Später im Tempeldienst wurde dieser Psalm jede Woche
bei der Sabbatfeier vorgelesen.
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