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I) EINLEITUNG ZU DEN SPRÜCHENDas Thema der Sprüche ist die Weisheit. Ein Leben in der Weisheit kann nur in Gemeinschaft mit dem Gott der Weisheit geführt werden. Der Schlüssel zu dieser Gemeinschaft ist die Furcht des Herrn - "die Furcht Jahwes ist der Erkenntnis Anfang" (1,7). Es gibt verschiedene Auffassungen, was den Zeitpunkt der Niederschrift der Sprüche anbelangt. Liberale Theologen behaupten, dass das Buch in der zwischentestamentarischen Zeit um 350 v. Chr. von einem anonymen Schreiber verfasst wurde, der sich den Namen Salomo nur angeeignet hatte. Obwohl das Buch sicher erst nach dem Tode Salomos zusammengestellt wurde, gibt es keine Indizien, dass es so spät geschrieben wurde. Viel eher deutet der Inhalt des Buches auf eine Zeit in der Geschichte Israels vor der babylonischen Gefangenschaft hin. WAS IST DAS WESEN DER SPRÜCHE?Grundsätzlich gibt es zwei wichtige Merkmale der Sprüche:
WAS IST DIE ABSICHT DER SPRÜCHE?Die Absicht des Buches ist es, das Leben mit der Weisheit Gottes zu meistern. Wie bereits erwähnt, liegt der Schlüssel dazu in der täglichen Gemeinschaft mit dem Gott der Weisheit durch "die Furcht Jahwes". Diese Furcht bedeutet nicht Angst, sondern vielmehr Respekt, Ergebenheit, usw. Die Sprüche offenbaren fünf wichtige Prinzipien hinsichtlich "der Furcht des Herrn":
WAS IST DIE ABSICHT DES BUCHES?Wenn man diese tägliche Entscheidung trifft, dann beginnt das Leben in der Weisheit Gottes. Was ist diese Weisheit? Sie ist in erster Linie sicherlich keine intellektuelle Fähigkeit, Wissen zu sammeln. Sie hat weniger mit dem Umgang von Fakten zu tun, sondern mehr mit dem Umgang in verschiedenen Lebenslagen. Ein Beispiel für diese Art von Weisheit findet man in 1Kö 3. Salomo betet für diese Weisheit in 3,9. Im späteren Verlauf dieses Kapitels wird der junge König mit einem sehr heiklen Problem konfrontiert (3,16-27). Welcher Frau gehörte das Kind? Salomo wusste keine Antwort. Doch er wandte die ihm bekannten weisen Prinzipien an und ermittelte dadurch die wahre Mutter. Diese Gewissheit, was in einer bestimmten Lebenslage zu tun ist, ist ein Kennzeichen der Weisheit. (Mehr Einzelheiten in Bezug auf diese Lebensprinzipien der Weisheit werden im nächsten Teil Nr. 63 behandelt.) WER SIND DIE HAUPTPERSÖNLICHKEITEN IN DEN SPRÜCHEN?
Er wird von seinem Vater in den Prinzipien der Weisheit unterrichtet. Dieser Ausdruck kommt etwa 17 mal vor, überwiegend in den Kap. 1-9. Er weist einen Mangel an moralischen und nicht an intellektuellen Fähigkeiten auf; einige seiner Merkmale sind: "ein Narr verschmäht die Unterweisung seines Vaters" (15,5) Sein Charakter deckt sich ziemlich mit dem des Narren; einige seiner Merkmale sind: Sie ist eine Hure, die ihre Opfer mit schmeichelnder Rede fängt. Wer bei ihr war, verliert alles, und sein Leben wird in totalem Ruin enden. Allein durch das Wort Gottes kann man sich vor ihr bewahren (siehe 6,23 - 34). Sie ist die ideale Ehefrau. Die Einteilung des Buches ist sehr schwierig. Die folgende Karte versucht, eine ungefähre Unterteilung der Entwicklung des Buches zu geben. Karte 121 - Die Unterteilung der Sprüche
I) DIE EINTEILUNG DER SPRÜCHE
I) DER PROLOG: 1,1-1,6 II) DIE MAXIMEN: 1,7-29,27
III) DER EPILOG: 30-31
I) DER PROLOG: 1,1-1,6In diesen einleitenden Versen wird der Grund für die Abfassung der Sprüche angegeben. Sie sollen vor allem vier Gruppen von Menschen helfen:
II) DIE MAXIMEN: 1,7-29,27Kap. 1-9 geben den Auftakt zu dem Kern des Buches, nämlich den Maximen oder Sprüchen in Kap. 10-22. 1) DIE SPRÜCHE SALOMOS - DIE WEISHEIT IST DIE ALLERWICHTIGSTE SACHE: 1,7 - 9,18In diesen Kapiteln wird eine Gegenüberstellung von der Weisheit und der Torheit gegeben. Die Rede wird in einer Lehrer-Schüler oder Vater-Sohn Form gehalten. Der Schreiber benützt öfters den Ausdruck "mein Sohn" (1,8; 1,10; 1,15; 2,1; 3,1; 3,11; 3,21; 4,10; 4,20; 5,1; 5,20; 6,1; 6,3; 6,20; 7,1). Das Wort "Weisheit" kommt ebenfalls häufig vor - 19 mal. Manchmal spricht der Vater zu dem Sohn, aber manchmal wird die Weisheit personifiziert und spricht selbst (siehe 1,20-33 oder 8,1-9,12). Vor allem in Kap. 8 werden gewaltige Wahrheiten über den ewigen Christus geoffenbart, wenn man in Betracht zieht, dass Er laut 1Kor 1,30 die Weisheit ist. In diesem Zusammenhang spricht Er unter anderem - "Jahwe besaß mich im Anfang Seines Weges, vor Seinen Werken von jeher. Ich war eingesetzt von Ewigkeit her, von Anbeginn, vor den Uranfängen der Erde..." (8,23) Die Vortrefflichkeit der Weisheit wird verdeutlicht, und ganz besonders wird an die Einfältigen und Jünglinge appelliert, mittels der Weisheit von den Wegen der Torheit fernzubleiben. Die große Gefahr von sexuellen Sünden, schlechter Gesellschaft und anderen "tödlichen" Versuchungen wird unterstrichen. Anschließend bereitet die Weisheit ein mächtiges Festessen vor (9,1-3). Dann lässt sie einladen - "Wer ist einfältig? Er wende sich hierher! Zu den Unverständigen spricht sie: Kommet, esset von meinem Brote, und trinket von dem Weine, den ich gemischt habe." (9,4-5). Diejenigen, die diese Einladung angenommen haben, sind nun in der richtigen Gemeinschaft für den Kernteil des Buches - die Maximen. |
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