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EINTEILUNG ZU DEN PROPHETISCHEN BÜCHERNDie Karte 125 zeigt die Zusammensetzung der 39 Bücher des AT. Karte 125 - Die Zusammensetzung des AT
Die 17 prophetischen Bücher werden allgemein als die "großen" und "kleinen" Propheten bezeichnet. Diese Bezeichnung bezieht sich auf die Länge und nicht auf die Wichtigkeit des jeweiligen Buches (z.B. Jesaja, Jeremia oder Hesekiel sind alle länger als die "kleinen" Propheten zusammen). Man kann diese Bücher auch wegen der Zeit ihrer Niederschrift zusammenfassen, wobei der Bezugspunkt 586 v. Chr. ist, d.h. die Wegführung der Juden des Südreiches (Juda) in die babylonische Gefangenschaft. Die folgende Karte zeigt dann die prophetischen Bücher hinsichtlich dieser zwei Aspekte: 1) Länge und 2) Zeitpunkt der Niederschrift. Karte 126 - Die prophetischen Bücher
1) Daniel kann zu den großen oder den kleinen Propheten gezählt werden DER DIENST DER PROPHETENEs ist fast unmöglich den Dienst der Propheten zu verstehen, ohne ihn im Zusammenhang mit dem jeweiligen König oder Ereignis in der Geschichte des Volkes Gottes im AT zu sehen. Die Karte 127 vermittelt den Überblick über diesen geschichtlichen Hintergrund. Karte 127 - Die Könige und Propheten von Israel und Juda (Der schattierte Teil zeigt die Zeitspanne des Dienstes von Jesaja.)
Man kann die Betonung des prophetischen Amtes in drei Schwerpunkte gliedern:
LIBERALTHEOLOGIE UND BIBLISCHE PROPHETIEDie liberale Theologie greift die Prophetie des AT massiv an. Denn wenn die Prophetie stimmt, dann liefert sie einen felsenfesten Beweis für die göttliche Inspiration der Heiligen Schrift. Daher wird versucht, die Verlässlichkeit der Prophezeiungen in Frage zu stellen. Grundsätzlich sehen liberale Theologen die Propheten des AT bloß als Nachfolger der Seher und Wahrsager der heidnischen Völker an, welche die Juden von Kanaan vertrieben hatten. Ihr Angriff gegen die biblische Prophetie geschieht dreifach:
EINLEITUNG ZU DEM PROPHETEN JESAJAEinige liberale Kritiker lehnen den historischen Jesaja als Schreiber des gesamten Werkes, welches seinen Namen trägt, ab. Allgemein werden drei Schreiber für dieses Werk verantwortlich gemacht: Kap. 1-39 = 1. Jesaja, der Prophet, der im 8. Jahrhundert
lebte Diese Differenzierung wird aufgrund des vermeintlichen Unterschiedes zwischen Kap. 1-39 und Kap. 40-66 gemacht. Ein Mann könnte diese zwei unterschiedlichen Abschnitte nicht geschrieben haben. Drei Argumente werden angeführt:
Einfach ausgedrückt - diese Kritiker wollen nicht akzeptieren, dass Jesaja, der zur Zeit des Falles des Nordreiches (Israel) um 722 v. Chr. lebte, von einem heidnischen Herrscher, der mehr als ein Jahrhundert später kommen sollte, namentlich prophezeien konnte. Jesaja sprach nämlich von Kores (siehe Jes 44,28; 45,1). Sie wollen auch nicht akzeptieren, dass er die babylonische Gefangenschaft so deutlich beschreiben konnte, obwohl diese fast 150 Jahre nach seinem Tod stattfand. Eine Aussage des Herrn in Joh 12,38-40 scheint alle Argumente der Kritiker zunichte zu machen. Er zitiert 1. und 2. Jesaja und sagt dabei, dass diese beiden Aussagen nur von einer Person kommen, und zwar von dem historischen Jesaja des AT. Der schattierte Teil der Karte 127 zeigt die Zeitspanne des Dienstes von Jesaja. Im Todesjahr von König Ussija, ca. 740 v. Chr., wurde er zu dem prophetischen Amt berufen (Jes 6,1). Laut rabbinischer Überlieferung wurde er von König Manasse, ca. 680 v. Chr. zersägt (möglicherweise deutet Hebr 11,37 auf seinen Tod hin). Vielleicht könnte man die Aussage von Jesaja mit den Worten des Apostels Petrus zusammenfassen: "...als er von den Leiden, die auf Christum kommen sollten, und von den Herrlichkeiten danach zuvor zeugte." 1Petr 1,11. Jesaja betonte die gegenwärtigen Leiden aber auch die Herrlichkeit danach. So wie der Messias, Jesus Christus, es erleben würde, wird und musste auch Israel es erleben - zuerst die Leiden, dann die Herrlichkeit. Der erste Teil seiner Prophezeiungen (Kap. 1-35) betont das Leben der Juden angesichts der Bedrohung durch Assyrien. Die letzten Prophezeiungen (Kap. 40-66) stehen im Schatten der Gefangenschaft unter den Babyloniern (612 v. Chr. wurde Assyrien von Babylon erobert). Diese "natürliche" Teilung des Buches liefert die Grundlage für die Unterteilung. Karte 128 - Die Unterteilung von Jesaja
DIE EINTEILUNG VON JESAJA
I) DIE VERURTEILUNG GOTTES: 1 - 35
II) DIE GESCHICHTLICHE PAUSE: 36-39 III) DER TROST GOTTES: 40-66
I) DIE VERURTEILUNG GOTTES: 1-35In diesem Abschnitt steht Juda unter der drohenden Gefahr eines assyrischen Angriffes. Viele Jahre des Dienstes Jesajas war Juda Assyrien tributpflichtig. Im Jahr 722 v. Chr. hat Assyrien bereits das Nordreich in die Gefangenschaft weggeführt. Dies geschah etwa 20 Jahre nachdem Jesaja seinen Dienst als Prophet begonnen hatte. Karte 129 zeigt die assyrische Weltmacht zur Zeit Jesajas. Karte 129 - Die Weltmacht Assyrien
Wie aus der Einteilung hervorgeht, kann man den ersten Teil von Jesaja in drei Abschnitte unterteilen:
1) DIE VERURTEILUNG: 1-6In diesem Abschnitt verurteilt Jesaja die Juden seiner Tage aufgrund ihrer Sünde. Der Abschnitt endet mit der Beschreibung der Berufung von Jesaja. Die erste Predigt (1,1-31) betont den Abfall des Volkes. Es ist wie in einem Gericht. Den Juden werden drei Anklagepunkte vorgeworfen:
Die einzige Antwort ist, dass Juda sich zum Herrn bekehrt und die Sünden bekennt (1,18-31). Die zweite Predigt (2,1-4,6) betont die Herrlichkeit, welche auf die Juden kommen wird. Doch in der Mitte dieser Botschaft werden drei weitere Sünden aufgezeigt:
Die dritte Predigt (5,1-30) ist ein Gleichnis von einem Weinberg. Der Herr hat sich mit diesem Weinberg besondere Mühe gegeben. Er erwartet Frucht davon. Doch er ist unfruchtbar. So ist es auch mit den Juden. Sie hätten Gerechtigkeit hervorbringen sollen, doch statt dessen kamen Neid, Betrunkenheit und Ungerechtigkeit. Die Berufung Jesajas (6,1-13) Über Jesaja ist nur wenig bekannt, abgesehen davon, dass er der Sohn von Amoz war. Er wurde um ca. 760 v. Chr. geboren und wuchs in Jerusalem auf, und zwar in einer Zeit, als im Südreich unter König Ussija der Wohlstand immer mehr zunahm. Im Nordreich (Israel) war die Zeit der letzten Könige angebrochen. Pekach hatte Pekachja ermordet. Pekach war ein Befürworter einer aggressiven Anti-Assyrienpolitik. Diese Politik erhöhte die Spannung in Kanaan. Pekach verband sich mit Rezin, König von Syrien, gegen Assyrien. Kurz vor dieser Zeit starb König Ussija. In seinem Todesjahr wurde der junge Jesaja zum Propheten bestellt. Zwei Merkmale begleiten diese Berufung:
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