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Bibelüberblick - Teil 88
DER PROPHET DANIEL -
DIE ZEITEN DER NATIONEN
Daniel 1
HAUSAUFGABE
- BIBEL: Dan 1 aufmerksam durchlesen
- FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
- Was war der geschichtliche Hintergrund im Südreich im Buch Daniel? (1,1-2)
- Was war der geschichtliche Hintergrund im Land Babylon im Buch Daniel? (1,3-20)
- Beschreibe Daniel in eigenen Worten, wie er in Kap. 1 vorgestellt wird.
- UNTERLAGEN: Teil 88 aufmerksam durchlesen
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EINLEITUNG ZU DANIEL
Der Mann Daniel
Wie bereits in der Einleitung zu Hesekiel erwähnt wurde,
ließ der Herr zwei Männer in die babylonische Gefangenschaft ziehen, damit sie
in Babylon für Sein Volk als Propheten dienten. Diese waren Hesekiel und
Daniel.
Während der Regierungszeit der letzten drei Könige Judas
gab es mindestens vier Wegführungen von Juden nach Babylon:

Der Name Daniel ist auf hebräisch "Daniyye’l" und
bedeutet "Gott ist Richter (oder) Fürst, oder Gott ist mein Richter (oder)
mein Fürst". In Kap. 1,7 wurde ihm der Name "Beltsazar" gegeben.
Dies bedeutet "der Fürst Bels". Bel war der Hauptgott Babylons (siehe
4,8; Jes 46,1; Jer 50,2). Er war der Sohn von Merodak, der Schutzgottheit
Babylons. Bel wird als der Held der babylonischen Schöpfungsgeschichte, genannt
Enuma Elish, verehrt.
Der junge Daniel wurde 605 v. Chr. nach Babylon weggeführt.
Er lebte dort während der besten Zeit des neo-babylonischen Reiches und auch
während des Überganges, 539 v. Chr., als die Perser das babylonische Reich
eroberten. Auch einige Jahre danach diente er dem großen persischen König
Darius.
Das Buch bezeugt einige der hervorragenden Qualitäten von
Daniel, welche vielleicht dazu beitrugen, dass er in Gottes Wort dreimal "Vielgeliebter"
genannt wird (9,23; 10,11; 10,19):
- entschieden
Gleich zu Beginn des Buches wird die außergewöhnliche
Entschiedenheit (Herzensentschluss) Daniels geoffenbart (1,8). Nebukadnezar
hatte die Heimat, den Namen, die Arbeit, die Sprache, das Essen Daniels
verändert, aber den Charakter dieses jungen Mannes konnte er nicht
ändern. Daniel hatte sich vorgenommen, sich nicht zu verunreinigen und er
blieb dabei.
- weise, höflich
Er "erbat sich von dem Obersten der Kämmerer" einen
Aufschub hinsichtlich des Essens. Er schlug eine andere Möglichkeit vor (1,8
– 13).
- Verständnis für das Wort Gottes
Daniel hatte geistliches Verständnis, nicht nur in Bezug
auf "Gesichte und Träume" (1,17), sondern auch für das geschriebene
Wort – das Gesetz Moses (9,11-13) und die Propheten (9,2).
- ein Mann des Glaubens und Gebets
Kap. 2,13-28 bezeugt ganz besonders den großen Glauben
von Dan 6,11 gibt Einblick in sein Gebetsleben:
Vier Merkmale kennzeichneten diesen Dienst:
- er betete im Glauben
- er betete in Demut
- er betete täglich
- Beten war ein Teil seines Alltags
Daniel betete nicht nur in Notsituationen, sein Leben
bestand aus dem Dienst des Gebetes. Dies war der Grund dafür, dass der Herr
ihn befreite, wenn es eine Notsituation gab.
Die Botschaft Daniels
Einige Fragen haben die Juden in der Gefangenschaft ganz
sicherlich beschäftigt; sie waren nun in Babylon, ihr Land wurde von Fremden
bewohnt und der Thron Davids stand nun leer:
- Hat der Herr Seinem Volk nicht versprochen, dass es das Land für immer
besitzen würde?
- Wie sollte man die jetzige politische Lage verstehen?
- Hat die Wegführung die Verheißungen Gottes aufgehoben?
Der Herr offenbarte Daniel gewisse Prophezeiungen, die
Antwort auf diese Fragen geben würden. Die Antworten benötigten eine
prophetische Aufzeichnung der Geschichte des Landes bis zur Wiederkunft
Jesu Christi. Diese prophetische Aufzeichnung offenbart, dass die Heiden (oder
die Nationen) das Land besetzen würden, und zwar während der Zeit bevor
der Herr Jesus zur Erde zurückkehrt, um Seine Verheißungen an Israel wahr zu
machen. Der Herr selbst bezeichnete diese Zeit als "die Zeiten der
Nationen" (Lk 21,24).
Das ist die Zeit, die Daniel ganz besonders beschäftigt. Sie
fängt beim Sturz des Thrones Davids (586 v. Chr.) an und dauert bis zu der
Wiederkunft Jesu.
Daniel hatte die Geschichte des Landes im Sinn. Hesekiel
hingegen, der zweite Prophet Gottes für sein Volk in der Gefangenschaft, hatte
den Tempel im Sinn.

Eine der Einmaligkeiten des Buches ist die Verwendung von
verschiedenen Sprachen. Daniel schreibt in Hebräisch und in Aramäisch.
Wenn er über ein Thema von dem Standpunkt der Juden schreibt, verwendet er
Hebräisch; wenn er von dem Standpunkt der Nationen schreibt, verwendet er
Aramäisch. Diese Verwendung der Sprachen ergibt auch die Unterteilung des
Buches.
Karte 143 – Die Unterteilung des Buches Daniel
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1 |
2-7 |
8-12 |
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DIE GESCHICHTLICHE
EINTEILUNG |
DIE PROPHETISCHE
GESCHICHTE DER NATIONEN |
DIE PROPHETISCHE
GESCHICHTE DER JUDEN |
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Hebräisch |
Aramäisch |
Hebräisch |
Daniel ist das einzige apokalyptische Buch im AT (die
Offenbarung im NT ist das Gegenstück davon). Ein apokalyptisches Buch (gr. "apokalupsis"
bedeutet "Offenbarung") offenbart oder enthüllt die verborgenen
Absichten Gottes, die bis zu dem Zeitpunkt der Offenbarung völlig unbekannt
waren. Normalerweise werden diese verborgenen Absichten durch Visionen oder
Gesichte geoffenbart, wobei Symbole und Bildersprache eine wichtige Rolle
spielen. Das Wort "Gesicht" oder "Gesichte" kommt in Daniel etwa
32 mal vor.
Daniel ist aus drei Gründen ein sehr wichtiges Buch:
- Das Buch vermittelt ein prophetisches Fundament, worauf später andere
Prophezeiungen aufgebaut werden konnten.
Ein Studium in der Offenbarung z.B. zeigt, dass Johannes
auf dem Fundament von Daniel aufbaut und für das Verständnis seiner
Offenbarungen eine Kenntnis des Buches Daniel voraussetzt.
- Das Buch zeigt den ganzen Themenkreis der menschlichen Geschichte vom
Standpunkt Gottes aus.
Menschen haben immer nach dem Sinn von "Geschichte"
gefragt. Sie rätseln, ob Menschen oder Ereignisse (Umstände) in der
Geschichte maßgeblicher sind. Daniel offenbart, dass Gott der souveräne Herr
der Geschichte ist:
"Er ändert Zeiten und Zeitpunkte, setzt Könige ab und
setzt Könige ein;
Er gibt den Weisen Weisheit und Verstand den
Verständigen" (2,21)
- Das Buch zeigt den erstaunlichen Glauben dieses Dieners Gottes
Obwohl das Hauptthema des Buches nicht die Person
Daniels ist, wird doch immer wieder Einblick in sein Leben gewährt.
Daniel und die liberalen Theologen
Alle liberalen Theologen geben den Zeitpunkt der
Niederschrift des Buches mit etwa 165 v. Chr. an, d.h. dass der geschichtliche
Daniel nicht der Autor des Buches ist. Sie behaupten, dass ein unbekannter
jüdischer Schreiber dieses Werk während der Zeit der Makkabäer schrieb und
sich des Namens Daniel nur bediente, um Anerkennung und Akzeptanz des Buches zu
erlangen.
Grundsätzlich werden vier Argumente angeführt, um
diese Auffassung zu untermauern:
- Die fantastischen Wunder
Z.B. , dass Daniel nicht von den Löwen gefressen wurde. Da
diese Zweifler natürlich nicht an einen Gott glauben, der Wunder wirkt,
finden sie es sehr schwer, die Erklärung Daniels zu akzeptieren: "Mein Gott
hat Seinen Engel gesandt und hat den Rachen der Löwen verschlossen, dass sie
mich nicht verletzt haben" (6,23).
- Die theologischen Themen des Buches
Weiters argumentieren die Liberalen, dass die Themen (z.B.
Engel, Auferstehung) viel zu fortgeschritten seien, für eine Niederschrift im
sechsten Jahrhundert vor Christi Geburt. Daher muss das Buch viel später
geschrieben worden sein. Dabei wird völlig übersehen, dass solche Themen
bereits im 1. Buch Mose oder in Hiob zu finden sind.
- Die angeblichen geschichtlichen Fehler
Es wird argumentiert, dass, wenn wirklich Daniel der
Schreiber gewesen wäre, er nicht Fehler gemacht hätte, wie sie angeblich
bezüglich des letzten Königs des babylonischen Reiches vorhanden sind. In
Daniel wird Belsazar als der letzte König Babylons dargestellt. Es ist aber
wohlbekannt, dass Nabonidus der letzte König war. Neuere archäologische
Entdeckungen haben jedoch gezeigt, dass es zwischen Belsazar und Nabonidus
eine Art Parallel-Herrschaft gegeben hat. Daniel machte keine
geschichtlichen Fehler.
- Die Genauigkeit der Prophezeiungen
Die Liberalen können nicht akzeptieren, dass Daniel im Voraus
so genau über die Geschichte des Landes zwischen 580-170 v. Chr. Bescheid
wissen konnte. Sie behaupten daher, dass der Schreiber des Buches diese
Ereignisse nicht im Voraus beschrieben, sondern von ihnen nachträglich
berichtete. Diese Erklärung kann jedoch nicht bestehen, da einige der
Prophezeiungen viel weiter in die Zukunft reichen, als nur bis 170 v. Chr. Die
einzige Erklärung dafür ist das übernatürliche Wesen der Prophetie. Dies
aber wollen liberale Theologen nicht annehmen!
EINTEILUNG VON DANIEL
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HAUPTGEDANKE: JESUS CHRISTUS,
KÖNIG DER KÖNIGE UND HERR DER HERREN
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I) DIE GESCHICHTLICHE EINLEITUNG: 1
1) DANIEL IN BABYLON 1
II) DIE PROPHETISCHE GESCHICHTE DER NATIONEN: 2-7
2) DIE ERSTE VISION: DAS GROSSE STANDBILD 2
3) VIER GESCHICHTLICHE EREIGNISSE 3-6
a) Der brennende Feuerofen (3)
b) Der Wahnsinn Nebukadnezars (4)
c) Das große Mahl Belsazars (5)
d) Die Löwengrube (6)
4) DIE ZWEITE VISION: DIE VIER GROSSEN TIERE 7
III) DIE PROPHETISCHE GESCHICHTE DER JUDEN: 8-12
5) DIE EROBERUNG DURCH PERSIEN UND GRIECHENLAND 8
6) DIE CHRONOLOGIE DER SIEBZIG WOCHEN 9
a) Das Gebet (9,1-23)
b) Die Prophezeiung (9,24-27)
7) DER ABSCHLUSS DER GESCHICHTE DER JUDEN 10-12
I) DIE GESCHICHTLICHE EINLEITUNG: 1
1) DANIEL IN BABYLON 1
Wie bereits erwähnt wurde, kam Daniel während der
Wegführung 605 v. Chr. nach Babylon. Diese Wegführung war kein Zufall, sondern
der Herr gab Jojakim, den König von Juda, in Nebukadnezars Hand.
Daniel gehörte zu einer Gruppe von jüdischen Jünglingen,
die für eine besondere Vorbereitung in den Schulen Babylons ausgewählt wurden.
Daniel wird mit seinen drei Freunden erwähnt:
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Hebräischer Name |
Bedeutung |
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DANIEL |
Gott ist (mein) Richter/Fürst |
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HANANJA |
Die Barmherzigkeit Jahweh’s |
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MISAEL |
Wer ist wie Gott? |
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ASARJA |
Jahweh wird helfen |
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Babylonischer Name |
Bedeutung |
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BELTSAZAR |
Der Fürst Bels |
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SADRACH |
Der Befehl Akus (Mondgott) |
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MESACH |
Wer ist Aku gleich? |
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ABENDNEGO |
Der Sklave Nebos |
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Da das vorgeschriebene Essen gegen die Verordnungen im AT
verstieß, verweigerte Daniel dieses Essen und bekam die Erlaubnis des
Kämmerers, eine andere Art von Essen zu sich zu nehmen. Die späteren
Ereignisse bestätigen den Weg, den Daniel eingeschlagen hatte.
Das erste Kapitel dient zur Einleitung des übrigen Buches.
Es werden im Besonderen zwei Aspekte hervorgehoben:
- die Person von Daniel (und seiner drei Freunde)
- die heidnische (gottlose) Umgebung, die als Hintergrund für die
Geschichte dient.
Man kann dieses erste Kapitel wie folgt zusammenfassen:
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GEFANGEN-
GENOMMEN
um einem
heidnischen König
zu dienen |
AUSGEWÄHLT
gemäß den
Vorschriften des
Königs |
GEPRÜFT
gemäß dem
Standard Gottes |
BEWÄHRT
in jedem Bereich |
BESTIMMT
dem lebendigen
Gott zu dienen und
Ihn zu verherrlichen |
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