|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
EINLEITUNG ZU AMOSDer Prophet sagt selbst, dass er seinen Dienst während der Regierungszeit von König Ussija von Juda und König Jerobeam II von Israel versah (siehe Karte 131 und die Information über Jerobeam II in Teil 91).Der Dienst geschah "zwei Jahre vor dem Erdbeben". Der genaue Zeitpunkt dieses Ereignisses ist nicht bekannt, aber es muss so gewaltig gewesen sein, dass es hunderte Jahre später noch in Erinnerung war:
Amos beschreibt den großen Reichtum und den Luxus seiner Tage. Dies führt zu dem Schluss, dass sein Dienst in die späten Regierungsjahre von Jerobeam II, ca. um 760 v. Chr., fiel. Jerobeam brachte Israel großen Reichtum, aber nicht für jedermann, sondern nur für eine kleine privilegierte Minderheit. Die Armen des Landes spürten wenig von diesem wirtschaftlichen Aufschwung im Lande. Sie wurden von den Reichen des öfteren noch unterdrückt und ausgebeutet. Viele der Worte von Amos sind gegen diese Reichen gerichtet. Er deckte die soziale Ungerechtigkeit im Lande unbarmherzig auf. Der Name Amos bedeutet "Lastenträger" (hebr. "amas" - "tragen"). Seine Herkunft war wahrscheinlich sehr bescheiden, da im Buch der Name seines Vaters gar nicht erwähnt wird und er selbst auch in keinem anderen Buch in der Bibel Erwähnung findet. (Lk 3,25 und 2Kö 20,1 erwähnen andere Personen mit dem Namen Amos; Zitate aus dem Buch Amos findet man allerdings in Apg 7,42-43 und 15,16-17). Er kam aus Tekoa, einem kleinen Dorf, das wenige Kilometer südlich von Bethlehem gelegen war. Seine Heimat lag nicht weit von der berühmten Karawanenroute entfernt, die Jerusalem mit Hebron und Beerseba verband. In dieser eher unfruchtbaren Gegend bestritt Amos seinen Lebensunterhalt als Viehhirte (1,1) und durch Lesen von Maulbeerfeigen (7,14). Um mit seinen Produkten Geschäfte zu tätigen, fuhr er wahrscheinlich des öfteren in den Norden. Dort sah er aus nächster Nähe die religiöse und gesellschaftliche Korruption des Nordreiches. Obwohl er keine formelle Ausbildung als Prophet hatte, zeigen die Worte Amos, dass er ein ausgezeichnetes Verständnis der fünf Bücher Mose und im Besonderen des Gesetzes hatte. Karte 153 - Die Landkarte zum Buch Amos
Die Hauptbetonung der Worte Amos ist die soziale Ungerechtigkeit des Nordreiches. Diese soziale Ungerechtigkeit ist eine direkte Folge einer geistlichen Ungerechtigkeit. Da das Volk nicht mit Gott lebt, gibt es unter ihnen solche Sünden. Der Herr ist über die Grausamkeit, Gewalttätigkeit und Ungerechtigkeit der verschiedenen Völker erzürnt. Vor allem aber fordert die Einstellung Seines eigenen Volkes das Gericht Gottes heraus. Einen Schlüsselvers, der die Einstellung Gottes seinem Volk gegenüber ausdrückt, findet man in 4,12 - "weil ich dir dieses tun will, SO SCHICKE DICH AN, ISRAEL, DEINEM GOTT ZU BEGEGNEN". Das Buch wird von drei Arten der Offenbarung geprägt:
Diese drei Arten ergeben zugleich die Unterteilung des Buches. Karte 154 - Die Unterteilung des Buches Amos
EINTEILUNG DES BUCHES AMOS
I) DIE ANKLAGE GEGEN DIE NATIONEN: 1 - 2
II) DIE GLEICHGÜLTIGKEIT DES NORDREICHES: 3-6
III) DIE GEWISSHEIT DES GERICHTES UND DER WIEDERHERSTELLUNG: 7 - 9
I) DIE ANKLAGE GEGEN DIE NATIONEN: 1-2Dieser erste Abschnitt enthält klare Warnungen gegen die Nationen rund um Juda und Israel bevor sie dann selbst erwähnt werden. (Die Ziffern auf der Karte 153 zeigen die Reihenfolge der Warnungen an diese Nationen). 1) ACHT WARNUNGEN: 1-2Jede der Warnungen beginnt mit den Worten - "wegen drei Freveltaten von... und wegen vier werde Ich es nicht rückgängig machen". Dieser Ausdruck offenbart drei Prinzipien:
Setze in die folgende Karte die Sünden ein, welche im Zusammenhang mit den verschiedenen Völkern erwähnt werden:
II) DIE GLEICHGÜLTIGKEIT DES NORDREICHES: 3-6In Kap. 1-2 kann man eine bestimmte Entwicklung feststellen, die dann in Kap. 3-6 fortgesetzt wird:
Das Thema Israel wird nun in Form von drei Predigten ausführlicher behandelt. In diesen drei Predigten prangert Amos vor allem die Heuchelei und Gleichgültigkeit Israels an. 2) "HÖRET DIESES WORT" - DIE ERSTE PREDIGT : 3In dieser Botschaft wird das Ursache/Wirkung-Prinzip auch in geistlichen Angelegenheiten betont. Israel genießt ein großes Vorrecht, eben das Bundesvolk Gottes zu sein. Dieses Vorrecht bringt allerdings eine große Verantwortung mit sich. Daher wird Israel für seine Sünden besonders verantwortlich gemacht. Das Gericht muss kommen. Der Herr beschreibt, wie es bei Israel aussehen wird, nachdem Sein Gericht sie getroffen hat - "gleichwie der Hirte zwei Beine oder einen Ohrzipfel aus dem Rachen des Löwen rettet, also werden gerettet werden die Kinder Israel, welche in Samaria in der Ecke des Polsters und auf dem Damaste des Ruhebettes sitzen" (3,12). 3) "HÖRET DIESES WORT" - DIE ZWEITE PREDIGT : 4In dieser Botschaft betont Amos, dass soziale und geistliche Ungerechtigkeiten Hand in Hand gehen. Zuerst vermittelt Amos ein Bild von den wohlgenährten Frauen des Nordreiches, welche wie "Kühe" sind und die Armen unter ihren Füßen zerdrücken (4,1-2). In den nächsten Versen zeigt er die geistliche Heuchelei in Israel. Er erwähnt einige religiöse Zentren, wie Bethel und Gilgal, wo die Israeliten sündigen. 4) "HÖRET DIESES WORT" - DIE DRITTE PREDIGT : 5-6Die Gleichgültigkeit des Nordreiches resultiert aus der Einstellung der Führer des Volkes. Sie leben in Luxus und interessieren sich überhaupt nicht für Gott (6,1-2). Aufgrund ihrer Gleichgültigkeit und Sorglosigkeit werden diese Männer die ersten sein, die in die Gefangenschaft weggeführt werden. III) DIE GEWISSHEIT DES GERICHTES UND DER WIEDERHERSTELLUNG: 7-9Dieser letzte Abschnitt des Buches besteht aus fünf Visionen, die Amos empfängt, um die verkündigte Botschaft zu untermauern. Diese Visionen werden durch einen geschichtlichen Einschub unterbrochen:
5) FÜNF VISIONEN: 7,1-9,10
ad a) Die ersten drei Visionen: 7,1-9Diese Fünf Visionen zeigen die verschiedenen Aspekte des Gerichtes Gottes. Die erste Vision: die Heuschrecken 7,1-3 Die zweite Vision: das Feuer 7,4-6 Die dritte Vision: das Senkblei 7,7-9 ad b) Ein geschichtlicher Einschub: 7,10-17Dieser Abschnitt zeigt, welchen Empfang man Amos bereitete, als er nach Bethel kam, um diese Wahrheiten zu verkündigen. Amazja, der Priester zu Bethel und zugleich ein falscher Prophet, informiert König Jerobeam II über den Inhalt der Botschaften von Amos. Im Namen des Königs verbietet Amazja Amos zu predigen und will ihn nach Juda zurückschicken. Amos jedoch erklärt, dass der Herr ihm eine Botschaft anvertraut hat und er diese verkündigen wird. ad c) Die letzten zwei Visionen: 8,1 - 9,10Die vierte Vision: der Korb mit Sommerobst 8,1-14 |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| © 2012 Evangeliums-Zentrum e.V. | Programmierung by MM-Webconsulting & Design by TS-Media |