|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
EINLEITUNG ZU JOELDer Herr hatte Seine Wortführer für das Nordreich und für das Südreich. Drei Propheten hatten jeweils diese bestimmte Berufung (Jona wird auch dazu gerechnet, obwohl sein Dienst in Wirklichkeit den Assyrern galt).
Da in Joel keine bestimmten geschichtlichen Ereignisse vorkommen, ist es schwer den genauen Zeitpunkt der Niederschrift festzustellen. Doch die Botschaft des Buches und die Tatsache, dass es im Kanon des AT zwischen Hosea und Amos eingereiht wurde, deutet eher auf einen Zeitpunkt um 835 v. Chr. hin. Wenn diese Zeitangabe stimmt, dann prophezeite Joel während der Regierung von König Joas. KÖNIGIN ATHALJA - Diese böse Königin herrschte sieben Jahre über Juda. Nach dem Tod ihres Sohnes Ahasja ermordete sie alle anderen Thronfolger, damit sie die absolute Herrschaft an sich reißen konnte. Nur Joas wurde von Joseba, der Tochter von Joram, Schwester von Ahasja, gerettet. Sie brachte ihn zu Jojada, dem Hohepriester. Er verbarg Joas sechs Jahre im Tempel. Als Joas sieben Jahre alt war, proklamierte ihn Jojada als König. Athalja wurde getötet. JOAS - Er regierte 39 Jahre. Unter der göttlichen Führung des Priesters Jojada, fing der junge Joas eine geistliche Erneuerung an. Sein Hauptinteresse galt dem Tempel und den Opfern. Zwei Methoden wandte er an, um das notwendige Geld für die Erneuerung zu bekommen:
Es wurde viel gegeben. Als Jojada starb, überredeten die Fürsten Judas den König, den Baalsdienst wieder einzuführen. Sekarja, der Sohn Jojadas, verkündigte Gericht und wurde im Tempelhof gesteinigt. In den späteren Jahren seiner Regierung fiel Joas mehr und mehr vom Herrn ab. Während der Regierungszeit Joas war Joel, einer der ersten Schiftpropheten, tätig. Seine Botschaft war "der Tag des Herrn". Der Hintergrund des Buches ist eine Heuschreckenplage, die während der Regierungszeit von Joas über das Land hereinbrach. Über Joel ist sehr wenig bekannt. Sein Name bedeutet "Jahwe ist Gott" (Jo-El). Wahrscheinlich lebte er in Jerusalem. Sein Vater hieß Pethuel. Abgesehen von dieser Erwähnung kommt der Name in der Schrift nicht wieder vor; er bedeutet "überzeugt von Gott". Das Thema des Buches Joel ist "der Tag des Herrn" (z.B. fünfmal "der Tag Jahwes" 1,15; 2,1; 2,11; 2,31; 3,14). Dieses Thema wird im AT sehr häufig behandelt. Grundsätzlich ist der "Tag des Herrn" eine Zeit, in der der Herr Seinem Volk in Gericht oder Segen (oder beides zugleich) begegnet. Es ist wichtig, sich in Erinnerung zu halten, dass der Tag nach jüdischer Berechnung am Abend mit dem Sonnenuntergang begann, d.h. zuerst kam eine Zeit der Finsternis und dann eine Zeit des Lichtes. DER JÜDISCHE TAG Dies ist eine genaue Widerspiegelung dessen, wie Gott mit Seinem Volk umgehen wird: Zuerst Gericht (Finsternis) und danach Segen (Licht). Joel verwendet daher die Heuschreckenplage, um das Volk auf Wahrheiten hinsichtlich des kommenden "Tages des Herrn" hinzuweisen. Karte 157 - Die Unterteilung des Buches Joel
EINTEILUNG DES BUCHES JOEL
I) DER GESCHICHTLICHE TEIL: 1
II) DER PROPHETISCHE TEIL: 2-3
I) DER GESCHICHTLICHE TEIL: 1Das erste Kapitel von Joel behandelt eine fürchterliche Heuschreckenplage, von der das Südreich befallen war. Ein Augenzeugenbericht aus Syrien beschreibt die verheerenden Folgen einer solchen Plage: "Als sich die Heuschrecken unserem Garten näherten, wurden alle unsere Landarbeiter beauftragt sie zu bekämpfen, doch es war vergeblich. Obwohl unsere Männer die heranrückenden "Schlachtreihen" für einen Augenblick unterbrachen, schlossen sie sich sofort wieder, nachdem sie unsere Arbeiter passiert hatten. Unaufhaltsam marschierten sie dann wieder weiter. Sie zerfraßen zuerst das Gras und die grünen Blätter, danach das Obst und das Laub. Nachher fielen ihnen dann die jungen Äste der Bäume und die harte Baumrinde zum Opfer. Nachdem sie die Felder, Obstgärten und sämtliche Pflanzen völlig weggefressen hatten, wandten sie sich der Stadt zu, auf der Suche nach weiterer Nahrung. Sie fraßen alles, Heu, Stroh, sogar Leinen- und Wollbekleidung. Sogar die ledernen Wasserflaschen wurden von ihnen verschlungen." 1) DIE HEUSCHRECKENPLAGE: 1,1-12Es werden für die Heuschrecken verschiedene Namen verwendet: "Nager"; "Abfresser"; "Vertilger". Sieben Gruppen von Menschen werden auch besonders erwähnt: "die Trunkenen"; "die Weinsäufer" (V. 5); "die Priester"; "die Diener Jahwes" (V. 9); "die Ackersleute"; "die Winzer" (V. 11); "die Menschenkinder" (V. 12). 2) DER AUFRUF ZUR UMKEHR: 1,13-14Joel ruft die geistlichen Führer auf, ein Beispiel zu setzen und als erste eine Bereitwilligkeit zur Umkehr zu zeigen. Aufgrund der Heuschreckenplage gibt es nichts, was man dem Herrn opfern könnte. Die Plage ist jedoch als Gericht Gottes gekommen. Das Gericht kam aufgrund der Sünde des Volkes und es hatte zur Folge, dass das Opfer für den Herrn aufhören musste. 3) DIE TOTALE VERNICHTUNG: 1,15-20Hier findet man die erste Erwähnung des Ausdruckes "der Tag des Herrn (Jahwes)". Er wird beschrieben als "eine Verwüstung vom Allmächtigen" (V. 15). In den folgenden Versen wird die totale Vernichtung des Landes, die verheerenden Folgen für die Land- und Viehwirtschaft, sowie auch die traurigen Auswirkungen für das geistliche Leben des Südreiches dargestellt. II) DER PROPHETISCHE TEIL: 2-3Der Prophet verwendet nun die Tatsachen des ersten Kapitels, um auf ein noch viel verheerenderes Gericht hinzuweisen. Die Sprache ist fast die gleiche wie in Kap. 1. Nur kommt in diesem Abschnitt die Verheerung nicht durch Heuschrecken, sondern durch "ein großes und mächtiges Volk" (2,2) oder durch "das Heer Jahwes" (2,11). In der geschichtlichen Erfüllung spricht dies von der militärischen Macht der Assyrer und Babylonier, in der noch zukünftigen prophetischen Erfüllung von der Zerstörung durch einen noch viel grausameren Führer - den Antichristen. 4) DIE EINNAHME DES LANDES: 2,1-11In diesem Abschnitt ist von einem mächtigen Heer die Rede, das in das Land einmarschiert und es völlig vernichten wird. In 2,20 wird diese Macht als "der von Norden (Kommenden)" bezeichnet. 5) DER AUFRUF ZUR UMKEHR: 2,12-17Noch einmal ruft Gott Sein Volk auf umzukehren: "zerreißt euer Herz und nicht eure Kleider und kehrt um zu Jahwe eurem Gott" (2,13). Es ist noch nicht zu spät. Der Herr ist gnädig, barmherzig und langsam zum Zorn. 6) DAS EINGREIFEN GOTTES: 2,18-32Sogar wenn sich das Volk im Augenblick nicht zu Gott bekehren wird, gibt es einen Tag, an dem der Herr für Sein Volk eingreifen wird. Es wird drei Folgen geben:
7) DAS GERICHT ÜBER DIE HEIDEN: 3,1-21Gleichzeitig mit dem Ausschütten des Segens für die Juden wird das Ausschütten des Gerichtes über die Heiden beginnen. Dies wird in dem Tal Josaphat (der Name bedeutet "Jahwe hat gerichtet") (3,2), auch Tal der Entscheidung (3,14) genannt, stattfinden. Vermutlich befindet sich das Tal Josaphat in der Nähe von Jerusalem und wird der Schauplatz einer entscheidenden Schlacht während der Trübsalszeit sein. Im Gegensatz zu dem Gericht über die Nationen spricht der Herr von Segen und Fruchtbarkeit für Sein Volk (3,18-21). Der größte Segen vor allem aber wird sein: "Jahwe wird in Zion wohnen!" (3,21). EINLEITUNG ZU ZEPHANJAZephanja prophezeite zur Zeit des Königs Josia. 640 v. Chr. - BABYLON WIRD WELTMACHTJOSIA - Er begann zu regieren, als er 8 Jahre alt war. Er regierte 31 Jahre. Das assyrische Joch lag nicht mehr so schwer auf Juda. Die Gefühle des Nationalismus wurden stärker, und Optimismus breitete sich aus. Zu Beginn seiner Regierungszeit stand das religiöse Leben noch unter dem Einfluss des Götzendienstes von Amon. Allmählich zeigte Josia Interesse an dem geistlichen Geschehen im Lande. Der Prophet Zephanja spielte mit seinen Warnungen vor dem "Tag des Herrn" in Bezug auf das erwachende Interesse des Königs sicherlich eine große Rolle. Im 18. Jahr seiner Regierung (d.h. er war etwa 26 Jahre alt) wurde das Buch des Gesetzes gefunden. Die Prophetin Hulda warnte vor dem kommenden Gericht: Jerusalem würde eingenommen und zerstört werden, jedoch nicht zur Zeit Josias, da dieser sich vor dem Herrn erniedrigt hatte. Während des 13. Jahres seiner Regierung begann Jeremia mit seinem Dienst. Es ist möglich, dass sie in der Erneuerung des religiösen Lebens zusammengearbeitet haben. Als Josia zu Megiddo gegen die Ägypter kämpfte, wurde er getötet. Gegen Ende seiner Regierungszeit wurde das große assyrische Reich von Babylon erobert. 612 v. Chr. fiel die Hauptstadt Ninive. Nun musste Juda mit Babylon rechnen. Zu dieser Zeit diente der Prophet Habakuk. Er prophezeite das kommende Gericht über den neu errichteten Staat Babylon. Josia war die letzte Hoffung für Juda. Die vier nach ihm kommenden Könige bildeten eigentlich nur noch den Auftakt für das kommende Gericht. Während der Regierungszeit von Josias Vorgängern, Manasse und Amon, wurde der Tempel völlig vernachlässigt. Josia begann seine religiöse Erweckung mit der Renovierung des Tempels. Er wusste, dass nach Manasse und Amon das Volk Gottes unter dem Gericht Gottes stand. Trotz der Tatsache, dass Babylon das Südreich binnen 25 Jahren erobern würde, begann dieser treue König mit seinem Programm für die geistliche Erneuerung im Lande. Es ist möglich, dass Zephanja Augenzeuge des Gerichtes Gottes durch die Babylonier war. Es scheint, dass sein Dienst ziemlich früh in der Regierungszeit des Königs stattfand, da einige der von ihm angeprangerten Missstände später durch die geistliche Erneuerung beseitigt wurden. Nachstehende Karte zeigt den möglichen Zeitpunkt des Wirkens Zephanjas:
Die Botschaft Zephanjas war der von Joel sehr ähnlich, nämlich "der Tag des Herrn". Wie bereits erwähnt, besteht dieser Tag zuerst aus Finsternis und danach kommt das Licht. Dies liefert auch die Grundlage für die Unterteilung des Buches. Karte 158 - Die Unterteilung von Zephanja
EINTEILUNG VON ZEPHANJA
I) FINSTERNIS - DAS GERICHT: 1,1-3,8
II) LICHT - DER SEGEN: 3,9-20
I) FINSTERNIS - DAS GERICHT: 1,1-3,8Zwei Betonungen kennzeichnen Zephanja. Sie werden in zwei Aussagen zusammengefasst:
Das sind die beiden Aspekte des Tages des Herrn. 1) DAS GERICHT WIRD BESCHRIEBEN: 1,1-18Zephanja schrieb vom Standpunkt Jerusalems aus, was wahrscheinlich seine Heimat war. Er beschreibt das allumfassende Gericht Gottes, das auch die Natur betreffen wird. Der Herr will den Baalsdienst völlig aus Seinem Volk entfernen. Diese satanische Verbindung hat im Südreich bereits tiefe Wurzeln geschlagen (siehe 1,4-6). Die einzige Möglichkeit, dies wegzubringen, ist durch das in diesen Kapiteln beschriebene schreckliche Gericht. 1,10 spricht von einem zukünftigen Angriff der Chaldäer gegen Jerusalem. Sie werden das Fischtor angreifen. Ihr Überfall auf die Stadt wird so dargestellt, als ob der Herr mit Leuchten durch die Stadt geht, um Sein Volk zu suchen. Die völlige geistliche Apathie und Gleichgültigkeit der Bewohner der Stadt wird durch das Offenbarwerden ihrer Gedanken in Bezug auf das bevorstehende Gericht aufgezeigt: "Jahwe tut nichts Gutes und tut nichts Böses" (1,12). Das bevorstehende Gericht wird in 1,14-18 betont. Dann wird es zu spät sein, sich zu bekehren. Auch all ihr Wohlstand, Gold und Silber usw. wird sie vor dem beginnenden Gericht nicht schützen können. Daher ist die einzige Rettung, jetzt Buße zu tun. 2) DER AUFRUF ZUR UMKEHR: 2,1-3Die Beschreibung des verheerenden Gerichtes wird kurz unterbrochen, als der Herr an Sein Volk appelliert, sie sollten Buße tun: "Suchet Jahwe, alle ihr Sanftmütigen (Demütigen) des Landes ... suchet Gerechtigkeit, suchet Demut ..." (2,3). 3) DAS GERICHT WIRD BEGRÜNDET: 2,4-3,8In diesem Abschnitt erklärt der Herr, warum das Gericht kommen muss. Zuerst wird Er mit den Nationen ins Gericht gehen: Gaza, Asdod, Ekron (Fürstenstädte der Philister; 2,4-7), Moab, Ammon (2,8-11), die Ätiopier (2,13-15). Als Hauptgrund für das Gericht über diese Völker wird ihre Haltung dem Volk Gottes gegenüber genannt. In 3,1-8 werden dann die Gründe für das Gericht über das Süd-Reich genannt; in Vers 2 werden sie zusammengefasst:
Vier Gruppen von Menschen werden vor allem für den Abfall des Volkes verantwortlich gemacht:
II) LICHT - DER SEGEN: 3,9-20Die Finsternis ist vorbei, das Tageslicht bricht an für Gottes Volk. 4) DER SEGEN WIRD BESCHRIEBEN: 3,9-20Man kann diesen Abschnitt in zwei Betonungen unterteilen:
Zuerst wird der Herr dem Volk reine Lippen geben, die die Folge eines reinen Herzens sein werden. Er wird allen Stolz, Hoffart und Lüge entfernen. Dann kündigt der Herr dem Volk die völlige Vergebung an, was Grund zur Freude sein wird: "Juble, Tochter Zions; jauchze, Israel! Freue dich und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem! Jahwe hat deine Gerichte weggenommen, deinen Feind weggefegt." (3,14-15). Aber nicht nur das Volk wird sich freuen, sondern auch der Herr wird an Seinem Volk Freude haben, nachdem Er es wiederhergestellt hat (3,17). |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| © 2012 Evangeliums-Zentrum e.V. | Programmierung by MM-Webconsulting & Design by TS-Media | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||