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EINLEITUNG ZU HAGGAIMan versteht diese kurze Prophezeiung viel besser, wenn man mit dem geschichtlichen Hintergrund, wie er in Esr 1-6 dargestellt wird, vertraut ist. Die folgende Karte zeigt die wichtigsten Daten dieser Zeit. Karte 165 - Der geschichtliche Hintergrund zu den Propheten Haggai und Sacharja
Der Name "Haggai" bedeutet "ein Fest" (in 1.Sam. 30,16 wird das hebräische Wort mit "tanzend" übersetzt). Was hatte die Eltern von Haggai dazu bewegt, ihm diesen außergewöhnlichen Namen zu geben? Wurde er an einem jüdischen Feiertag geboren? War der Name ein Ausdruck der freudigen Erwartung der Eltern auf eine baldige Rückkehr aus der Gefangenschaft in ihre Heimat Juda? Ahnten die Eltern, dass ihr Sohn eines Tages ein Prophet Gottes sein würde, der für die Juden eine gute, freudige Nachricht bringen würde? Haggai wurde in der babylonischen Gefangenschaft geboren. Vermutlich kam er bei der ersten Rückkehr unter Serubbabel nach Jerusalem. Im Dienst des Herrn arbeitete er mit Sacharja zusammen. Esr 5,1 und 6,14 zeigen, dass ihre Dienste koordiniert und beide notwendig waren, damit der Tempel Gottes fertiggestellt werden konnte. Gott benutzte diese beiden Männer, um unter dem Volk wieder eine geistliche Erweckung zu bewirken. Sieht man jedoch die gesamte geistliche Geschichte des Volkes Gottes an, kann man trotz wiederholten geistlichen Erweckungen eigentlich nur einen Abwärtstrend feststellen. Karte 166 - Die geistliche Geschichte des Volkes Gottes
Das Buch Haggai besteht aus vier kurzen Botschaften, die der Prophet über eine Periode von vier Monaten, gegen Ende des Jahres 520 v.Chr., verkündete. Diese vier Botschaften liefern zugleich die Unterteilung des Buches. Karte 167 - Die Unterteilung von Haggai
EINTEILUNG VON HAGGAI
1) DIE ERSTE BOTSCHAFT - ERMAHNUNG: 1,1-15Die erste Botschaft galt in erster Linie dem politischen (Serubbabel) und dem geistlichen (Josua) Führer des Volkes. Sie sollten die Ermahnung dann weitergeben. Haggai beginnt mit einer Zusammenfassung jener Ausreden, die das Volk als Grund dafür angab, dass der Tempel nicht fertig gebaut worden war. Haggai aber weist auf die Inkonsequenz des Volkes hin. Sie sagten, dass die Zeit für den Bau des Hauses Gottes noch nicht gekommen war, doch sie hatten einige Jahre dafür verwendet, um ihre eigenen "getäfelten Häuser" aufzubauen. Ein getäfeltes Haus kostete viel Geld. Es war eine luxuriöse Ausführung. Das Volk benutzte sein Geld für die eigenen Häuser; sie hatten kein Geld (sprich Zeit, Interesse, Liebe) übrig für das Haus Gottes. Da das Volk materiell Abstand von Gottes Werk nahm, hörte Gott auf, es materiell zu segnen. Der Beutel des Lohnarbeiters hatte ein Loch (V. 6), der Herr "blies" allen materiellen Reichtum weg. Das Volk beugte sich unter diese Ermahnung (1,12-15). Mit großem Eifer begannen sie mit dem Weiterbau des Tempels. 2) DIE ZWEITE BOTSCHAFT - ERMUTIGUNG: 2,1-9Als die Arbeit voranschritt, setzte eine gewisse Enttäuschung unter den Arbeitern ein, da dieser Tempel im Vergleich zu dem früheren viel kleiner und bescheidener war. Aufgrund von Aufzeichnungen im babylonischen Talmud fehlte es in diesem Tempel an fünf grundsätzlichen Komponenten für den Gottesdienst:
Haggai ermutigt das Volk durch eine zweifache Betonung. Erstens erinnert er das Volk daran, dass der Herr immer bei ihnen ist, während sie arbeiten. Zweitens prophezeit Haggai von einer zukünftigen Herrlichkeit, wenn der Herr selbst zu Seinem Tempel kommen wird. Diese Prophezeiung blickt auf die Wiederkunft Jesu Christi hin, wenn der Herr die Erde ein letztes Mal "erschüttern" wird (2,6-7; auch Hebr 12,26-29). Dann wird die Herrlichkeit, die den Tempel erfüllen wird, alle vorangegangene Herrlichkeit bei weitem übertreffen. Statt der Shekinah Herrlichkeit des Herrn, wird der Messias höchstpersönlich im Tempel sein. 3) DIE DRITTE BOTSCHAFT - BELEHRUNG: 2,10-19Drei Monate waren vergangen (vergleiche 1,15 und 2,10), seitdem das Volk mit dem Weiterbau begonnen hatte. Das Volk fing an sich zu wundern, warum noch kein größerer Segen auf die Arbeit gekommen war. Immerhin bauten sie den Tempel im Gehorsam dem Wort Gottes gegenüber. Der Prophet antwortet mit zwei Fragen:
Haggai nimmt nun diese Wahrheiten und wendet sie in Bezug auf den Tempel an. Die Tatsache, dass das Volk endlich begonnen hat, den Willen Gottes zu tun, bedeutet nicht, dass nun das ganze Volk plötzlich heilig geworden ist. Auf der anderen Seite verunreinigt Sünde im Leben alles, was man angreift. Drei Monate Gehorsam können nicht Jahre des Ungehorsams und der Ungerechtigkeit auslöschen. 4) DIE VIERTE BOTSCHAFT - TRÖSTUNG: 2,20-23Haggai prophezeit dem Serubbabel als Typus für den Messias, der eines Tages von Gott zu Seinem "Siegelring" gemacht wird (2,23). Diesem Ereignis wird Gericht für die Nationen und für die ganze Welt vorausgehen. "Ich werde den Himmel und die Erde erschüttern" (2,21). EINLEITUNG ZU SACHARJASacharja diente zur selben Zeit wie Haggai. Die liberale Theologie akzeptiert nicht die Einheit des Buches. Die Theologen behaupten, dass Kap. 1-8 zwar von Sacharja geschrieben worden sein könnte, aber Kap. 9-14 ganz sicherlich einige Jahrhunderte später verfasst wurden. Die allgemein festgehaltene Zeit der Niederschrift für diese Kapitel sei zwischen 280-140 v.Chr. Die Gründe für diese Annahme sind:
Es gibt jedoch keinen wirklichen Grund, diese Behauptungen der liberalen Theologen zu glauben. Der Name Sacharja bedeutet "der Herr erinnert". Sein Vater Berekja und sein Großvater Iddo waren Priester. Die Familie Sacharjas kam 536 v.Chr. unter Serubbabel nach Jerusalem zurück (siehe Neh 12,4+16). Sacharja war zu diesem Zeitpunkt ein Kind und als er 520 v.Chr. mit seinem Dienst als Prophet begann, war er ein junger Mann. (Vielleicht ist er der "Jüngling", der in Sach 2,4 erwähnt wird). Es gibt in dem Buch drei Zeitangaben:
Die Formulierungen in 8,1 und 9,1 deuten auf Offenbarungen hin, die Sacharja zu einem späteren Zeitpunkt empfangen hatte. Es ist möglich, dass Kap. 1-8 geschrieben wurden, während der Bau des Tempels noch im Gange war (520-515 v.Chr.), die Kap. 9-14 jedoch erst nach der Fertigstellung des Tempels verfasst worden sind. Die Betonung des Buches ist, dass Gott nicht vergisst. Die gegenwärtigen Umstände der Juden könnten den Eindruck entstehen lassen, dass der Herr sie vergessen hat. Sacharja ermutigt das Volk, an den gegenwärtigen Schwierigkeiten vorbei zu blicken und auf die herrliche Zukunft zu schauen, die Gott für sie bereitet hat. Karte 168 - Die Unterteilung von Sacharja
EINTEILUNG VON SACHARJA
I) DIE EINLEITUNG: 1,1-6
II) DIE PROPHETISCHE ZUKUNFT ISRAELS: 1,7-6,15
III) ZWEI GEGENSÄTZLICHE BOTSCHAFTEN: 7-8
IV) ZWEI PROPHEZEIUNGEN: 9-14
I) DIE EINLEITUNG: 1,1-61) DER HINTERGRUND DES BUCHES: 1,1-6Diese ersten Verse beschreiben den geschichtlichen Hintergrund des Buches "im zweiten Jahr des Darius ...". Sie liefern aber auch, was vielleicht noch viel wichtiger ist, den geistlichen Hintergrund. Die Väter hatten die Stimme Gottes immer wieder verworfen. Nun stand die gegenwärtige Generation in derselben Gefahr. II) DIE PROPHETISCHE ZUKUNFT ISRAELS: 1,7-6,152) ACHT NACHT-GESICHTE: 1,7-6,8
Die folgende Karte zeigt diese Gesichte mit ihrer Bedeutung: Karte 169 - Sacharjas acht Nacht-Gesichte
3) DIE KRÖNUNG DES HOHEPRIESTERS: 6,9-15Dieser prophetische Abschnitt über die Zukunft Israels endet mit der Krönung Josuas, der als Typus für den König-Priester, den Messias, gilt. Die Erfüllung der Gesichte wird zu jener Zeit geschehen, wenn Er gekrönt wird. |
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