| |
Bibelüberblick NT - Teil 14
Lukas 19-24
HAUSAUFGABE
- BIBEL: Lk 18,31 - 24,53 aufmerksam durchlesen
- FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
- Beschreibe in eigenen Worten den letzten Besuch des Herrn in Jericho 18,35-19,27.
- Vergleiche die Aussagen der Schrift in 2,14 und 19,38. Was kann darüber gesagt werden?
- Die Worte des Herrn in 22,31-38 werden nur in Lukas berichtet. Versuche den Sinn dieser Worte in eigenen Worten wiederzugeben.
- Wie begann der letzte Tag im irdischen Leben des Herrn? (22,39-46). War dies ein außergewöhnlicher Beginn für einen Tag im Leben des Herrn Jesus Christus?
- UNTERLAGEN: NT-Teil 14 aufmerksam durchlesen
|
4) DER MENSCHENSOHN DIENT IN JERUSALEM: 18,31 - 21,38
Die vorangegangenen Abschnitte waren:
der Menschensohn dient in Galiläa - Betonung: Wunder (4,14 - 9,50)
der Menschensohn dient in Peräa - Betonung: Gleichnisse (9,51 -
18,30)
In diesem Abschnitt liegt die Betonung auf Lehre.
Der Abschnitt beginnt mit der dritten Leidensankündigung (18,31-33). Die beiden anderen
Ankündigungen findet man in 9,22 und 9,44.
Der Herr in Jericho: 18,35 - 19,27
(vgl. Mt 20,29-34; Mk 10,36-52;
Joh 11,55 - 12,11)
Der Name Jericho bedeutet entweder "die Stadt des Wohlgeruches" oder "die Mondstadt". Diese
wunderschöne Stadt lag etwa 30-35 km von Jerusalem entfernt.

Als Jesus Christus zum letzten Mal durch diese Stadt gehen sollte, vollbrachte Er gleich zwei "Wunder".
Die erste Begebenheit war ein offensichtliches Wunder, indem Er den blinden Bettler wieder sehend machte. Das zweite "Wunder"
war aber genauso groß, indem Er das Herz des Oberzöllners Zachäus so veränderte, dass dieser Errettung und Frieden
finden konnte. Lukas nimmt jede Gelegenheit wahr, um die Menschenfreundlichkeit und das Erbarmen des Menschensohnes
sogar für die von der Gesellschaft völlig Ausgestoßenen zu offenbaren.
Als Er noch bei Zachäus weilte (vielleicht verbrachte der Herr die Nacht bei ihm auf dieser letzten
Etappe Seiner Reise nach Jerusalem), erzählte Er "das Gleichnis von den anvertrauten Pfunden", "...weil Er nahe
bei Jerusalem war, und sie meinten, dass das Reich Gottes alsbald erscheinen sollte" (19,11). Trotz Seiner
wiederholten Leidensankündigungen hofften die Jünger immer noch, dass der Herr Sein Reich aufrichten würde, sobald Er
Jerusalem erreicht hätte. Sie glaubten an die sofortige Errichtung des Reiches Davids, wie es die Propheten im AT
vorausgesagt hatten. Dieses Gleichnis sollte Seinen Jüngern die richtige geschichtliche Perspektive liefern. Der
Hintergrund dieses Gleichnisses war in der damals gegenwärtigen Geschichte verankert. Nach dem Tod von Herodes dem
Großen, ging sein Sohn Archelaus nach Rom um die Übergabe des Reiches zu empfangen, das sein Vater ihm überlassen
hatte. Während er sich in Rom befand, veranlasste sein Bruder Herodes Antipas, mit Hilfe der religiösen Führerschaft
der Juden, einen Aufruhr gegen den abwesenden Archelaus. Sie schickten Boten nach Rom, um gegen seine Einsetzung als
Herrscher zu protestieren und in Judäa lehnten sie seine Herrschaft ab. Dies geschah etwa zur Zeit der Geburt Christi
und war daher 30 Jahre später eine wohlbekannte Geschichte.
Ab 19,28 beginnt die Woche der Kreuzigung. Man kann hier auch die Karte 19 von Seite 53 verwenden, um
diese letzte Woche in Jerusalem darzustellen.
Karte 19b - Die Woche der Kreuzigung
|
KÖNIG GELOBT
KÖNIG VERSPOTTET |
|
DIENST FÜR DIE VOLKSMENGE |
DIENST FÜR DIE JÜNGER |
DIENST ALLEIN |
|
SONNTAG |
MONTAG |
DIENSTAG |
MITTWOCH |
DONNERSTAG |
FREITAG |
|
19,28-44 |
19,45-48 |
20,1 - 22,6 |
keine Erwähnung |
22,7-38 |
22,39 - 23,56 |
|
AKTIVE TAGE |
RUHIGE TAGE |
GEWALTSAMER TAG |
|
AUTORITÄT |
BARMHERZIGKEIT |
BEUGUNG |
|
J E S U S R E D E T V I E L |
J E S U S R E D E T W E N I G |
|
|
Sonntag - der Tag des Einzuges: 19,28-44
(vgl. Mt 21,1-11; Mk 11,1-11; Joh 12,12-19)
Gleich den anderen Synoptikern berichtet Lukas von dem siegreichen Einzug des Herrn in Jerusalem. Es
ist interessant, einen Vergleich zu ziehen zwischen der Ankündigung der Engel bei der Geburt des Herrn (2,14) und dem
Ruf der Jünger, als der Herr in Jerusalem einritt (19,38).

Als die Engel die Geburt des Friedefürsten ankündigten, sagten sie: "Frieden auf Erden";
Er bringt Frieden. Nun steht das Kreuz bevor und die Jünger proklamieren den Sieg des Friedefürsten und Seine
Rückkehr in die Himmelswelt: "Friede im Himmel". Die Jünger sangen aus dem Ps 118,25-26 vor. Dieser
Psalm ist ein messianischer Psalm! Aus diesem Anlass wurden die Pharisäer verärgert und baten den Herrn, die Jünger
zu verweisen, weil sie diesen Psalm in Bezug auf Seine Person angewandt hatten. Der Herr antwortete: "Ich sage euch,
wenn diese schweigen, so werden die Steine schreien" (19,40).
Als der Menschensohn von der Höhe des Ölberges auf Jerusalem hinunter schaute, weinte Er über
diese Stadt, als Er an die bevorstehende Zerstörung der Stadt und die Vernichtung der Bevölkerung im Jahre 70 n.Chr.
durch das römische Heer unter Titus und Vespasian dachte. Dies war bereits das zweite Mal, dass der Herr über
"Seine" Stadt weinte. Lukas berichtete auch in 13,34-35 von der Traurigkeit des Herrn, als Er Jerusalem sah.
Montag - die zweite Reinigung des Tempels: 19,45-47
(vgl. Mt 21,12-19; Mk 11,15-19)
Der Herr zitiert Jer 7,11 als Berechtigung für die Reinigung des Tempels von aller Ungerechtigkeit
und Geldgier.
Dienstag - ein Tag der Konfrontation und Prophezeiung: 20,1 - 22,6
(vgl. Mt 21,20 - 26,25;
Mk 11,20 - 14,11; Joh 12,20-50)
Wie alle Evangelisten, berichtet auch Lukas von dem "Dienstag". Die Einteilung dieses Tages ist
aus der Karte auf der Seite 84 zu entnehmen.
Die Pharisäer wollten Seine Autorität nicht wahrhaben. So wie sie daran Anstoß genommen haben, als
Seine Jünger aus Ps 118 sangen, als Er nach Jerusalem kam, so nahmen sie jetzt auch an Seinen Tätigkeiten im Tempel
Anstoß. Als der Herr diese Rebellion durch ein Gleichnis darstellen wollte, zitierte Er selbst in 20,17 den Psalm
118,22.
Danach stellte die religiöse Führerschaft drei hinterlistige Fragen (Lukas erwähnt nur zwei
davon).
Die erste Frage lautet: "Ist es uns erlaubt, dem Kaiser Steuern zu geben oder nicht?" Der Herr
verlangte einen Denarius. Diese Münze war aus Silber und trug das Bildnis des Kaisers und dessen Unterschrift. Aufgrund
des Gleichnisses vom Weinberg in Mt 20,2-13 kann man annehmen, dass ein Denarius der übliche Tageslohn war.
Die zweite Frage stellten die Sadduzäer (siehe Teil 1, Seite 6). Aber nachdem sie Seine
Antwort gehört hatten, liest man: "Einige der Schriftgelehrten aber antworteten und sprachen: "Lehrer, Du hast wohl
gesprochen." Denn sie wagten nicht mehr, Ihn über irgend etwas zu befragen." (20,39-40).
Nach dieser Konfrontation mit der religiösen Führerschaft, setzte sich der Herr mit Seinen Jüngern
auf dem Ölberg zusammen und sprach über Endzeitereignisse. (Eine Analyse dieser Rede wurde in Teil
7 durchgeführt).
5) DER MENSCHENSOHN WIRD GEKREUZIGT: 22-23
Donnerstag - der Tag der Vorbereitung: 22,7-38
(vgl. Mt
26,17-35; Mk 14,12-31; Joh 13,19-30)
Der Herr feierte mit Seinen Jüngern das letzte Mahl. Wenn man die verschiedenen Schriftstellen
miteinander vergleicht, dann entsteht folgendes Bild von dem letzten Mahl:
Die biblischen Bezeichnungen
Die Ordnung bei diesem Mahl
die Tage der Vorbereitung vor dem Fest
- Treffen der Teilnehmer; das Haupt des Hauses segnet einen Kelch, alle trinken daraus (Lk
22,17-18)
- Händewaschung; Gebet
- Der Tisch wird mit dem Passahlamm, ungesäuertem Brot, bitteren Kräutern und Fleischsaft gedeckt.
- Das Haupt des Hauses taucht als erster die bitteren Kräuter in den Fleischsaft, danach machen es
alle anderen Teilnehmer und essen dann davon. (Joh 13,26)
- Der Tisch wird geräumt, der Kelch wird gebracht; dann folgt eine Zeit in welcher Fragen bezüglich
des Sinnes der Feier gestellt werden; danach wird der Kelch gereicht.
- Der Tisch wird zum zweiten Mal gedeckt und zwar genauso wie vorher; das Haupt spricht einleitende
Worte und Danksagung; Ps 103-104 wird vorgelesen.
-
Händewaschung; Gebet; ungesäuertes Brot wird unter Danksagung gebrochen; das Brot wird mit den
bitteren Kräutern in den Fleischsaft getaucht und gegessen (Mt 26,26; Mk 14,22; Lk 22,19;
1Kor
11,23-24).
- Das Passahlamm wird mit dem Brot gegessen; Gebet; ein dritter Kelch (genannt "Kelch des Segens")
wird gereicht.
- Der vierte Kelch wird gereicht - Ps 115-118 wird vorgelesen (aufgrund dessen wird dieser Kelch
"der Hallel- oder Liedkelch" genannt).
- Der fünfte Kelch (vorausgesetzt "der große Hallel (Ps 120-138) wurde dazu vorgesungen) wird
gereicht (Lk 22,20; 1Kor 11,25).
In den Versen 31-34 sieht der Herr den bevorstehenden Verrat durch Petrus voraus und warnt ihn
davor. Eine moderne Übersetzung gibt diese Verse wie folgt wieder:
"Simon, Simon, siehe Satan hat gefragt und hat dich und deine Mitjünger bekommen, ihr wechselt von
Meiner Gewalt in seine, damit er euch wie Korn in einem Sieb rütteln kann. Durch diesen inwendigen Druck soll dein
Glaube fast bis zur Selbstaufgabe geprüft werden.
Ich aber habe Meinerseits Bitten für dich gemacht, dass dein Glaube nicht völlig ausgelöscht
werden darf, und dass, wenn du zu deiner früheren Stellung hinsichtlich deines Glaubens zurückgekehrt bist, du
imstande sein wirst, deinen Brüdern Halt und Stabilität zu verleihen."
Freitag - der letzte Tag: 22,39-23,56
(vgl. Mt
26,30 - 27,60; Mk
14,26 - 15,46; Joh
18,1 - 20,18)
Wie so viele Tage im Leben des Menschensohnes beginnt der letzte Tag mit Gebet zu Seinem himmlischen
Vater. Dieses Mal war es der größte Gebetskampf Seines Lebens. Es ging um "den Kelch" des Willens Gottes. Das
Austrinken dieses Kelches bedeutete das Kreuz und alles was mit dieser furchtbaren Zeit verbunden war. Die Antwort des
Vaters bestand nicht darin, den Kelch wegzunehmen, aber ein Engel vom Himmel wurde gesandt, um Ihn zu stärken. (Die
Reihenfolge des letzten Tages ist aus der Karte 21 und der Karte 31 ersichtlich).
6) DIE VERHERRLICHUNG DES MENSCHENSOHNES: 24
Wie die anderen Evangelisten, berichtet auch Lukas ausführlich über die Auferstehung des Herrn.
Die Evangelien unterstreichen die geschichtliche Zuverlässigkeit der Auferstehung, da das Leben und
das Sterben Jesu keine Bedeutung hätte, wenn Er nicht auferstanden wäre. Der genaue Zeitpunkt und die genaue Weise der
Auferstehung werden nicht geoffenbart. Es war ein Wunder, das größte Wunder aller Zeiten und Gott offenbart über
Wunder nicht nähere Einzelheiten. Es wird jedoch viel über die Zeit nach der Auferstehung berichtet, vor allem über
die verschiedenen Erscheinungen Jesu.
Auf Karte 38 wird die chronologische Entwicklung gezeigt; angefangen mit dem Wegwälzen des Steines
von dem Grab bis unmittelbar vor der Himmelfahrt Jesu Christi.
Karte 38 - Der auferstandene Christus
|
EREIGNISSE |
MATTHÄUS |
MARKUS |
LUKAS |
JOHANNES |
|
1) DIE ZEIT IM GRAB |
27,61 - 28,1 |
15,47 - 16,2 |
23,55-56 |
|
|
2) NACH DER AUFERSTEHUNG BEIM GRAB |
|
das Öffnen des Grabes |
28,2-4 |
|
|
|
|
die Frauen |
28,5-8 |
16,2-8 |
24,1-8 |
20,1-2 |
|
Petrus und Johannes |
|
|
24,12 |
20,3-10 |
|
den Frauen erschienen |
28,9-10 |
16,9-11 |
24,9-11 |
20,11-18 |
|
3) DIE NÄCHSTEN VIERZIG TAGE (Apg 1,3) |
|
A) SONNTAG NACHMITTAG |
|
Petrus |
|
|
24,34
(1Kor 15,5) |
|
|
Emmaus Jünger |
|
16,12-13 |
24,13-32 |
|
|
Jünger ohne Thomas |
|
16,14 |
24,36-43 |
20,19-25 |
|
B) AM NÄCHSTEN SONNTAG |
|
Jünger mit Thomas |
|
|
|
20,26-29 |
|
C) IN DEN NÄCHSTEN VIER BIS FÜNF WOCHEN |
|
Jünger beim See von Genezareth |
|
|
|
21,1-23 |
|
Jünger und 500 Gläubige auf
einem Berg in Galiläa |
28,16-20 |
16,15-18
(1Kor 15,7) |
|
|
|
Jakobus (1Kor 15,7) |
|
|
|
|
|
Jünger in Jerusalem |
|
|
24,44-49
(Apg 1,3-8) |
|
Die Beglaubigung der Auferstehung
Da die Botschaft des Evangeliums von der Wahrheit der Auferstehung abhängt, gab Gott die
Beglaubigung dieses Ereignisses durch viele Begebenheiten. Wer dieser Beglaubigung nicht glaubt, will die
Wahrheit nicht wissen.
Hier ist eine Liste von 16 Tatsachen, die auf die Wahrheit der Auferstehung hinweisen:
- das offene Grab (Joh 20,1-2)
- die Grabkleider (Joh 20,3-8)
- die Erscheinung des Herrn (siehe Karte 38)
- der Befehl von Pilatus, das Grab zu versiegeln und zu bewachen (Mt 27,62-66)
- der Stein, durch den Engel weggewälzt (Mt 28,1-3)
- die Furcht der Soldaten (Mt 28,4)
- die Botschaft des Engels an die Frauen (Mt 28,5-6)
- der Bericht der Soldaten an die Hohenpriester (Mt 28,11)
- die Bestechung der Soldaten (Mt 28,12-13)
- die Lüge, die durch die Soldaten verbreitet wurde (Mt 28,15)
- die Gewissheit des Todes Jesu (Joh 19,34-42)
- die Gewissheit der Grablegung Jesu (Mk 15,42-47)
- die Gewissheit, dass der Leib Jesu nicht gestohlen wurde (Mt 28,4-15)
- das veränderte Leben der Apostel (siehe Apostelgeschichte)
- die Bekehrung von solchen Männern wie Paulus (Apg 9)
- das Zeugnis der Gemeinde Jesu Christi seit ca. 2.000 Jahren
Bevor man die synoptischen Evangelien abschließt, wäre es noch von Interesse, eine Analyse der
Gleichnisse und Wunder des Herrn durchzuführen. Die nachfolgenden Karten 39 und 40 enthalten eine Aufstellung dieser
wichtigen "Werkzeuge" des Herrn während Seines irdischen Dienstes.
DIE GLEICHNISSE
Die Definition
Ein Gleichnis ist eine kurze sinnbildliche Darstellung eines Alltagsereignisses und wird dazu
verwendet, um eine geistliche Wahrheit zu verdeutlichen.
Die Absicht
Jesus sprach hauptsächlich zu der Volksmenge in Gleichnissen (Mt
13,1-3; 13,10).
Es hat den Anschein, dass der Herr Jesus zwei Absichten verfolgte, wenn Er zu Ungläubigen in
Gleichnissen sprach (Mt 13,10-17):
- Um Interesse zu erwecken, damit sie das Verlangen haben, mehr geistliche Wahrheiten zu hören.
- Um die tieferen geistlichen Geheimnisse zu verbergen, die nur für Gläubige bestimmt waren.
Prinzipien für die Entschlüsselung von Gleichnissen
Was Jesus eigentlich sagen wollte, findet man erst nach der Entschlüsselung des Gleichnisses heraus.
Hier sind einige grundlegende Prinzipien dafür:
- Suche immer die Hauptabsicht des Gleichnisses.
- Alle anderen Einzelheiten des Gleichnisses müssen in Übereinstimmung mit dieser Hauptabsicht
ausgelegt werden.
- Nicht alle Einzelheiten haben geistliche Bedeutung.
- Der Zusammenhang des Gleichnisses ist immer der Schlüssel zur Auslegung:
- Durch welche Begebenheit wurde das Gleichnis veranlasst?
- Welche Wirkung hatte das Gleichnis auf die Zuhörer?
- Wenn vorhanden, welche Auslegung gab der Herr?
- Der kulturelle Hintergrund des Gleichnisses muss berücksichtigt werden.
- Die Gleichnisse wurden in einer Übergangszeit vom AT zum NT verwendet. Diese Tatsache soll auch
berücksichtigt werden.
- In den Gleichnissen wurde eine geistliche Wahrheit nicht festgelegt, sondern nur verdeutlicht.
Die Gleichnisse des Herrn können in drei Hauptgruppen unterteilt werden:
- die didaktischen Gleichnisse
- die evangelistischen Gleichnisse
- die Endzeit-Gleichnisse und die jüdischen Gleichnisse
In Karte 39 befindet sich eine Liste der Gleichnisse zu jeder Gruppe.
Im Johannes-Evangelium findet man keine Gleichnisse; Matthäus berichtet von 16 Gleichnissen
(davon werden 10 ausschließlich in diesem Evangelium erwähnt); in Markus gibt es 5 Gleichnisse (davon werden 2
ausschließlich in diesem Evangelium erwähnt); in Lukas finden wir 20 Gleichnisse (davon werden 14 ausschließlich in
diesem Evangelium angeführt). Insgesamt werden in den Evangelien über 32 verschiedene Gleichnisse berichtet.
Karte 39 - Die Gleichnisse Jesu
|
GLEICHNIS |
MATTHÄUS |
MARKUS |
LUKAS |
| 1. DIE DIDAKTISCHEN GLEICHNISSE |
|
A) |
DAS REICH GOTTES |
|
| |
1) der Sämann und die Saat |
13,3-8 |
4,4-8 |
8,5-8 |
| |
2) das Unkraut |
13,24-30 |
|
|
| |
3) das Senfkorn |
13,31-32 |
4,30-32 |
13,18-19 |
| |
4) der Sauerteig |
13,33 |
|
13,20-21 |
| |
5) der verborgene Schatz |
13,44 |
|
|
| |
6) die kostbare Perle |
13,45-46 |
|
|
| |
7) das Fischernetz |
13,47-50 |
|
|
| |
8) die wachsende Saat |
|
4,26-29 |
|
|
B) |
DIENST UND BELOHNUNG |
|
| |
9) die Arbeiter im Weinberg |
20,1-16 |
|
|
| |
10) die Talente |
25,14-30 |
|
|
| |
11) die Pfunde |
|
|
19,11-27 |
| |
12) die unnützen Knechte |
|
|
17,7-10 |
|
C) |
GEBET |
|
| |
13) der Freund um Mitternacht |
|
|
11,5-8 |
| |
14) der ungerechte Richter |
|
|
18,1-8 |
|
D) |
DIE NÄCHSTENLIEBE |
|
| |
15) der barmherzige Samariter |
|
|
10,30-37 |
|
E) |
DIE DEMUT |
|
| |
16) der niedrigste Platz beim Fest |
|
|
14,7-11 |
| |
17) der Pharisäer und der Zöllner |
|
|
18,9-14 |
|
F) |
DER WELTLICHE REICHTUM |
|
| |
18) der ungerechte Verwalter |
|
|
16,1-9 |
| |
19) der reiche Tor |
|
|
12,16-21 |
| |
20) das große Abendmahl |
|
|
14,16-24 |
2. DIE EVANGELISTISCHEN GLEICHNISSE |
|
A) |
DIE LIEBE GOTTES FÜR DAS VERLORENE |
|
| |
21) das verlorene Schaf |
18,12-14 |
|
15,3-7 |
| |
22) die verlorene Münze |
|
|
15,8-10 |
| |
23) der verlorene Sohn |
|
|
15,11-32 |
|
B) |
DIE DANKBARKEIT DER ERLÖSTEN |
|
| |
24) die zwei Schuldner |
|
|
7,41-43 |
3. DIE ENDZEIT-GLEICHNISSE UND DIE JÜDISCHEN GLEICHNISSE |
|
A) |
DAS WARTEN AUF DIE WIEDERKUNFT
CHRISTI |
|
| |
25) die zehn Jungfrauen |
25,1-13 |
|
|
| |
26) der treue und der untreue Verwalter |
24,45-51 |
|
12,42-48 |
| |
27) der wachsame Türhüter |
|
13,34-37 |
|
|
B) |
DAS GERICHT ÜBER ISRAEL UND
INNERHALB DES REICHES GOTTES |
|
| |
28) die zwei Söhne |
21,28-32 |
|
|
| |
29) die bösen Weingärtner |
21,33-34 |
12,1-12 |
20,9-18 |
| |
30) der verdorrte Feigenbaum |
|
|
13,6-9 |
| |
31) die königliche Hochzeit |
22,1-14 |
|
|
| |
32) der unbarmherzige Knecht |
18,23-35 |
|
|
|
Gesamtanzahl der GLEICHNISSE |
16 |
5 |
20 |
DIE WUNDERTATEN JESU
Die Definition
Ein Wunder ist ein übernatürliches Ereignis, das in der natürlichen Welt durch die unmittelbare
Kraft Gottes verursacht wird.
Die Absicht
Der Herr verfolgte mit Seinen Wundertaten grundsätzlich zwei Absichten:
- Offenbarung
- Seine wahre Identität zu offenbaren (Joh 5,36)
- Seinen Dienst als Heiland zu verdeutlichen (Lk 5,23)
- Interesse für Seine Botschaft zu erwecken (Joh 12,9)
Erbauung
- Verlorene Menschen mit der göttlichen Fülle in Verbindung zu bringen (Lk 8,46)
- Verlorenen Menschen in ihren körperlichen, seelischen und geistlichen Nöten zu helfen.
Prinzipien zum Verständnis der Wundertaten Jesu
- Was lehrte der Herr durch das Wunder?
- Wie wurde der Herr in dem Wunder geoffenbart?
- Welche Person oder welche Gruppe von Personen standen mit dem Wunder in Verbindung?
- Welche Not war der Anlass für das Wunder?
- Welche Voraussetzungen (wie z.B. Glaube) waren für die Ausführung des Wunders notwendig?
- Welche Folgen hatte das Wunder?
Karte 40 - Die Wundertaten Jesu
|
WUNDER |
MATTHÄUS |
MARKUS |
LUKAS |
JOHANNES |
|
1) die Speisung der 5.000
2) die Stillung des Sturmes
3) die Dämonen und die Schweine
4) die Tochter des Jairus
5) die blutflüssige Frau
6) der Gelähmte zu Kapernaum
7) der Aussätzige zu Genezareth
8) die Schwiegermutter des Petrus
9) die verdorrte Hand
10) der besessene Knabe
11) Jesus wandelt auf dem See
12) der blinde Bartimäus
13) die Tochter der kanaanäischen Frau
14) die Speisung der 4.000
15) der verdorrte Feigenbaum
16) der Knecht des Hauptmannes
17) der Besessene in der Synagoge
18) der blinde und stumme Besessene
19) die zwei Blinden
20) der stumme Besessene
21) die Münze im Maul des Fisches
22) der Taubstumme
23) der Blinde bei Bethsaida
24) der Fischzug des Petrus
25) der Sohn der Witwe auferweckt
26) die Frau mit dem Geist der Krankheit
27) der Wassersüchtige
28) die zehn Aussätzigen
29) das Ohr des Malchus
30) die Wandlung von Wasser zu Wein
31) der Sohn des königlichen Beamten
32) der Kranke beim Teich Bethsaida
33) der Blindgeborene
34) die Auferweckung des Lazarus
35) der Fischzug |
14,15-21
8,23-27
8,28-34
9,18-26
9,20-22
9,1-8
8,1-4
8,14-17
12,9-13
17,14-21
14,22-33
20,29-34
15,21-28
15,32-39
21,17-22
8,5-13
12,22
9,27-31
9,32-33
17,24-27 |
6,35-44
4,35-41
5,1-20
5,22-24
5,35-43
5,25-34
2,1-12
1,40-45
1,29-31
3,1-5
9,14-29
6,45-52
10,46-52
7,24-30
8,1-9
11,12-14
11,20-24
1,23-26
7,31-37
8,22-26 |
9,12-17
8,22-25
8,26-39
8,41-42
8,49-56
8,43-48
5,17-26
5,12-15
4,38-39
6,6-11
9,37-42
18,35-43
7,1-10
4,33-36
11,14
5,1-11
7,11-16
13,10-17
14,1-6
17,11-19
22,49-51 |
6,5-14
6,15-21
2,1-11
4,46-54
5,1-16
9,1-8
11,1-45
21,1-14 |
|
Gesamtanzahl der WUNDER |
20 |
18 |
20 |
8 |
Es gibt auch noch andere Wunder, die nicht näher beschrieben werden, z.B. Mk 6,56; Mt 4,23 ff; 9,35 ff; Lk 4,40 ff; 5,15 ff; 6,17-19; 7,21 ff;
Joh 2,23; 3,2; 4,45; 20,30;
21,25.
Insgesamt gibt es 35 näher beschriebene Wundertaten des Herrn Jesus, wovon in
- Matthäus 20 (3 davon nur in Matthäus)
- Markus 18 (2 davon nur in Markus)
- Lukas 20 (6 davon nur in Lukas)
- Johannes 8 (6 davon nur in Johannes)
berichtet werden.
|