Der Mensch auf der Anklagebank

Gerichtssaal-Evangelisation in einem Zeitalter des Götzendienstes

Autor: Dean Davis
Aus Christian Research Journal, Volume 23 / Number 2
Aus dem Englischen übersetzt von M.A.

Inhalt

1. Einleitung
2. Eine Vorladung vom großen König 2.1. Die Weissagungen von Jesaja
2.2. Die Lehren Jesu
2.3. Das Beispiel des Paulus
3. Die Zeugen Gottes 3.1. Der Vater (Joh 5,32; 8,18)
3.2. Der Sohn (Joh 8,14-19)
3.3. Der Heilige Geist (Joh 15,26)
3.4. Die Heilige Schrift (Joh 5,39)
3.5. Die Werke Christi (Joh 5,36)
3.6. Die Auferstehung Christi (Mt 12,38ff)
3.7. Die Gemeinde (Apg 1,8)
4. Gerichtssaal-Evangelisation in einem Zeitalter des Götzendienstes

1. Einleitung

Christliche Beobachter des berüchtigten Jesus-Seminars sind abwechselnd erstaunt oder entsetzt, wenn sie von solchen neutestamentlichen "Gelehrten" hören, die farbige Kugeln verwenden, um über die Echtheit der Worte Christi abzustimmen. Einerseits sollte uns diese Art von Angriff auf Gottes Wort nicht überraschen, da wir aus der Schrift wissen, dass der gefallene Mensch immer versucht, Gottes Wahrheit zu unterdrücken. Trotzdem fühlen wir uns provoziert und fragen uns, wie wir auf die Arroganz der sündigen Menschen reagieren sollen, die Gott "auf die Anklagebank" setzen, die zu Gericht sitzen über den, der der Richter aller ist. Müssen wir neutestamentliche Gelehrte werden, Wissenschafter oder Philosophen? Oder gibt es eine einfachere, effektivere Art zu reagieren?

Ohne die Bedeutung von spezialisierten christlichen Gelehrten schmälern zu wollen, meine ich, es gibt einen anderen Weg. Und zwar ist meine These, dass es Gottes Plan ist, den Spieß umzudrehen, indem er seine Ankläger auf die Anklagebank setzt und das durch gewöhnliche Gläubige wie dich und mich.

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2. Eine Vorladung vom großen König

Ich bin immer dankbar, wenn ich biblische Werkzeuge entdecke, die meine Fähigkeit zu evangelisieren verbessern. So freute ich mich, als ich ein immer wiederkehrendes Thema in der Schrift bemerkte, das ich das "Gerichtssaal-Motiv" nenne, und seine Auswirkungen auf Evangelisation und Verteidigung des Glaubens sah. Ich möchte dieses Thema mit einigen Worten von Jesaja, Paulus und Jesus vorstellen.

2.1. Die Weissagungen von Jesaja

In Jesajas Vorhersagen des kommenden Königreichs spricht Gott von einem Tag, an dem er den Menschen auf die Anklagebank setzen wird. "Hört mir schweigend zu, ihr Inseln! Und die Völkerschaften sollen neue Kraft gewinnen. Sie sollen herzutreten, dann mögen sie reden: Laßt uns miteinander vor Gericht treten!" (Jes 41,1) [1]. An diesem Tag wird der große König eine Vorladung aussenden, in der er alle Völker zu sich vor Gericht befiehlt.

Was wird die Anklage sein? "Bringt eure Rechtssache vor! spricht der HERR. Bringt eure Beweise herbei! spricht der König Jakobs. Sie sollen sie herbeibringen und uns verkünden, was sich ereignen wird ..., damit wir erkennen, daß ihr Götter seid!" (Jes 41,21-23). Die Anklage ist Götzendienst: Gott wird den Menschen die Torheit und Schuld zeigen, die darin liegt, irgend etwas anderes als ihn zu verehren.

Wann wird dieser Prozess stattfinden? "ja, er spricht: Es ist zu wenig, daß du mein Knecht bist ... So mache ich dich auch zum Licht der Nationen, daß mein Heil reiche bis an die Enden der Erde" (Jes 49,6). Der Prozess wird stattfinden, wenn der Knecht des Herrn erscheint, durch den Gottes Licht letztlich die Völker erreichen wird. An jenem Tag werden Könige "es sehen und aufstehen, auch Oberste, und sie werden sich niederwerfen" (Jes 49,7). In anderen Worten, der Knecht wird irgendwie Menschen dazu bewegen, von ihrem Götzendienst umzukehren und sich im Glauben zum wahren Gott, dem Heiligen Israels zu wenden. 

2.2. Die Lehren Jesu

Als Christen bekennen wir, dass Jesus Christus jener versprochene Knecht des Herrn ist (Mt 12,17-21). Also ist es keine Überraschung für uns, dass er viel darüber zu sagen hatte, wie Gott, der Vater und er selbst den Menschen auf die Anklagebank setzen werden.

Es beginnt mit dem Missionsauftrag. Gott wird sein neutestamentliches Volk dazu verwenden, um die Fülle seiner Wahrheit zu allen Völkern zu bringen. Das schließt alles ein, was Christus lehrte und befahl, besonders in Bezug auf die Schöpfung, die Versuchung, den Fall und die Erlösung durch den Glauben an seine göttliche Person und sein göttliches, völlig hinlängliches Werk.

Gott wird auch seine "Zeugen" verwenden - übernatürliche Beweise, durch die er den Menschen die Göttlichkeit Christi und die Wahrheit seiner Lehren bestätigt (Joh 5,30-47). Da diese "Zeugen Gottes" das Herz biblischer Apologetik darstellen, werden wir sie später im Detail diskutieren.

Schließlich wird Gott seinen Heiligen Geist verwenden. Indem die Gemeinde in die Welt geht, die Wahrheit Christi verkündigt und die Zeugen Gottes anführt, wird der Heilige Geist Sünder überführen. "Und wenn jener kommt, wird er die Welt überzeugen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht" (Joh 16,8). Der Geist setzt auf diese Weise den sündigen Menschen auf die Anklagebank, klagt ihn des rebellischen, selbstgefälligen Götzendienstes an und drängt ihn, sich in Christus zu Gott zu wenden, um Vergebung und neues Leben zu bekommen.

Bei genauer Betrachtung bemerkt man in der Lehre Jesu, dass das letzte Urteil in diesem Prozess beim Sünder liegt: "Denn wer Arges tut, haßt das Licht ..." (Joh 3,18-21). Der vom Geist überführte Mensch, der an seinen Götzen festhält, zeigt, dass er "das Licht hasst" und verdammt sich daher selbst. Der Mensch, der "zum Licht kommt", zeigt, dass er seine Götzen und seine Sünde hasst, und findet daher Errettung und ewiges Leben.

2.3. Das Beispiel des Paulus

In der Evangelisation von Paulus haben wir sowohl die Erfüllung von Jesajas Vorhersagen als auch die Umsetzung der Lehre Christi. Ein Blick auf seine Rede zu den Athenern macht vieles darüber deutlich, wie Gott den heidnischen Menschen auf die Anklagebank setzt (Apg 17,16-34).

Man beachte zuerst, dass der Götzendienst von Athen Paulus schwer zu schaffen machte, besonders deshalb, weil Gott nicht mehr bereit war, darüber hinwegzusehen oder ihn zu übersehen (V.30). Daher reagierte er, indem er die geistliche Spannung ansprach, die in allen Nicht-Christen da war, wie er wusste (V.22-23): ein angeborenes Wissen um Gott (wovon die Altäre in Athen zeugten), das durch Unkenntnis und Entfremdung von ihm behindert wurde (wovon der Altar für den unbekannten Gott zeugte).

Paulus wollte die Spannung auflösen, indem er die Wahrheit ankündigte; zuerst, indem er das Wesen Gottes beleuchtete, seine Werke und seinen Plan für die Völker. Er sagt, dass Gott ein unendliches, persönliches Wesen ist, das das Universum erschuf und erhält (das aber von ihm unterschieden werden muss), dass er alle Völker aus einem Menschen (Adam) machte und dass es sein Plan ist, sie zu prüfen, ob sie ihn genug lieben, um ihn zu "tastend zu fühlen" (V.24-28) [2].

Obwohl Paulus den Mut hat, sie des Götzendienstes zu bezichtigen (V.29), gibt es dennoch Hoffnung; denn sie handelten auch in Unwissenheit, weshalb Gott es übersah. Jetzt aber sandte er seinen Sohn, sein Volk und seine vollendete Offenbarung in die Welt. Jetzt ist Unwissenheit keine Ausrede, und Gott "gebietet den Menschen, dass sie alle überall Buße tun sollten" (V.30). Sie müssen sich jetzt von ihren Götzen zu ihm wenden und zu demjenigen, den er dazu bestimmt hat, die Welt in Gerechtigkeit zu richten (V.31).

Paulus beschließt und bekräftigt seine Botschaft, indem er den mächtigsten Zeugen Gottes anführt, die Auferstehung Christi (V.31). So setzt Paulus die Athener auf die Anklagebank; und wie es sein Meister vorhergesagt hatte, wandten sich einige spottend ab, während sich andere ihm anschlossen und glaubten (V.32-34).

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3. Die Zeugen Gottes

Wie oben erwähnt, lehrte uns unser Herr, "die Zeugen Gottes" bei unserem Evangelisieren zu verwenden (Joh 5,30-47). Es sind gottgegebene, übernatürliche Beweise, durch die der Geist die Göttlichkeit Christi offenbart, die Wahrheit seiner Lehre, die Bedeutung seines Werkes und den schuldhaften Götzendienst aller, die ihn zurückweisen; damit setzt er den Menschen endgültig auf die Anklagebank. Hier sind sieben der wichtigsten Zeugen Gottes:

3.1. Der Vater (Joh 5,32; 8,18)

Gott ist eigentlich der einzige Zeuge, da er die Quelle aller anderen ist. Trotzdem sind die sichtbare Gegenwart und das hörbare Zeugnis des Vaters bei Christi Taufe und Verklärung einzigartig und wichtig, als er öffentlich die Göttlichkeit und Autorität seines Sohnes bestätigte (Mt 3,17; 17,1-5; 2Petr 1,16-18). Lasst uns daher, wenn wir von Christus reden, nicht vergessen, den Vater als mächtigen Zeugen in den Zeugenstand zu rufen.

3.2. Der Sohn (Joh 8,14-19)

Jesus erklärte, "Auch wenn ich von mir selbst zeuge, ist mein Zeugnis wahr, weil ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe." Überzeugt von der Göttlichkeit seines Wesens, seiner Sendung und seiner Sündlosigkeit, trug Jesus sein eigenes Zeugnis im Gerichtssaal Gottes mit seinen großartigen "ICH BIN" Aussagen (Joh 6,35; 8,12.58; 10,7.11; 11,25; 15,1) bei, besonders "Ich bin Gottes Sohn" (Joh 10,36).

3.3. Der Heilige Geist (Joh 15,26)

Während unsere nicht-christlichen Freunde von Christus hören, gibt der Heilige Geist ihren Herzen Zeugnis und drängt sie, Jesu Leben und Lehren zu betrachten. Diesem Zeugnis kann man widerstehen (Apg 7,51) oder es gar zurückweisen (Apg 13,46); jedenfalls ist eine Person, die es gehört hat, ewig verantwortlich für ihre Reaktion (Joh 3,18-19; 12:48). Lasst uns daher unsere Freunde drängen, auf den Heiligen Geist zu reagieren, indem sie die Ansprüche Christi ernsthaft abwägen.

3.4. Die Heilige Schrift (Joh 5,39)

Jesus sagte den Juden, "Ihr erforscht die Schriften, denn ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, und sie sind es, die von mir zeugen" (siehe auch Lk 24,25-27). Das ist eine großes Wunder! Die Bibel ist in Wirklichkeit eine Sammlung von Büchern, und zwar 66, über eine Zeitspanne von etwa 1500 Jahren von über 40 verschiedenen Autoren geschrieben. Das Wunder ist, dass jedes einzelne zu der einzigartigen, sich entwickelnden Heilsgeschichte beiträgt, indem es über die Person und das Werk des einen Erlösers Zeugnis gibt.

Die sich um Christus drehende Einheit der Schriften ist offensichtlich in den Evangelien, der Apostelgeschichte, den Briefen und der Offenbarung; aber sie ist ebenso im Alten Testament subtil und kraftvoll vorhanden, wo Christus unter hunderten Vorschatten, Bildern und Weissagungen verborgen ist. Es ist daher lebenswichtig, dass wir die Zeit nehmen, nicht nur mit den neutestamentlichen Zeugen umgehen zu können, sondern auch mit einigen unserer liebsten alttestamentlichen Bilder und Weissagungen [3]. Gemäß Paulus muss das Geheimnis Christi den Völkern mittels der prophetischen Schriften bekannt gemacht werden (siehe Röm 16,25-26; 2Petr 1,16-21).

3.5. Die Werke Christi (Joh 5,36)

Gott wirkte diese Wunder und Zeichen durch Christus um seine Botschaft zu bekräftigen. Jesus lehrte uns, seine Werke freimütig zu verkündigen, als er sagte, "denn die Werke, die der Vater mir gegeben hat, daß ich sie vollbringe, die Werke selbst, die ich tue, zeugen von mir, daß der Vater mich gesandt hat" (siehe auch Joh 10,25; 14,11).

Christi Werke zeugen für seine Worte, und seine Worte zeugen für seine göttliche Person und für die Göttlichkeit seiner Person und seines Erlösungs-Auftrags (Joh 15,22-24). Seine unvergleichliche Macht zu heilen, von bösen Geistern zu befreien, Tote aufzuerwecken, auf wunderbare Weise die Volksmengen zu speisen und den Naturgewalten zu befehlen, weist auf seine Göttlichkeit hin und auf die "Wiederherstellung aller Dinge", die er bei seiner Wiederkunft erfüllen wird. (Phil 3,20-21).

3.6. Die Auferstehung Christi (Mt 12,38ff)

Unser Herr hat dieses nie zuvor dagewesene Ereignis nicht nur bei mehreren Gelegenheiten vorhergesagt, sondern auch als herausragendstes Zeichen hervorgehoben, das seine Ansprüche bestätigt (siehe auch Joh 2,18-21). Die Auferstehung Christi wurde in der Geschichte des Alten Testaments voraus geschattet (Hebr 11,17-19), von den Propheten des Alten Testaments vorhergesagt (Ps 2; 16; Jes 53), von hunderten Gläubigen bezeugt (Apg 1,22; 2,31; 4,2.33; 17,18; 1Kor 15,1ff). Durch die Auferstehung bezeugt Gott, dass Jesus Christus sein göttlicher Sohn ist (Röm 1,4) und dass er als wirksames Opfer für unsere Sünden starb (Apg 2,24; Röm 4,25).

3.7. Die Gemeinde (Apg 1,8)

"Ihr werdet meine Zeugen sein", sagte Jesus zu seinen Jüngern, und so war es von den Tagen der Apostel an bis heute. Dieses Zeugnis schließt die Worte von Christen ein, die anderen weitersagen, was sie selbst von Christus gesehen haben, und es schließt auch ihr Leben ein, das von Christus auf wunderbare Weise umgestaltet wurde. Die Gemeinde ist ein himmlisches Volk, das durch die Geschichte auf ein himmlisches Königtum zu pilgert. Gott richtet den Scheinwerfer für eine zuschauende Welt auf die Gemeinde, und sie legt Zeugnis für ihren himmlischen König ab (2Kor 2,14-16).

Diese erstaunlichen Zeugen stehen Schulter an Schulter im Gerichtssaal Gottes und geben ein lautes Zeugnis für die Wahrheit Gottes und Christi - ein Zeugnis, das den Menschen direkt auf die Anklagebank schickt!

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4. Gerichtssaal-Evangelisation in einem Zeitalter des Götzendienstes

Gerichtssaal-Evangelisation, wie sie von Jesaja vorhergesagt, von Christus gelehrt und von Paulus beispielhaft angewandt wurde, ist ein bleibendes Gebot und anvertrautes Gut für die Gemeinde. Wir schließen, indem wir seine Auswirkungen für moderne Evangelisation betrachten.

1. Es lehrt uns, dass die Welt immer dem Götzendienst verfallen ist - das ist einfach eine Ergebenheit gegenüber irgendeinem falschen Bild der Wahrheit, üblicherweise als Mittel den Menschen zu erheben und die Erkenntnis des wahren Gottes zu unterdrücken. Daher müssen die Evolutions-Naturalisten, Pantheisten und Relativisten von heute - genau diejenigen, die Gott gerne auf die Anklagebank setzen - genauso als Götzendiener gesehen werden wie die Polytheisten von gestern, die sich vor Blöcken aus Holz und Stein verneigten.

2. Es bedeutet, dass unser Aufgebrachtsein über den modernen Götzendienst etwas ziemlich Wichtiges widerspiegelt: die Tatsache, dass Gott nicht länger bereit ist, darüber hinwegzusehen! Und wirklich, jetzt, da Christus gekommen ist, ist er eifrig, sein Volk zuzurüsten und in diese Welt zu senden, so dass er durch uns den Spieß für seine Ankläger umdreht, ihren Götzendienst bloßstellt und sie sicher zu seinem Sohn bringt (Apg 26,16-18).

3. Es lädt uns ein, dem Vorbild des Paulus zu folgen, der das Leben in einer religiös diversen Kultur als Prüfung darstellte. Wir können unseren nicht-christlichen Freunden erklären, dass Gott wetteifernde Religionen und Philosophien zulässt, um unsere Liebe zur Wahrheit auf die Probe zu stellen. Werden wir unsere Freiheit benützen, um in der gegenwärtigen Finsternis den Gott "tastend zu fühlen", von dem wir alle wissen, dass er da ist? [4]

4. Es bedeutet, dass sich Evangelisation auf die Verkündigung der Weltanschauung Christi konzentrieren sollte und auf ihre Bestätigung durch Gottes Zeugen. Ein Ansatz ist zu erklären, dass Gott uns liebt und möchte, dass wir die Probe bestehen. Darum sandte er seinen Sohn in die Welt, um uns seine Wahrheit zu bringen, und er bestätigte sie durch seine übernatürlichen "Zeugen". Wenn wir bereit sind, die Lehren Christi zu prüfen und seinen Zeugen zuzuhören, werden wir sehen, dass er derjenige ist, der gesandt ist, um sowohl unsere Unkenntnis Gottes als auch unsere Entfremdung von ihm wegzunehmen.

5. Zuletzt bedeutet es, dass wir nicht davor zurückschrecken dürfen, die beherrschenden Götzen unserer Zeit (z.B. Naturalismus, Pantheismus, Relativismus, etc.) herauszufordern und auf diese Weise Türen für interessante Diskussionen zu öffnen! Wir sollten uns immer daran erinnern, uns im wunderbar bestätigten, autoritativen Wort Christi zu verankern, indem wir freundlich darauf hinweisen, dass es alle anderen Wege als Irrtum und Götzendienst entlarvt.

Gerichtssaal-Evangelisation ist kein Allheilmittel. Die Schrift und die Erfahrung lehren uns, Gottes Souveränität und die Freiheit des Menschen zu respektieren - beide schließen Hundertprozent-Methoden aus. Dennoch kann dieser einfache, biblische Ansatz unter Gottes souveräner Hand sehr effektiv sein, um den Menschen auf die Anklagebank zu setzen, ihn dabei von seinen Götzen zu befreien und ihn freudig an Gottes geliebten Sohn zu binden.


Dean Davis ist Pastor der Good Shepherd Fellowship in Santa Rosa (Kalifornien), wo er mit seiner Frau Linda und ihren 5 Kindern lebt.

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Fußnoten

[1] Bibelzitate sind aus der Rev. Elberfelder Übersetzung.

[2] Weil die kosmische Evolutionstheorie (ob naturalistisch oder pantheistisch) der beherrschende Götze unserer Zeit ist, sollten wir als Vorspiel zum Evangelium die grundlegenden biblischen Wahrheiten einer ursprünglich guten Schöpfung darlegen, die Prüfung des ersten Adams, sowie den Eintritt von Sünde, Leid und Tod in die Welt durch Adams Fall. Wir können dieses Vorspiel (und unseren Glauben) mit hilfreichen wissenschaftlichen Fakten untermauern, die den biblischen Bericht der Anfänge unterstützen; siehe z.B. Jonathan Sarfati, Refuting Evolution und Don Batten, ed., The Revised Answers Book (beide Green Forest, AR: Master Books, 1999, 2000). Wir sollten uns allerdings immer daran erinnern, dass unser oberstes Berufungsgericht das Zeugnis Christi und der Schrift ist, durch die Zeugen Gottes bekräftigt und durch den Geist der Wahrheit den Herzen eingeprägt (siehe z.B. Mk 10,6; Röm 5,12; 8,20-23).

[3] Einige spannende alttestamentliche Bilder, die auf Christus hinweisen, sind Noahs Arche (1Mo 6-9), die Opferung Isaaks durch Abraham (1Mo 22), das Passah (2Mo 11-12) sowie der Versöhnungstag (3Mo 16). Wir sollten auch mit den messianischen Prophetien umgehen können: die Menschwerdung des Messiahs (Jes 9,6; Mi 5,2), sein Sühnetod (Jes 53), seine Auferstehung (Ps 16), seine Himmelfahrt und himmlische Herrschaft (Ps 2) sowie seine Göttlichkeit und sein himmlischer Priesterdienst (Ps 110).

[4] Die meisten Leute akzeptieren bereitwillig den biblischen Gedanken, dass das Leben eine Prüfung ist (Joh 3,19; Apg 17,27; 2Thes 2,10). Indem wir von diesem Ansatz aus evangelisieren, bringen wir unsere nicht-christlichen Freunde unter eine Verpflichtung - nicht zu glauben (das kann nur Gott gewähren), sondern die Wahrheit zu suchen und die Beweislage zu prüfen (was nur der Mensch tun kann).

 

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