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Bibelüberblick - Teil 3

Das erste Buch Mose -
Biblische Anfänge

1. Mose 1-4

HAUSAUFGABE
  1. BIBEL: 1Mo 1-4 aufmerksam zweimal durchlesen
  2. FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
    1. Beachte wie die Schöpfung zweimal berichtet wird, einmal in Kapitel 1 und das zweite Mal in Kapitel 2. Warum? Welche Unterschiede gibt es in den zwei Berichten?
    2. Was ist die chronologische Reihenfolge der Schöpfung in Kapitel 1?
    3. Welche "Ursache-Wirkung Beziehung" besteht zwischen den Kapiteln 3 und 4?
  3. UNTERLAGEN: Teil 3 aufmerksam durchlesen.

EINTEILUNG VON 1. MOSE

HAUPTGEDANKE: DIE ERWÄHLUNG

I) DIE GESCHICHTE DER WELT - VIER WICHTIGE EREIGNISSE: 1-11

1) DIE ERSCHAFFUNG DER WELT: 1-2

a) der chronologische Bericht (1,1-2,3)
b) der ergänzende Bericht (2,4-25)

2) DER FALL DES MENSCHEN: 3-4

a) der Ursprung der Sünde (3)
b) die Auswirkung der Sünde (4)

3) DIE VERHEERUNG DURCH DIE SINTFLUT: 5-9

a) Ereignisse vor der Sintflut (5-6)
b) Ereignisse während der Sintflut (7-8)
c) Ereignisse nach der Sintflut (9)

4) DER TURM VON BABEL: 10-11

II) DIE GESCHICHTE DER PATRIARCHEN - VIER WICHTIGE PERSONEN: 12-50

A B R A H A M : 1 2-2 5

5) DIE BERUFUNG VON ABRAHAM: 12-14

a) Abraham verlässt Ur (12,1-9)
b) Abraham reist bis nach Ägypten (12,10-20)
c) Abraham trennt sich von Lot (13-14)

6) DER BUND MIT ABRAHAM: 15-21

a) die Bestätigung (15)
b) die Wiederholung (16-21)

7) DIE KRISE FÜR ABRAHAM: 22-25

a) das Opfer von Isaak (22)
b) der Tod von Sarah (23)
c) die Braut für Isaak (24)
d) der Tod von Abraham (25,1-18)

I S A A K : 2 5-2 6

8) ISAAK UND SEINE SÖHNE: 25,19-34
9) ISAAK UND ABIMELECH: 26

J A K O B : 2 7-3 6

10) JAKOB ZUHAUSE: 27
11) JAKOB WEG VON ZUHAUSE: 28-32
12) JAKOB WIEDER ZUHAUSE: 33-36

J O S E P H : 3 7-5 0

13) JOSEPH IN DIE SKLAVEREI VERKAUFT: 37-38
14) JOSEPH LEIDET IM GEFÄNGNIS: 39-41
15) JOSEPH ERRETTET SEINE BRÜDER: 42-50


I) DIE GESCHICHTE DER WELT -
    VIER WICHTIGE EREIGNISSE: 1-11

1) DIE ERSCHAFFUNG DER WELT : 1-2

a) Der chronologische Bericht ( 1,1-2,3)
b) Der ergänzende Bericht (2,4-25)

"Im Anfang schuf Gott". Die Bibel beginnt mit einem Bericht von der Schöpfung als Vorbereitung für die Erschaffung des Menschen. Sie beginnt mit Gott als dem Schöpfer des Universums und des Menschen. Hebr 11,3 lehrt, dass diese Schöpfung "ex nihilo" war, d. h. Gott schuf alles aus dem Nichts. Dieser Bericht von der Schöpfung ist in zwei Abschnitte unterteilt - den chronologischen Bericht und den ergänzenden Bericht.

ad a) Der chronologische Bericht - 1,1-2,3

In diesem Abschnitt kommt die aufeinanderfolgende Entwicklung des Schöpfungswerkes Gottes klar zum Ausdruck.

Tag 1 - die Erschaffung des Lichtes - die Scheidung von Licht und Finsternis
Tag 2 - die Erschaffung der Atmosphäre - die Scheidung von Wolken und Wasser
Tag 3 - die Erschaffung der Erde - die Pflanzenwelt vorbereitet
Tag 4 - die "Bevölkerung" des Himmels - die Lichtträger erschaffen
Tag 5 - die Bevölkerung von Luft und Wasser - Vögel und Fische erschaffen
Tag 6 - die Bevölkerung der Erde - Landtiere und der Mensch erschaffen
Tag 7 - das Werk vollendet - Gott ruhte.

Karte 10 - Der chronologische Bericht der Schöpfung

TAGE 1-3
 

TAGE 4-6
 

1. Licht

4. Himmelskörper

2. Atmosphäre

5. Vögel und Fische

3. Erde und Pflanzenwelt

6. Landtiere und der Mensch

 
ERSCHAFFUNG

 
BEVÖLKERUNG

Es gibt unterschiedliche Meinungen bezüglich der Auslegung des hebräischen Wortes "yom", welches in Kap. 1 als "TAG" übersetzt wurde. Bedeutet "Tag" in dem Schöpfungsbericht tatsächlich einen 24-Stunden-Tag, oder ist es als Begriff für ein nicht zu erkennendes geologisches Zeitalter zu verstehen? Diese "Tag-Zeitalter-Theorie", wie letztere genannt wird, behauptet, dass die sechs Tage der Schöpfung in Wirklichkeit sechs geologische Zeitalter darstellen. Die Verfechter dieser Theorie behaupten weiters, dass

  1. das Alter der Erde 4-5 Billiarden Jahre ist und

  2. Adam und Eva vor mehr als einer Million Jahre geformt wurden.

Gegen diese Theorie steht die Meinung des eher fundamentalen Teiles der Gemeinde, welcher die Auslegung von "yom" wirklich für einen 24-Stunden-Tag hält. Die Hauptargumente für diese Auslegung sind:

  1. obwohl "yom" in der Bibel öfters für eine längere Zeitperiode oder ein Zeitalter verwendet wird, geschieht dies nicht unter Anwendung von "ersten", "zweiten", "dritten", usw., wie dies in Kap. 1 der Fall ist,

  2. die Verwendung der Ausdrücke "Abend" und "Morgen" in den Versen 5, 8, 13, 19, 23, 31, weist eher auf einen normalen Tag hin,

  3. in 2Mo 20,8-11, als Mose den Schöpfungsbericht als Beispiel verwendet, spricht er eindeutig von Tagen mit 24 Stunden.

Ein weiteres Problem, welches in diesem Kapitel aufgeworfen wird, ist die Frage der "Evolution". Der Ausdruck "nach seiner (ihrer) Art" (V. 11, 12, 21, 24, 25) deutet darauf hin, dass Gott in der Schöpfung die Möglichkeit eingebaut hat, dass sich innerhalb eines bestimmten biologischen und zoologischen Kreises gewisse Änderungen und Verwandlungen vollziehen. Gott hat z. B. innerhalb des zoologischen Kreises der Affen die Möglichkeit für Veränderungen geschaffen. Die Bibel sagt aber ausdrücklich, dass Gott nicht die Möglichkeit geschaffen hat, dass sich ein Affe zu einem Menschen entwickeln könnte. Man könnte die göttlich vorgesehene Möglichkeit zur Veränderung, zum Ausdruck gebracht durch "nach seiner (ihrer) Art", als "Mikro-Evolution" bezeichnen. Das Wort Gottes kennt keine "Makro-Evolution" (Evolution nach der Hypothese Darwins, usw.). Die Bibel kennt nur die schöpferische Tätigkeit Gottes.

ad b) Der ergänzende Bericht - 2,4-25

Dieser Bericht ergänzt mit mehr Einzelheiten den Bericht von Kap. 1 und bereitet durch die Information über den Menschen für Kap. 3 vor. Es wird immer deutlicher, dass der Mensch eigentlich im Brennpunkt steht. Man kann diesen Bericht über den Menschen in zwei Abschnitte unterteilen:

  1. seine Heimat (V. 4-17) - der Garten von Eden

  2. sein Partner (V. 18-25) - Eva

In dem Garten Eden war der Mensch Vegetarier. Der Herr gab ihm alles was er für sein leibliches Wohl nötig hatte. (Nach der Sintflut fügte Gott zu der Nahrung des Menschen Fleisch hinzu (9,2-3). Der Mensch durfte alles haben, nur bezüglich des Baumes der Erkenntnis des Guten und Bösen hat Gott gesagt: ..... "davon sollst du nicht essen..." (2,17).

In dem letzten Abschnitt dieses Berichtes, gibt das Wort Gottes einige Richtlinien für die Ehe:

  1. Die Rolle der beiden Geschlechter wird deutlich voneinander getrennt durch die Verwendung des Wortes "eine Hilfe". Dieses Wort bedeutet im Hebräischen "eine Ergänzung" oder "eine Vervollständigung".

  2. Der Mann ist unvollständig ohne der Frau, sie ergänzt und vervollständig den Mann und gleicht seine Mängel aus.

  3. Das einmalige Wesen der Ehe - zwei "werden ein Fleisch sein" (2,24)

  4. Der Geschlechtsverkehr innerhalb der Ehe ist nicht Sünde, es ist die normale Beziehung zwischen Mann und Frau in der Ehe (siehe Hebr 13,4).

2) DER FALL DES MENSCHEN: 3-4

a) Der Ursprung der Sünde (3)
b) Die Auswirkung der Sünde (4)

Die gewaltigste Veränderung in der Beziehung zwischen dem Menschen und Gott wurde durch Ungehorsam verursacht. Dieses traurige Thema kommt in der Bibel immer wieder vor. Die zwei Kapitel, welche das erste Vorkommen dieses Themas erläutern stehen in einer Ursache-Wirkung Beziehung zueinander.

ad a) Der Ursprung der Sünde - 3

Man könnte Kap. 3 und Kap. 4 wie folgt darstellen:

Karte 11 - Die Ursache-Wirkung Beziehung in Kap. 3 und Kap. 4

     


URSACHE

Kap. 3
der Ursprung der
Sünde


WURZEL

 

 

 

 


AUSWIRKUNG

Kap. 4
die Folge der
Sünde


FRUCHT

     

Der Bericht von dem Ursprung der Sünde ist sehr lehrreich, da Satan auch heute noch die gleiche Methode verwendet, um uns zum Ungehorsam zu verleiten. Die Methode, die er verwendete, um Eva zu versuchen war:

  1. Er deutete an, dass die Anweisung nicht von dem Baume der Erkenntnis zu essen, ihren Ursprung in einer Selbstsüchtigkeit Gottes hatte - Gott wollte den Menschen etwas Gutes vorenthalten.
  2. Er säte Zweifel an der Richtigkeit des Wortes Gottes.
  3. Er widersprach dem Worte Gottes - "mitnichten werdet ihr sterben" (V. 4) behauptete er. Diese Aussage steht im vollkommenen Widerspruch zu der Aussage Gottes in 2,17 ... "denn welches Tages du davon issest, wirst du gewisslich sterben".
  4. Eva wurde versucht, gab nach und verursachte dadurch ein vierfaches Gericht Gottes -
    1. die Schlange (V. 14)
    2. die Frau (V. 16)
    3. der Mann (V. 17-19)
    4. die Umgebung in der die Sünde stattfand (V. 17-19)

Bevor Gott in V. 16-19 aber das Gericht über Adam und Eva ausspricht, begegnet Er den ungehorsam gewordenen Menschen in GNADE und verkündigt ihnen die gute Nachricht, dass letztlich der Same der Frau den Samen der Schlange besiegen wird (3,15).

Diese Ankündigung Gottes wird "Protevangelium" genannt - d. h. die erste gute Nachricht von dem verheißenen Erlöser.

Karte 12 - Das Protevangelium (1Mo 3,15)

V. 14

V. 15

V. 16-19

DAS GERICHT ÜBER
DIE SCHLANGE
(DEN TEUFEL)

DAS PROTEVANGELIUM

DAS GERICHT ÜBER
DEN MENSCHEN

verflucht vor allem Getier Feindschaft zwischen dem Samen der Frau und dem Samen der Schlange

der Mensch wird den Sieg über die
Schlange durch den Samen der Frau erhalten - die Verheißung von dem kommenden Christus und Seinem Sieg auf dem Kreuz

  1. die Frau
    Mühsal während der Schwangerschaft
  2. der Mann
    Mühsal in der Gewinnung der Nahrung

Der Herr machte dann für Adam und Eva "Röcke von Fell" (3,21). Dafür musste ein unschuldiges Tier sein Leben lassen und unschuldiges Blut wurde für die Missetaten von anderen vergossen. Schließlich werden Adam und Eva aus ihrer vollkommenen Umgebung verbannt und müssen die vollen Konsequenzen ihres Ungehorsams tragen. Ihr einziger Trost ist die Verheißung Gottes (3,15).

ad b) Die Auswirkung der Sünde - 4

Man kann die Auswirkung der Sünde in zwei Abschnitte unterteilen:

  1. Die Auswirkung auf das Individuum (V. 1-15) - das menschliche Herz voll Neid und Hass ist ohne weiteres imstande, sogar engste Familienmitglieder kaltblütig abzuschlachten.

  2. Die Auswirkung auf die Gesellschaft (V. 16-24) - eine Menschheit ohne Gott - kultiviert, fleißig, fortschrittlich, doch keine Zeit für Gott und für das Geistliche.

Von den Kindern, welche Adam und Eva hatten, wurden nur drei namentlich erwähnt:

KAIN
Er zeigte eine Einstellung des vorsätzlichen Ungehorsams; statt eines Tieropfers brachte er Gott ein Opfer des Feldes. Er wurde zum Brudermörder und dient als Beispiel, was der Mensch imstande ist anzurichten, wenn er Gott nicht kennt. Seine Nachkommen wurden zu einer stolzen, kultivierten, fleißigen, fortschrittlichen Gesellschaft, die keine Zeit für Gott hatte. Lamech, der erste Polygamist, ist das beste Beispiel für diese Gesellschaft - stolz, prahlerisch, streitsüchtig und gottlos.

ABEL
Er brachte Gott das richtige Opfer. Er schlachtete ein unschuldiges Tier und vergoss Blut eines anderen, damit er vor Gott angenehm sein konnte. Er wurde von seinem Bruder Kain aus Eifersucht und Neid ermordet.

SETH
Er brachte neue Hoffnung für Adam und Eva (4,25). Er ist eine Teilerfüllung des verheißenen Samens, von dem Gott in 3,15 gesprochen hat.

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