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Bibelüberblick - Teil 20

5. Mose 12-26

HAUSAUFGABE
  1. BIBEL: 5Mo 12-26 aufmerksam durchlesen
  2. FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
    1. In 17,14-20 wurden genaue Anweisungen für einen König gegeben. Worin bestanden diese? Welcher König im AT hat diese Anweisungen im Besonderen übertreten?
    2. Vergleiche 13,1-10 und 18,15-22. Welche Bestimmungen sollten den Dienst des Propheten und der Prophetie überwachen?
    3. Was war das "Glaubensbekenntnis" Israels? (siehe 26,5-9)
  3. UNTERLAGEN: Teil 20 aufmerksam durchlesen

4) DIE BESONDEREN GESETZE FÜR KANAAN: 12-26

a) die Gesetze und die Verordnungen (12,1-16,17)
b) gesetzliche Angelegenheiten (16,18-26,19)

Der erste Abschnitt (12,1-16,17) behandelt Gesetze, welche hauptsächlich mit dem Gottesdienst Israels in Kanaan zu tun haben.

ad a) Die Gesetze und die Verordnungen: 12,1-16,17

Kap. 12 bezieht sich auf den Altar. Nachdem Israel in das Land gekommen ist, sollte es alle heidnischen Altäre niederreißen und einen zentralen Altar errichten. Dieser Ort sollte das Zentrum für die Anbetung Israels sein.

Kap. 13 gibt wichtige Hinweise bezüglich der Behandlung von Abtrünnigkeit. Wenn ein Prophet kommt und versucht das Volk von dem alleinigen Jahwe Gott wegzuziehen, so ist dies ein klarer Beweis dafür, dass es sich um einen falschen Propheten handelt. Gott lässt solche falsche Propheten aufkommen, um die Treue Israels zu prüfen (V. 3). Ein falscher Prophet sollte gesteinigt werden (V. 10).

Man kann dieses Kapitel in zwei Teile unterteilen:

  1. Abtrünnigkeit auf einer individuellen Basis begegnen (V. 1-11)
  2. Abtrünnigkeit auf einer nationalen Basis begegnen (V. 12 - 18)

Kap. 14-16 wiederholen Gesetze und Verordnungen, welche bereits in 3. Mose erwähnt wurden:

   Kap. 14    - Verordnungen hinsichtlich des Essens
   Kap. 15    - Verordnungen hinsichtlich des Tilgens von Schulden
   Kap. 16,1-17     - 

Verordnungen hinsichtlich religiöser Feiern, und zwar dem Passahfest (V. 1-8), dem Fest des neuen Speiseopfers, oder dem Pfingstfest (V. 9-12) und dem Fest der Laubhütten (V. 13 - 17)

ad b) Gesetzliche Angelegenheiten: 16,18-26,19

Die verschiedenen Verwalter, welche die Verantwortung für das Volk übernehmen sollten, werden in 16,18-18,22 vorgestellt -

DIE RICHTER

16,18-17,13

DIE KÖNIGE

17,14-20

DIE PRIESTER

18,1-14

DIE PROPHETEN        

18,15-22

Die Richter (16,18-17,13)

Das Wort Gottes soll die Grundlage für alle richterlichen Entscheidungen bilden. Die erste Voraussetzung für einen Richter war seine Unbestechlichkeit (V. 19). Die Richter sollten im Lande ein Netz von Gerichtshöfen aufrichten. Alle schwierigen Fälle sollten an ein Haupt- oder Zentralgericht weitergeleitet werden.

Die Könige (17,14-20)

Diese Anweisungen offenbaren, dass es schon der Wille Gottes war, Israel einen König zu geben. Daher war das Verlangen Israels nach einem König in 1Sam 8,5-22 nicht grundsätzlich falsch, nur der Zeitpunkt war nicht richtig. Gott allein durfte den König bestimmen (V. 15). Es durfte kein Ausländer sein. In drei Bereichen durfte sich der Gott-gewollte König nicht bereichern:

1) Pferde
2) Frauen
3) Silber und Gold
     V. 16-17

Der König Salomo sündigte genau in diesen drei Bereichen (siehe 1Kö 10,23-11,6). Daher kam Gottes Gericht über ihn.

Die Priester (18,1-14)

Genau wie der König, musste auch der Priester ein von Gott bestimmter Mann sein (V. 5). Die Priester durften kein Erbteil mit Israel haben (V. 1-2). Gott aber sicherte ihnen einen Teil von allen dargebrachten Opfern zu (V. 3-5). Im Gegensatz zu dem Gottesdienst Israels werden die religiösen Handlungen der Kanaaniter aufgezählt. Israel durfte sich an diesen Gräueltaten auf keinen Fall beteiligen. Die spätere Geschichte Israels zeigt jedoch, wie das Volk Gottes gerade in diesem Punkt sündigte (z. B. 2Kö 16,1-4).

Die Propheten (18,15-22)

Mose prophezeit, dass eines Tages ein Prophet wie er es war, zu Israel kommen wird. Er wird dem Volke das Wort Gottes geben. Apg 3,22 zeigt, dass diese Prophezeiung in Jesus Christus erfüllt wurde. Das Volk Gottes konnte einen wahren Propheten daran erkennen, dass alle seine Prophezeiungen in Erfüllung gehen würden. Wenn eine Prophezeiung über die unmittelbare Zukunft nicht eingetreten ist, dann war dieser Mann ein falscher Prophet und sollte gesteinigt werden.

In den Kap. 19-25 werden die Bereiche erwähnt, in welchen diese Verwalter ihre Verantwortung ausüben sollten.

RECHTLICHE ANGELEGENHEITEN

19

MILITÄRISCHE ANGELEGENHEITEN   

20

HÄUSLICHE ANGELEGENHEITEN

  21-25  

Rechtliche Angelegenheiten (19)

Hier werden die Bedingungen für eine gerechte Verhandlung dargelegt. Das Kapitel kann grundsätzlich in zwei Abschnitte unterteilt werden:

  1. Schutz für den Totschläger, der unabsichtlich getötet hat (V. 1-13)
  2. richtige Anwendung von Zeugen (V. 14-21)

Militärische Angelegenheiten (20)

Der erste Abschnitt in diesem Kapitel (V. 1-9) zeigt die vier Gründe, durch welche ein Mann vom Kriegsdienst befreit werden kann:

  1. wenn er ein neues Haus gebaut hat (V. 5)
  2. wenn er gerade einen Weinberg gepflanzt hat (V. 6)
  3. wenn er gerade geheiratet hat (V. 7)
  4. wenn er sich fürchtet (V. 8)

In dem zweiten Abschnitt (V. 10-20) werden Hinweise gegeben, wie Israel eine Stadt belagern und einnehmen soll.

Häusliche Angelegenheiten (21 -2 5)

In diesen Kapiteln werden vorwiegend häusliche Angelegenheiten behandelt, wie z. B.

   Kap. 21,10-17    - hinsichtlich der Ehe
   Kap. 22,13-30    - hinsichtlich Unzucht usw.
   Kap. 24,1-4     - 

hinsichtlich Ehescheidung

Auf diese letzte Stelle bezogen sich die Pharisäer, als sie mit dem Herrn über die Frage der Ehescheidung sprachen (siehe Matth. 19,3 - 12). Der Herr Jesus zeigte, dass Mose die Scheidung zuließ, nicht weil sie dem vollkommenen Willen Gottes entsprach, sondern wegen der Härte des menschlichen Herzens.

Kap. 25,4-10 behandelt die Schwagerpflicht-Ehe. Sollte ein Mann in der Ehe kinderlos sterben, so hat der Nächste in der Familie die Pflicht, die Witwe zu heiraten, um Kinder zu zeugen und dadurch für das Weiterleben des Namens des Verstorbenen zu sorgen. Das Buch Ruth ist ein wunderbares Beispiel von dieser Schwagerpflicht-Ehe.

In den letzten Kapiteln dieses Abschnittes wird die Anbetung, welche Israel Gott in Kanaan darbringen sollte, berührt. Vor allem das Glaubensbekenntnis wird dargelegt (26,5-9). Dieses Bekenntnis beinhaltet folgende Punkte:

  1. den Ursprung und die Herkunft des Gläubigen (V. 5-7)
  2. die Erlösung durch Jahwe (V. 8)
  3. das Erbteil des Gläubigen (V. 9)

Dieses Bekenntnis soll jedesmal bei einer Ernte vor Gott gebracht werden (V. 1-4). Im Abschluss ermutigt Mose das Volk alles einzuhalten, weil Jahwe ein Volk sucht, welches Er "zum Ruhm und zum Namen und zum Schmuck" (V. 19) machen will.

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