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Bibelüberblick - Teil 30

1. Samuel 8-15

HAUSAUFGABE
  1. BIBEL: 1Sam 8-15 aufmerksam durchlesen
  2. FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
    1. Welche Sünde hat in dem Leben von Saul am meisten zu seinem Niedergang beigetragen?
    2. Schreibe eine Zusammenfassung der Abschiedsrede von Samuel in Kap. 12.
    3. Der Niedergang von Saul wird in den Kap. 13,14 und 15 beschrieben. Fasse diese Kapitel kurz zusammen. Zeige wie Saul versagte.
  3. UNTERLAGEN: Teil 30 aufmerksam durchlesen

II) DIE ERRICHTUNG DES KÖNIGREICHES: 8-31

Saul zerstörte alle Hoffnungen, ein erfolgreicher König zu werden, durch vorsätzlichen Ungehorsam. Er war ein Krieger und führte zu verschiedenen Zeiten sein Heer erfolgreich gegen-

  1. die Philister – die Schlacht zu Mikmas (1Sam 13-14)
  2. verschiedene heidnische Völker (1Sam 14,47-48)
  3. die Amalekiter (1Sam 15,1-9)

Doch trotz all dieser Siege konnte er seine eigene Schwäche und Unzulänglichkeit nicht überwinden. Wegen dieser mangelnden Bereitwilligkeit sich von Gott ändern zu lassen, wurde er von Gott schließlich verworfen. Samuel wurde von Gott beauftragt, einen neuen König zu salben – David "ein Mann nach dem Herzen Gottes" (siehe Apg 13,22).

Das Leben von Saul könnte wie folgt dargestellt werden:

4) SAUL: 8-15

a) Die Erwählung Sauls – Erfolg (8-11)
b) Samuel zieht sich zurück (12)
c) Die Verwerfung Sauls – Versagen (13-15)

ad a) Die Erwählung Sauls – Erfolg: 8-11

In Kap. 8 fordert das Volk Samuel auf, einen König für sie zu bestimmen. Diese Forderung begründen sie damit, dass die Söhne Samuels nicht mit dem Herrn wandeln und das Volk daher nicht richtig führen könnten. Doch der wahre Grund wird in 8,19-20 geoffenbart – sie wollten einen König "damit auch wir seien wie alle Nationen". Einige Stellen in 5. Mose zeigen, dass es der Wille Gottes war, dem Volk einen König zu geben (siehe 5Mo 17,14-20). Das Volk forderte zwar das Richtige, nur war der Zeitpunkt falsch gewählt. Samuel warnte Israel, aber sie hörten nicht auf ihn und verstärkten ihre Forderung. Sie wollten eine königliche Familie haben, damit eine kontinuierliche Linie von Königen über sie herrschen würde. Dadurch brauchten sie nicht jedesmal, wenn ein Führer starb, auf Gott zu schauen, damit Er ihnen einen neuen Richter schenke. Durch eine königliche Linie würde diese Abhängigkeit von Gott wegfallen.

Kap. 9-10 beschreiben den Aufstieg Sauls. Zuerst fand die private Salbung statt (10,1) und danach die öffentliche (10,17-24).

In Kap. 11 gewinnt Saul öffentliches Ansehen, als er die Ammoniter schlägt und die Stadt Jabes-Gilead befreit.

ad b) Samuel zieht sich zurück: 12

Bei seiner Abschiedsrede in Kap. 12 wird die geistliche Größe von Samuel aufgezeigt:

  1. er warnte das Volk noch einmal (12,12-15)
  2. trotz der Tatsache, dass das Volk Samuel ablehnte, war er bereit weiterhin für sie zu beten (12,22-24)

ad c) die Verwerfung Sauls – Versagen: 13-15

Kap. 13 – 15 zeigen Sauls Versagen und seine Verwerfung, welche grundsätzlich aus drei Stufen besteht –

Karte 67 - Die Verwerfung Sauls

Kap 13 zeigt die Ungeduld Sauls. Jonathan, sein Sohn, besiegte eine Abteilung der Philister zu Geba. Danach sammelten sich die Philister "zum Streit wider Israel: dreißigtausend Wagen und sechstausend Reiter und Fußvolk, wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist, an Menge" (13,5). Saul wartete zu Gilgal, damit Samuel dort vor der Schlacht das Opfer bringen sollte, aber Samuel kam nicht zu der vereinbarten Zeit. Gott ließ diesen Umstand zu, um zu sehen, ob Saul, auch wenn er unter Druck stand, bereit war, Ihm zu vertrauen. Saul war es nicht. Als er sah, dass sich seine Soldaten zurückzogen, ergriff er die Initiative und brachte selbst das Opfer dar. Saul hatte bei der Prüfung Gottes kläglich versagt. Als er später von Samuel zur Rede gestellt wurde, versuchte er die Schuld auf Samuel zu schieben –

"... und du nicht kamst zur bestimmten Zeit" (13,11-12).

Kap. 14 zeigt die Impulsivität Sauls, als er schwor, dass niemand bis zum Abend essen sollte, damit der Feind völlig besiegt würde. Jonathan, der von dem Schwur seines Vaters nichts wusste, aß etwas (14,27). Saul wollte Jonathan dann auch tatsächlich töten. Nur der Aufschrei des Volkes hinderte ihn daran (14,38-46).

Kap. 15 zeigt den letzten Schritt von Sauls Ungehorsam, nämlich seine Heuchelei. Samuel schickte Saul und sein Heer gegen die Amalekiter und zwar mit dem Befehl, sie und ihr Vieh völlig auszurotten (15,3). Saul gehorchte aber nur zum Teil. Er behielt einige der besten Rinder und Schafe unter dem heuchlerischen Deckmantel, er wolle sie dazu verwenden, um Gott ein Opfer zu bringen (15,21). Samuel konfrontierte ihn mit den berühmten Worten:

"Siehe, Gehorchen ist besser als Schlachtopfer, Aufmerken besser als das Fett der Widder" (15,22)

Es gibt keinen Ersatz für Gehorsam. Saul zeigte eine gewisse Betroffenheit, aber sein Leben nachher zeigte, dass die Buße nicht ernst gemeint war.

Die Geschichte wechselt nun von Saul zu David; Saul liefert nur mehr den Hintergrund für das Leben von David.

In den letzten fünfzehn Kapiteln von 1. Samuel gibt es zwei interessante Parallelen:

  1. Priesterschaft wechselt von Eli zu Samuel
  2. Königreich wechselt von Saul zu David
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