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Bibelüberblick - Teil 31

1. Samuel 16-31

HAUSAUFGABE
  1. BIBEL: 1Sam 16-31aufmerksam durchlesen
  2. FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
    1. Nenne einige positive Eigenschaften Davids, welche in der Begebenheit in Kap. 17 geoffenbart werden.
    2. Welche Methoden versuchte Saul anzuwenden, um David zu töten?
    3. Nenne einige Schwächen Davids, welche in der Zeit geoffenbart wurden, als er vor Saul auf der Flucht war (Kap. 21-31)
  3. UNTERLAGEN: Teil 31 aufmerksam durchlesen
    Wiederhole die Hauptpunkte des bisherigen Studiums von 1.Samuel (Teil 29 und Teil 30). Eine Frage im Test basiert auf dieser Wiederholung.

5) DAVID: 16-31

a) David dient Saul am Hof (16–20)
b) David flieht vor Saul in die Wüste (21–31)

Diese Kapitel bilden ein wichtiges Glied in der Errichtung des Königreiches. Gott hat Seinen neuen König gesalbt; doch dieser Abschnitt zeigt den Kampf zwischen dem rechtswidrigen Herrscher, der nicht bereit war abzudanken, und dem rechtmäßigen Gesalbten des Herrn. Der Abschnitt kann in zwei Teile unterteilt werden; zuerst diente David Saul am Hof, danach musste er aber vor Saul fliehen.

ad a) David dient Saul am Hof: 16-20

Man kann diese Kapitel in drei Abschnitte unterteilen:

Karte 68 - Der Dienst Davids am Hof Sauls

16

17

18-20

     David kommt an Sauls Hof     

     David siegt über Goliath     

  Davids Freundschaft mit Jonathan  

Samuel war über die Verwerfung Sauls sehr betroffen. Erst nachdem Gott ihn zurechtwies, war er bereit, nach Bethlehem zu gehen, um den neuen König Israels zu salben. Sowohl Samuel, als auch Isai (der Vater von David), suchten die falschen Qualitäten bei dem neuen König von Israel – nicht die äußerlichen, sondern die inwendigen geistlichen Qualitäten sind entscheidend. David, der Jüngste der Familie Isais, wird zum neuen König gesalbt.

Weil Saul von dämonisch-verursachter Angst und Depression geplagt wurde, brachte man David zu ihm, um durch seine Musik Linderung zu verschaffen. Die Therapie war erfolgreich (16,23). Doch David blieb nicht lange am Hof. Ein Krieg zwischen Israel und den Philistern veranlasste Saul mit seinem Heer auszuziehen.

David, der mittlerweile nach Hause zurückgekehrt war, wurde von seinem Vater auf das Schlachtfeld geschickt, um den drei älteren Brüdern Verpflegung zu bringen (17,17-18). David sollte seinem Vater auch Nachricht bringen, wie es seinen Söhnen, Eliab, Abinadab und Schamma geht. Der Sieg Davids über Goliath offenbart einige geistliche Prinzipien:

  1. David ließ sich nicht durch negative Kritik von seinem Vorhaben abhalten.
    Weder der Spott seines Bruders Eliab (17,28), noch das Abraten Sauls (17,32-33) konnten ihn zurückhalten.
     
  2. David hatte Zuversicht, weil er Gottes Hilfe bei kleineren Problemen erlebt hatte.
    Er war davon überzeugt, dass Gott, der ihm bei den bösen Tieren geholfen hatte, ihm auch in diesem Fall helfen würde. (17,34-37)
     
  3. David erkannte, dass der eigentliche Kampf zwischen Goliath und Gott ausgetragen wurde.
    Goliath hatte Gott verhöhnt. David wusste, dass Gott selbst sich rächen würde. (17,45-47)
     
  4. Obwohl David seine Fähigkeiten und seine Schleuder einsetzte, vertraute er auf Gott.
    Gott ehrte den Glauben Davids und schenkte ihm einen großen Sieg.

In Kap. 18 ist David wieder am Hof und schließt Freundschaft mit Jonathan. David wird zum Helden des Volkes:

"Saul hat seine Tausende erschlagen, und David seine Zehntausende" (18,7).

"Da ergrimmte Saul sehr" (18,8). Von Eifersucht getrieben, beschloss Saul, David umzubringen. Grundsätzlich verwendete er zwei Methoden:

  1. er versuchte ihn persönlich umzubringen (18,10-16)
  2. er versuchte David auf eine indirekte Weise zu töten, und zwar in einem Krieg mit den Philistern (18,17-30).

Beide Methoden waren zum Scheitern verurteilt. Die Beziehung, welche Saul zu David hatte, offenbart, welch unbeständiger, unzuverlässiger Mensch Saul war –

ZUERST "und er (Saul) liebte ihn (David) sehr, und er (David) wurde sein (Saul) Waffenträger" (16,21)
DANN "Ich (Saul) will David an die Wand spießen!" (18,11)
DANN "und Saul schwor: so wahr Jahwe lebt, wenn er (David) getötet wird" (19,6)
DANN "und Saul suchte David mit dem Speer an die Wand zu spießen" (19,10)

Weiters zeigte Saul Reue hinsichtlich seines Vorhabens David zu töten (siehe 24,17-23). Kurz danach kam die Rache wieder zum Vorschein und er machte sich auf die Suche nach David (26,2); wenig später reute es ihn wieder (26,21). Diese immer schlimmer werdende Unbeständigkeit und Wankelmütigkeit ist nicht zuletzt auf die Tatsache zurückzuführen, dass wegen seines vorsätzlichen Ungehorsams "der Geist Gottes von Saul wich, und ein böser Geist von Jahwe ihn ängstigte" (16,14).

David geriet unter zunehmenden Druck und floh vor Saul. David und Jonathan bekräftigten ihre Freundschaft mit einem Bund (20,42). Jonathan ist ein Beispiel eines guten Freundes:

  1. Er hilft, obwohl er dadurch sein eigenes Leben aufs Spiel setzt.
  2. Er bleibt aber trotzdem seinem Vater treu, obwohl er weiß, dass dieser auf der Seite des Verlierers steht.

ad b) David flieht vor Saul in die Wüste: 21-31

Diese Kapitel beschreiben die Jahre, welche David in der Verbannung verbringen musste. Während dieser Zeit werden einige Schwächen Davids aufgezeigt:

  1. aus großer Angst belog David den Hohepriester Abimelech (21,2)
  2. aus großer Angst stellte er sich vor dem König Achis von Gath wahnsinnig (21,11-15)
  3. er geriet in die Situation, auf der Seite des Feindes (die Philister) gegen sein eigenes Volk kämpfen zu müssen; nur das Eingreifen Gottes verhinderte diese Katastrophe (29,1-11)
  4. er wurde immer wieder von Todesangst geplagt (20,3; 27,1)

Doch auch eine große Stärke Davids kam während dieser Zeit ans Licht, und zwar sein Respekt vor einer Autorität, welche von Gott eingesetzt worden war. Zweimal hatte er die große Gelegenheit, Saul zu töten. Zweimal weigerte er sich, den Gesalbten des Herrn anzugreifen (z.B. siehe 26,9).

Kap. 28 und 31 zeigen die letzten Ereignisse im Leben Sauls. Zuerst wird in Kap. 28 beschrieben, wie er mit Spiritismus in Berührung kam. In seiner Verzweiflung suchte er eine Frau auf, die einen Totenbeschwörergeist hatte. Sie sollte von Samuel die Auskunft einholen, wie die Schlacht mit den Philistern ausgehen würde. Es scheint klar zu sein, dass tatsächlich Samuel Saul erschienen ist und keine dämonische Nachahmung; vier Gründe sprechen dafür :

  1. Das Medium hatte die Lage offenbar nicht mehr in der Hand gehabt. (V. 12)
  2. Die Bibel berichtet, dass Samuel (nicht eine dämonische Nachahmung) tatsächlich sprach . (V. 14-15)
  3. Bei seinem Erscheinen sprach Samuel sofort Saul an. (V. 15)
  4. Die hinsichtlich der Schlacht gemachte Prophezeiung traf genau wie vorhergesagt ein .(V. 19, vergleiche 31,2 + 4-5)

In Kap. 31 endete dann das tragische Leben von Saul. Er beging Selbstmord. Obwohl er gläubig war, kann man sagen, dass ihn sein Weg ab Kap. 13 Schritt für Schritt weiter von Gott wegführte.

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