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Bibelüberblick - Teil 34

2. Samuel 13-24

HAUSAUFGABE
  1. BIBEL: 2Sam 13-24 aufmerksam durchlesen
  2. FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
    1. Nenne die zwei Söhne Davids, welche ihrem Vater Schwierigkeiten bereiteten. Was waren ihre Sünden?
    2. Zeige Ereignisse auf, wobei man klar die Folgen des Gerichtes erkennen kann, welches Nathan in Kap. 12 verkündigt hat.
    3. Welche geistlichen Lehren könnte man rückblickend aus dem Leben von David, wie es in 2. Samuel geschildert wird, für sich persönlich ziehen ?
  3. UNTERLAGEN: Teil 34 aufmerksam durchlesenWiederhole die Hauptpunkte des bisherigen Studiums von 2. Samuel (Teil 32 und Teil 33). Eine Frage im Test basiert auf dieser Wiederholung.

III) DIE FOLGEN DER SÜNDE: 13-20

Die Folgen der Sünde Davids begannen bei ihm selbst in Kap. 11-12. Danach kamen die Folgen in sich immer weiter bildenden Verzweigungen auf seine Familie (Kap. 13-18) und schließlich auf seinen Staat (Kap. 19 – 20).

Karte 73 – Die Folgen der Sünde Davids

6) DIE SCHWIERIGKEITEN MIT SEINER FAMILIE: 13-18

a) die Schwierigkeiten mit Amnon - Blutschande (13)
b) die Schwierigkeiten mit Absalom - Aufstand (14-18)

Zwei Söhne Davids bereiteten ihm ganz besondere Sorgen, Amnon und Absalom –

Karte 74 - Die Schwierigkeiten Davids mit seiner Familie

13

14-18

SCHWIERIGKEITEN MIT AMNON

SCHWIERIGKEITEN MIT ABSALOM

Blutschande

Aufstand

ad a) Die Schwierigkeiten mit Amnon – Blutschande - 13

Amnon stellte sich aufgrund des Rates eines "Freundes", Jonadab, krank, damit er Tamar, die Schwester Absaloms, bekommen konnte (13,1-5). Als sie dann kam um ihn zu pflegen, überfiel er sie und beging Blutschande (13,6-14). Seine vermeintliche "Liebe" schlug sofort in Hass um, nachdem er das erreicht hatte, was er wollte. Er demütigte Tamar noch weiter, indem er sie von sich wegschickte (13,15-19). Als Absalom von dieser Sache erfuhr, "redete (er) mit Amnon weder Böses noch Gutes" (13,22), sondern wartete eine Gelegenheit ab, um sich völlig zu rächen. Diese Gelegenheit kam nach zwei Jahren; bei einem Fest ließ Absalom Amnon umbringen.

ad b) Die Schwierigkeiten mit Absalom – Aufstand - 14-18

Nach dem Mord an Amnon floh Absalom nach Gesur und blieb dort drei Jahre (13,38). Doch mit der Hilfe Joabs durfte er wieder nach Jerusalem zurückkehren (14,1-27). Nach Verlauf von weiteren zwei Jahren begegnete Absalom wieder seinem Vater – die Begegnung war herzlich (14,28-33). In den nächsten vier Jahren plante und arbeitete Absalom daran, einen Aufstand gegen seinen Vater durchzuführen und den Thron einzunehmen. Eines Tages war es dann soweit und er ließ sich in Hebron zum König über Israel krönen (15,7-12). Als David von dem Aufstand erfuhr, floh er aus Jerusalem und ging über den Jordan (15,13-17,29). Kap. 18 berichtet dann von der Schlacht zwischen dem Heer Davids, zu denen Joab, Abisai und Ittai gehörten, und dem Heer Absaloms, im Wald Ephraim. "Und das Volk von Israel wurde daselbst vor den Knechten Davids geschlagen, und die Niederlage wurde daselbst groß an jenem Tage" (18,7). Absalom wurde getötet und dem Aufstand ein Ende gemacht. Als David von dem Tod seines Sohnes hörte, wurde er von einer tiefen Trauer erfasst.

7) DIE SCHWIERIGKEITEN MIT SEINEM STAAT: 19-20

Dieser Aufstand hatte den Zusammenhalt des Königreiches erschüttert. Das Volk wurde verunsichert und nur langsam unterwarfen sich Israel und dann zuletzt der Stamm Juda wieder David. Die Tiefe dieser Krise kann daran ermessen werden, dass gerade jener Stamm, welcher von allem Anfang an David unterstützt hatte, nämlich Juda, in dieser Zeit als letzter ihm wieder die Unterstützung gab (19,9-15). Zwischen Israel und Juda wuchs die Eifersucht (19,41-43). Scheba, ein Benjaminiter, führte einen neuen Aufstand. David schickte Amasa, um diesen Aufstand niederzuschlagen (20,8-10). Amasa wiederum wurde von Joab ermordet (20,8-10). Schließlich machte Joab in Abel-Beth-Maacha dieser Gefahr für das Königreich ein Ende. Scheba wurde von einem "klugen Weib" in dieser Stadt getötet. Nach außen hin kehrte nun wieder Frieden in das Reich ein, doch die Risse zwischen Juda und Israel wurden nur zugedeckt, um in einigen Jahren wieder aufzubrechen. Dies führte dann zu der endgültigen Teilung des Reiches in Nord- und Südreich.

Diese Kapitel zeigen in aller Deutlichkeit und Eindringlichkeit die verheerenden Auswirkungen der Sünde. Gott hatte zu David gesagt :

"Nun denn, so soll von deinem Hause das Schwert nicht weichen ewiglich" (12,10)

Kap. 13-20 zeigen, dass Gott diese Aussage bitter ernst gemeint hat, sogar ein Mann nach Seinem Herzen konnte davon nicht verschont bleiben.

IV) DER RÜCKBLICK: 21-24

Diese letzten Kapitel stehen nicht in chronologischer Reihenfolge – ihre Aufgabe ist es, einen Querschnitt durch die Regierungszeit Davids zu geben.

Karte 75 – Ein Querschnitt der Regierungszeit Davids

21

22

23,1-7

23,8-39

24

DIE PROBLEME
Davids

DER LOBPREIS
Davids

DIE PROPHEZEIUNGEN
Davids

DIE HELDEN
Davids

DIE STRAFE
Davids

Aufgrund dieses Querschnittes könnte man die Regierungszeit Davids wie folgt zusammenfassen:

Er hatte während seiner Regierungszeit viele Probleme, Hungersnot und Krieg waren die Hauptprobleme. Doch in jeder Lage und in jeder Not gab David Gott Lob, es war seine dringlichste Aufgabe. Auch kam das Wort Gottes während der Regierung Davids nicht zu kurz, das lebendige Wort der Prophezeiung war vorhanden. David war ein Mann des Gehorsams, sein Leben war geprägt vom Wort Gottes. Man kann sich das Leben Davids nicht vorstellen ohne seine Helden. Diese Männer blieben bei ihrem Anführer, vom Anfang bis ans Ende, und obwohl diese Männer öfters im Hintergrund waren, spielten sie trotzdem eine maßgebliche Rolle in dem Aufstieg Davids als König und in dem Aufstieg Israels als Nation. Letztlich war David trotz aller Vorzüge ein sündhafter Mensch, wie alle anderen. In den Fällen, wo von seiner Sünde berichtet wurde, wurde auch in aller Deutlichkeit die Strafe Gottes an ihm, seiner Familie und seinem Volk geoffenbart.

8) DIE PROBLEME DAVIDS: 21

Dieses Kapitel gewährt Einblick in die typischen Probleme von David; zwei davon werden herausgehoben :

  1. Hungersnot (21,1-14)
  2. Krieg (21,15-22)

Die Hungersnot wurde durch Treuebruch den Gibeonitern gegenüber verursacht. Josua hatte fast 600 Jahre vorher einen Bund mit ihnen geschlossen (siehe Jos 9,15). Saul hatte viele Jahre später diesen Bund nicht mehr beachtet, aber weil die Ältesten zu Josuas Zeit "bei Jahwe dem Gott Israels" geschworen hatten (Jos 9,18), strafte Gott Israel für die Nicht-Einhaltung dieses Bundes. Die Ehre des Namens Gottes wurde durch das Nicht-Beachten des Bundes in Frage gestellt! Erst als David durch den Tod von sieben Söhnen Sauls Sühnung erbrachte, konnte die Hungersnot abgewendet werden (21,3-14).

Das zweite Problem war der Krieg gegen die Philister (21,15). Während der Regierungszeit Davids waren sie seine größten Feinde – vor allem ihre körperliche Stärke und überdimensionale Größe werden betont.

9) DER LOBPREIS DAVIDS: 22

Dieses Loblied ist identisch mit Ps 18 und beschreibt die mächtige Errettung Gottes für Sein Volk.

10) DIE PROPHEZEIUNGEN DAVIDS: 23, 1-7

Diese Verse, die wie Kap. 22 auch in poetischer Form gehalten sind, offenbaren die Vorstellung Gottes, wie der vollkommene Führer Seines Volkes aussehen soll. Dieses Wort Gottes war sicherlich der Maßstab, an dem David während der 40 Jahre seiner Regierung festhielt.

11) DIE HELDEN DAVIDS: 23,8-39

Diese Verse zählen die Namen jener Männer auf, welche zu David hielten. Auf der menschlichen Ebene ist David durch ihre Unterstützung so groß geworden. Drei Qualitäten zeichneten diese Männer aus:

  1. sie waren loyal und treu
    Als David einmal Wasser aus der Zisterne in Bethlehem haben wollte, riskierten drei Helden ihr Leben, um das Wasser zu holen (23,15-17)
     
  2. sie waren mutig – gegen einen mit einem Speer bewaffneten ägyptischen Krieger zog einer der Helden mit nur einem Stab in der Hand aus – und siegte (23,21-23)
     
  3. sie waren bereit unter jeder Bedingung zu kämpfen – sogar im tiefsten Winter stieg einer der Helden in eine Grube hinab, in welcher ein Löwe war. Er erschlug den Löwen (23,20).

David konnte solche Männer um sich scharen, weil er selbst solche Qualitäten besaß!

12) DIE STRAFE DAVIDS: 24

David führte eine Volkszählung durch. "Der Zorn Jahwes entbrannte" (24,1). Es gibt zwei Gründe, die David bewegt haben könnten, dies zu tun –

  1. um die Stärke seines Heeres zu schätzen (Motiv – Stolz)
  2. um das Vermögen zu schätzen, um neue Steuern einzuführen (Motiv – Gier)

Als Strafe für diese Sünde bat Gott ihm drei Gerichte an. David durfte sich eines aussuchen. Er warf sich auf Gott und infolge einer Pest starben 70.000 Israeliten. Das Gericht hörte bei der Tenne Arawnas, des Jebusiters, plötzlich auf. Dort bekannte David seine Sünde und bat um Barmherzigkeit (24,16-17). Auf dieser Tenne sollte der spätere Tempel errichtet werden.

Ein Rückblick auf Davids Leben offenbart drei geistliche Prinzipien:

  1. Gal. 6,7 "denn was irgend ein Mensch sät, das wird er auch ernten...".
    David säte Unsittlichkeit und Mord und erntete dafür innerhalb seiner Familie
     
  2. Hebr. 12,6 "denn wen der Herr liebt, den züchtigt er..." Gott liebte David, deshalb gab es soviel Züchtigung in seinem Leben.
     
  3. Gott vergibt die Vergangenheit, ABER Er macht sie nicht rückgängig – die Sünde Davids wurde in Kap. 12 vergeben, aber ihre Auswirkungen verfolgten ihn sein Leben lang.
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