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Bibelüberblick - Teil 39

1. Könige 12-22

HAUSAUFGABE
  1. BIBEL: 1Kö 12-22 aufmerksam durchlesen
  2. FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
    1. Was war die Sünde Jerobeams in Kap. 12?
    2. Fasse die Begebenheit in Kap. 19 zusammen. Wie half Gott Elia wieder aus seiner Depression heraus?
    3. Wie war das Ende von Ahab (Kap. 20-22)
  3. UNTERLAGEN: Teil 39 aufmerksam durchlesen
    Wiederhole die Hauptpunkte des bisherigen Studiums von 1. Könige (Teil 38). Eine Frage im Test basiert auf dieser Wiederholung.

II) DAS GETEILTE REICH: 12-22

1. + 2. Könige zeigen wie das königliche Amt von dem prophetischen Amt abgelöst wurde. Die nächsten Kapitel zeigen diesen Konflikt zwischen den Propheten und den Königen. Ganz besonders offenbaren diese Wahrheit die Kap. 17-22, als Elia öfters mit König Ahab in Konflikt kam. Dieser Abschnitt kann wie folgt unterteilt werden:

Karte 84 - Die Könige und die Propheten im geteilten Reich

DAS GETEILTE REICH

12-16

17-22

DIE KÖNIGE betont

DIE PROPHETEN betont

      die Teilung des Reiches     
und die Folgen

Elia, der Prophet
König Ahab

      
    931 v. Chr.

6) DIE KÖNIGE : 12-16

a) Rehabeam und Jerobeam (12-14)
b) die Könige des Süd-Reiches [Juda] (15,1-24)
c) die Könige des Nord-Reiches [Israel] (15,25-16,34)

ad a) Rehabeam und Jerobeam - 12-14

Rehabeam, der Sohn Salomos, machte gleich zu Beginn seiner Regierungszeit einen großen Fehler. Die empörten Juden gingen von ihm weg und gründeten ein eigenes Reich, welches ab diesem Zeitpunkt normalerweise als "Israel" bezeichnet wird. Jerobeam wurde König über dieses Nord-Reich, welches sich aus den zehn Stämmen Israels zusammensetzte.

Karte 85 - Das geteilte Reich

Um zu verhindern, dass die Juden des Nord-Reiches wieder Rehabeam unterstützen würden (da sie mindestens dreimal im Jahr nach Jerusalem gehen mussten, um den religiösen Festen beizuwohnen), gründete Jerobeam ein neues religiöses System. Die zwei Zentren waren in Bethel und Dan. Die Juden des Nord-Reiches beteten nun statt den lebendigen Gott, goldene Kälber an (12,26-33). Dieses System von Jerobeam war ein typisches Beispiel von Synkretismus. Es gab darin Elemente von der wahren Jahwe-Anbetung, vermischt mit heidnischen Götzen und heidnischen Praktiken. Vor allem die Grundlage dieses Systems war völlig falsch. Gott hatte Jerobeam die 10 Stämme und das Reich versprochen (11,30-39). Er brauchte nicht durch menschliche Überlegungen und Methoden das zu schützen, was Gott versprochen hatte. Er wurde von einem unbekannten Propheten gewarnt, doch er wollte nicht hören. Das Gericht Gottes kam und er und sein Haus wurden davon getroffen. Sein Sohn Abija erkrankte und starb später (Kap. 14).

ad b) Die Könige vom Süd-Reich (Juda) - 15,1-24

Die ersten drei Könige des Hauses David im Süd-Reich werden erwähnt:

  1. Rehabeam (11,1-14,31)
  2. Abija (15,1-8)
  3. Asa (15,9-24)

ad c) Die Könige vom Nord-Reich (Israel) - 15,25-16,34

Die ersten fünf Könige (da die Regierungszeit von Ela, sowie von Simri, so kurz war, werden sie normalerweise zusammengezählt) des Nord-Reiches werden erwähnt, um die Basis für das Auftreten Ahabs und den darauffolgenden Konflikt mit Elia zu legen:

  1. Jerobeam (11,20-15,24)
  2. Nadab (15,25-28)
  3. Baesa (15,29-16,6)
  4. Ela/Simri (16,7-20)
  5. Omri (16,21-28)

König Ahab tritt ab 16,29 in Erscheinung und ist eine der beiden Schlüsselfiguren der letzten Kapitel von 1. Könige. Die zweite Schlüsselfigur ist der Prophet Elia.

7) DIE PROPHETEN: 17-22

  1. Elia konfrontiert Ahab (17)
  2. Elia konfrontiert die Baals-Propheten (17)
  3. Elia flieht vor Isebel (19)
  4. das Ende Ahabs (20-22)

Diese Kapitel offenbaren die Wahrheit, dass Gott, sogar in tiefsten Zeiten des Abfalls, seinen Diener hat, welcher für Ihn Zeugnis ablegt. In diesem Fall war dieser Diener Elia, der Tisbiter.

ad a) Elia konfrontiert Ahab - 17

Elia erscheint plötzlich vor Ahab und spricht ein Gericht der Dürre aus. Dieses Gericht war ausschließlich gegen den Götzendienst der Juden mit Baal gerichtet. Baal war der "zuständige" Gott für Klima, Witterung, Wachstum und Fruchtbarkeit. Dieses Gericht sollte seine Ohnmacht völlig offenbaren. König Ahab, vor allem aber Königin Isebel, hatten den Baals-Kult von den Sidoniern mitgebracht (16,29-33) und in ganz Israel verbreitet.

Elia musste sich während der Zeit des Gerichtes in einem Versteck aufhalten und lernte während dieser Monate zwei Wahrheiten:

  1. Er war bezüglich seiner täglichen Bedürfnisse völlig von Gott abhängig (17,2-4)
  2. Gott kann unseren Bedürfnissen auf für uns undenkbare Weise begegnen (17,5-6)

Der Bach Krith vertrocknete und der Herr befahl Elia nach Zarpath in Sidon zu gehen. Hier wurde er von einer Witwe, welche selbst nichts hatte, versorgt. Diese Begebenheit offenbart drei Wahrheiten:

  1. Gott kann Seine Kinder beschützen, sogar im Zentrum vom Feindesgebiet (Baal hatte ein sehr starkes religiöses Zentrum in Sidon)
  2. Die Möglichkeiten Gottes sind unbegrenzt, um den Bedürfnissen Seiner Kinder zu begegnen. Wenn eine Quelle versiegt, hat Er die nächste Quelle bereit.
  3. Gott kann eine arme, schwache Witwe, welche selbst nichts hatte um ihren Sohn und sich zu versorgen, dazu verwenden, täglich genug für drei Personen (die Witwe, ihr Sohn und Elia) bereitzustellen.

ad b) Elia konfrontiert die Baals-Propheten - 18

Nach 3 ½ Jahren fürchterlicher Dürre (Jak 5,17), erreichte die Konfrontation ihren Höhepunkt auf dem Berg Karmel. Durch Obadja, den Aufseher Ahabs, fordert Elia Ahab auf, zu ihm zu kommen. Obadja ist ein Bild für einen Gläubigen der Angst hat, seinen Herrn in der Öffentlichkeit wirklich zu bekennen. In dieser Hinsicht steht Obadja im vollkommenen Gegensatz zu Elia. Drei Merkmale kann man bei Obadja entdecken:

  1. er war wirklich gläubig (18,12)
  2. doch diente er am Hofe der großen Götzendienerin Isebel (18,3)
  3. alles was er machte, erfolgte heimlich, er hatte Angst seinen Glauben an Jahwe öffentlich zu bekunden (er versteckte die 100 Propheten heimlich, er versorgte sie heimlich, usw.)

Elia zwingt Israel zu einer Entscheidung auf dem Berg Karmel –

"Wie lange hinket ihr auf beiden Seiten? Wenn Jahwe Gott ist, so wandelt ihm nach;
wenn aber der Baal, so wandelt ihm nach!" (18,21)

Israel muss entscheiden – BAAL oder GOTT. Die Propheten Baals bekommen die Gelegenheit, die Macht ihres Gottes zu beweisen. Er soll durch Feuer vom Himmel zeigen, dass er Gott ist. Die Propheten bemühen sich den ganzen Tag – "aber da war keine Stimme und keine Antwort und kein Aufmerken" (18,29). Elia ruft Gott an, dass Er sich offenbare – "da fiel Feuer Jahwes herab und verzehrte das Brandopfer und das Holz und die Steine und das Wasser, das im Graben war, leckte es auf" (18,38). Die Propheten Baals werden hingerichtet; das Volk entscheidet sich für Jahwe und das Gericht der Dürre wird aufgehoben – es regnet! (18,39-46).

ad c) Elia flieht vor Isebel - 19

Kap. 19 steht im vollkommenen Gegensatz zu Kap. 18 -

 

 

 

 

Der Mann, der den Sieg von Karmel kannte, liegt in Depressionen und Selbstmitleid irgendwo in der Wüste. Hier ist Elia auch ein Bild für die Gläubigen heutzutage; große Siege und zerschmetternde Niederlagen – "Elia war ein Mensch von gleichen Gemütsbewegungen wie wir ..." (Jak 5,17)

Der Grund für diesen Absturz in Elias Leben hing wahrscheinlich damit zusammen, dass er sich, nach dem Sieg von Karmel, eine große Änderung in Isebels Haltung und Benehmen erwartete. Dass sie genauso hartherzig wie zuvor war, passte nicht in sein Verständnis der Dinge. Er war enttäuscht; er war entmutigt. Diese Entmutigung führte dazu, dass er, anstatt dem Problem zu begegnen, vor dem Problem davonlief. Als nächstes kam Selbstmitleid. Als Folge davon wurde Elia depressiv und lebensmüde.

Diese Stufen sind die klassischen Symptome von tiefer Depression und Selbstmordtendenzen. Die vierfache "Behandlung" Elias durch Gott ist ein klassisches Beispiel dafür, solchen Problemen auf einem biblischen Weg zu begegnen:

  1. Er begegnete den körperlichen Nöten Elias
    Zuerst schlief Elia (V. 5) und dann bekam er Nahrung (V. 6)
     
  2. Er gab Elia geistliche Offenbarung
    Am Berg Horeb zeigte Gott Elia unglaublich destruktive Kräfte (Wind, Erdbeben, Feuer), doch Er war nicht in diesen Kräften, sondern Er offenbarte sich in dem Ton eines leisen Säuseln. Gott lässt sich von niemandem vorschreiben, wie Er zu handeln und sich zu offenbaren hat.
     
  3. Er zeigte Elia, dass er nicht allein war
    Es gab noch 7000, welche ihre Knie vor Baal nicht gebeugt hatten (V. 18).
     
  4. Er gab Elia einen neuen Auftrag, eine neue Ausrichtung
    Er sollte nach Israel zurückkehren und Hazael (den neuen König von Syrien), Jehu (den neuen König von Israel) und Elisa (den neuen Propheten) salben.

Nach dieser Begebenheit wurde Elia wieder völlig hergestellt.

ad d) Das Ende Ahabs - 20-22

Drei Begebenheiten in diesen Kapiteln zeigen wie Ahab den Willen Gottes völlig missachtete:

  1. Ahab und Ben-Hadad (Kap. 20)
  2. Ahab und Naboth (Kap. 21)
  3. Ahab und Micha (Kap. 22)

Obwohl Ahab seinen Feind Ben-Hadad, den König von Syrien, hätte völlig vernichten können, ließ er, wie König Saul vor ihm, den Feind laufen. Ein Prophet zeigte, dass dieser Ungehorsam Ahabs sein Leben kosten würde.

Kap. 21 zeigt die selbstsüchtigen materiellen Lüste Ahabs. Er wollte den Weinberg von Naboth, dem Jesreeliter, haben. Isebel organisierte den Tod Naboths und als Ahab seinen neuen Besitz einnehmen wollte, erschien ihm Elia und prophezeite seinen Tod als Strafe für diese Sünde.

In Kap. 22 machen sich Ahab und Josaphat, König von Juda, bereit, um gemeinsam gegen den König von Syrien zu ziehen. 400 Propheten prophezeien einen Sieg. Doch Josaphat möchte einen Propheten Jahwes hören. Michajah sagt den Tod Ahabs voraus (22,19-28). Dies war nun das dritte Mal, dass der Tod Ahabs durch einen Propheten Gottes vorausgesagt wurde. In 22,34-38 stirbt Ahab – "ein Mann spannte den Bogen aufs Geratewohl und traf den König von Israel zwischen dem Panzeranhang und dem Panzer". Ahab versuchte durch Verstellung, durch Panzer usw. sich vor dem Tode zu schützen, doch niemand kann dem beschlossenen Gericht Gottes entkommen.

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