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Bibelüberblick - Teil 52

Das Buch Nehemia -
der Wiederaufbau der Mauer


Nehemia 1-7

HAUSAUFGABE
  1. BIBEL: Neh 1-7 aufmerksam durchlesen
  2. FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
    1. Beschreibe, welche Vorbereitungen Nehemia für den Wiederaufbau der Mauer in den Kap. 1-3 traf.
    2. Mit welchen Problemen und Widerständen wurden sie dann in den Kap. 4-6 konfrontiert?
  3. UNTERLAGEN: Teil 52 aufmerksam durchlesen

EINLEITUNG ZU NEHEMIA

Ursprünglich bildeten Nehemia und Esther gemeinsam ein Buch. Das Buch Nehemia beschreibt den Wiederaufbau der Mauer von Jerusalem. (Esra betonte den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem). Die Zeitspanne, in welche die Ereignisse dieses Buches fallen, beträgt etwa 25 Jahre (von 444 – 420 v. Chr.). Nehemia war Mundschenk des Königs Artaxerxes I. (Longimanus). Als Nehemia zum ersten Male nach Jerusalem kam, war Esra bereits 13 oder 14 Jahre dort tätig gewesen. Nehemia blieb 12 Jahre in Jerusalem. Dann ging er zurück nach Persien, um wieder seinem König zu dienen. Später (Kap. 13) ging er zum zweiten Mal nach Jerusalem. Wie viele Jahre zwischen den beiden Aufenthalten in Jerusalem liegen, geht nicht klar hervor. Es ist möglich, dass die ganzen Ereignisse, von denen in Neh 1-12 berichtet wird, in dem ersten Jahr des Dienstes von Nehemia stattgefunden haben. Der Wiederaufbau der Mauer dauerte 52 Tage.

Nehemia hatte nur eine beschränkte Zeit, um sein Vorhaben zu verwirklichen, daher ließ er sich, nachdem er mit dem Wiederaufbau der Mauer begonnen hatte, weder durch Widerstand, noch durch Entmutigung, noch durch sonst einen Umstand von diesem Vorhaben abbringen.

Das Buch Nehemia kann man in drei Teile unterteilen:

Karte 109 - Die Unterteilung von Nehemia

1-7

8-9

10-13

   DER WIEDERAUFBAU   
DER MAUER

   DIE UNTERWEISUNG   
DES VOLKES

   DIE BESIEDELUNG   
DER STÄDTE

EINTEILUNG VON NEHEMIA

HAUPTGEDANKE: DIE WIEDERHERSTELLUNG –
DIE MAUER WIEDERAUFGEBAUT

I) DER WIEDERAUFBAU DER MAUER: 1-7

1) DIE VORBEREITUNGEN FÜR DIE ARBEIT  1-3

a) Nehemia betet (1)
b) Nehemia plant (2-3)

2) DIE PROBLEME BEI DER ARBEIT  4-6

a) der Widerstand von außen (4,1-9)
b) der Widerstand von innen (4,10-5,19)
c) der Widerstand von außen (6,1-19)

3) DIE FERTIGSTELLUNG DER ARBEIT  7

II) DIE UNTERWEISUNG DES VOLKES: 8-9

4) DAS WORT GOTTES WIRD VORGELESEN  8
5) DAS WORT GOTTES BRINGT FOLGEN  9

III) DIE BESIEDELUNG DER STÄDTE: 10-13

6) DIE ERNEUERUNG DES BUNDES  10
7) DIE VOLKSZÄHLUNG  11-12
8) DIE WIEDERKEHR NEHEMIAS  13


I) DER WIEDERAUFBAU DER MAUER: 1-7

Der Verlauf von Nehemia Kap. 1-7 hat Ähnlichkeit zu dem von Esra. Zuerst eine Rückkehr nach Jerusalem, dann wird ein Werk angefangen. Kurz darauf beginnen auch die Schwierigkeiten und der Widerstand; doch trotz aller Nöte wird die Arbeit fertiggestellt.

1) DIE VORBEREITUNGEN FÜR DIE ARBEIT: 1-3

a) Nehemia betet (1)
b) Nehemia plant (2-3)

Diese Kapitel offenbaren wichtige Prinzipien geistlicher Führerschaft. Nehemia hat ein klares Ziel vor sich. Um dieses Ziel zu erreichen, benutzte er zwei ihm zur Verfügung stehende Möglichkeiten:

  1. Gebet     - die Beziehung Nehemias zu Gott.
  2. Planung  - die Beziehung Nehemias zu Menschen - Nehemia erreichte sein Ziel unter anderem deshalb, weil er andere Menschen in sein Vorhaben mit einbezog.

Karte 110 - Die Vorbereitungen für die Arbeit

1

2-3

Nehemia BETET richtig

Nehemia PLANT richtig

Die Vermengung von Gebet und Planung ist notwendig, damit das Werk Gottes vorankommen kann:

  1. Gebet ohne Planung bedeutet Übergeistlichkeit ohne praktische Grundlage
  2. Planung ohne Gebet bedeutet menschliche Anstrengung ohne den Segen Gottes

ad a) Nehemia betet - 1

Kap. 1 offenbart die notwendigen Schritte, um ein Werk Gottes zu gründen:

  1. Zusammentragen von Informationen (1,1-3)
    Nehemia befragte Juden, welche in Jerusalem waren, wie die Lage dort sei. Sie lieferten ihm ein trauriges Bild:
     
    1. die Juden in Jerusalem "sind in großem Unglück und in Schmach".
    2. die Mauer von Jerusalem ist niedergerissen und die Tore "sind mit Feuer verbrannt".
       
  2. Nehemia hat eine Last für Jerusalem (1,4)
    Als er von der Lage hörte, wurde er persönlich angesprochen und empfand eine Last für die Stadt.
     
  3. die Last bewirkt Gebet (1,5-11)
    Diese Last bewirkte ein Gebet der Fürbitte und des Flehens für Jerusalem. Drei Merkmale kennzeichnen dieses Gebet:
     
    1. Erbarmen und Bekenntnis: Er weinte und bekannte seine Sünde und die Sünde des Volkes.
    2. Die Verheißungen Gottes: In V. 8-9 erinnert er Gott an Sein Wort, nicht nur zu richten, sondern auch zu erretten.
    3. Persönliche Verpflichtung: Er war nicht nur bereit zu beten, sondern auch persönlich in die Sache verwickelt zu werden. Er war bereit, seine gute und sichere Stelle am Hof aufzugeben, um nach Jerusalem zu gehen.

Vier Monate vergingen, ohne sichtbare Antwort auf das Gebet von Nehemia. Dann, in 2,1-3 kam die Erhörung. Nehemia bekam die Erlaubnis, nach Jerusalem zu reisen.

ad b) Nehemia plant - 2-3

Nachdem er im Gebet die richtige Grundlage gelegt hatte, begann Nehemia auch mit der Planung des Projektes. Diese Planung kann in vier Abschnitte unterteilt werden:

  1. die Untersuchung (2,9-16)
    Bevor er konkrete Pläne machte, untersuchte er allein bei Nacht den Zustand der Stadt, damit er sein Ziel klar abstecken konnte.
     
  2. die Zusammenarbeit (2,17-18)
    Dann teilte er seine Vision mit anderen. Zuerst sprach er mit den Führern des Volkes in Jerusalem. Er ermahnte sie nicht wegen ihres Versagens in der Vergangenheit, sondern ermutigte sie, die Herausforderung anzunehmen. Sie sagten: "Wir wollen uns aufmachen und bauen!" Nun lag die Last und Vision nicht nur bei Nehemia.
     
  3. die Entschlossenheit (2,19-29)
    Der Feind im Land lehnte sich sofort gegen diese Pläne auf, aber Nehemia und die Männer waren entschlossen, mit Gottes Hilfe ihr Ziel zu erreichen.
     
  4. Die Aufteilung (3,1-32)
    Jeder bekam seine Arbeit zugeteilt.

2) DIE PROBLEME BEI DER ARBEIT: 4-6

  1. der Widerstand von außen (4,1-9)
  2. der Widerstand von innen (4,10-5,19)
  3. der Widerstand von außen (6,1-19)

ad a) Der Widerstand von außen - 4,1-9

Die Feinde im Lande intensivierten ihren Angriff auf die Bauleute, nachdem sie sahen, dass die Arbeit voranging. Sie spotteten und höhnten die Arbeiter. Nehemia blockierte diesen Angriff durch Gebet (v. 4-5) und durch Entschlossenheit (V. 6).

ad b) Der Widerstand von innen - 4,10-5,19

Zwei Einstellungen verbreiteten sich unter den Juden in Jerusalem, welche auch die Arbeit gefährdeten:

  1. Entmutigung
    Das Volk begann, die Worte der Feinde wirklich zu glauben. Nehemia aber hatte die Antwort darauf. Er ermutigte die Arbeiter zu noch mehr Einsatz. Sie arbeiteten mit dem Werkzeug in der einen und der Waffe in der anderen Hand.
  2. Selbstsüchtigkeit
    Kap. 5 zeigt, dass viele der Israeliten ungerechte und hohe Zinsen beim Geldverleih verlangten. Nehemia wies sie zurecht - sie möchten lieber Geld verdienen, als den Willen Gottes tun.

ad c) Der Widerstand von außen - 6,1-19

Die Arbeit war fast fertig und die Feinde versuchten nun mit allen Mitteln die Fertigstellung zu verhindern. Eine Methode wird dabei besonders erwähnt:

die Ablenkung von Nehemia
Zuerst wollten die Feinde ein Zusammentreffen mit Nehemia erwirken. Er ließ sich jedoch nicht von seinem Ziel ablenken.

3) DIE FERTIGSTELLUNG DER ARBEIT: 7

Nachdem die Mauer fertig war, kamen zwei Probleme auf:

  1. die Sicherheit der Stadt
    Nehemia setzte Hanani "ein treuer Mann und gottesfürchtig vor vielen" als Torhüter ein. Er überwachte das Öffnen und Schließen des Tores.
     
  2. die Besiedelung der Stadt
    Die Bevölkerung von Jerusalem war für die Fläche der Stadt zu klein. Sie ließen sich daher nicht dort nieder, wo sie wollten, sondern dort, wo sie gebraucht wurden. Letztlich kam eine Volkszählung, welche mit der in Esr 2 fast identisch ist.
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