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Bibelüberblick - Teil 70

Jesaja 7-14

HAUSAUFGABE
  1. BIBEL: Jes 7-14 aufmerksam durchlesen
  2. FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
    1. 2Kö 16,1-20 und 2Chr 28,1-27. Schreibe einen kurzen Überblick über das Leben von Ahas.
    2. Verbinde die Antwort a) mit dem Ereignis, welches in Jes 7,1-10 beschrieben wird. Welche Fehler machte Ahas? Was war der Rat Jesajas?
    3. Wie wird Assyrien in 10,5 beschrieben?
    4. Warum musste Gott sein Volk durch Assyrien richten? (siehe Jes 8,19 und 5Mo 18,14-22)
  3. UNTERLAGEN: Teil 70 aufmerksam durchlesen

2) DIE ERRETTUNG DURCH DEN MESSIAS: 7-12

Dieser Teil wird manchmal auch "das Buch Immanuels" genannt, da so viele klare Hinweise auf den kommenden Messias darin zu finden sind.

Den Hintergrund zu diesem Teil bildet eine Krise in Kanaan um 734 v. Chr. (7,1-10). In diesem Jahr eroberten die Assyrer Philistäa. König Pekach von Israel verbündete sich mit Rezin von Syrien gegen die Assyrer. Sie forderten Ahas von Juda auf, sich diesem Bündnis anzuschließen. Als König Ahas dies verweigerte, erklärten sie ihm den Krieg. Ahas und sein Volk fürchteten sich nun vor diesem drohenden Einmarsch der fremden Truppen. Zu diesem Zeitpunkt erging das Wort Gottes an Sein Volk durch den Propheten Jesaja. Ahas war hinausgegangen, um im Hinblick auf den kommenden Angriff und die mögliche Belagerung durch das syro-ephraimitische Heer die Wasserleitung zu überprüfen. Jesajas Rat an Ahas: "Hüte dich und halte dich ruhig; fürchte dich nicht und dein Herz verzage nicht vor diesen beiden rauchenden Brandscheitstümpfen...." (7,4). Leider schenkte Ahas diesem Wort kein Gehör und rief bei einem späteren Angriff Tilgath-Pilneser III (auch Pul genannt) zu Hilfe, um Juda im Kampf gegen die syro-ephraimitischen Soldaten zu verstärken (2Chr 28).

Ein Auszug aus dem AT Überblick, Teil 41, gibt Aufschluss über Ahas:

Ahas - (11. König in Juda) - Pro Assyrien-Politik
(2Kö 16,1-20; 2Chr 28,1-27)

Während seiner ganzen Regierungszeit hielt er an seiner pro-assyrischen Politik fest, obwohl dies die Bezahlung eines hohen Tributes bedeutete. Als er von Syrien und Israel (Pekach und Rezin) angegriffen wurde, ermutigte ihn Jesaja, auf den Herrn zu vertrauen. Ahas aber vertraute lieber seiner Politik und seinem Bündnis mit Tilgath-Pilneser. Jerusalem wurde belagert, aber nicht eingenommen. Er gab auch den Befehl für den Bau eines Altars, wie er ihn in Damaskus gesehen hatte. Er selbst leitete den Götzendienst und trotz des Dienstes von Jesaja führte Ahas sein Volk in die schlimmsten heidnischen Praktiken ein. Der Prophet Micha war zu dieser Zeit auch tätig.

In 7,11-12,6 gibt Jesaja eine Beschreibung des größten Feindes von Juda: Assyrien. Die Folgen des Bündnisses von Ahas mit Tilgath-Pilneser III waren viel schlimmer, als irgendein Ereignis in der Geschichte der Juden seit Salomo und der Teilung des Reiches. Juda wird von Assyrien "glattrasiert" werden, wie ein scharfes Messer Haare abschert (7,20). In Kap. 8 wird Assyrien als Strom dargestellt, welcher das Land überflutet - "bis an den Hals wird er reichen" (8,8). Jesaja erklärte weiters, dass Assyrien eigentlich Gottes auserlesenes Werkzeug ist. Das Volk ignorierte sein Wort und wandte sich an Totenbeschwörer und Wahrsager (8,19). Dies wurde im Gesetz ausdrücklich verboten (siehe 5Mo 8,14-22). Gott musste Sein auserwähltes Volk richten. Assyrien war "die Rute" des Zornes in Seiner Hand (10,5). Die Juden fragten sich dann, ob der König von Assyrien Jerusalem vielleicht auch einnehmen würde, wie dies bereits mit vielen anderen großen Städten der damaligen Welt geschehen war. Jesaja beruhigte aber: "Assyrien wird Jerusalem nicht einnehmen" (10,24 - 27).

In diesem Teil kommen immer wieder Prophezeiungen in Bezug auf den Messias vor. Endgültige Errettung von den Feinden wird es erst geben, wenn der Messias kommt. (Dies war das herkömmliche Verständnis der Juden über ihren Messias - ein Befreier von politischen Feinden. Mit diesem Problem war der Herr Jesus während Seines irdischen Dienstes öfters konfrontiert).

Nachstehend werden einige Prophezeiungen in Bezug auf den Messias angeführt, wie sie in diesem Teil vorkommen:

7,14

die Jungfrauengeburt des Messias - Sein Name: "Immanuel" (bedeutet "Gott mit uns")

9,1-7

der Messias ist der Sohn Gottes   - Sein Name: "Wunderbarer"; "Berater"; "starker Gott"; "Vater der Ewigkeit"; "Friedefürst"

11,1

der Messias kommt aus dem Stamme Davids

Kap. 11-12 gibt eine Beschreibung von dem Tausendjährigen Friedensreich des Messias. Vier Merkmale kennzeichnen dieses Reich:

  1. die Natur ist zur Ruhe gekommen (11,6-8)
  2. die Erkenntnis des Herrn wird weltweit sein (11,9-10)
  3. die Nation Israel wird in Kanaan versammelt (11,11-16)
  4. Israel wird in Jerusalem Gott loben und preisen (Kap. 12)

In diesen Kapiteln wird die Wahrheit, welche Jesaja bereits in 2,1-4 verkündigte, erläutert:

"Und es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses Jahwes feststehen auf dem Gipfel der Berge und erhaben sein über die Hügel; und alle Nationen werden zu ihm strömen..." (2,2)

Gott möchte Seinem Volk zeigen, dass die Errettung der Nation durch den Messias (Immanuel) und nicht durch politische Bündnisse geschehen wird. Weiters, dass die Befreiung und die Errettung des Volkes von ihrer geistlichen Reinheit abhängt. Bevor nicht das Problem der Sünde unter den Juden behandelt ist, wird es keine Befreiung (politisch) oder Errettung (geistlich) geben.

3) DAS SCHICKSAL DER NATIONEN: 13-35

a) Die heidnischen Völker um Israel (13-23)
b) Israel (24-35)

In diesem langen Abschnitt wird das Gericht Gottes über die gottlosen heidnischen Völker um Israel geoffenbart. Der Name "Jahwe Zebaoth" - "der Herr der Heerscharen" kommt in diesen elf Kapiteln 23 mal vor. Dadurch wird der Souveränität und der Allmacht Gottes Nachdruck verliehen. In den Kap. 24-35 wendet sich der Herr schließlich Seinem Volke zu und verkündigt auch ihm Gericht.

ad a) Die heidnischen Völker um Israel: 13-23

Das Gericht über Babylon und seine Herrscher (13,1-14,27)

Es ist nicht zufällig, dass dieses Gericht auf die heidnischen Völker mit Babylon beginnt und mit Tyrus endet (Kap. 23). Diese Völker werden des öfteren als Typus für folgendes dargestellt:

Babylon   -     religiöser Abfall von Gott
Tyrus       -     politisches und wirtschaftliches System gegen Gott

In Offb. 17-18 werden diese zwei Aspekte der Gesellschaft gerichtet, und zwar kurz bevor der Herr Jesus zurück auf die Erde kommt.

Jes 14,3-20 wird als eine Beschreibung des Falles von Luzifer angenommen. (Hes 28,12-19 ist eine Parallele dazu). Obwohl der irdische König von Babel angesprochen wird, ist es offenbar, dass hier mehr als nur ein Mensch damit gemeint ist.

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