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Bibelüberblick - Teil 71

Jesaja 15-23

HAUSAUFGABE
  1. BIBEL: Jes 15-23 aufmerksam durchlesen
  2. FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
    1. Stelle eine Liste zusammen über all die heidnischen Völker, welche in diesem Abschnitt von Jesaja angegeben sind, und zwar unter Angabe der jeweiligen Bibelstellen.
    2. Beschreibe das Gericht über Moab in 15,1-16,14.
    3. Fasse den Niedergang von Tyrus (Kap. 23) in eigenen Worten zusammen. Was wird nach 70 Jahren geschehen? (siehe 23,17-18)
  3. UNTERLAGEN: Teil 71 aufmerksam durchlesen

3) DAS SCHICKSAL DER NATIONEN: 13-35 (Fortsetzung)

ad a) Die heidnischen Völker um Israel: 13-23

In diesen Kapiteln werden fast alle Feinde erwähnt, welche sich rings um Juda befinden.

Babylon (13,1-14,23)     in Teil 70 behandelt
Assyrien (14,24-27)
Philistäa (14,28-32)

Moab (15,1-16,14)

Syrien und Israel (17,1-18,7)

Ägypten (19,1-25)

Asdod und andere (20,1-6)

Babylon (21,1-10)

Edom (21,11-12)

Arabien (21,13-17)

(das kommende Gericht über Juda - 22,1 - 14)

(Schebna, der Verwalter - 22,15-25)

Tyrus (23,1-18)

GESCHICHTLICHE INFORMATION ÜBER EINIGE DIESER VÖLKER

Moab

Die Moabiter waren die Nachkommen der ältesten Tochter von Lot (siehe 1Mo 19,30-38). Sie wohnten in einem kleinen Gebiet neben dem Toten Meer (siehe Karte ). Die Sprache der Moabiter war ein Dialekt des Hebräischen und unterschied sich nur in wenigen Einzelheiten von der Sprache der Juden. Die Moabiter waren Götzendiener. Der Hauptgott war Kemosch; er war ihr Kriegsgott (4Mo 21,29). Jesaja kündigte die Erniedrigung dieses Volkes an; es wird nur ein geringer Überrest übrigbleiben (Jes 16,14). 140 Jahre später prophezeit auch Jeremia gegen Moab (Jer 48). Diese Prophezeiungen sprechen von dem Schaden, welchen Assyrien und Babylon in Moab anrichten werden. Wenn man sich mit den Moabitern beschäftigt, erhält man folgendes Bild von ihnen: sie waren ein stolzes, reiches, zahlreiches Volk und in einer gewissen Weise waren sie auch zivilisiert. In den Städten wohnten sehr viele Leute in "Herrlichkeit". Auf dem Lande gab es fruchtbare Felder, ertragreiche Weingärten, usw. Was das wirtschaftliche und kulturelle Leben betrifft, zeichnen beide, Jesaja und Jeremia, ein positives Bild von Moab; im Gegensatz zu anderen heidnischen Völkern.

Syrien

Im Hebräischen heißt das Land "Aram". Der jüngste Sohn Sems, Aram, war der Gründer dieses Volkes (1Mo 10,22). "Aram" könnte man wahrscheinlich am besten mit "Höhe" übersetzen. Diese Benennung ist auch eine ausgezeichnete Beschreibung des Landes Syrien, da es sehr viele Berge gibt. Die Syrer werden in der Bibel unter diesem Namen das erste Mal zur Zeit Davids erwähnt. David führte einen Krieg gegen Hadadeser von Zoba, als er die Grenzen des Landes, welches Gott Abraham gegeben hatte (siehe 1Mo 15,18), einnehmen wollte (2Sam 8,3-4.13). Syrien kam unter die Herrschaft des vereinigten Reiches von David. Als jedoch das Reich geteilt wurde, fingen die Syrer an, gegen die Herrschaft Jerusalems zu rebellieren, und im Besonderen gegen das neu gegründete Nordreich (Israel). Hazael, Ben Hadad II und Rezin kämpften immer wieder gegen die Könige von Israel. Erst in der Zeit von Jesaja verbündeten sich Israel und Syrien gegen Assyrien, und als Ahas ihre Friedensvorschläge ablehnte, auch gegen Juda.

Ägypten

Die ursprünglichen Völker von Ägypten waren hamitischer Abstammung (1Mo 10,6). Spätere Völkerwanderungen von Mesopotamien brachten einen semitischen Einfluss, der seine Spuren in der Sprache und der Kultur hinterließ. Ägypten hatte viele Götter. Die wichtigsten davon waren die örtlichen Götter, die so zahlreich waren, dass sie in Familien und Gruppen eingeteilt wurden, um überhaupt einen Überblick zu ermöglichen. Da es so viele Götter gab, gab es auch zahlreiche Tempel und eine große Anzahl von Priestern. Während der Geschichte Ägyptens gewannen nur einzelne Götter nationalen Einfluss über das ganze Land. Dies geschah nur dann, wenn sich ein Pharao ganz besonders für seinen "Lieblingsgott" einsetzte. Beispiele:

HORUS
Falken-Gott

stieg von einem örtlichen Gott zu einer nationalen Gottheit auf, als König Menes zwei Reiche vereinigte und dadurch Ägypten gründete.

RE
Sonnen-Gott

stieg während der 5. Dynastie zu nationaler Bedeutung, und zwar durch die Förderung der damaligen Herrscher.

AMUN

wurde während des Mittleren und Neuen Reiches der wichtigste aller ägyptischen Götter. In Karnak und Luxor, bei Theben, wurden wunderschöne Tempel gebaut; die Priesterschaft Amuns übte auf die Regierung von Ägypten sehr großen Einfluss aus.

Zwei weitere Faktoren beeinflussten die Religion Ägyptens:

  1. Leben nach dem Tod -
    Wenn man ein verhältnismäßig anständiges Leben geführt hatte, kam man nach dem Tod vor ein Tribunal der Unterwelt, welches auf der Basis des geführten Lebens über das weitere Schicksal entschied.

  2. Religiöse Toleranz -
    Es wurden nie irgendwelche Götter von der Götterwelt "gestrichen". Da ständig neue Götter hinzugefügt wurden, war es fast unmöglich einen Überblick zu behalten.

Edom

Ursprünglich bedeutete das Wort Edom "rot". Dies war der Name, den Esau bekam, nachdem er sein Erstgeburtsrecht verkauft hatte (1Mo 25,30). Das Land wurde auch Seir genannt (siehe 1Mo 36,8).

Babylon

1Mo 11,9 beschreibt den Ursprung des Namens Babylon: "balal" bedeutet "durcheinanderbringen". Die Gründung der Stadt Babylon (und als Folge davon des Landes Babylon) wird Kusch und Nimrod zugeschrieben (1Mo 10,8-10).

Tyrus

Im Hebräischen heißt es "Sor", was "ein Felsen" bedeutet. Tyrus war eine Stadt im Phönizischen Reich etwa 30 km von Sidon entfernt. Die Stadt bestand aus zwei Teilen, einer felsigen, gut ausgebauten Verteidigungslinie am Land, und der Stadt selbst, welche auf einer kleinen, uneinnehmbaren, etwa 1,5-2 km entfernten Insel lag. Diese Insel nahm an Stärke und Wichtigkeit zu und war in der Welt der Antike das Beispiel für Handel und Wohlstand. Alexander der Große baute einen Damm und brachte auf diesem Wege seine Heere auf die Insel. Dies war das Ende für Tyrus.

DER TROST GOTTES FÜR SEIN VOLK

Über all diese heidnischen Völker wird das Gericht kommen. Aber immer wieder kommt in diesen Kapiteln die Hoffnung auf, dass die Juden eines Tages ein weltweites Reich haben werden, dessen Hauptstadt Jerusalem sein wird. Dieses Thema beginnt in 2,1-4. In Kap. 7-12 wird es weiter entwickelt, wobei die besondere Betonung auf den gerechten Führer gelegt wird. In Kap. 21 bestimmt Jahweh-Zebaoth den Niedergang von Babylon, welches Juda in die Gefangenschaft führte (21,10). Trotz Gerichtes bleiben die Juden das Erbteil Jahwehs. Das Volk wird wiederhergestellt (14,1-2) und viele werden dort im Lande der Juden Zuflucht suchen. Der Herr hat die Hauptstadt Zion gegründet (14,32). Dort in Zion wird der Herr das Geschenk Seines Vaters in Empfang nehmen (18,7). Andere Völker werden gerichtet, andere Könige gestürzt, aber auf dem Throne Davids richtet Gott einen gerechten Führer auf. Dies waren wirklich Worte des Trostes und der Ermutigung für die Juden.

Karte 130 - Die heidnischen Völker in Jesaja

 
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