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Bibelüberblick - Teil 72

Jesaja 24-35

HAUSAUFGABE
  1. BIBEL: Jes 24-35 aufmerksam durchlesen
  2. FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
    1. Beschreibe die Verwüstung und Verheerung, wie sie in Kap. 24 berichtet wird.
    2. Versuche die drei Lieder der Erlösten in den Kap. 25-27 zu identifizieren und zu beschreiben.
    3. Nenne drei Sünden, welche in den Kap. 28-33 besonders betont werden.
    4. Nenne einige Segnungen des Tausendjährigen Reiches, wie sie in Kap. 35 beschrieben werden.
  3. UNTERLAGEN: Teil 72 aufmerksam durchlesen

3) DAS SCHICKSAL DER NATIONEN: 13-35 (Fortsetzung)

ad b) Israel: 24-35

In diesem Abschnitt wird das Handeln Gottes mit der Nation Israel beschrieben:

1) die Zukunft        -   die Trübsal und die Herrlichkeit des Tausendjährigen Reiches
2) die Gegenwart   -   die Sünde des Volkes

Man könnte die Kapitel wie folgt einteilen:

24

25-27

28-33

34-35

DIE VERHEERUNG DER TRÜBSALSZEIT

DIE FREUDE DES TAUSENDJÄHRIGEN REICHES

DIE SÜNDE DES VOLKES

EINE ZUSAMMENFASSUNG

Gegenwart und Zukunft

Zukunft

Gegenwart

Zukunft

Kap. 24 beschreibt ein Bild der Verwüstung und Verheerung während der Trübsalszeit. Die Erde ist aufgrund der Plagen, von welchen alle heimgesucht wurden, verödet. Auch kosmische Ereignisse werden diese Zeit kennzeichnen. Das Gleichgewicht im Sonnensystem wird verlorengehen, und die Erde wird wie ein "Trunkener" taumeln (24,20), da sie diesen kosmischen Kräften völlig ausgesetzt ist. Jesaja sah sicherlich die Zerstörung Jerusalems durch Babylon im Jahr 586 v. Chr. voraus. Doch es ist klar, dass seine Worte viel weiter reichen als bis zu dieser Zerstörung!

Kap. 25-27 beinhalten drei Lieder, welche die Erlösten singen werden, wenn sie wieder in das Land zurückgekommen sind.

  1. Lied (25,1-12)
    Gott bewahrt Sein Volk vor dem Sturm, vor der Hitze und vor der Dürre.
     
  2. Lied (26,1-12)
    Gott gibt den müden Menschen Frieden und Ruhe; Er allein kann dieser Welt auch Frieden bringen- "Jahweh", du wirst uns Frieden geben, denn du hast ja alle unsere Werke für uns vollführt" (26,12).
     
  3. Lied (27,1-13)
    Im Gegensatz zu Kap. 5 wird Israel als ein fruchtbarer Weinberg gezeigt. Die Frucht wird über die ganze Erde ausgebreitet sein. Israel wird den Herrn in Jerusalem anbeten.

Jesaja wendet sich der Sünde des Volkes in der Gegenwart zu. Bündnisse mit heidnischen Völkern waren immer ein Problem für die Juden. Durch diese politische List und Diplomatie erhofften sich viele der Könige Judas die Sicherheit ihres Reiches durch Bündnisse mit den verschiedenen Völkern gewährleisten zu können. In 28,15 wird es "ein Bund mit dem Tode, ... ein Vertrag mit dem Scheol" genannt. Im Jahr 735 v. Chr., als Ahas an die Macht kam, betrieb er eine stark pro-assyrische Politik. Jesaja hatte ihn davor gewarnt. Hiskia machte später ein Bündnis mit Edom, Moab und Asdod gegen Assyrien. Sie hofften auf die Hilfe Ägyptens. Doch im Jahr 711 v. Chr. eroberten die Assyrer Asdod und die einzige Möglichkeit, sich vor einem Einmarsch der Assyrer zu schützen, bestand darin, sich diesem Weltreich tributpflichtig zu machen. Doch trotz aller Warnungen von Jesaja, vertrauten die Könige und Führer Judas mehr ihrer Diplomatie als dem lebendigen Gott.

In diesem Abschnitt werden vor allem drei Sünden des Volkes verurteilt:

28

29

30-33

BETRUNKENHEIT

GEISTLICHE HEUCHELEI

FALSCHE BÜNDNISSE

Kap. 28 zeigt, wie alle Führer, sowohl religiöse, als auch politische, zu viel unter den Einfluss von starken Getränken geraten. Dies beeinträchtigt ihre Entscheidungsfähigkeit. Daher schließen sie "einen Bund mit dem Tode".

Der Schlüsselvers in Kap. 29 ist Vers 19:

"Weil dieses Volk mit seinem Munde sich naht und mit seinen Lippen mich ehrt, und sein Herz fern von mir hält, und ihre Furcht vor mir angelerntes Menschengebot ist..."

Sie sind Heuchler! Diese Heuchelei bringt geistliche Verblendung mit sich (siehe 28,9-10).

Noch einmal greift Jesaja das Thema von falschen Bündnissen auf. Vor allem das Bündnis mit Ägypten wird angeprangert. Gott nennt Ägypten "Rahab" - "Großtuer (Rahab), die still sitzen" (30,7). (Rahab war ein Seeungeheuer aus der Mythologie). Diese Worte wurden wahrscheinlich während der Regierungszeit Hiskias ausgesprochen. Er suchte eine politische Unterstützung von Ägypten. Jesaja sagte, Israel solle auf seinen "schönen König" schauen, und nicht auf diese nichtigen Bündnisse (33,7).

Kap. 34-35 sind eine endzeitliche Zusammenfassung der Kap. 24-33. In Kap. 34 wird eine große Schlacht beschrieben, wahrscheinlich die Schlacht zu Harmageddon. In Kap. 35 werden die Segnungen des Tausendjährigen Reiches erläutert:

  1. die Wüste und das dürre Land werden aufblühen wie eine Narzisse (35,1)
  2. physische Krankheit wird nicht mehr existieren (35,5)
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