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Bibelüberblick - Teil 73

Jesaja 36-48

HAUSAUFGABE
  1. BIBEL: Jes 36-48 aufmerksam durchlesen
  2. FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
    1. In Vorbereitung auf ein Studium über "den Knecht Jahwes" in Teil 74, mache Notizen über jede Stelle, wo die Bezeichnung "der Knecht Jahwehs" oder "der Diener" vorkommt.
    2. Studiere Kap. 36-37 und schreibe eine Zusammenfassung darüber.
    3. Studiere Kap. 38-39. Welchen Fehler machte Hiskia? Welche Schwächen werden von ihm offenbar?
    4. Welches Bild von der Person Gottes wird in Kap. 40-41 vermittelt?
  3. UNTERLAGEN: Teil 73 aufmerksam durchlesen

II) DIE GESCHICHTLICHE PAUSE: 36-39

Diese Kapitel formen eine geschichtliche Brücke zwischen den beiden Hauptteilen des Buches. Sie beschreiben das Handeln Hiskias in verschiedenen Situationen. Manche haben diese Kapitel "das Buch Hiskias" genannt. Den geschichtlichen Hintergrund für die Kap. 36-39 findet man in 2Kö 18-20 und 2Chr 29-32.

4) DIE POLITISCHE KRISE HISKIAS: 36-37

König Sargon II von Assyrien starb im Jahr 705 v. Chr. Sein Tod war der Anlass für zahlreiche Aufstände im großen assyrischen Reich. Sanherib, der Sohn und Nachfolger Sargons, war entschlossen, diese Aufstände niederzuschlagen. Er marschierte gegen Westen und eroberte im Jahr 701 v. Chr. Phönizien und Philistäa. Hiskia erwartete einen Angriff von Sanherib und baute unter anderem die Wasserversorgung Jerusalems aus. Schließlich kam es zu dem Angriff der Assyrer gegen Kanaan. Hiskia wurde sowohl mündlich als auch schriftlich dazu aufgefordert, Jerusalem an die Assyrer auszuliefern. (Dieses Ereignis ist auch die Erfüllung von einigen Prophezeiungen, welche Jesaja in früheren Jahren gemacht hatte. Es waren "kurzfristige" Prophezeiungen. Sie trafen genau ein, wie er es vorausgesagt hatte. Die Schlussfolgerung - Jesaja war ein Prophet Gottes!) Sanherib verspottete das Vertrauen, welches Juda in Ägypten gesetzt hatte. Es wurden auch all die Städte und Götter aufgezählt, welche der König von Assyrien erobert hatte. Das Gebet um die Bewahrung Jerusalems wäre daher lächerlich gewesen.

Hiskia ließ sich jedoch nicht in die Enge treiben: "Hiskia nahm den Brief aus der Hand der Boten und las ihn; und er ging hinauf in das Haus Jahwes, und Hiskia breitete ihn vor Jahwe aus" (37,14). Jesaja kam mit dem Wort des Herrn zum König, und zwar, dass Gott eine übernatürliche Plage auf die Soldaten Sanheribs bringen würde. 185.000 Männer starben. Die Assyrer zogen von Jerusalem und Juda ab (37,36-38).

Es scheint, dass es ungefähr zu dieser Zeit der politischen Gefahr (ca. 701 v.Chr.) war, als Hiskia erkrankte. Diese Krankheit brachte die nächste entscheidende Krise in seinem Leben mit sich.

5) DIE PERSÖNLICHE KRISE HISKIAS: 38-39

Die Krankheit Hiskias wird in Kap. 38 beschrieben. Jesaja sagte zu ihm: "Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben und nicht genesen" (38,1). Hiskia wandte sich zu dem Herrn, und Gott gewährte ihm fünfzehn weitere Jahre. Das Zeichen dafür war, dass die Sonne um zehn Grade zurückgehen würde. Merodach-Baladan, der Anführer der assyrischen Provinz Babylon, erfuhr von Hiskias Genesung, und dass die Assyrer bei der Eroberung Judas nicht erfolgreich waren. Er war selbst gerade in Aufstände gegen Assyrien verwickelt. In einem Akt der Solidarität sandte er seine Boten zu Hiskia. Der König nahm diese heidnischen Boten mit offenen Armen auf: "Er zeigte ihnen sein Schatzhaus". Später liest man: "...es war nichts in seinem Hause und in seiner ganzen Herrschaft, das Hiskia ihnen nicht gezeigt hätte" (39,2). Durch Jesaja verkündigt Gott, dass wegen der Torheit Hiskias das Südreich eines Tages von den Babyloniern eingenommen werden wird. Hiskia war anscheinend damit zufrieden, er sprach "Es wird ja Friede und Bestand sein in meinen Tagen" (39,8).

III) DER TROST GOTTES: 40-66

Diesen Teil kann man in drei Abschnitte unterteilen:

40-48

49-57

58-66

DIE SOUVERÄNITÄT GOTTES

DIE ERRETTUNG GOTTES

DIE HERRLICHKEIT GOTTES

der Vater wird betont

der Sohn wird betont

der Heilige Geist wird betont

6) DIE SOUVERÄNITÄT GOTTES - DER VATER WIRD BETONT: 40-48

a) die Person Gottes (40-41)
b) das Programm Gottes (42-45)
c) das Gericht Gottes (46-48)

ad a) Die Person Gottes: 40-41

Dieser Abschnitt beginnt mit einer Verheißung Gottes, Seinem Volk Trost zu geben (40,1-11). Man muss sich in Erinnerung rufen, dass die Kap. 40-66 aus der Perspektive der kommenden babylonischen Gefangenschaft geschrieben wurden. Allein die Person Gottes wird imstande sein, das Volk während dieser Jahre zu trösten. Der Herr ist größer als alle Umstände, welchen das Volk begegnen wird. Daher soll es nicht entmutigt sein und sich nicht fürchten (40,27-31). Jesaja schrieb all diese Worte in der festen Überzeugung, dass das Volk nach Babylon gehen muss. Er kannte die Bedingungen, welche bei einer Wegführung herrschten. Schließlich hatten die Assyrer im Jahr 722 v.Chr. viele vom Nordreich mitgenommen. Auch König Sanherib hatte 701 v.Chr. bei der Eroberung einiger Städte im Südreich viele seiner Landsleute weggeführt.

Gott lenkt die Geschichte. Dies ist die Aussage von Kap. 41. Alle Prophezeiungen, welche gemacht wurden, werden genau erfüllt werden.

ad b) Das Programm Gottes: 42-45

Kap. 42 ist das erste Lied des "Knechtes Jahwes". In diesem Kapitel wird ein Vergleich gezogen zwischen Israel, dem untreuen Knecht, und dem Messias, dem treuen Knecht. 20 mal kommt das Wort "Knecht" im Zusammenhang mit Gottes Volk vor. Die erste Erwähnung ist in 41,8 und die letzte in 53,11. Manchmal kann der Knecht als Israel identifiziert werden; manchmal als der Messias, der "Knecht Jahwes" durch welchen Gott Sein Programm durchführen wird.

(Weitere Einzelheiten über diese Wahrheit werden im nächsten Teil, Teil 74, behandelt).

Kap. 45 beginnt mit einer Prophezeiung betreffs König Kores und wie er dazu beitragen wird, dass das Volk in das Land zurückkommen darf. In Vers 2 wird er "der Gesalbte" oder wörtlich "der Messias" genannt. Er wird so bezeichnet, weil Gott ihn dazu verwenden wird, die Juden aus der Sklaverei in Babylon zu befreien. Der wahre Messias hingegen wird die Juden aus der Sklaverei der Sünde befreien. Wiederholt wird in diesen Kapiteln darauf hingewiesen, dass das wirkliche Problem nicht die Gefangenschaft in Babylon ist, sondern die Sünde des Volkes.

ad c) Das Gericht Gottes: 46-48

In den Kap. 46-47 wird das Gericht über Babylon angekündigt. Ihre Götzen werden verspottet, weil sie nicht imstande sind der Nation zu helfen. Die Zerstörung des babylonischen Reiches wird in Kap. 47 vorausgesagt. Babylon wird als eine Sklavin dargestellt, welche zertreten wird (V. 1-2).

Auch Gottes Volk wird in Seinem Gericht erwähnt. Es hätte Frieden wie einen Fluss und Gerechtigkeit wie ein Meer genießen können. Doch Gottes Volk wandte sich von Ihm ab.

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