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Bibelüberblick - Teil 76

DER PROPHET JEREMIA - 
DER PROPHET DER WEINTE

Jeremia 1-6

HAUSAUFGABE
  1. BIBEL: Jer 1-6 aufmerksam durchlesen
  2. FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
    1. Welche zwei Zeichen werden Jeremia in Kap. 1 gegeben? Welche Bedeutungen haben diese Zeichen im Hinblick auf die Botschaft, welche Jeremia dem Volke verkündigen soll?
    2. In Kap. 2,1-3,5 wird der Abfall Judas beschrieben. Fasse diese Verse in eigenen Worten zusammen.
    3. Jeremia führt in seiner Predigt in 3,6-6,30 das Beispiel des Nordreiches (Israel) an. Wie wird Israel in Kap. 3 bezeichnet? Wie wird Juda in diesem Kapitel bezeichnet?
    4. Welche Konsequenzen soll Juda anhand des Beispieles von Israel ziehen? (siehe 4,3-18)
  3. UNTERLAGEN: Teil 76 aufmerksam durchlesen
    Lerne die Karte 132 auswendig
    Studiere die Karte 131, es ist nicht notwendig diese Karte auswendig zu lernen.

EINLEITUNG ZU JEREMIA

Das Buch Jeremia weist einen stärkeren autobiographischen Charakter auf, als irgendein anderes prophetisches Buch. Es beschreibt die Gefühle, Eindrücke und Empfindungen von Jeremia, als er zusehen musste, wie sein Volk langsam aber sicher dem Gericht Gottes entgegenging. Dabei ragen zwei Eigenschaftes des Propheten hervor: Sein MITGEFÜHL und sein MUT.

In Stellen wie 8,21-9,1 oder 10,23-24 kommt sein Mitgefühl ganz besonders zum Ausdruck. Jeremia weinte über Jerusalem und über die Juden genauso, wie der Herr Jesus Christus es sechs Jahrhunderte nach ihm machte (Mt 23,37-39). Mehr als irgendein anderer Diener Gottes im AT erlebte er die Wirklichkeit der "Gemeinschaft Seiner Leiden" (Phil 3,10). Jeremia war mehr über den geistlichen Zustand seines Volkes traurig und weinte mehr darüber als über sein eigenes leiderfülltes Leben. Sein Herz wurde von dem gebrochen, was auch das Herz Gottes brach.

Jeremia war auch mutig. Er ging öfters durch Zeiten tiefster Depression, doch er gab niemals auf. Er wurde öfters misshandelt, sein Leben stand mehrmals in Gefahr, doch er verkündigte unentwegt seine unbeliebte Botschaft. Der Dienst Jeremias brachte wenig Frucht. Sein Beispiel zeigt, dass Gott geistliche Fruchtbarkeit mit ganz anderen Maßstäben misst, als dies Menschen tun.

DER VERFASSER

Der Name Jeremia bedeutet "Jahwe wird aufheben oder verherrlichen". Kap. 1,1 bestätigt ganz klar, dass die folgenden Prophezeiungen von Jeremia stammen: "Worte Jeremias" (1,1). Trotzdem versuchen liberale Theologen dies in Abrede zu stellen. Sie behaupten, dass Jeremia nicht das ganze Buch geschrieben hat. Ihre Argumente dafür sind zweifach:

  1. Die Prophezeiungen sind nicht in chronologischen Reihenfolge
    Dies kann aber dadurch erklärt werden, dass das Buch nicht auf einmal geschrieben wurden, sondern zu verschiedenen Zeitpunkten über die Jahre hindurch. Der Prophet sammelte die Reden und die Prophezeiungen nach deren Inhalt und nicht nach dem Zeitpunkt der Niederschrift.
     
  2. Die Septuaginta-Wiedergabe von Jeremia ist etwa ein Achtel kürzer, als das ursprüngliche hebräische Buch
    Die liberalen Theologen behaupten, dass dies ein Beweis dafür sein, dass es mehr als einen "Originaltext" gibt. Da aber in der Septuagintaausgabe viele der im hebräischen Text enthaltenen Wiederholungen ausgelassen wurden, kann es möglich sein, dass die Übersetzer versuchten, eine chronologische Ordnung in das Werk hineinzubringen.

Es gibt aber keine klar angeführten Argumente, welche beweisen könnten, dass Jeremia tatsächlich nicht dieses ganze Buch geschrieben hat.

Über die eigentliche Person Jeremia ist sehr wenig bekannt. Er war der Sohn Hilkias, eines Priesters aus Anathoth, im Lande Benjamin. Anathoth war eine Priester- und Zufluchtsstadt (Jos 21,13-19). Anathoth lag etwa 5-6 km nordöstlich von Jerusalem. Jeremia wurde etwa 650 v. Chr., während der Regierung von König Manasse, geboren. Als er noch jung war (1,6) - etwa 20 Jahre alt -, wurde er von Gott als Prophet eingesetzt. 40 Jahre lang diente er als Prophet in Juda, in den letzten Jahren vor der babylonischen Gefangenschaft. Die Überlieferungen berichten, dass er als alter Mann in Ägypten starb.

DER GESCHICHTLICHE HINTERGRUND

Jeremia diente während der Regierungszeit der letzten fünf Könige von Juda. Eine Zusammenfassung ihrer Herrschaften gibt Einblick in den geschichtlichen Hintergrund.

Karte 131 - Die Könige und Propheten von Israel und Juda

Karte 132 - Ein kurzer Überblick über die Periode der Könige

    JAHR v. Chr.    

ISRAEL (Nord-Reich)

JUDA (Süd-Reich)

931
909
885
841
752
722
640
586

DYNASTIE JEROBEAM
DYNASTIE BAESA
DYNASTIE OMRI
DYNASTIE JEHU
LETZTE KÖNIGE
DIE ASSYRISCHE GEFANGENSCHAFT

REHABEAM

JOSAPHAT

USSIJA
HISKIA
JOSIA
DIE BABYLONISCHE     
GEFANGENSCHAFT

640 v. Chr. - BABYLON WIRD ZUR WELTMACHT

15) JOSIA - eine Periode des Optimismus (2Kö 22,1 - 23,20; 2Chr 34 - 35,27)

Er begann zu regieren, als er erst 8 Jahre alt war. Er regierte 31 Jahre. Das assyrische Joch lag nicht mehr so schwer auf Juda. Die Gefühle des Nationalismus wurden stärker und Optimismus breitete sich aus. Zu Beginn seiner Regierungszeit stand das religiöse Leben noch unter dem Einfluss des Götzendienstes von Amon. Allmählich zeigte Josia Interesse an dem geistlichen Geschehen im Land. Der Prophet Zephanja mit seinen Warnungen vor dem "Tag des Herrn" spielte in Bezug auf das erwachende Interesse des Königs sicherlich eine große Rolle. Im 18. Jahr seiner Regierung (d.h. er war etwa 26 Jahre alt) wurde das Buch des Gesetzes gefunden. Die Prophetin Hulda warnte vor dem kommenden Gericht - Jerusalem würde eingenommen und zerstört werden, jedoch nicht zur Zeit Josias, da dieser sich vor dem Herrn erniedrigt hatte. Während des 13. Jahres seiner Regierung begann Jeremia mit seinem Dienst. Es ist möglich, dass sie in der Erneuerung des religiösen Lebens zusammengearbeitet haben. Als Josia zu Megiddo gegen die Ägypter kämpfte, wurde er getötet. Gegen Ende seiner Regierungszeit wurde das große assyrische Reich von Babylon erobert. 612 v. Chr. fiel die Hauptstadt Ninive. Nunmehr musste Juda mit Babylon rechnen. Zu dieser Zeit diente der Prophet Habakuk. Er prophezeite das kommende Gericht über den neu errichteten Staat Babylon. Josia war die letzte Hoffnung für Juda. Die vier nach ihm kommenden Könige bildeten eigentlich nur noch den Auftakt für das kommende Gericht.

16) JOAHAS - (2Kö 23,31-34; 2Chr 36,1-4)

Er wurde auch Sallum genannt. Er regierte nur 3 Monate und wurde als Gefangener nach Ägypten geführt. Er starb dort, wie Jeremia es prophezeit hatte.

17) JOJAKIM - (2Kö 23,35-24,7; 2Chr 36,5-8)

Der Pharao Neko setzte ihn in das Amt. Er regierte 11 Jahre. Sein Name wurde von Eljakim auf Jojakim abgeändert. Jeremia hatte während seiner Regentschaft eine schwierige Zeit. Im Tempel prophezeite er, wie das Volk in die babylonische Gefangenschaft gehen würde. Die Fürsten Judas verlangten seinen Tod. Nur durch die Hilfe von Freunden blieb er am Leben. Er schrieb auch eine Rolle mit Prophezeiungen, welche jedoch von Jojakim völlig verschmäht wurden. Man weiß nicht genau, wo Jojakim starb, auf jeden Fall hinterließ er seinem Sohn eine gefährliche Anti-Babylon-Politik.

18) JOJAKIN - (2Kö 24,8-17; 2Chr 36,9-10)

Er regierte nur 3 Monate. Nebukadnezar hatte bereits während der Regierungszeit seines Vaters Jojakim Jerusalem angegriffen und dabei Gefangene und Beute weggeführt. Unter diesen Gefangenen befanden sich auch Daniel und seine Freunde. Nebukadnezar griff erneut an, und Jojakin kapitulierte und wurde festgenommen. Es wurden wieder Gefangene nach Babylon weggeführt. Hesekiel, der Prophet, ist einer von diesen.

19) ZEDEKIA - (2Kö 24,18-25,7; 2Chr 36,11-21)

Nebukadnezar machte Mattanja zum König über Juda und änderte seinen Namen auf Zedekia. Er stand unter ständigem Druck von Ägypten, das von ihm eine Anti-Babylon-Politik verlangte. Jeremia bekam während seiner Regierungszeit zunehmend Schwierigkeiten in seinem Dienst. Er wurde dauernd mit falschen Propheten konfrontiert, welche den Juden Sieg und baldigen Frieden versprachen. Jeremia musste viel leiden, als er diese Botschaft des kommenden Gerichtes verkündigte. Er sprach öfters mit Zedekia und ermutigte ihn, sich Nebukadnezar zu ergeben. Doch Zedekia konnte angesichts seiner einflussreichen Fürsten nicht nachgeben. Im Sommer 586 v. Chr. drangen die Soldaten Nebukadnezars durch ein Loch in der Mauer in Jerusalem ein. Zedekia versuchte zu fliehen, wurde jedoch gefangengenommen. Die Babylonier stachen ihm seine Augen aus, töteten seine Söhne und brachten ihn nach Babylon. Der Tempel wurde ausgeraubt und dann mit der Stadt zerstört.

586 v. Chr. DIE BABYLONISCHE GEFANGENSCHAFT
 

DIE POLITISCHE UND WIRTSCHAFTLICHE LAGE

Politisch gesehen war das Südreich (Juda) zwischen zwei Weltmächten, Babylon und Ägypten, eingekeilt. Es war für die Könige in Juda unmöglich, weder den einen noch den anderen Machtblock anzuerkennen. Die politische Führung des Landes wechselte häufig; einmal pro Babylon, dann wieder pro Ägypten. Die innere politische Lage konnte daher nie stabil sein.

Verschiedene Erwähnungen in dem Buch zeigen, dass bedingt durch die internationale und nationale politische Lage, die wirtschaftliche Sicherheit des Landes sehr gefährdet war.

Karte 133 - Die politische Lage Judas zwischen zwei Weltmächten

DAS RELIGIÖSE UND SOZIALE LEBEN DES SÜDREICHES (JUDA)

Nach außen hin hatten die Juden des Südreiches einen Glauben an den lebendigen Gott. Sie hatten den Tempel und das Gesetz; sie feierten die religiösen Feste und brachten die vorgeschriebenen Opfer dar. Doch sie waren neben diesem äußeren Schein völlig in den Götzendienst verwickelt (7,9; 7,17-18; 9,14).

Diese falsche satanische Religion gipfelte in der Anbetung und Verehrung der Himmelskönigin (44,1-19). Verständlicherweise tolerierte dieses System nicht die Verkündigung der Wahrheit. Deshalb wurde Jeremia sehr oft misshandelt und gefangengehalten (20,1-3). Auch das Volk wollte von Gottes Wort nichts wissen, manchmal spotteten sie (20,7-8), manchmal waren sie ausgesprochen rebellisch (44,15-16).

Dieses falsche religiöse System führte zu einem Sturzflug der öffentlichen Moral. Kindermord (7,31), Diebstahl, Mord, Ehebruch und Lügen (7,9) wurden zu Alltagsereignissen.

DIE UNTERTEILUNG VON JEREMIA

Wegen der Schreibweise von Jeremia ist es sehr schwierig, eine genaue Unterteilung des Buches zu erstellen. Wie bereits erwähnt wurde, sind die Prophezeiungen nicht chronologisch aneinandergereiht.

Karte 134 - Die Unterteilung von Jeremia


 

EINTEILUNG VON JEREMIA

HAUPTGEDANKE: DAS GERICHT IST GEWISS !

I) DIE BERUFUNG: 1

1) DER HINTERGRUND DER BERUFUNG  1,1-3
2) DIE BERUFUNG  1,4-10
3) DIE BESTÄTIGUNG DER BERUFUNG  1,11-19

II) DIE PROPHEZEIUNGEN: 2-33

4) BOTSCHAFTEN DES BEVORSTEHENDEN GERICHTES  2-29

a) die Sünden des Volkes - vier Botschaften (2-12)
b) die Sünden des Volkes - die fünf Zeichen (13-19)
c) die Gefangennahme von Jeremia (20)
d) die Sünden der Führerschaft des Volkes (21-29)

5) BOTSCHAFTEN DER KOMMENDEN ERRETTUNG  30-33

a) der Plan für die Errettung (30-31)
b) die Gewissheit der Errettung (32)
c) die Verheißung der Errettung (33)

III) DIE ERLEBNISSE: 34-44

6) VOR DER BELAGERUNG  34-36
7) WÄHREND DER BELAGERUNG  37-39
8) NACH DER BELAGERUNG  40-44

IV) DREI ERGÄNZUNGEN: 45-52

9) EIN WORT FÜR BARUCH  45
10) EINE WARNUNG AN DIE NATION  46-51
11) DER FALL JERUSALEMS  52


I) DIE BERUFUNG: 1

1) DER HINTERGRUND DER BERUFUNG: 1,1-3

Diese Verse vermitteln den geistlichen und geschichtlichen Hintergrund der Berufung Jeremias.

Gottes Gericht stand bereits fest. In 2Kö 21,1-9 werden Einzelheiten über die schreckliche Regierungszeit des Königs Manasse berichtet. Angesichts dieser Greuel wird Gottes endgültiges Gericht über Juda und Jerusalem ausgesprochen (21,10-15).

Jeremias Dienst begann etwa 60-70 Jahre nach dem Ausspruch des Gerichtes. Daher lautete der Kern seiner Botschaft: "Das Gericht ist gewiss!"

2) DIE BERUFUNG: 1,4-10

Der Herr offenbart Jeremia, dass Er ihn, bevor er überhaupt gezeugt wurde, erkannt und berufen hat "zum Propheten an die Nationen" (V. 5, auch V. 10 und V. 18). Diese Aussage des Herrn erinnert an die Wahrheit von Eph 2,10; Paulus offenbart, dass auch Gläubige berufen wurden, um den Willen Gottes auszuführen. Diese Berufung geschah, bevor wir überhaupt existierten.

Jeremia zögert und weist auf seine persönlichen Unzulänglichkeiten hin. Der Herr ermutigt ihn und sagt ihm eine zweifache göttliche Hilfe zu:

  1. Seine göttliche Gegenwart
    "denn Ich bin mit dir..." (1,8)
     
  2. seine göttliche Botschaft
    "Ich lege Meine Worte in deinen Mund" (1,9 - 10). In 1,10 wird das Wesen dieser Botschaft geoffenbart:
    "ausrotten und niederreissen"  - das bevorstehende Gericht (Kap. 2-29)
    "bauen und pflanzen"              - die kommende Errettung (Kap. 30-33)

3) DIE BESTÄTIGUNG DER BERUFUNG: 1,11-19

Die zwei Zeichen in diesem Abschnitt geben mehr Aufschluss über die Botschaft, welche Jeremia predigen wird:

  1. der Mandelstab (1,11-12)
    Nach dem Winter ist der Mandelbaum der erste, welcher blüht und Leben hervorbringt; Juda schläft noch in seinen Sünden und Übertretungen (wie der Winter), aber der Herr ist aktiv; Er wacht über Sein Wort, dass es erfüllt wird.
     
  2. der siedende Topf (1,13-16)
    Der kochende heiße Inhalt wird im Nu übergehen und auf das Südreich (Juda) kommen; Gottes Gericht kommt bald.

Einige Worte des Herrn in diesem Kaptiel zeigen, wie Jeremia seinen Dienst ausführen sollte:

"sage nicht: Ich bin zu jung" (V. 7)
"Fürchte dich nicht vor ihnen" (V. 8)
"Du aber gürte deine Lenden" (V. 17)
"mache dich auf" (V. 17)
"rede zu ihnen alles, was Ich dir gebieten werde (V. 17)

II) DIE PROPHEZEIUNGEN: 2-33

Dieser lange Abschnitt beinhaltet viele der Botschaften, welche Jeremia während seines langen Dienstes ausgesprochen hat. Sie befinden sich nicht in einer chronologischen Reihenfolge, sondern sind eher dem Thema nach zusammengebracht. Immer wieder werden die persönlichen Gefühle und Eindrücke des Propheten vermittelt.

Es gibt zwei Betonungen in diesen Botschaften:

2 - 29

30 - 33

 DAS BEVORSTEHENDE GERICHT 

 DIE KOMMENDE ERRETTUNG 

"ausrotten und niederreissen"

"bauen und pflanzen"

4) BOTSCHAFTEN DES BEVORSTEHENDEN GERICHTES: 2-29

a) die Sünden des Volkes - vier Botschaften (2-12)
b) die Sünden des Volkes - die fünf Zeichen (13-19)
c) die Gefangennahme Jeremias (20)
d) die Sünden der Führerschaft des Volkes (21-29)

ad a) Die Sünden des Volkes - vier Botschaften: 2-12

Botschaft 1: Das Südreich ist von Gott abgefallen: (2,1 - 3,5)

Diese erste Predigt betont den ABFALL von Gott. Juda war völlig hartherzig und ohne Zeichen von Buße. Das Volk war völlig in Baalsanbetung verwickelt. Gott beschreibt diesen Abfall anhand von drei Bildern:

  1. die verliebte Braut, welche zu einer untreuen Frau wird (2,2-8; 2,32; 3,1-5)
  2. das Eintauschen eines Bornes mit lebendigem Wasser gegen Zisternen die geborsten sind (2,9-13)
  3. die Edelrebe wird zu entarteten Ranken eines fremden Weinstockes (2,21)

Dieser Abfall von Gott drückte sich auch in Undankbarkeit Gott gegenüber aus (2,6; vergleiche Röm 1,21). Drei Gruppen von Menschen in Juda sind dafür verantwortlich zu machen, dass das Volk in den Abfall geführt wurde:

1) die Priester
2) die Hirten
3) die Propheten
    2,8

Auch das Wesen der Sünde wird hier offenbar (2,5):

Botschaft 2: Das Südreich soll von dem Schicksal des Nordreiches lernen (3,6-6,30)

Diese Predigt betont das BÖSE HERZ. Der Zeitpunkt dieser Predigt war während der 31-jährigen Regierungszeit von König Josia (3,6).

Zuerst zieht Jeremia einen Vergleich zwischen dem Nordreich und dem Südreich (3,6-11): das Nordreich wird abtrünnig (V. 6; V. 8; V. 11), aber das Südreich (Juda) wird "treulos" (V. 7; V. 8; V. 10; V.11) genannt.

722 v. Chr. wurde Samaria, die Hauptstadt Israels, von König Sargon II von Assyrien erobert. Die Israeliten des Nordreiches wurden in die Gefangenschaft nach Assyrien gebracht. Dies war das Gericht Gottes für ihre "Hurerei" (3,8).

In 3,12-4,2 appelliert Gott an diese zerstreuten Israeliten in dem assyrischen Reich:

  1. kehre zurück (3,12; 3,14; 4,1)
  2. erkenne deine Missetat (3,13)
  3. tue deine Scheusale von meinem Angesicht hinweg (4,1)

Auch werden in diesem Abschnitt Einzelheiten über das Tausendjährige Reich Christi auf Erden gegeben (3,15-19).

Das Südreich (Juda) aber lernte nicht von dem Beispiel Israels. Das Urproblem - ein störrisches und widerspenstiges Herz (5,23).

Die einzige Lösung ist:

  1. das eigene Herz beschneiden (4,4)
  2. das Herz von der Bosheit reinwaschen (4,14)
  3. in dem Herzen sprechen - "lasst uns doch Jahwe unseren Gott fürchten" (5,24)
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