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Bibelüberblick - Teil 78

Jeremia 18-29

HAUSAUFGABE
  1. BIBEL: Jer 18-29 aufmerksam durchlesen
  2. FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
    1. Welche drei Stadien kann man in der Arbeit des Töpfers in 18,3-4 entdecken?
    2. Welches Bild entsteht, wenn man diese drei Stadien auf die Entstehung, die Vergangenheit und die Zukunft der Juden bezieht?
    3. Welche Bedeutung hat das fünfte Zeichen in Kap. 19?
    4. In welcher Beziehung steht Kap. 19 zu Kap. 18?
    5. Schreibe eine kurze Zusammenfassung über die in Kap. 21-24 genannten Könige.
  3. UNTERLAGEN: Teil 78 aufmerksam durchlesen

4) BOTSCHAFTEN DES BEVORSTEHENDEN GERICHTES: 2-29

a) die Sünden des Volkes - vier Botschaften (2-12)
b) die Sünden des Volkes - fünf Zeichen (13-19)
c) die Gefangennahme von Jeremia (20)
d) die Sünden der Führerschaft des Volkes (21-29)

ad b) Die Sünden des Volkes - fünf Zeichen: 13-19 (Fortsetzung)

Zeichen 4 - Das Gefäß im Hause des Töpfers (18)

Der Herr sagt zu Jeremia: "Mache dich auf und geh in das Haus des Töpfers hinab."(18,2)

Man kann drei Stadien in der Arbeit des Töpfers unterscheiden. Diese drei Stadien haben auch eine prophetische Bedeutung für die Vergangenheit und die Zukunft Israels:

  1. "..er machte eine Arbeit auf der Scheibe" (V. 3)
    Der Herr schuf das Volk der Juden. Dies geschah nicht sofort, sondern es benötigte viel Zeit, Mühe und Geduld von seiten des Herrn.
     
  2. "..das Gefäß, das er aus dem Ton machte, missriet in der Hand des Töpfers" (V. 4)
    Langsam nahm das Volk Gestalt an - Abraham    12 Patriarchen    die Nachkommenschaft Abrahams in Ägypten    das Volk befreit aus Ägypten durch Mose    Sinai und die Gesetzgebung    die Einnahme des Landes durch Josua usw. Inmitten dieses Gestaltungsprozesses Gottes wandte sich das Volk von Ihm ab und wurde zu einem "Gefäß", welches Er gar nicht geplant hatte (siehe V. 8; V. 11; V. 15).
     
  3. "..er machte wiederum ein anderes Gefäß daraus, wie es zu machen dem Töpfer gut dünkte" (V. 4)
    In dieser Aussage wird die ganze Geschichte des Volkes Israel zum Ausdruck gebracht; angefangen von der babylonischen Gefangenschaft (586 v. Chr.) bis zu der Wiederherstellung des Volkes bei der Wiederkunft des Herrn Jesu Christi. Bevor der Töpfer ein neues Gefäß machen konnte, musste er zuerst das missratene Gefäß zerstören. So musste auch der Herr Sein Volk durch furchtbare Drangsal durchgehen lassen, wobei die furchtbarste, nämlich "die große Drangsal" noch aussteht.

Zeichen 5 - Der irdene Töpferkrug (19)

Das Zeichen von dem Gefäß im Hause des Töpfers zeigt, dass Gott schließlich eines Tages Sein Volk wiederherstellen wird. Dieses Zeichen von dem irdenen Krug zeigt jedoch auch, dass diese Verheißung für zukünftige Geschlechter gilt; für das jetzige Geschlecht gibt es keine Verheißung. Sie haben nur eine einzige Aussicht: GERICHT (19,11).

In dem Tale der Söhne Hinnoms geschahen fürchterliche Greuel (V. 4-5). Das Gericht wird kommen.

ad c) Die Gefangennahme von Jeremia (20)

Dieses Kapitel beweist die Richtigkeit der Worte in 1,19: "..sie werden gegen dich streiten, aber dich nicht überwältigen, denn ich bin mit dir". Nach dem Zeichen des irdenen Töpferkruges, gepredigt im Tale des Sohnes Hinnoms, kam Jeremia zu dem Tempel und predigte auch dort das kommende Gericht: "Siehe ich will über diese Stadt und über alle ihre Städte all das Unglück bringen, welches ich über sie geredet habe; denn sie haben ihre Nacken verhärtet, um meine Worte nicht zu hören". (19,15).

Paschchur, Oberaufseher im Hause Gottes, nahm den Propheten gefangen und legte ihn in den Stock im oberen Tor des Tempels (20,1-2). In dieser Zeit geht Jeremia durch verschiedene Stadien der Gemütsbewegungen:

  1. die Depression (V. 7-8; V. 14-18)
  2. die Verpflichtung doch zu predigen (V. 9)
  3. die Zuversicht (V. 10-13)

Nach der Befreiung lässt Jeremia keinen Zweifel daran, wie die Zukunft von Paschchur und dem Volke des Südreiches aussieht (V. 3-6).

ad d) Die Sünden der Führerschaft des Volkes (21-29)

Jeremia wendet sich nun an die politischen und religiösen Führer des Volkes:

21-22

23

24-29

POLITISCHE FÜHRER

RELIGIÖSE FÜHRER

POLITISCHE UND RELIGIÖSE FÜHRER

König Zedekia (21)
Vor allem seine Unbelehrbarkeit wird erwähnt. Den Hintergrund für dieses Kapitel bildet die Belagerung Jerusalems, welche am 15. Jänner 588 v. Chr. begann. Als König wusste er genau, dass das Gericht durch die Babylonier kommen musste, doch er sagte: "Vielleicht wird Jahwe mit uns handeln nach allen Seinen Wundern, dass er (Nebukadnezar) von uns abziehe" (V. 2). Die Antwort des Herrn auf diese arroganten Worte war eindeutig - (V. 3 - 7).

König Schallum, genannt Joahas (22,1-12)
Seine Ungerechtigkeit wird erwähnt. Er war der Sohn von Josia und regierte nur drei Monate, dann wurde er als Gefangener nach Ägypten gebracht, wo er später starb.

König Jojakim (22,13-19 und 25,1-39)
Seine Habsucht wird offenbar. Sein einziges Interesse im Leben galt seinem eigenen Haus (V. 13-14).

König Jojakin (22,20-30 und 24,1-10)
Die Aussagen des Herrn machen offenbar, dass es für die Könige Judas keine Hoffnung gibt.

Die falschen Propheten und Hirten (23)
Vor allem wird die Lüge der falschen Propheten erwähnt. Zuerst klagt der Herr die falschen Hirten an (V. 1-2). Er hat aber eine Lösung bereit, nämlich der König/Hirte Jesus Christus, der kommen wird: "Siehe Tage kommen, spricht Jahwe, da ich dem David einen gerechten Spross erwecken werde; und er wird als König regieren..." (23,5).

In den Versen 9-10 wird die schreckliche Verführung der falschen Propheten aufgezeigt:

  1. der unwahrhaftige Wandel der Propheten (V. 14)
  2. sie ermutigten andere dazu, auch falsch zu wandeln (V. 14)
  3. es gab überhaupt keine Anzeichen von Reue (V. 14)
  4. die Propheten logen vorsätzlich (V. 16-17).

Zwei Beispiele dieser Propheten werden in Kap. 28 und 29 angeführt:

28

29

der falsche Prophet HANANJA

der falsche Prophet SCHEMAJA

in JERUSALEM

in BABYLON

er widersprach zur Gänze der Botschaft Jeremias

er widersprach zur Gänze der Botschaft Jeremias

Kapitel 26 ist eine Ergänzung zu Jeremias dritter Predigt über die Nichtigkeit des Götzendienstes in Kapitel 7-10. Die Reaktion des Volkes, als zwei wunde Punkte berührt wurden, wird in V. 8 gezeigt:

1) die Verurteilung ihres Götzendienstes
2) die Zerstörung ihres Tempels
     "Du musst gewisslich sterben"

In Kap. 27 wird die Botschaft Jeremias noch deutlicher formuliert, und zwar nicht nur für das Südreich, sondern auch für andere heidnische Nationen. Gott hat alle unter die Herrschaft Nebukadnezars gegeben. Die einzige Hoffnung ist, sich dem Willen Gottes zu unterwerfen.

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