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Bibelüberblick - Teil 79

Jeremia 30-36

HAUSAUFGABE
  1. BIBEL: Jer 30-36 aufmerksam durchlesen
  2. FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
    1. Welche zwei Aspekte gehen aus Kap. 30 ganz klar hervor?
    2. Fasse Jer 30,18-24 in eigenen Worten zusammen.
    3. Was sagt der Herr über den neuen Bund in 31,31-40?
    4. Was muss Jeremia in Kap. 32 machen? Nenne Einzelheiten.
    5. Beschreibe die Lage in Jerusalem, wie sie in den Kap. 34-36 dargestellt wird.
  3. UNTERLAGEN: Teil 79 aufmerksam durchlesen

Wie bereits erwähnt, weisen die Prophezeiungen Jeremias zwei Betonungen auf:

  1. bevorstehendes Gericht  - "ausrotten und niederreissen" (Kap. 2-29)
  2. kommende Errettung      - "bauen und pflanzen" (Kap. 30-33)

Inmitten dieser finsteren Zeit des Abfalls Judas kommt nun eine Botschaft des Lichtes und der Hoffnung. Aber diese Botschaft gilt zukünftigen Generationen.

5) BOTSCHAFTEN DER KOMMENDEN ERRETTUNG: 30-33

a) der Plan für die Errettung (30-31)
b) die Gewissheit der Errettung (32)
c) die Verheissung der Errettung (33)

Im ersten Teil verkündigt Jeremia, WIE die Errettung vor sich gehen soll.

30 - 31

32

33

DER PLAN
für die Errettung

DIE GEWISSHEIT
der Errettung

DIE VERHEISSUNG
der Errettung

der WEG, wie die Errettung geschehen soll

die GEWISSHEIT, dass die Errettung geschehen wird

ad a) Der Plan für die Errettung (30-31)

Der Weg Gottes zur Befreiung besteht aus zwei Stadien:

  1. Drangsal: die babylonische Gefangenschaft (30,4-17)
    Obwohl in erster Linie die unmittelbar bevorstehende babylonische Gefangenschaft gemeint ist, deutet diese Aussage auf eine noch viel schrecklichere Zeit in der Geschichte Israels hin: "..eine Zeit der Drangsal für Jakob" (V. 7).
     
  2. Die Rückkehr der Juden in ihr Land (30,18-31,37)
    Dies wird für die Juden eine Zeit des Segens sein. Besonders in der Landwirtschaft wird es große Erfolge geben. Es wird auch eine Zeit großer geistlicher Erweckung unter dem Volke stattfinden. In dieser Zeit wird Gott mit dem Volk einen neuen Bund schließen. Dieser neue Bund wird ein Bund der Gnade sein; der alte Bund war auf der Grundlage des Gesetzes geschlossen worden und daher war es unvermeidbar, dass die Juden diesen Bund brachen (31,31-32, siehe auch 7,21-26; 11,1-13).

Fünf Aspekte dieses Bundes werden erwähnt:

  1. die Vergebung der Sünden:
    ".denn ich werde ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nicht mehr gedenken" (31,34)
     
  2. das Gesetz Gottes im Inneren:
    "Ich werde mein Gesetz in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben" (31,33)
     
  3. die ewige Stellung vor Gott:
    "Ich werde ihr Gott, und sie werden mein Volk sein" (31,33)
     
  4. die persönliche Beziehung zu Gott:
    "..sie alle werden Mich erkennen von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten, spricht Jahwe" (31,34)
     
  5. der Herr steht zu diesem Bund: (31,35-37)

Eine Folge der Errettung von Gottes Volk wird der Wiederaufbau von Jerusalem sein (31,38-40).

Jeremia betont nun die GEWISSHEIT der Errettung, indem er zuerst eine Begebenheit aus seinem eigenen Leben erzählt. Zuerst wird die hoffnungslose Lage Judas und vor allem Jerusalems geschildert (32,1-3). Jeremia saß im Gefängnis (32,1-2). Hanamel, der Sohn seines Oheims, kam und bot ihm ein Stück Land an, welches Jeremia als der rechtmäßige Erlöser erwerben sollte (V. 6-8). Der Ankauf des Landes wurde rechtskräftig getätigt (V. 9-15), trotzdem war Jeremia noch sehr verwirrt (V. 16-25). Der Herr gab ihm Antwort auf seine Fragen, was der Sinn dieses Kaufes war (V. 26-44): "Und es sollen Felder gekauft werden in diesem Land, von welchem ihr saget: Es ist öde; ohne Menschen und ohne Vieh, es ist in die Hand der Chaldäer gegeben""(V. 43).

In Kap. 33 kommt das Wort des Herrn wieder zu Jeremia, als dieser im Gefängnis sitzt (33,1). Gott wiederholt seine Verheißung an das Volk (V. 2-14). Wieder wird "der Spross der Gerechtigkeit" erwähnt wie in 23,5-6, als Gott die bösen Hirten anklagte. Als Abschluss dieser Botschaften der kommenden Errettung versicherte der Herr noch einmal die absolute Gewissheit dieser Errettung (33,19-26).

III) DIE ERLEBNISSE: 34-44

34-36

37-39

40-44

DIE ERLEBNISSE DES PROPHETEN

VOR der Belagerung

WÄHREND der Belagerung

NACH der Belagerung

6) VOR DER BELAGERUNG: 34-36

Die Kap. 34-36 berichten über die Erlebnisse Jeremias zur Zeit der Belagerung und Eroberung Jerusalems. Diese begann 588 v. Chr. Vor allem die Erlebnisse Jeremias mit zwei Königen, nämlich mit Zedekia und Jojakim, kommen darin vor.

Kap. 34 - König Zedekia

Das Gericht über Zedekia war beschlossen. Der König versuchte dieses Gericht durch gute Werke hinauszuschieben. Er schloss einen Bund, demzufolge alle hebräischen Sklaven freizulassen waren (V. 8-10). Diese Verordnung ist im Wort Gottes verankert (siehe 2Mo 21,2-11 und 5Mo 15,12-18). Sobald die Gefahr gebannt war (siehe 37,5) zeigte Zedekia seine Labilität, seine Unentschlossenheit und seine Unzuverlässigkeit - er ließ alle Sklaven wieder gefangennehmen (V. 11-16). Das Gericht wurde daher unumstößlich (V. 17-22).

Kap. 35 - Die Rekabiter

Diese Heuchelei in den Tagen Zedekias hatte aber ihre Wurzeln in der Regierungszeit von Jojakim (V. 1). Jeremia führte als Beispiel die Rekabiter an; so hätten sich die Juden verhalten sollen.

Die Rekabiter waren ein Zweig der Keniter. Ihr Lebensstil war bemerkenswert:

1) sie tranken keinen Alkohol
2) sie bauten keine Häuser
3) sie waren weder Bauern noch Weinhauer
4) sie leben in Zelten
     sie sollten keinen Besitz haben

Warum taten die Rekabiter dies? Weil ihr Stammvater, Jonadab, es ihnen gesagt hatte. Sie hielten das Wort eines Menschen fast 250 Jahre lang (ca. 840 - ca. 580 v. Chr.) treu - "wir haben gehorcht und getan nach allem, was unser Vater Jonadab uns geboten hat" (V. 10). Das Volk Gottes hingegen konnte nicht einmal für eine kurze Zeit das Wort des lebendigen Gottes halten (V. 12 -16).

Kap. 36 - König Jojakim

Gott befiehlt Jeremia die Prophezeiungen in einer Rolle aufzuschreiben (V. 1-2)

  1. das Thema:
    alle Worte Gottes über Israel, Juda und alle Nationen
     
  2. die Zeitspanne:
    von der Regierungszeit Josias bis zum vierten Jahr Jojakims, d.h. ca. 35 Jahre (von 640-605 v. Chr.)
     
  3. die Methode der Niederschrift:
    Jeremia diktierte es Baruch

Im nächsten Jahr las Baruch bei einem religiösen Fest die Prophezeiungen vor (V. 9-11). Die Rolle wurde zu König Jojakim gebracht, und er zeigt seine vollkommene Gleichgültigkeit dem Wort Gottes gegenüber (V. 21 - 26).

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