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Bibelüberblick - Teil 80

Jeremia 37-44

HAUSAUFGABE
  1. BIBEL: Jer 37-44 aufmerksam durchlesen
  2. FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
    1. Beschreibe in eigenen Worten Kontaktaufnahme Nr. 1 (37,1-15).
    2. Welche Folgen bringt die zweite Kontaktaufnahme für Jeremia mit sich (37,16-38,13)?
    3. Welche Alternativen bietet Jeremia dem König in 38,17-23 an?
    4. Versuche über die Ereignisse im Land nach der Eroberung Jerusalems (Kap. 40-44) eine Zusammenfassung zu machen.
  3. UNTERLAGEN: Teil 80 aufmerksam durchlesen

7) WÄHREND DER BELAGERUNG: 37-39

Diese Kapitel beschreiben die Zeit unmittelbar vor der Eroberung der Stadt. Zwei Themen ragen dabei hervor:

  1. die Charakterschwäche von Zedekia
  2. die daraus resultierenden Folgen für Jeremia

Es wird von drei Kontaktaufnahmen des Königs mit Jeremia berichtet.

Kontaktaufnahme Nr. 1 (37,1-15)

Zedekia schickte Boten zu Jeremia mit der Botschaft: "Bete doch für uns zu Jahwe, unserem Gott." Dies war gerade zu der Zeit, als der König einen Bund machte, alle hebräischen Sklaven zu befreien (Kap. 34). Der Pharao Hophra (44,30) war mit seinem Heer aus Ägypten ausgezogen, um Juda zu helfen. Die Chaldäer (Babylonier) hörten davon und zogen von Jerusalem ab, um dem Feind zu begegnen. Jeremia benutzte diese Gelegenheit, um nach Anathoth zu reisen, wurde aber bei der Ausreise aus der Stadt verhaftet (37,11-14). Er wurde inhaftiert und geschlagen (37,15).

Kontaktaufnahme Nr. 2 (37,16-38,13)

Nachdem Jeremia viele Tage im Kerker lag, ließ Zedekia ihn zu sich holen. Er stellte die Frage: "Ist ein Wort da von seiten Jahwes?" (37,17). Die Antwort: "Du wirst in die Hand des Königs von Babel gegeben werden."

Aufgrund der Anweisungen des Königs wurde der Prophet in ein anderes Gefängnis überstellt (37,21). Er bekam täglich einen Laib Brot. Die vier Fürsten Schephatja, Gedalja, Inkal und Paschchur wollten Jeremia aber weiter verfolgen und baten den König um Erlaubnis, ihn aus dem Gefängnishof zu entfernen. "Da nahmen sie Jeremia und warfen ihn in die Grube Malkijas..." (38,1-6)

Aber Ebedmelech (der Name bedeutet "Diener des Königs"), ein Äthiopier, befreite den Propheten

(38,7-13). In Kap. 39,15-18 erwähnte Jeremia seine Belohnung: "Ich werde dich an jenem Tage erretten, spricht Jahwe, und du wirst nicht in die Hand der Männer gegeben werden, vor welchen du dich fürchtest."

Kontaktaufnahme Nr. 3 (38,14-28)

Zedekia hegte noch immer Hoffnung (V. 14). Jeremia sagte ihm die Alternativen:

38,17

38,18

ENTWEDER

ODER

sich Nebukadnezar ergeben

sich Nebukadnezar nicht ergeben

sich dem Willen Gottes
UNTERORDNEN

dem Willen Gottes
WIDERSTEHEN

Leben, Familie, Stadt erretten

alles verlieren

Zedekia bekannte seine Angst. Dies war der Grund, warum er nicht zu den Babyloniern ging (38,19). Das Wort Gottes ging in Erfüllung (39,1 - 10), und Jeremia wurde durch die Babylonier erlöst (39,11-14).

8) NACH DER BELAGERUNG: 40-44

Diese Kapitel vermitteln viele interessante geschichtliche Einzelheiten in Bezug auf die Zustände im Südreich unmittelbar nach der Eroberung des Landes.

Nebusaradan, Oberster der Leibwache Nebukadnezars, befreite Jeremia (40,1-4). Der Prophet ging nach Mizpa zu Gedalja, dem von Nebukadnezar eingesetzten Gouverneur des Landes (40,5-6).

Die Heerobersten der besiegten Streitkräfte des Südreiches, welche geflüchtet waren, kamen zu Gedalja (40,7-12).

Einer der Heerobersten, Jochanan, warnte Gedalja vor einem Anschlag, welcher von Baalis, dem König der Ammoniter, geplant und von Ismael, einem anderen Heerobersten, ausgeführt werden sollte (40,13-16).

Ismael ermordete den Gouverneur und viele andere unschuldige Juden (41,1-10). Als Jochanan von dem Massaker erfuhr, verfolgte er den flüchtenden Ismael bis nach Gibeon. Ismael konnte entkommen und flüchtete nach Ammon. Jochanan kehrte mit dem ganzen Volk in die Nähe von Bethlehem zurück, und zwar mit der Absicht nach Ägypten weiterzureisen (41,11 - 18). Dort befragte die Führerschaft Jeremia nach dem Willen Gottes. Als sie einige Tage später die Antwort Gottes erfuhren, glaubten sie nicht, dass dies wirklich das Wort Gottes war, und sie zogen, wie ursprünglich geplant, nach Ägypten weiter (42,1-43,7).

Es ist anzunehmen, dass Jeremia und Baruch nicht freiwillig nach Ägypten mitgegangen sind. Die letzten Botschaften des alten Propheten wurden jedenfalls an das Volk von Tachpanches in Ägypten gerichtet (43,8-44,30).

Diese Kapitel zeigen auch die HARTHERZIGKEIT des Volkes. Die Prophezeiungen Jeremias gingen genau in Erfüllung:

  1. Jerusalem wurde eingenommen und zerstört (39,1-2 und 39,8)
  2. der König und seine Familie wurden gefangengenommen (39,4-7)
  3. viele Juden wurden in die Gefangenschaft nach Babylon geführt (39,9)
  4. nur die untersten Schichten des Volkes wurden im Land gelassen (39,10)

Doch trotz alledem war das Volk noch immer nicht bereit zu glauben, dass das Wort Jeremias vom Herrn kam (43,1-4). Die Motivation des Volkes wurde durch die Angst vor dem Feind und nicht durch das Vertrauen zum Herrn bestimmt (44,17-18 und 43,3). Die Frucht dieser Angst war UNGEHORSAM (43,7). Daher die Weigerung dem Worte Gottes zu folgen. Die Anbetung der Himmelskönigin hatte sie so gefesselt und geblendet, dass sie nicht mehr in der Lage waren, objektiv zu beurteilen (44,17-19).

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