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Bibelüberblick - Teil 84

Hesekiel 12-20

HAUSAUFGABE
  1. BIBEL: Hes 12-20 aufmerksam durchlesen
  2. FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
    1. Welches Wort kommt in Kap. 12 immer wieder vor? Nenne die jeweiligen Stellen.
    2. Welches Zeichen kommt in Kap. 12 vor? Beschreibe es in eigenen Worten.
    3. Gegen welche Menschen weissagt Hesekiel in Kap. 13? Was sagt Hesekiel über sie?
    4. Beschreibe die geistliche Geschichte des Volkes Gottes, wie sie in Kap. 16 angeführt wird.
    5. Fasse Kap. 20 in eigenen Worten zusammen.
  3. UNTERLAGEN: Teil 84 aufmerksam durchlesen

Hesekiel wird öfters als der Prophet der Visionen bezeichnet. Sogar der erste Vers des Buches lautet: "...da taten sich die Himmel auf, und ich sah Gesichte Gottes" (1,1).

Die Visionen, welche Hesekiel sah waren:

  1. die Cherubim (die Herrlichkeit Gottes)   1,4-28

  2. die Buchrolle   2,9-3,3

  3. die Vision im Tal   3,22-23

  4. die Visionen in Jerusalem

    1. vier Greuel im Tempel   8,1-18

    2. das Gericht über die Einwohner Jerusalems   9,1-11

    3. die Stadt durch Feuer zerstört   10,1-22

    4. die Herrlichkeit des Herrn verlässt die Stadt   11,1-22

  5. die verdorrten Gebeine   37,1-10

  6. die Visionen des neuen Tempels und damit verbundene Szenen   40,1-48,35

Hesekiel bediente sich auch Allegorien oder sinnbildlicher Darstellungen. Beispiele dafür sind:

  1. der Weinstock   15,1-8
  2. die treulose Frau   16,1-63
  3. die zwei Adler   17,1-21
  4. die Zeder   17,22-24
  5. die zwei Frauen (Ohola = Samaria; Oholiba = Jerusalem)   23,1-49
  6. der siedende Topf   24,1-14

Wie bereits im vergangenen Teil erwähnt wurde, gibt es in Hesekiel viele Ähnlichkeiten mit der Offenbarung. Einige der wichtigsten Ähnlichkeiten in den ersten 10 Kapiteln von Hesekiel sind:

  HESEKIEL  

  OFFENBARUNG  

1,1

19,11

1,5

4,6

1,10

4,7

1,22

4,6

1,24

1,15

1,28

4,3

2,9

5,1

3,1-3

10,10

7,2

7,1

9,4

7,3

9,11

1,13

10,2

8,5

3) DAS GERICHT IST GEWISS.  4-24

(Fortsetzung)

12-15

16-19

20-24

DIE VERURTEILUNG DER FÜHRERSCHAFT

DIE VERURTEILUNG DES VOLKES

DIE LETZTE WIEDERHOLUNG DER GRÜNDE FÜR DAS GERICHT

Die Verurteilung der Führerschaft (12-15)

Durch symbolische Handlungen zeigt Hesekiel den Gefangenen in Babylon, die noch immer auf Befreiung und eine Rückkehr nach Jerusalem hoffen, wie es in Jerusalem kurz vor der Einnahme der Stadt aussehen wird. Die Einwohner der Stadt werden mit wenig Habe wegschleichen (12,1-16). In 12,17-20 zeigt Hesekiel auch, wie es den Bewohnern des Landes zumute sein wird: "...mit Beben sollst du dein Brot essen, und mit Zittern und in Angst dein Wasser trinken" (12,18).

In 12,21-14,11 wird die geistliche Führerschaft für den Abfall verantwortlich gemacht, vor allem werden die Propheten und Prophetinnen erwähnt, die Lügen unter dem Volk verbreiteten: "Sie schauten Eitles (oder Nichtiges, Falsches) und Lügenwahrsagung, die da sagen ‚Spruch Jahwes!’, obwohl Jahwe sie nicht gesandt hat" (13,6). Hesekiel verurteilt auch die Ältesten, welche zu ihm um Rat kamen, in ihren Herzen jedoch Götzen anhingen. (14,1-11).

In 14,12-15,8 wird die hoffnungslose Lage der Stadt geoffenbart. Niemand kann ihr helfen. Sogar wenn Noah, Daniel oder Hiob vor Gott stünden und für die Stadt einträten, würde daran nichts geändert werden.

Die Verurteilung des Volkes (16-19)

Mit einer Allegorie wird die Geschichte des Volkes dargestellt (16,1-52). Gott hat sich um sein Volk gekümmert, als es noch wie ein hilfloses neugeborenes Baby war. Das Volk genoss all die Segnungen Gottes, doch anstatt Ihm hingegeben zu sein, wurde es genauso vorsätzlich in seinem Abfall, wie eine Hure in ihren Sünden. Sündhafte Beziehungen wurden zu Ägypten, Assyrien und Chaldäa geknüpft. Der Fall des Nordreiches 722 v. Chr. (siehe Jer 3,6-13) hätte für Juda eine Warnung sein sollen. Doch trotz aller Ankündigungen des Gerichtes, verspricht der Herr die Wiederherstellung (16,53-63): "Und ich werde ihre Gefangenschaft wenden ..." (16,53).

In einer weiteren Allegorie (17,1-24) zeigt Hesekiel den politischen Zustand von Juda. Der König von Babylon hat, wie ein Adler, der zu dem Libanon kam und "den Wipfel einer Zeder nahm" (17,3), die Linie Davids abgeschnitten. Er setzte Zedekia als König ein, aber eines Tages wird dieser den Bund mit Babylon brechen und sich an Ägypten um Hilfe wenden. Als Folge davon wird er gefangengenommen und in Babylon sterben.

Es hat den Anschein, dass die Gefangenen dachten, sie müssten wegen der Sünden ihrer Väter leiden (18,1-32). Sie hatten diesbezüglich sogar ein Sprichwort zusammengereimt: "Die Väter essen Herlinge, und die Zähne der Söhne werden stumpf" (18,2). Hesekiel zeigt ganz klar, dass die Gerechten gerettet, aber die Ungerechten umkommen werden. Die Verantwortung liegt bei jedem Individuum, niemand wird für die Sünde eines anderen verurteilt.

In 19,1-4 wiederholt Hesekiel sein Hauptanliegen: das Gericht, das über Juda und Jerusalem kommen muss.

Eine letzte Wiederholung der Gründe für das Gericht (20-24)

Seit seiner Berufung, 593 v. Chr., hat Hesekiel zwei Jahre lang treu die Botschaft des kommenden Gerichtes verkündigt. Im Jahr 591 v. Chr. kommen die Ältesten des Volkes wieder zu ihm (20,1). Hesekiel blickt noch einmal zurück auf die Geschichte des Volkes Gottes und zeigt, wie sie den Herrn mit ihrem Götzendienst gereizt haben. Dafür werden sie gerichtet werden (20-23).

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