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Bibelüberblick - Teil 86

Hesekiel 33-39

HAUSAUFGABE
  1. BIBEL: Hes 33-39 aufmerksam durchlesen
  2. FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
    1. Beschreibe den geistlichen Zustand des Volkes, wie er in 33,30-33 dargestellt wird.
    2. Warum musste Hesekiel deiner Meinung nach noch einmal als Prophet (Wächter) bestätigt werden? (33,1-29)
    3. Wie werden die Führer und Ältesten des Volkes beschrieben? Welche Auswirkungen hat dies auf die "Herde"? (34,1-10). Was ist die Antwort Gottes darauf? (34,11-31)
    4. Schreibe einen ausführlichen Bericht über die zwei Visionen, welche Hesekiel in Kap. 37 empfängt.
  3. UNTERLAGEN: Teil 86 aufmerksam durchlesen

Zu diesem Zeitpunkt wäre eine Wiederholung der Karte 139 nützlich:

Die Kapiteleinteilung in Phase 2 ist nicht immer chronologisch, z.B. findet man die letzte Prophezeiung in 29,17.

Jerusalem ist eingenommen, der Tempel ist zerstört. Ab Kap. 33 beginnt Hesekiel mit einer neuen Betonung: "Die Hoffnung der Wiederherstellung". Doch bevor die Herrlichkeit wieder erscheint (ab Kap. 40), müssen noch einige Schritte unternommen werden.

5) DIE HOFFNUNG DER WIEDERHERSTELLUNG 33-39

a) die Wiederberufung des Propheten (32-34)
b) die Wiederherstellung des Landes (35-37)
c) die Zerstörung der Feinde Israels (38-39)

ad a) Die Wiederberufung des Propheten 33-34

Der Schlüsselvers ist 33,21 "da kam ein Entronnener aus Jerusalem zu mir und sprach: "DIE STADT IST GESCHLAGEN!" Bereits in 24,26 wurde die Ankunft dieses Boten angekündigt. Man kann diese Zeit wie folgt darstellen:

Hesekiel hat nun eine neue Hörerschaft bekommen. Jetzt handelt es sich nicht nur um die Gefangenen der früheren Wegführungen, sondern auch um die Bewohner von Jerusalem, die bei der Zerstörung der Stadt gefangengenommen worden sind. Der geistliche Zustand dieser Menschen wird in 33,30-33 beschrieben, wobei die Hauptaussage wie folgt lautet: "Sie hören deine Worte, doch sie tun sie nicht" (33,32). Der Beweis, dass Hesekiel ein echter Prophet ist, war erbracht. Die Stadt wurde zerstört, so wie er es oftmals vorausgesagt hatte, daher scharen sich die Menschen um ihn, um seine Worte zu hören, aber sie sind Hörer des Wortes und nicht Täter des Wortes. Hesekiel bekommt von Gott eine neue Berufung.

Das Thema der Hoffnung beginnt in Kap. 34; anstatt nur von den falschen Hirten des Volkes zu sprechen, weissagt Hesekiel das Kommen eines guten und gerechten Hirten – Jesus Christus.

ad b) Die Wiederherstellung des Landes 35-37

In Kap. 35 offenbart Hesekiel die Wiederherstellung des Landes im Gegensatz zu der Zerstörung von Edom oder dem Gebirge Seir. Edom wird Feindschaft, Hass und sogar Gotteslästerung zur Last gelegt. Edom und die übrigen Nationen (36,5) werden von Gott gerichtet. Im Gegensatz dazu wird der Herr Sein Volk, trotz aller seiner Sünden, in das Land zurückführen.

Kap. 36 zeigt wie der Herr das Volk reinigen wird. Kap. 36,16-21 offenbart die geistliche Verunreinigung, die entfernt werden muss, bevor das Volk wieder zurückkommen kann. Der Herr wird auf sie "reines Wasser" sprengen (36,25) und Seinen Geist in ihr Inneres geben (36,27).

Die Beschreibung der Wiederherstellung wird durch zwei Gesichte vervollständigt.

DIE WIEDERHERSTELLUNG DES VOLKES

37,1-14

37,15-28

  die verdorrten Gebeine  

  die Vereinigung der zwei Stücke Holz  

Die verdorrten Gebeine (37,1-14)

Es ist ganz klar, dass diese Gebeine das ganze Haus Israel darstellen sollen (V. 11-14). Man kann in diesem Gesicht drei Stadien entdecken:

  1. Hesekiel sieht die verdorrten Gebeine (V. 1-2)
    Es gab "sehr viele" und sie waren "sehr verdorrt". Dies war (und ist) der Zustand des Volkes während der Diaspora. Sie haben kein wirkliches geistliches Leben, trotz aller ihrer Religiosität. Trotz Verfolgung und Massenvernichtung während der letzten 2.000 Jahre, gibt es heute etwa 13 Mio. Juden auf Erden.
     
  2. Hesekiel sieht wie die Gebeine zu einem Leib zusammenrücken (V. 7-8)
    Aber dieser Leib hatte noch immer kein Leben. Die Wiederkehr der Juden in ihre Heimat wird vorerst ohne wirkliches geistliches Leben sein. Israel wird vorerst ein politisches, aber nicht ein geistliches Volk sein.
     
  3. Hesekiel sieht wie der Leib Leben bekommt (V. 10)
    Gott haucht den Odem des Lebens in das verdorrte Gebilde und es wird lebendig. Dies ist das letzte Stadium in der Wiederherstellung des Volkes. Israel wird in dem Lande sein. Es wird im Unglauben zurückkehren, doch es wird geistlich wiederhergestellt werden und Jesus Christus, den Messias, erkennen!

Die Vereinigung der zwei Stücke Holz (37,15-28)

Seit 931 v. Chr. war das Nordreich von dem Südreich getrennt. Doch wenn Gott Sein Volk wiederherstellt, wird Er diese Trennung aufheben und die beiden Reichshälften zu einem Volk zusammenführen.

ad c) Die Zerstörung der Feinde Israels (38-39)

Diese Wiederherstellung des Volkes wird nicht unbemerkt bleiben. Feinde im äußersten Norden (Gog und Magog) werden das Land sehen, vor allem wie die Juden in Sicherheit und Ruhe wohnen, in einem Land "der offenen Städte", wo sie "allesamt ohne Mauern wohnen und Riegel und Tore nicht haben". Ihre Angriffspläne werden von dem Motiv "Raub zu rauben und Beute zu erbeuten" (d.h. ökonomische Gründe) getragen (38,10-13). Gott wird aber durch ein göttliches Gericht in Form von Naturkatastrophen diese Feinde völlig vernichten. Israel wird sieben Monate dazu benötigen, um die verheerenden Auswirkungen dieses Gerichtes über Gog und Magog aus dem Lande zu entfernen (39,14-15).

Es gibt hinsichtlich dieser Schlacht einige Meinungsunterschiede unter den Bibellehrern. Viele sehen die Schlacht in Kap. 38-39 als Harmageddon, welche die Trübsalszeit beenden wird (siehe Offb 16,12-21; Sach 14,1ff). Doch es scheint so, dass es zwischen diesen beiden Schlachten Unterschiede gibt.

Bei Harmageddon kämpfen alle Nationen der Welt, wobei sich die Schlacht in Hes 38-39 nur auf eine bestimmte Gruppe von Völkern bezieht. Wenn man diese Kapitel im Zusammenhang mit anderen Stellen vergleicht (siehe Dan 11,36-45 und Offb 13,1-3), dann scheint dies eine Schlacht zu sein, welche mitten in die Trübsalszeit hinein fällt .

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