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Bibelüberblick - Teil 89

Daniel 2-7

HAUSAUFGABE
  1. BIBEL: Dan 2-7 aufmerksam durchlesen
  2. FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
    1. Ziehe zwischen dem Traum Nebukadnezars in Kap. 2 und dem Traum Daniels in Kap. 7 einen Vergleich. Erwähne dabei soviele Parallelen wie möglich.
    2. Erstelle dann anhand der Träume einen prophetischen Überblick von den "Zeiten der Nationen".
    3. Welche verschiedenen Aspekte der Person Gottes werden in den vier geschichtlichen Ereignissen dargestellt?
  3. UNTERLAGEN: Teil 89 aufmerksam durchlesen

II) DIE PROPHETISCHE GESCHICHTE DER NATIONEN: 2-7

Dieser ganze Abschnitt ist, abgesehen von den einleitenden Versen in Kap. 2 in Aramäisch geschrieben. Daniel bekommt zwei Gesichte, die das Geschick der heidnischen Nationen während "der Zeit der Nationen" darstellen. Zwischen diesen beiden Gesichten kommen vier geschichtliche Ereignisse aus der Zeit Daniels vor. Man kann den Abschnitt wie folgt einteilen:

2

3-6

7

  DIE ERSTE VISION  

  VIER GESCHICHTLICHE  
EREIGNISSE

  DIE ZWEITE VISION  

das große Standbild

die vier großen Tiere

2) DIE ERSTE VISION: DAS GROSSE STANDBILD 2

Der babylonische König Nebukadnezar sah diese Vision in einem Traum. Er wusste, dass diese Vision etwas mit ihm zu tun hatte. Er rief seine weisen Männer zu sich, damit sie ihm den Traum deuten sollten. Da diese weisen Männer nicht imstande waren, den Traum zu deuten, bekam Daniel die Gelegenheit, dem König seinen Traum zu erzählen und gleichzeitig auch zu deuten.

Es gibt interessante Parallelen zwischen diesem Traum von Nebukadnezar und dem Traum von Daniel in Kap.7.

2

7

DER TRAUM NEBUKADNEZARS

DER TRAUM DANIELS

der Hintergrund   (2,1-30)
der Traum          (2,31-35)
die Auslegung    (2,36-45)
die Auswirkung   (4,46-49)

der Hintergrund   (7,1)
der Traum          (7,2-14; 7,21-22)
die Auslegung    (7,15 –20; 7,23-27)
die Auswirkung   (7,28)

Daniel beschreibt ein großes Standbild, das aus verschiedenen Metallen gemacht ist. Die Teile des Standbildes können mit den folgenden Weltreichen verglichen werden:

GOLD

Neo-Babylon

612-539 v. Chr.

SILBER

Medo-Persien

539-331 v. Chr.

ERZ

Griechenland

331-63 v. Chr.

EISEN

Rom

63 v. Chr. - 476 n. Chr.

Das vierte Reich wird näher beschrieben. Die Schenkel bestehen aus Esien, die Füße und die (zehn) Zehen aber aus einer Mischung von Eisen und Ton. Dieser aus Eisen und Ton gemischte Teil wird von einem Stein zermalmt (2,34).

Der eiserne Teil des Standbildes ist mit dem vierten Tier von Kap. 7 zu vergleichen. Dieses Tier hat zum Unterschied von den anderen, zehn Hörner. Das Reich, das in Kap. 2 durch die Füße und (zehn) Zehen aus Eisen und Ton sowie in Kap. 7 als zehnhörniges Tier dargestellt wird, findet beim Kommen des Messias, wenn Er Sein irdisches Reich aufstellen wird, sein Ende. In Kap. 7 wird dezidiert gesagt, dass die zehn Hörner zehn Könige sind (7,7 und 7,24). Daher kann man annehmen, das das (römische) Endzeitreich mit zehn Königen in Zusammenhang gebracht wird. Da dies zur Zeit des Römischen Reiches im NT nicht der Fall war, bleibt die Erfüllung dieser Prophezeiung einer zukünftigen Zeit vorbehalten. Dieses Reich wird das letzte auf Erden sein, bevor der Herr Jesus Sein Tausendjähriges Reich aufrichtet.

Was kann man über dieses Reich sagen? Es gibt drei grundsätzliche Punkte:

  1. Es wird eine politische Einheit sein (dies waren auch alle anderen Reiche, die in dem Traum dargestellt wurden).
  2. Es wird bei der Wiederkunft Christi zerstört und durch das irdische Reich Jesu Christi (dem Tausenjährigen Reich) ersetzt werden.
  3. Es wird in etwa die geographischen Grenzen des alten (zur Zeit des NT) Römischen Reiches haben (siehe Karte 144).

Karte 144 - Das Römische Reich

3) VIER GESCHICHTLICHE EREIGNISSE 3-6

a) der brennende Feuerofen (3)
b) der Wahnsinn Nebukadnezars (4)
c) das große Mahl Belsazars (5)
d) die Löwengrube (6)

Diese vier Ereignisse wurden ausgewählt, da sie Einblick gewähren, in welchen Umständen sich die Juden während der "Zeiten der Nationen" befanden. Dies ist die Behandlung, die sie unter der Hand von heidnischen Herrschern erwarten können. Zusätzlich offenbart jedes Ereignis einen Aspekt der Person Gottes.

ad a) Der brennende Feuerofen  3

Zwei Merkmale sind bei diesem Ereignis wichtig:

  1. Der Herr bewahrte Daniels Freunde in der Prüfung; Er hat die Trübsal nicht entfernt, sondern Er half ihnen hindurch.
  2. In der Endzeit, während der großen Trübsal, wird ein anderer Weltherrscher, nämlich der Antichrist, weltweit eine Religion mit Zwang durchsetzen. Diejenigen, die sich dieser Religion nicht unterordnen, werden auch durch den Feuerofen der Drangsal gehen müssen.

Der in diesem Ereignis gezeigte Aspekt der Person Gottes ist: Gott, der Erretter des wahren Anbeters.

ad b) Der Wahnsinn Nebukadnezars  4

Hier ist das Beispiel eines Mannes, dessen Leben durch Hochmut zerstört wurde. Er musste als Ausgestoßener der Gesellschaft im Wahnsinn leben, bis er sich die Wahrheit in 4,17 zu Herzen nahm: "auf dass die Lebenden erkennen, dass der Höchste über das Königtum der Menschen herrscht und es verleiht, wem Er will, und den Niedrigsten der Menschen darüber bestellt".

Die Herrscher während der "Zeiten der Nationen" kommen nicht immer durch ihre persönliche Integrität an die Macht, manchmal werden "die Niedrigsten" der Menschen zu Königen und Herrschern erhoben. Ihre Stellung im Rahmen der Weltpolitik ist im Einklang mit der Souveränität Gottes.

Der in diesem Ereignis gezeigte Aspekt der Person Gottes ist: Gott, der absolute Herrscher.

ad c) Das große Mahl Belsazars  5

Dieses Kapitel beschreibt den Zusammenbruch des babylonischen Reiches. Die Handschrift kündigte den Niedergang Babylons und die Eroberung durch die Medo-Perser an. Dies war eine Bestätigung des Traumes in Kap. 2. Alle Reiche der "Zeiten der Nationen" werden eines nach dem anderen fallen, bis schließlich das Reich Christi hier auf Erden aufgerichtet wird.

Der in diesem Ereignis gezeigte Aspekt der Person Gottes ist: Gott, der Richter.

ad d) Die Löwengrube  6

Dieses Ereignis ist ein Typus dafür, wie die Juden in den Händen der Heiden behandelt werden. Gott aber brachte Seinen Diener durch.

Der in diesem Ereignis gezeigte Aspekt der Person Gottes ist: Gott, der Erretter aller treuen Diener, die zu Ihm beten.

4) DIE ZWEITE VISION: DIE VIER GROSSEN TIERE 7

Kap. 7 beschreibt zwar die gleiche geschichtliche Zeit wie Kap. 2, doch gibt es markante Unterschiede:

2

7

DER TRAUM NEBUKADNEZARS

DER TRAUM DANIELS

"die Zeiten der Nationen"

"die Zeiten der Nationen"

gesehen vom Standpunkt des Menschen
- ein großes Standbild

gesehen vom Standpunkt Gottes
- gefräßige Tiere

herrlich, groß, ehrfurchtgebietend

bestialisch, gefräßig, zerstörerisch

Man kann jetzt zwischen den Teilen des Standbildes in Kap. 2 und den vier Tieren in Kap. 7 einen Vergleich ziehen:

WELTMACHT

2

7

NEO-BABYLON
(612-539 v. Chr.)

Gold

Löwe

MEDO-PERSIEN
(539-331 v. Chr.)

Silber

Bär

GRIECHENLAND
(331-63 v. Chr.)

Erz

Pardel (Panther)

ROM
    (63 v. Chr. – 476 n. Chr.)    

        Eisen        

    das schreckliche Tier    

Kap. 7 behandelt auch den zukünftigen Aspekt des Römischen Reiches. Dieses Reich wird durch die zehn Hörner dargestellt, die aus dem vierten schrecklichen Tier emporwachsen. Daniel sieht (7,13-14), wie ein Menschensohn kommen wird, um die Herrschaft über die ganze Welt anzutreten. Dieser ist mit dem großen Stein von Kap. 2 zu vergleichen, der die Füße des Standbildes zertrümmerte.

Diese drei Aspekte können wie folgt dargestellt werden:

2

7

BEDEUTUNG

EISEN

DAS SCHRECKLICHE TIER

das "vergangene" Römische Reich
(64 v. Chr. – 476 n. Chr.)

DIE FÜSSE UND DIE (ZEHN)
ZEHEN AUS EISEN UND TON

DIE ZEHN HÖRNER

das "zukünftige" Römische Reich

DER GROSSE STEIN

DAS KOMMEN DES
MENSCHENSOHNES

das irdische Reich Jesu Christi
(das Tausendjährige Reich)

In 7,15-24 gibt Daniel selbst die Auslegung seiner Vision. Die zehn Hörner sind zum Beispiel ein politischer (Staaten-)Bund, der aus zehn Königen besteht (7,24). Weiters wird das Emporwachsen von einem "kleinen Horn" (7,8; 7,20; 7,24) beschrieben, das "zwischen ihnen empor" steigt. Dies ist der Antichrist. Er wird durch die Beherrschung dieser Könige und ihrer Königreiche mächtig werden. Doch ist seine Herrschaft kurzfristig, da sein Gericht bereits beschlossen ist (7,9-12). Sein Reich wird von Christus zerstört, der am Ende der Trübsalszeit erscheint, um Sein irdisches Reich aufzurichten (7,26-27).

Folgende Karte stellt einen umfassenden Vergleich zwischen den beiden Visionen dar.

Karte 145 – Ein Vergleich zwischen den Visionen in den Kap. 2 und 7

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