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Bibelüberblick - Teil 94

DIE PROPHETEN JOEL, ZEPHANJA UND MICHA -
DIE WORTFÜHRER GOTTES IM SÜDREICH

Joel 1-3 und Zephanja 1-3

HAUSAUFGABE
  1. BIBEL: Joe 1-3 und Zeph 1-3 aufmerksam durchlesen
  2. FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
    1. Wie oft kommt in Joel der Ausdruck "der Tag Jahwes" (oder "der Tag des Herrn") vor? Führe die Bibelstellen an.
    2. Was beschreibt Joel in 1,2-4?
    3. Welche prophetische Anwendung hat dieses Ereignis (1,4) in dem späteren Verlauf des Buches? (siehe im besonderen 2,1-11 und 2,18-32).
    4. Zu welchem Zeitpunkt diente Zephanja?
    5. Wie oft kommt in Zephanja der Ausdruck "der Tag Jahwes" (oder "der Tag des Herrn") vor?
    6. 1,4-5 gibt Einblick in den geistlichen Zustand des Südreiches.
      In welchem geistlichen Zustand befand sich das Südreich?
    7. Schreibe einen kurzen Aufsatz über das Thema "der Tag Jahwes". Verwende dazu die gesamte Information, die du in Joel und Zephanja über diese Wahrheit gefunden hast.
  3. UNTERLAGEN: Teil 94 aufmerksam durchlesen

EINLEITUNG ZU JOEL

Der Herr hatte Seine Wortführer für das Nordreich und für das Südreich. Drei Propheten hatten jeweils diese bestimmte Berufung (Jona wird auch dazu gerechnet, obwohl sein Dienst in Wirklichkeit den Assyrern galt).

  NORDREICH  

  SÜDREICH  

Israel

Juda

JONA
AMOS
HOSEA

JOEL
ZEPHANJA
MICHA

Da in Joel keine bestimmten geschichtlichen Ereignisse vorkommen, ist es schwer den genauen Zeitpunkt der Niederschrift festzustellen. Doch die Botschaft des Buches und die Tatsache, dass es im Kanon des AT zwischen Hosea und Amos eingereiht wurde, deutet eher auf einen Zeitpunkt um 835 v. Chr. hin. Wenn diese Zeitangabe stimmt, dann prophezeite Joel während der Regierung von König Joas.

KÖNIGIN ATHALJA -
Terror und Blutvergießen (2Kö 11,1-28; 2Chr 22,10-23,21)

Diese böse Königin herrschte sieben Jahre über Juda. Nach dem Tod ihres Sohnes Ahasja ermordete sie alle anderen Thronfolger, damit sie die absolute Herrschaft an sich reißen konnte. Nur Joas wurde von Joseba, der Tochter von Joram, Schwester von Ahasja, gerettet. Sie brachte ihn zu Jojada, dem Hohepriester. Er verbarg Joas sechs Jahre im Tempel. Als Joas sieben Jahre alt war, proklamierte ihn Jojada als König. Athalja wurde getötet.

JOAS -
Erneuerung, dann Abfall (2Kö 12,1-21; 2Chr 24,1 - 27)

Er regierte 39 Jahre. Unter der göttlichen Führung des Priesters Jojada, fing der junge Joas eine geistliche Erneuerung an. Sein Hauptinteresse galt dem Tempel und den Opfern. Zwei Methoden wandte er an, um das notwendige Geld für die Erneuerung zu bekommen:

  1. die Priester sollten das Geld sammeln
  2. auf der rechten Seite des Altars sollte eine Kiste aufgestellt werden.

Es wurde viel gegeben. Als Jojada starb, überredeten die Fürsten Judas den König, den Baalsdienst wieder einzuführen. Sekarja, der Sohn Jojadas, verkündigte Gericht und wurde im Tempelhof gesteinigt. In den späteren Jahren seiner Regierung fiel Joas mehr und mehr vom Herrn ab. Während der Regierungszeit Joas war Joel, einer der ersten Schiftpropheten, tätig. Seine Botschaft war "der Tag des Herrn".

Der Hintergrund des Buches ist eine Heuschreckenplage, die während der Regierungszeit von Joas über das Land hereinbrach.

Über Joel ist sehr wenig bekannt. Sein Name bedeutet "Jahwe ist Gott" (Jo-El). Wahrscheinlich lebte er in Jerusalem. Sein Vater hieß Pethuel. Abgesehen von dieser Erwähnung kommt der Name in der Schrift nicht wieder vor; er bedeutet "überzeugt von Gott".

Das Thema des Buches Joel ist "der Tag des Herrn" (z.B. fünfmal "der Tag Jahwes" 1,15; 2,1; 2,11; 2,31; 3,14). Dieses Thema wird im AT sehr häufig behandelt. Grundsätzlich ist der "Tag des Herrn" eine Zeit, in der der Herr Seinem Volk in Gericht oder Segen (oder beides zugleich) begegnet. Es ist wichtig, sich in Erinnerung zu halten, dass der Tag nach jüdischer Berechnung am Abend mit dem Sonnenuntergang begann, d.h. zuerst kam eine Zeit der Finsternis und dann eine Zeit des Lichtes.

DER JÜDISCHE TAG

Dies ist eine genaue Widerspiegelung dessen, wie Gott mit Seinem Volk umgehen wird:

Zuerst Gericht (Finsternis) und danach Segen (Licht).

Joel verwendet daher die Heuschreckenplage, um das Volk auf Wahrheiten hinsichtlich des kommenden "Tages des Herrn" hinzuweisen.

Karte 157 - Die Unterteilung des Buches Joel

DER TAG DES HERRN

1

2-4

 DER GESCHICHTLICHE TEIL 

 DER PROPHETISCHE TEIL 

die Heuschreckenplage

das Heer Jahwes

 

 

EINTEILUNG DES BUCHES JOEL

HAUPTGEDANKE: DER TAG DES HERRN

I) DER GESCHICHTLICHE TEIL: 1

1) DIE HEUSCHRECKENPLAGE:  1,1-12
2) DER AUFRUF ZUR UMKEHR:  1,13-14
3) DIE TOTALE VERNICHTUNG:  1,15-20

II) DER PROPHETISCHE TEIL: 2-3

4) DIE EINNAHME DES LANDES: 2,1-11
5) DER AUFRUF ZUR UMKEHR: 2,12-17
6) DAS EINGREIFEN GOTTES: 2,18-32
7) DAS GERICHT ÜBER DIE HEIDEN: 3,1-21


I) DER GESCHICHTLICHE TEIL: 1

Das erste Kapitel von Joel behandelt eine fürchterliche Heuschreckenplage, von der das Südreich befallen war. Ein Augenzeugenbericht aus Syrien beschreibt die verheerenden Folgen einer solchen Plage:

"Als sich die Heuschrecken unserem Garten näherten, wurden alle unsere Landarbeiter beauftragt sie zu bekämpfen, doch es war vergeblich. Obwohl unsere Männer die heranrückenden "Schlachtreihen" für einen Augenblick unterbrachen, schlossen sie sich sofort wieder, nachdem sie unsere Arbeiter passiert hatten. Unaufhaltsam marschierten sie dann wieder weiter. Sie zerfraßen zuerst das Gras und die grünen Blätter, danach das Obst und das Laub. Nachher fielen ihnen dann die jungen Äste der Bäume und die harte Baumrinde zum Opfer. Nachdem sie die Felder, Obstgärten und sämtliche Pflanzen völlig weggefressen hatten, wandten sie sich der Stadt zu, auf der Suche nach weiterer Nahrung. Sie fraßen alles, Heu, Stroh, sogar Leinen- und Wollbekleidung. Sogar die ledernen Wasserflaschen wurden von ihnen verschlungen."

1) DIE HEUSCHRECKENPLAGE: 1,1-12

Es werden für die Heuschrecken verschiedene Namen verwendet: "Nager"; "Abfresser"; "Vertilger". Sieben Gruppen von Menschen werden auch besonders erwähnt: "die Trunkenen"; "die Weinsäufer" (V. 5); "die Priester"; "die Diener Jahwes" (V. 9); "die Ackersleute"; "die Winzer" (V. 11); "die Menschenkinder" (V. 12).

2) DER AUFRUF ZUR UMKEHR: 1,13-14

Joel ruft die geistlichen Führer auf, ein Beispiel zu setzen und als erste eine Bereitwilligkeit zur Umkehr zu zeigen. Aufgrund der Heuschreckenplage gibt es nichts, was man dem Herrn opfern könnte. Die Plage ist jedoch als Gericht Gottes gekommen. Das Gericht kam aufgrund der Sünde des Volkes und es hatte zur Folge, dass das Opfer für den Herrn aufhören musste.

3) DIE TOTALE VERNICHTUNG: 1,15-20

Hier findet man die erste Erwähnung des Ausdruckes "der Tag des Herrn (Jahwes)". Er wird beschrieben als "eine Verwüstung vom Allmächtigen" (V. 15). In den folgenden Versen wird die totale Vernichtung des Landes, die verheerenden Folgen für die Land- und Viehwirtschaft, sowie auch die traurigen Auswirkungen für das geistliche Leben des Südreiches dargestellt.

II) DER PROPHETISCHE TEIL: 2-3

Der Prophet verwendet nun die Tatsachen des ersten Kapitels, um auf ein noch viel verheerenderes Gericht hinzuweisen. Die Sprache ist fast die gleiche wie in Kap. 1. Nur kommt in diesem Abschnitt die Verheerung nicht durch Heuschrecken, sondern durch "ein großes und mächtiges Volk" (2,2) oder durch "das Heer Jahwes" (2,11). In der geschichtlichen Erfüllung spricht dies von der militärischen Macht der Assyrer und Babylonier, in der noch zukünftigen prophetischen Erfüllung von der Zerstörung durch einen noch viel grausameren Führer - den Antichristen.

4) DIE EINNAHME DES LANDES: 2,1-11

In diesem Abschnitt ist von einem mächtigen Heer die Rede, das in das Land einmarschiert und es völlig vernichten wird. In 2,20 wird diese Macht als "der von Norden (Kommenden)" bezeichnet.

5) DER AUFRUF ZUR UMKEHR: 2,12-17

Noch einmal ruft Gott Sein Volk auf umzukehren: "zerreißt euer Herz und nicht eure Kleider und kehrt um zu Jahwe eurem Gott" (2,13). Es ist noch nicht zu spät. Der Herr ist gnädig, barmherzig und langsam zum Zorn.

6) DAS EINGREIFEN GOTTES: 2,18-32

Sogar wenn sich das Volk im Augenblick nicht zu Gott bekehren wird, gibt es einen Tag, an dem der Herr für Sein Volk eingreifen wird. Es wird drei Folgen geben:

  1. die Feinde werden völlig vernichtet (2,18-20)
    Dieses mächtige Heer aus dem Norden wird von Gott zerstört. (Möglicherweise ist dies hier eine Erwähnung der Mächte Gog und Magog, die auch aus Norden kommen und in das Land einmarschieren werden. Hes. 38-39).
     
  2. das Land wird wieder sehr fruchtbar werden (2,21-27)
    Die ganze Schöpfung wird über die mächtige Befreiung frohlocken, die der Herr schenken wird. Am Ende wird es so sein, als ob das Gericht niemals gewesen wäre.
     
  3. der Geist Gottes wird ausgegossen werden (2,23-32)
    Petrus erwähnt diese Prophezeiung in Apg 2,16: "dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt ist..." im Zusammenhang mit dem Kommen des Heiligen Geistes zu Pfingsten. Aber Joel spricht nicht nur von dem Ausgießen des Heiligen Geistes, sondern auch von himmlischen und kosmischen Ereignissen, die nicht zu Pfingsten geschehen sind. Die Erklärung dafür ist, dass die Prophezeiung Joels in diesem Zusammenhang für die Juden bestimmt ist. Da aber Israel den Messias nicht annahm und Ihn kreuzigen ließ, konnte das Ausgießen des Geistes zu Pfingsten für sie nicht angenommen werden. Die Juden werden den Geist Gottes empfangen, aber erst am Ende des Zeitalters, welches auch durch diese kosmischen Ereignisse gekennzeichnet sein wird. Dies wird bei der Wiederkunft Jesu Christi sein.

7) DAS GERICHT ÜBER DIE HEIDEN: 3,1-21

Gleichzeitig mit dem Ausschütten des Segens für die Juden wird das Ausschütten des Gerichtes über die Heiden beginnen. Dies wird in dem Tal Josaphat (der Name bedeutet "Jahwe hat gerichtet") (3,2), auch Tal der Entscheidung (3,14) genannt, stattfinden. Vermutlich befindet sich das Tal Josaphat in der Nähe von Jerusalem und wird der Schauplatz einer entscheidenden Schlacht während der Trübsalszeit sein.

Im Gegensatz zu dem Gericht über die Nationen spricht der Herr von Segen und Fruchtbarkeit für Sein Volk (3,18-21). Der größte Segen vor allem aber wird sein: "Jahwe wird in Zion wohnen!" (3,21).


EINLEITUNG ZU ZEPHANJA

Zephanja prophezeite zur Zeit des Königs Josia.

640 v. Chr. - BABYLON WIRD WELTMACHT

JOSIA -
Eine Periode des Optimismus (2Kö 22,1-23,20; 2Chr 34,1-35,27)

Er begann zu regieren, als er 8 Jahre alt war. Er regierte 31 Jahre. Das assyrische Joch lag nicht mehr so schwer auf Juda. Die Gefühle des Nationalismus wurden stärker, und Optimismus breitete sich aus. Zu Beginn seiner Regierungszeit stand das religiöse Leben noch unter dem Einfluss des Götzendienstes von Amon. Allmählich zeigte Josia Interesse an dem geistlichen Geschehen im Lande. Der Prophet Zephanja spielte mit seinen Warnungen vor dem "Tag des Herrn" in Bezug auf das erwachende Interesse des Königs sicherlich eine große Rolle. Im 18. Jahr seiner Regierung (d.h. er war etwa 26 Jahre alt) wurde das Buch des Gesetzes gefunden. Die Prophetin Hulda warnte vor dem kommenden Gericht: Jerusalem würde eingenommen und zerstört werden, jedoch nicht zur Zeit Josias, da dieser sich vor dem Herrn erniedrigt hatte. Während des 13. Jahres seiner Regierung begann Jeremia mit seinem Dienst. Es ist möglich, dass sie in der Erneuerung des religiösen Lebens zusammengearbeitet haben. Als Josia zu Megiddo gegen die Ägypter kämpfte, wurde er getötet. Gegen Ende seiner Regierungszeit wurde das große assyrische Reich von Babylon erobert. 612 v. Chr. fiel die Hauptstadt Ninive. Nun musste Juda mit Babylon rechnen. Zu dieser Zeit diente der Prophet Habakuk. Er prophezeite das kommende Gericht über den neu errichteten Staat Babylon. Josia war die letzte Hoffung für Juda. Die vier nach ihm kommenden Könige bildeten eigentlich nur noch den Auftakt für das kommende Gericht.

Während der Regierungszeit von Josias Vorgängern, Manasse und Amon, wurde der Tempel völlig vernachlässigt. Josia begann seine religiöse Erweckung mit der Renovierung des Tempels. Er wusste, dass nach Manasse und Amon das Volk Gottes unter dem Gericht Gottes stand. Trotz der Tatsache, dass Babylon das Südreich binnen 25 Jahren erobern würde, begann dieser treue König mit seinem Programm für die geistliche Erneuerung im Lande. Es ist möglich, dass Zephanja Augenzeuge des Gerichtes Gottes durch die Babylonier war. Es scheint, dass sein Dienst ziemlich früh in der Regierungszeit des Königs stattfand, da einige der von ihm angeprangerten Missstände später durch die geistliche Erneuerung beseitigt wurden. Nachstehende Karte zeigt den möglichen Zeitpunkt des Wirkens Zephanjas:

Die Botschaft Zephanjas war der von Joel sehr ähnlich, nämlich "der Tag des Herrn". Wie bereits erwähnt, besteht dieser Tag zuerst aus Finsternis und danach kommt das Licht. Dies liefert auch die Grundlage für die Unterteilung des Buches.

Karte 158 - Die Unterteilung von Zephanja

DER TAG DES HERRN

1,1-3,8

3,9-20

FINSTERNIS
Das Gericht

LICHT
Der Segen

  Ich will gänzlich wegraffen (1,2)  

  Ich werde ........ retten (3,19)  

 

EINTEILUNG VON ZEPHANJA

HAUPTGEDANKE: FINSTERNIS - DANACH LICHT

I) FINSTERNIS - DAS GERICHT: 1,1-3,8

1) DAS GERICHT WIRD BESCHRIEBEN:  1,1-18
2) DER AUFRUF ZUR UMKEHR:  2,1-3
3) DAS GERICHT WIRD BEGRÜNDET:  2,4-3,8

II) LICHT - DER SEGEN: 3,9-20

4) DER SEGEN WIRD BESCHRIEBEN:  3,9-20


I) FINSTERNIS - DAS GERICHT: 1,1-3,8

Zwei Betonungen kennzeichnen Zephanja. Sie werden in zwei Aussagen zusammengefasst:

GERICHT
"Ich werde ..... gänzlich wegraffen"         
(1,2)

SEGEN
      "Ich werde ..... retten"
(3,19)

Das sind die beiden Aspekte des Tages des Herrn.

1) DAS GERICHT WIRD BESCHRIEBEN: 1,1-18

Zephanja schrieb vom Standpunkt Jerusalems aus, was wahrscheinlich seine Heimat war. Er beschreibt das allumfassende Gericht Gottes, das auch die Natur betreffen wird. Der Herr will den Baalsdienst völlig aus Seinem Volk entfernen. Diese satanische Verbindung hat im Südreich bereits tiefe Wurzeln geschlagen (siehe 1,4-6). Die einzige Möglichkeit, dies wegzubringen, ist durch das in diesen Kapiteln beschriebene schreckliche Gericht. 1,10 spricht von einem zukünftigen Angriff der Chaldäer gegen Jerusalem. Sie werden das Fischtor angreifen. Ihr Überfall auf die Stadt wird so dargestellt, als ob der Herr mit Leuchten durch die Stadt geht, um Sein Volk zu suchen. Die völlige geistliche Apathie und Gleichgültigkeit der Bewohner der Stadt wird durch das Offenbarwerden ihrer Gedanken in Bezug auf das bevorstehende Gericht aufgezeigt: "Jahwe tut nichts Gutes und tut nichts Böses" (1,12).

Das bevorstehende Gericht wird in 1,14-18 betont. Dann wird es zu spät sein, sich zu bekehren. Auch all ihr Wohlstand, Gold und Silber usw. wird sie vor dem beginnenden Gericht nicht schützen können. Daher ist die einzige Rettung, jetzt Buße zu tun.

2) DER AUFRUF ZUR UMKEHR: 2,1-3

Die Beschreibung des verheerenden Gerichtes wird kurz unterbrochen, als der Herr an Sein Volk appelliert, sie sollten Buße tun: "Suchet Jahwe, alle ihr Sanftmütigen (Demütigen) des Landes ... suchet Gerechtigkeit, suchet Demut ..." (2,3).

3) DAS GERICHT WIRD BEGRÜNDET: 2,4-3,8

In diesem Abschnitt erklärt der Herr, warum das Gericht kommen muss. Zuerst wird Er mit den Nationen ins Gericht gehen: Gaza, Asdod, Ekron (Fürstenstädte der Philister; 2,4-7), Moab, Ammon (2,8-11), die Ätiopier (2,13-15). Als Hauptgrund für das Gericht über diese Völker wird ihre Haltung dem Volk Gottes gegenüber genannt. In 3,1-8 werden dann die Gründe für das Gericht über das Süd-Reich genannt; in Vers 2 werden sie zusammengefasst:

1. es hat auf keine Stimme gehört
2. keine Zucht angenommen
3. auf Jahwe hat es nicht vertraut
4. seinem Gott nicht vertraut
         Die Sünden des Südreiches (3,2)

Vier Gruppen von Menschen werden vor allem für den Abfall des Volkes verantwortlich gemacht:

1. die Fürsten
2. die Richter
    die politische und zivile Führerschaft = Korruption und Selbstbereicherung
 
3. die Propheten
4. die Priester
         die politische und zivile Führerschaft = Korruption und Selbstbereicherung

 

II) LICHT - DER SEGEN: 3,9-20

Die Finsternis ist vorbei, das Tageslicht bricht an für Gottes Volk.

4) DER SEGEN WIRD BESCHRIEBEN: 3,9-20

Man kann diesen Abschnitt in zwei Betonungen unterteilen:

3,9-13

3,14-20

      DIE REINIGUNG      

      DIE VERGEBUNG      

Zuerst wird der Herr dem Volk reine Lippen geben, die die Folge eines reinen Herzens sein werden. Er wird allen Stolz, Hoffart und Lüge entfernen. Dann kündigt der Herr dem Volk die völlige Vergebung an, was Grund zur Freude sein wird: "Juble, Tochter Zions; jauchze, Israel! Freue dich und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem! Jahwe hat deine Gerichte weggenommen, deinen Feind weggefegt." (3,14-15). Aber nicht nur das Volk wird sich freuen, sondern auch der Herr wird an Seinem Volk Freude haben, nachdem Er es wiederhergestellt hat (3,17).

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