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Bibelüberblick - Teil 98

Sacharja 7-14
Maleachi 1-4

HAUSAUFGABE
  1. BIBEL: Sach 7-14; Mal 1-4 aufmerksam durchlesen
  2. FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
    1. Wie viele Jahre lagen zwischen den Nacht-Gesichten und den Botschaften in Sacharja Kap. 7-8?
    2. Welche Fragen stellten die Juden in 7,3? Welche Antwort bekamen sie?
    3. Fasse die Botschaft in Kap. 8 mit eigenen Worten zusammen.
    4. Wie beschreibt Sacharja in Kap. 14 die Wiederkehr Jesu Christi?
    5. Welche zwei Beweise führt Gott an, um Seine Liebe zu Seinem Volk zu zeigen?
      Erläutere (Mal 1,1-5)!
    6. Beschreibe das zukünftige Gericht über Israel, wie es in Mal 3-4 dargelegt wird.
  3. UNTERLAGEN: Teil 98 aufmerksam durchlesen

III) ZWEI GEGENSÄTZLICHE BOTSCHAFTEN: 7-8

Zwei Jahre liegen zwischen den Gesichten in Kap. 1-6 und den zwei Botschaften in Kap. 7-8. Diese Botschaften haben den Gottesdienst zum Thema. In der ersten Botschaft prangert der Prophet den falschen und heuchlerischen Gottesdienst des Volkes an.

4) DIE VERWERFUNG DES FALSCHEN GOTTESDIENSTES: 7

Die Frage des Volkes in 7,3 gibt die Grundlage für diese Botschaften:

"Soll ich weinen im fünften Monat und mich enthalten *), wie ich schon so viele Jahre getan habe?"

*) Die Juden hatten es sich in der Verbannung zur Gewohnheit gemacht, als Erinnerung an die Hauptereignisse bei der Einnahme Jerusalems an gewissen Tagen des 4., 5., 7. und 10. Monats zu fasten.

Der Herr antwortet darauf, dass das Volk dieses Ritual aus eigenem Gutdünken und zum eigenen Zweck eingeführt hat (7,4-6). Es war eine leere Schale. Die Tatsache, dass sie diese Frage überhaupt aufbringen, zeigt ihre Hartherzigkeit.

5) DIE WIEDERHERSTELLUNG DES WAHREN GOTTESDIENSTES: 8

Kap. 8 zeigt eine Szene aus dem Tausendjährigen Reich. Hier ist die Anbetung geistlich und wahrhaftig. Der wahre Gottesdienst ist mit Freude und Wonne verbunden und nicht heuchlerisches Pflichtbewusstsein (8,19).

IV) ZWEI PROPHEZEIUNGEN: 9-14

Den Abschluss des Buches bilden zwei Prophezeiungen, die mit den Worten "Ausspruch des Wortes Jahwes über ..." (9,1 und 12,1) beginnen. Diese Prophezeiungen beziehen sich auf die prophetische Geschichte des Volkes, wie sie in den acht Nacht-Gesichten (Kap. 1-6) dargestellt wird. Nun wird diese Zeit im Hinblick auf das Wirken des Messias beobachtet.

6) DIE VERWERFUNG DES MESSIAS: DIE ERSTE ANKUNFT 9-11

Die Betonung in diesem Abschnitt liegt auf dem irdischen Dienst Jesu Christi, des Messias. Er kam in Demut: "Siehe, dein König wird zu dir kommen ... demütig und auf einem Esel reitend" (9,9). In Mt 21 wurde diese Prophezeiung erfüllt. Aber die Juden verwarfen ihren König. Sie lehnten den guten Hirten ab (11,1-13) und werden als Folge davon in die Hände eines "törichten Hirten" fallen (11,14-17). Dieser "törichte Hirte" ist vermutlich der Antichrist. Israel wird ihn, kurz vor der Wiederkunft des Messias, als seinen Retter annehmen.

7) DIE HERRSCHAFT DES MESSIAS: DIE WIEDERKUNFT 12-14

Diesen Abschnitt kann man wie folgt zusammenfassen:

12,1-9

12,10 - 13,9

14

  ISRAELS KAMPF  

ISRAELS REINIGUNG UND DIE
  DARAUFFOLGENDEN SEGNUNGEN  

  DER KÖNIG ISRAELS  
ERSCHEINT !

Das Buch schließt in Kap. 14 mit einer Beschreibung des Erscheinens des Königs Israels auf dem Ölberg. Er wird an alle Armeen, die um Israel versammelt sind, Gericht ausüben. Die Wiederkunft wird auch gewaltige topographische Veränderungen auslösen. Ein Merkmal wird das Reich des Messias kennzeichnen - nämlich HEILIGKEIT (14,20-21).

Wenn man den Dienst der beiden Propheten miteinander vergleicht, erkennt man, dass sowohl Haggai als auch Sacharja den Tempel in den Mittelpunkt stellten. Haggai aber sah seine Aufgabe darin, die Juden so zu motivieren, dass sie den Tempel fertigstellten. Sacharja hatte teilweise auch dieses Anliegen, aber sein Blick war mehr auf die Zukunft gerichtet.


EINLEITUNG VON MALEACHI

Maleachi schrieb das Buch wahrscheinlich um 433 v.Chr., das war ungefähr die Zeit, als Nehemia Jerusalem wieder besuchte (Neh 13,6). Einige Indizien weisen auf diese Zeit hin:

  1. der Tempel war fertiggestellt, die Opfer wurden dargebracht (1,7-10; 3,1; 3,8)
     
  2. ein persischer Statthalter (nicht Nehemia) regierte über das Volk (1,8). Das Wort "Landpfleger" ist "pehah", ein Wort aus dem Persischen, das für die persischen Statthalter verwendet wurde, die nach der Diaspora-Zeit eingesetzt wurden.
     
  3. bei den von Maleachi verurteilten Sünden handelt es sich um dieselben, die Nehemia in seinem Buch beanstandet hatte -
    1. die Gleichgültigkeit und Korruption der Priester (Mal 1,6-2,9 und Neh 13,1-9)
    2. die Mischehen (Mal 2,10-16 und Neh 13,23-28)
    3. die Unterlassung des Zehnten (Mal 3,7-12 und Neh 13,10-13)

Zur Zeit Maleachis befanden sich die Juden bereits etwa 100 Jahre wieder in ihrer Heimat. Die früheren Propheten hatten von Tagen der Segnungen und der Herrlichkeit gesprochen, doch sind sie nie gekommen. Das Volk wurde langsam ungeduldig. Es gab nur wenig, was ihren "geistlichen Alltag" ein bisschen aufhellen konnte. Die kritischen Stimmen mehrten sich und die Anklagen gegen Gott wurden unüberhörbar.

Der Name des Buches kommt von der Aussage in 1,1 - "Ausspruch des Wortes Jahwes an Israel durch Maleachi". Es wird daher angenommen, dass der Prophet Maleachi hieß. Maleachi bedeutet schlechthin "der Bote des Herrn" (hebr. "Malachiah"). Der Ausdruck kommt in 2,7 und in 3,1 vor. Die Aussage in 3,1 bezieht sich eindeutig auf Johannes den Täufer. Es ist daher möglich, dass Maleachi die Bezeichnung des Propheten war und gar nicht sein richtiger Name.

Die Botschaft deckt einige Sünden des Volkes auf. Hinter diesen Sünden steckt die Einstellung des Volkes, eine Einstellung von geistlichem Zynismus. Dies drückt sich in den wiederholten Fragen des Volkes aus, mit denen sie die Anklagen Gottes erwidern:

"Worin hast Du uns geliebt?" (1,2)
"Womit haben wir Deinen Namen verachtet? (1,6)
"Womit haben wir Dich verunreinigt? (1,7)
"Warum? (2,14)
"Worin sollen wir umkehren? (3,7)
"Worin haben wir Dich beraubt? (3,8)
"Was haben wir miteinander wider Dich beredet? (3,13)
" ... Was für Gewinn, dass wir Seiner Hut warteten ... ? (3,14)

Diese ständigen Fragen offenbaren ein grundlegendes Problem des Volkes Gottes, nämlich REBELLION. Dieser Zustand ist noch verheerender, wenn man bedenkt, dass dies auch das erste und größte Problem des Volkes Gottes war, als sie aus Ägypten erlöst wurden:

"Hast Du uns darum, weil in Ägypten keine Gräber waren, weggeholt, um in der Wüste zu sterben? Warum hast Du uns das angetan? ..." (2Mo 14,11)

Im Verlauf von ca. 1000 Jahren hat das Volk Gottes geistlich nichts dazugelernt! Das ist ein geistliches Prinzip. Man kann das Fleisch nicht belehren oder verändern. Die einzige Hoffnung für das Fleisch ist das Kreuz!

Das Buch hat zwei Betonungen, die auch die Unterteilung des Buches ergeben.

Karte 170 - Die Unterteilung von Maleachi

1-2

3-4

DIE
GEGENWÄRTIGE
  GLEICHGÜLTIGKEIT  
ISRAELS

DAS
     ZUKÜNFTIGE     
GERICHT
ISRAELS

 

EINTEILUNG VON MALEACHI

HAUPTGEDANKE:
DIE UNBELEHRBARKEIT ISRAELS -
DAS FLEISCH ÄNDERT SICH NIE !

I) DIE GEGENWÄRTIGE GLEICHGÜLTIGKEIT ISRAELS:  1-2

1) DIE BEWEISE DER LIEBE GOTTES:  1,1-5
2) DIE SÜNDEN DES VOLKES:  1,6-2,17

a) die Sünden der Priester (1,6-2,9)
b) die Sünden des Volkes (2,10-17)

II) DAS ZUKÜNFTIGE GERICHT ISRAELS: 3-4

3) DER HERR KOMMT:  3,1-6
4) WEITERE SÜNDEN DES VOLKES:  3,7-15
5) DIE ABSONDERUNG DES VOLKES:  3,16-4,6


I) DIE GEGENWÄRTIGE GLEICHGÜLTIGKEIT ISRAELS: 1-2

1) DIE BEWEISE DER LIEBE GOTTES: 1,1-5

Das Buch beginnt mit der Beteuerung Gottes, dass Er Sein Volk geliebt hat. Dies wird vom Volk sofort in Frage gestellt - "Worin hast Du uns geliebt? (1,2). Der Herr führt daraufhin zwei Beweise an:

  1. die Erwählung Jakobs (Israel)
  2. die Bewahrung Israels (1,3-5) - die Edomiter, die Nachkommen Esaus, wurden als Volk vernichtet, Sein Volk hat Gott aber immer bewahrt, trotz heidnischer Herrschaft.

2) DIE SÜNDEN DES VOLKES: 1,6-2,17

a) die Sünden der Priester (1,6-2,9)
b) die Sünden des Volkes (2,10-17)

Der Herr erwähnt einige Sünden im Zusammenhang mit der Verantwortung der Priester und des Volkes für den Gottesdienst und die Befolgung des Gesetzes.

II) DAS ZUKÜNFTIGE GERICHT ISRAELS: 3-4

3) DER HERR KOMMT !: 3,1-6

Der Herr wird plötzlich zu Seinem Tempel kommen. Er wird an diesem Tag all die Gesetzlosigkeit und Bosheit aus dem Volk ausrotten. Diese Tat wird mit der Reinigung von Metallen verglichen.

4) WEITERE SÜNDEN DES VOLKES: 3,7-15

Das Volk fragt, warum Gericht auf sie kommen sollte. Als Grund gibt der Herr Raub an: "Darf ein Mensch Gott berauben, dass ihr Mich beraubt?" (3,8). Sie haben Gott den Zehnten und das Hebopfer nicht dargebracht, deswegen bestraft Er sie dahingehend, dass sie keinen materiellen Segen genießen.

5) DIE ABSONDERUNG DES VOLKES: 3,16-4,6

Gott merkt auf diejenigen, die Ihm gehorchen. Sie sind in einem "Gedenkbuch" eingetragen (3,16). Sie werden von Ihm belohnt.

Die Treulosen hingegen werden wie "Stoppeln" verbrannt werden an dem Tag, an dem "die Sonne der Gerechtigkeit" aufgehen wird. Dieser große Tag wird durch den Propheten Elia angekündigt (4,6).
Laut Mt 17,10-13 wurde diese Prophezeiung durch Johannes erfüllt.

Hier ist das Ende des AT. Alles wartet auf "die Sonne der Gerechtigkeit"; zuerst wird aber ein großer Prophet kommen, um den Weg für Ihn zu bereiten. Vierhundert Jahre werden nun verstreichen, bis aus der Wüste Judas ein gewisser Johannes der Täufer kommen soll. Seine Botschaft wird sein: "Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen" (Mt 3,2).

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