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Bibelüberblick NT - Teil 7

Matthäus 24-28

HAUSAUFGABE
  1. BIBEL: Mt 24-28 aufmerksam durchlesen
  2. FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
    1. Durch welche Fragen der Jünger wurde die Rede des Herrn auf dem Ölberg ausgelöst? (siehe 24,3)
    2. Versuche zwischen Mt 24 und Offb 6 einen Vergleich herzustellen. Welche Verse aus Mt 24 könnte man in den Siegeln von Offb 6 zuordnen?
    3. Welche Antwort gibt der Herr den Jüngern auf ihre Frage: "Wann wird das sein?"
    4. Welche zwei Gleichnisse erzählt der Herr in Kap. 25, um die Wahrheiten von Kap. 24 zu versinnbildlichen?
  3. UNTERLAGEN: NT-Teil 7 aufmerksam durchlesen

Kap. 23 endet mit dem Ausruf des Herrn über "Seine" Stadt: "Jerusalem, Jerusalem... wie oft habe Ich deine Kinder versammeln wollen...." (23,37-38). Dann sagt der Herr in V. 38 "euer Haus (Tempel)". Es war Gottes Haus, aber durch die vielen Sünden des Volkes und durch ihre Ablehnung ihrem König gegenüber, ist es nun zu ihrem Haus geworden. In 24,1 liest man: "Und der Herr trat hinaus und ging von dem Tempel hinweg." Das Wort Gottes teilt uns nicht mit, ob Er während der letzten Tage Seines irdischen Daseins je wieder in den Tempel gegangen ist. So wie im AT, im Buch Hesekiel, die Herrlichkeit des Herrn den Tempel verließ (Kap. 8-11 ), bevor das Gericht kam, so verlässt der Herr der Herrlichkeit den Tempel, "Sein" Haus, zum letzten mal. Bald wird das Gericht über die Juden kommen!

Die Rede auf dem Ölberg wurde durch zwei Fragen der Jünger ausgelöst:

  1. "Sage uns, wann wird dieses (die Zerstörung des Tempels) sein?"
  2. "Was ist das Zeichen Deiner Ankunft und der Vollendung des Zeitalters?"

6) DIE PROBLEME DES KÖNIGS 19,2 - 26,2  (Fortsetzung)

a) Bericht (19,2 - 23,39)
b) Rede - Predigt auf dem Ölberg (24,1 - 26,2)

Der Bericht von Matthäus behandelt noch immer den Dienstag der Kreuzigungswoche.

ad a) Dienstag - ein Tag der Konfrontation und der Prophezeiungen 21,20 - 26,25

(vgl. Mk 11,20 - 14,21; Lk 20,1 - 22,6; Joh 12,20-50)

Die Kap. 24-25 haben eindeutig mit der Endzeit zu tun. In dem Text gibt es einige Worte und Ausdrücke, die eine gewisse Chronologie erkennen lassen:

"Dann" 24,9; 24,10; 24,14; 24,21; 24,23; 24,30 (2 x); 24,40 (als dann)
"Wenn ihr nun den Greuel der Verwüstung... stehen sehet" 24,15
"Alsbald aber nach der Drangsal jener Tage wird die Sonne verfinstert..." 24,29

Mt 24 wird des öfteren mit Offb 6 (die sieben Siegel) verglichen. Die folgende Karte zeigt so einen Vergleich.

Karte 20 - Die Endzeitereignisse in einem Vergleich von Mt 24 und Offb 6

In 24,4-35 beantwortet der Herr die zweite Frage der Jünger: "WAS ist das Zeichen?" In 24,36-25,46 gibt Er Antwort auf die erste Frage: "WANN wird dieses sein?" Der König nennt keinen fixen Zeitpunkt: "Von jenem Tage aber und jener Stunde weiß niemand... sondern Mein Vater allein" (24,36). Statt einen genauen Zeitpunkt anzugeben, wie dies die Jünger wünschten, spricht der Herr von der geistlichen Haltung, welche die Jünger (und alle Kinder Gottes) einnehmen sollten. Das Schlüsselwort ist "WACHET". Im Griechischen ist dies das Wort "gregoreo" und bedeutet "munter bleiben, nicht einschlafen". Die Bedeutung dieses Wortes kommt in 1. Thess. 5,10 klar zum Ausdruck: "Sei es, dass wir wachen oder schlafen, zusammen mit Ihm leben." Entweder man schläft oder man ist munter, wach, nicht schlafend (="gregoreo").

Dies ist die geistliche Haltung, die Kinder Gottes einnehmen sollen; sie brauchen sich nicht um den genauen Zeitpunkt der Wiederkunft des Herrn zu kümmern. Wenn sie wachen, dann wird alles in Ordnung sein.

"gregoreo" kommt noch in 24,42; 24,43; 25,13; 26,38; 26,40; 24,41 vor.

Ein zweites Schlüsselwort ist "seid BEREIT". Im Griechischen "hetoimos", das Wort bedeutet "alles vorzubereiten, damit man nicht überrascht wird". Dieses Wort kommt in 24,44 und 25,10 vor.

Der Herr versucht nun, diese Wahrheit über WACHEN und BEREIT SEIN anhand von Gleichnissen noch deutlicher zu erläutern:

  1. die zehn Jungfrauen (25,1-12)
  2. die knechte und die Talente (25,14-30)

Dieser Abschnitt endet mit der Beschreibung einer Gerichtsszene. Alle Nationen werden vor dem Menschensohn versammelt und in zwei Gruppen (Schafe und Böcke) geteilt. Der folgende Vergleich zeigt die Unterschiede:

Alle Nationen hatten dieselbe Voraussetzung und dieselbe Chance. Ihre Haltung dem Herrn Jesus gegenüber wurde durch ihre Haltung den "Geringsten dieser Seiner Brüder" (den Juden) gegenüber zum Ausdruck gebracht. Diese Gerichtsszene stellt vermutlich den Ausleseprozess dar, der vor dem Tausendjährigen Reich Jesu Christi auf Erden stattfinden wird. Nur die "Schafe" werden in Sein Reich eingehen. Die Böcke werden in "das ewige Feuer" geworfen, das eigentlich nur für den Teufel und seine Engel bereitet wurde.

Dies war die letzte große Rede des Herrn. Nun folgen eher Tage des Schweigens, bevor Er an das Kreuz gehen würde.

Wie immer, endet auch diese Rede mit dem Standardausdruck:

"Und es geschah, als Jesus alle diese Reden vollendet hatte..." (26,1)

Es blieben nur noch zwei Tage bis zum Passah. Die Zeit Seines Todes nahte.

7) DER TOD UND DIE AUFERSTEHUNG DES KÖNIGS:  26,3 - 28,20

26,3-16 (vgl. Mk 14,1-21; Lk 22,1-6) beschreiben noch die letzten Ereignisse des Dienstags der Kreuzigungswoche, nämlich, dass Judas Iskariot den König verriet. Als Anlass für den Verrat diente die Salbung des Herrn durch eine Frau in Bethanien. In Vers 14 liest man "Dann ging einer von den Zwölfen, der Judas Iskariot genannt war, zu den Hohepriestern..." In Lk 22,3 erfahren wir auch den Grund, warum Judas zu den Hohepriestern ging: "Aber Satan fuhr in Judas, der Iskariot zubenamt ist..." Wenn man diese Stelle mit einer ähnlichen in Joh 8,39-44 vergleicht, wo der Herr den Plan der Pharisäer, den König zu töten, ganz deutlich als die Begierde des Teufels bezeichnet, welche sie tun wollen, dann kann man den satanischen Plan hinter dem Widerstand gegen den Herrn und schließlich der Kreuzigung des Herrn erkennen.

Wie bereits erwähnt, wird in den Evangelien über den Mittwoch gar nichts berichtet. Ab 26,17 beginnt der Donnerstag und somit der erste Vorbereitungstag für das Passahfest. Den Donnerstag verbrachte der Herr mit Seinen Jüngern: 26,17-35 (vgl. Mk 14,12-31; Lk 22,7-38; Joh 13,18 - 16,17). Wie aus den angegebenen Bibelstellen hervorgeht, gibt Johannes den ausführlichsten Bericht über diesen Tag. Matthäus berichtet von den Vorbereitungen für das Passahmahl, schreibt über das Passahmahl selbst und erwähnt danach die Abschiedsworte des Herrn.

Die Feinde Jesu planten, Ihn am Freitag gefangen zu nehmen, zu verhören und zu verurteilen. Dieser Tag war ganz anders im Vergleich zu den vorangegangenen.

Sonntag bis Dienstag handelte es sich um aktive Tage, an denen der Herr dem Volk Seine Autorität und Seine wahre Identität zum letzten Mal verkündigte. Mittwoch und Donnerstag waren Tage der Ruhe und Vorbereitung. Wahrscheinlich verbrachte Jesus diese Zeit mit Seinen Jüngern. Donnerstag Abend schlief der Herr nicht. Er betete bis Mitternacht und dann, in der Finsternis der Nacht, kamen Seine Feinde und nahmen Ihn gefangen. Er wurde vor die religiöse Führerschaft der Juden geführt. Sie warfen Ihm Gotteslästerung vor und sprachen Ihn schuldig. Die Strafe für Gotteslästerung war der Tod.

Da aber die Juden unter der Herrschaft der Römer standen, durften sie diese Strafe nicht vollstrecken. Daher schickten die Juden den Herrn zu Pilatus, damit er für sie die Strafe vollstrecken würde.

Für den letzten Tag, den Freitag, kann folgende Zeitkarte erstellt werden.

Karte 21 - Der letzte Tag

Aus der obigen Karte ist klar ersichtlich, dass Matthäus den biblischen Bericht über den Freitag fast zur Gänze wiedergibt, nur das Verhör des Königs vor Annas und vor Herodes Antipas fehlt in seinem Bericht. Matthäus ist der einzige, der vom Selbstmord des Judas berichtet.

Die sieben letzten "Worte" Jesu ergänzen noch das Bild des Herrn an diesem Freitag. Man kann diese "Worte" nach dem Zeitpunkt ihrer Aussage einreihen:

9.00-12.00 Uhr
"Vater, vergib ihnen..." (Lk 23,34)
"Heute wirst Du mit mir im Paradiese sein" (Lk 23,43)
"Weib, siehe, dein Sohn!" (Joh 19,26)

12.00-15.00 Uhr
"Mein Gott, Mein Gott..." (Mt 27,46; Mk 15,34)
"Mich dürstet" (Joh 19,28)
"Es ist vollbracht" (Joh 19,30)
"Vater, in Deine Hände übergebe ich meinen Geist" (Lk 23,46)

Der restliche Teil des Matthäus-Evangeliums behandelt die Auferstehung des Königs (27,61 - 28,20). Den Abschluss des Evangeliums bildet der berühmte "Missionsbefehl" (28,16-20). Matthäus beendet sein Evangelium mit den Worten, die eines Königs würdig sind: "Mir ist alle Gewalt gegeben, im Himmel und auf Erden". Matthäus sah seinen Auftrag darin, diesen König in Seinem irdischen Dienst, Seinem königlichen Tod und zuletzt in Seiner gegenwärtigen Stellung als König der Könige und Herr der Herren zu beschreiben! Ein gewaltiger König, der aber "bis zur Vollendung des Zeitalters" bei Seinen Jüngern ist (28,20).

(Bezüglich der chronologischen Einteilung der Auferstehungszeit siehe Karte 38, Teil 14)

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