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Bibelüberblick NT - Teil 12

Lukas 5-9

HAUSAUFGABE
  1. BIBEL: Lk 5-9 aufmerksam durchlesen
  2. FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
    1. Schreibe alle Stellen in den Kap. 4-6 auf, worin entweder von der Beliebtheit des Herrn, oder von dem Widerstand gegen den Herrn die Rede ist.
    2. Fasse 4,14-30 in eigenen Worten zusammen. Warum ist deiner Meinung nach dieser Abschnitt so wichtig?
    3. In Kap. 7 begegnet der Herr mindestens fünf Individuen. Wer waren diese? Warum kamen sie mit dem Herrn in Verbindung? Beschreibe die jeweilige Begegnung.
    4. Wie hießen die Frauen, welche dem Herrn nachfolgten (8,1-3)? Warum folgten sie Ihm nach? Welcher besondere Dienst stand ihnen zu?
  3. UNTERLAGEN: NT-Teil 12 aufmerksam durchlesen

Wie Matthäus und Markus überspringt auch Lukas das erste Jahr des öffentlichen Dienstes des Herrn (darüber wird nur in Joh 1,1 - 4,2 berichtet).

ÖFFENTLICHER DIENST

4,14 - 19,27

das erste Jahr
UNBEKANNT

das zweite Jahr BELIEBT

das dritte Jahr
WIDERSTANDEN

nicht in Lukas berichtet !

4,14 - 9,17

9,18 - 19,27

In diesem zweiten Jahr wirkte der Herr hauptsächlich in Seiner Heimat Galiläa. Auch Lukas versucht das Wechselspiel zwischen der Beliebtheit des Herrn unter dem Volk und dem wachsenden Widerstand der religiösen Führerschaft darzulegen.

Nachstehend werden einige Stellen angeführt, die Seine Beliebtheit offenbaren:

4,14        

"und das Gerücht über Ihn ging aus durch die ganze Gegend"

4,15

"...geehrt von allen"

4,20

"und aller Augen in der Synagoge waren auf Ihn gerichtet"

4,22

"und alle gaben Ihm Zeugnis und verwunderten sich über die Worte der Gnade, die aus Seinem Munde hervorgingen"

4,32

"Und sie erstaunten sehr über Seine Lehre"

4,36

"Und Entsetzen kam über alle, und sie redeten untereinander und sprachen..."

4,37

"Und das Gerücht über Ihn ging aus in jeden Ort der Umgegend"

4,42

"und die Volksmengen suchten Ihn auf und kamen bis zu Ihm, und sie hielten Ihn auf, dass Er nicht von ihnen ginge"

5,1

"als die Volksmenge auf Ihn andrängte"

5,9

"Denn Entsetzen hatte ihn erfasst und alle, die bei ihm waren"

5,15

"und große Volksmengen versammelten sich, Ihn zu hören..."

5,26

"Und Staunen ergriff alle, und sie verherrlichten Gott..."

Inmitten dieser Beliebtheit, und wahrscheinlich auch gerade wegen der Beliebtheit, begann der Widerstand zu wachsen. Einige Stellen, die diesen Widerstand offenbaren, sind:

4,28-29    

"Und alle wurden von Wut erfüllt in der Synagoge, als sie dies hörten. Und sie standen auf und stießen Ihn zur Stadt hinaus und führten Ihn bis an den Rand des Berges ... um Ihn so hinabzustürzen."

5,21

"Und die Schriftgelehrten und die Pharisäer fingen an zu überlegen, indem sie sagten: "Wer ist dieser, der Lästerungen redet."

5,30

"Und die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten murrten gegen Seine Jünger..."

5,33

"Warum fasten die Jünger des Johannes oft und verrichten Gebete, gleicherweise auch die der Pharisäer; die Deinigen aber essen und trinken?"

6,7

"Die Schriftgelehrten und die Pharisäer aber lauerten darauf, ob Er am Sabbath heilen würde, auf dass sie eine Beschuldigung wider Ihn fänden"

6,11

"Sie aber wurden mit Unverstand erfüllt und besprachen sich untereinander, was sie Jesu tun sollten."

Die Ablehnung in Nazareth:  4,14-30

Als einziger Evangelist berichtet Lukas, dass der Herr das zweite Jahr Seines Dienstes in Seinem Heimatort Nazareth begann. In dieser Begebenheit kann man eigentlich das Leben, das Sterben und die Auferstehung des Herrn versinnbildlicht sehen.

4,16-22    

Der Herr kommt in Seine Heimat und will Sein Volk mittels Prophezeiungen des AT (Jes 61,1-2) von Seiner wahren Identität überzeugen. Er ist der Messias, von dem Jesaja gesprochen hat. Aber Sein Volk ist blind. Sie haben Ohren aber hören nicht, sie haben Augen und sehen nicht. Als sie den Herrn anschauen, sehen sie nicht den Messias, sondern fragen sich: "Ist dieser nicht der Sohn Josefs?"
 

4,23-28

Der Herr weist dann auf die Rolle der Heiden hin. Er verwendet dazu zwei Begebenheiten in der Geschichte Israels ("in Israel" 2 x V. 25 und 27): In den Tagen Elias ging der Prophet "zu einem Weibe" in Sidonia, einer Heidin, obwohl es viele Witwen in Israel gegeben hatte. - Es gab auch "zur Zeit des Propheten Elisa" viele Aussätzige im Lande, doch nur der Heide "Naäman, der Syrer" wurde gereinigt
Wenn Israel seinen Messias ablehnen wird, wird Gott Heil, Errettung und Reinigung den Heiden bringen. Als die Juden dies hörten, wurden alle von Wut erfüllt.
 

4,29

Als Folge ihrer Wut, versuchten sie den Herrn umzubringen. (Es gelingt ihnen freilich nicht, doch in der prophetischen Erfüllung dieses Ereignisses wird etwa zwei Jahre später auf einem Hügel außerhalb Jerusalems, mit der Zustimmung des Volkes, ihr Messias, Jesus Christus, getötet.)

Auch die Auferstehung wird versinnbildlicht: "Er aber, durch ihre Mitte hindurchgehend, ging hinweg". Nach dem Kreuz hat Gott Seinem Volk den Rücken gekehrt und in Seinen prophetischen Plan wurden die Heiden eingebunden.

In Kapernaum:  4,31-6,11

(vgl. Mt 4,13-24; 8,2 - 9,17; 12,1-14; Mk 1,14 - 3,6)

Wie bereits in der Einleitung erwähnt wurde, zeigt Lukas mehr als die anderen Evangelisten den Dienst des Herrn im Gebet. Das Lukas-Evangelium wurde manchmal das "Evangelium des Gebetes" genannt. Einige Beispiele für diesen Dienst sind:

3,21

"...und Jesus getauft war und betete..."

5,16  

"Er aber zog sich zurück und war in den Wüsteneien und betete."

6,12

"Und es geschah in selbigen Tagen, dass Er auf den Berg hinausging, um zu beten"

9,28-29

"...dass Er Petrus, Johannes und Jakobus mitnahm und auf den Berg stieg, um zu beten"

11,1-4

"...Herr lehre uns beten..."

22,31-32    

"Ich aber habe für dich gebetet"

22,41-42

"...und kniete nieder, betete und sprach..."

23,34  

"Jesus aber sprach (betete): "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun."

Nach der Ablehnung in Nazareth, ging der Herr nach Kapernaum. Diese Stadt wurde nun das Zentrum Seines öffentlichen Dienstes. Wir finden in der Schrift einige Details über Kapernaum.

Der Name Kapernaum bedeutet "die Stadt Nahums". Sie war groß genug, um eine Stadt genannt zu werden. Es gab dort eine Synagoge, gebaut von einem römischen Hauptmann, der dort mit seinen Soldaten stationiert war (Luk. 7,1; Mt 8,8). Neben der Kaserne gab es auch eine Zollstätte, wo die Steuern für Rom eingehoben wurden (Mt 9,9; Mk 2,14; Lk 5,27; Mt 17,24). Kapernaum war mit Bethsaida das Hauptzentrum des Fischfanges auf dem See von Genezareth. Eine Tatsache allein zeigt die Wichtigkeit von Kapernaum für den Herrn. In den Evangelien werden insgesamt 32 Wunder berichtet. Von diesen 32 wurden 18 um den See von Genezareth vollbracht und von diesen 18 allein 10 in der Stadt Kapernaum; d.h. 1/3 der überlieferten Wunder des Herrn wurden in Kapernaum getan.

Der See Genezareth kommt des öfteren in der Schrift vor. Dafür gibt es verschiedene Bezeichnungen:

  1. der See Kinnereth (4Mo 34,11)
    Der Name kommt von dem hebräischen Wort "kinnereth" und bedeutet "harfenförmig". Dies spielt auf die Form des Sees an.
     
  2. der See Genezareth (Lk 5,1)
    Genezareth war der Name der Ebene, die am Ufer des Sees lag. Der Name bedeutet "Garten der Reichtümer".
     
  3. der See von Tiberias (Joh 6,1)
    Dies ist der Name, den die Einwohner auch heute noch für den See verwenden: "Bahr Tarbariyeh".
     
  4. der See von Galiläa (Joh 6,1; Mt 4,18)
    Der See liegt ca. 200 m unter dem Meeresspiegel (Mittelmeer). Die Wassertiefe beträgt zwischen 25 und 50 m. Die Länge des Sees von Norden nach Süden ist etwa 21 km, und von Osten nach Westen etwa 13 km.

Lukas dokumentiert nicht nur die Aussagen von Menschen über den Herrn wortgetreu, sondern auch die von dämonischen Mächten:

"Ich kenne dich, wer du bist: der Heilige Gottes" (4,35)

"Du bist der Sohn Gottes" (4,41)

"Und Er bedrohte sie und ließ sie nicht reden, weil sie wussten, dass Er der Christus war" (4,41)

Der Evangelist vergleicht diese Aussagen von bösen Geistern mit dem Bekenntnis eines Menschen, der zwar keine so eingehende Erkenntnis über die Person Christi hatte wie die Dämonen, der jedoch, als er mit dieser Person konfrontiert wurde, sagte:

"Geh von mir hinaus, denn ich bin ein sündiger Mensch, Herr" (5,8)

Da es die Absicht von Lukas war, die Ereignisse im Leben des Herrn "der Reihe nach zu schreiben", ist anzunehmen, dass die chronologische Reihenfolge in seinem Evangelium genauer ist, als im Matthäus-Evangelium. So liest man, dass der Herr eine Nacht im Gebet verharrte und dann am nächsten Tag die zwölf Apostel bestimmte (siehe Karte 26 auf Seite 69). Nach dieser Ernennung folgt die Bergpredigt, nur bei Lukas findet sie "auf einem ebenen Platze" statt (6,17-49).

Verschiedene Begegnungen:  7,1-50

(vergl. Mt 8,5-13; 11,2-19)

In diesem Abschnitt schildert Lukas die Begegnung des vollkommenen Menschensohnes mit fünf Individuen:

  1. der Hauptmann                                        (7,1-10)
  2. die trauernde Witwe                                 (7,11-17)
  3. Johannes der Täufer (durch seine Jünger)  (7,18-35)
  4. Simon der Pharisäer                                (7,36 - 50)
  5. ein Weib in der Stadt                               (7,36 - 50)

Vier von ihnen hatten eine echte Not. Simon, der Pharisäer, verspürte keine Not, er war nur neugierig und wollte durch die Einladung zum Essen die Person Jesu Christi ein wenig näher unter die Lupe nehmen.

Die Not des Hauptmannes 7,1-10

Seine große Not war die Krankheit seines vielgeliebten Knechtes. Dieser Hauptmann war eine außerordentliche Person. Man liest, als der Herr von seinen Aussagen hörte "verwunderte Er sich über ihn" (V.9). Drei Aspekte des Glaubens des Hauptmanns sind bemerkenswert:

Die Begegnung mit dem Hauptmann bewirkte bei dem Menschensohn BEWUNDERUNG!

Die Not der trauernden Witwe 7,11-17

Ihre große Not war ihre Traurigkeit und ihre absolute Hilflosigkeit. Eine Witwe, die noch dazu ihren einzigen Sohn verloren hatte, war einem fürchterlichen Schicksal ausgesetzt. Es gab fast keine Möglichkeit für sie finanziell durchzukommen. Sie war entweder dem Tode, dem Bettlerdasein oder der Prostitution preisgegeben.

Die Begegnung mit dieser Frau bewirkte bei dem Menschensohn ERBARMUNG!

Die Not von Johannes dem Täufer 7,18-35

Die Not von Johannes war Unsicherheit und Zweifel. Der Bericht über die Werke des Herrn drang sogar bis zu Johannes in das Gefängnis vor. Er sandte seine Jünger zum Herrn um festzustellen, ob dieser wirklich der Messias sei. Statt Johannes (durch seine Jünger) zu schelten, lobte ihn der Herr.

Die Begegnung mit Johannes (durch die Jünger des Johannes) bewirkte bei dem Menschensohn, dass Er ERMUTIGTE!

Die Not der Frau in der Stadt 7,36-50

Die Not dieser Frau war eindeutig ihre Sündenlast. Bei Simon, dem Pharisäer, war das Gegenteil festzustellen. Er wollte den Herrn nur aus selbstsüchtigen und bösen Motiven treffen. Er verspürte keine Not.

Die Begegnung mit der Sünderin bewirkte bei dem Menschensohn, dass Er ihr VERGAB!

Der Wendepunkt im öffentlichen Dienst:  8,1 - 9,50

(vergl. Mt 13,1-53; 12,22-50; 8,23 - 10,42; 16,13 - 18,35; Mk 4,1-6.44; 8,27 - 9,50; Joh 6,1-14)

Ab 9,51 beginnt der Herr den Weg nach Jerusalem, zum Kreuz, zu gehen. Man kann den öffentlichen Dienst des Herrn wie folgt darstellen:

Ein Großteil des Berichtes über den öffentlichen Dienst wurde bereits geschrieben, bevor Lukas die Hälfte seines Evangeliums erreicht hat.

Doch bevor der Wendepunkt erreicht wurde, berichtet Lukas noch von einem weiteren Ereignis im Dienst des Herrn in Galiläa und Umgebung. Er beginnt diesen Abschnitt mit einem Bericht von interessanten Einzelheiten über gewisse Frauen, die auch dem Herrn nachfolgten:

"gewisse Weiber...Maria, genannt Magdalena... Johanna, das Weib Chusas, des Verwalters Herodes... Susanna, ... viele andere."

Ein Grund, warum diese Frauen dem Herrn nachfolgten, wird angegeben - sie wurden von bösen Geistern und Krankheiten geheilt. Lukas gibt auch einen der wenigen Einblicke in den finanziellen Hintergrund des öffentlichen Dienstes des Herrn. Diese Frauen dienten Ihm "mit ihrer Habe", d.h. ein Teil der Kosten für den dreijährigen Dienst stammte aus dem Vermögen dieser Frauen.

Ab 9,18 beginnt das letzte Jahr des öffentlichen Dienstes.

ÖFFENTLICHER DIENST

4,14 - 19,27

das erste Jahr
UNBEKANNT

das zweite Jahr BELIEBT

das dritte Jahr
WIDERSTANDEN

nicht in Lukas berichtet !

4,14 - 9,17

9,18 - 19,27

                                         

Lukas berichtet zuerst von dem Bekenntnis des Petrus in Cäsarea Philippi (9,18-21) und danach von der Verklärung auf dem Berg. Bei dieser Verklärung wird wieder ein wichtiger Hinweis auf die Identität des Herrn gegeben. Die Stimme aus der Wolke:

"Dieser ist mein geliebter Sohn, Ihn höret."

Dies ist ein weiterer Beweis für die Mühe des Evangelisten, bei jeder wichtigen Wende im irdischen Dienst, einen klaren Hinweis auf den Herrn zu geben. Einige dieser Hinweise sind:

Es ist interessant zu vergleichen, für wen die Menschen den Herrn hielten:

  1. Für Johannes den Täufer
  2. für Elias
  3. für einen der alten Propheten, der auferstanden ist

und was Petrus durch die Offenbarung des Geistes und der Vater selbst über Ihn sagen:

  1. der Christus Gottes
  2. Mein geliebter Sohn
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