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Bibelüberblick NT - Teil 17

Johannes 13-17

HAUSAUFGABE
  1. BIBEL: Joh 13-17 aufmerksam durchlesen
  2. FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
    1. Rechne in etwa aus, wieviel Platz seines Evangeliums Johannes dafür verwendete, um die Reden des Herrn an seine Jünger bei dem Passahmahl wiederzugeben.
    2. Welche Wahrheit wollte der Herr Seinen Jüngern durch die Fußwaschung beibringen?
    3. Die Worte des Herrn bei dem Passahmahl sind sehr wichtig. Versuche eine eigene Analyse dieser Wahrheiten zu erstellen. Was sind die Schwerpunkte? (13,31 - 16,33)
  3. UNTERLAGEN: NT-Teil 17 aufmerksam durchlesen

3) DER PRIVATE DIENST DES SOHNES GOTTES:  13 - 17

Johannes verwendet über 30 % seines Evangeliums, um zwei Tage im Leben des Sohnes Gottes zu schildern, und zwar den Donnerstag und den Freitag der Kreuzigungswoche. Vorwiegend werden Reden des Herrn wiedergegeben. In diesen Reden beschäftigt sich der Herr hauptsächlich mit zwei Themen:

  1. sein Weggehen
  2. das Kommen des Heiligen Geistes ("der andere Sachwalter")

Donnerstag - der Tag der Vorbereitung:  13,1 - 17,26

Die Fußwaschung:  13,1-17:

"Vor dem Feste des Passah" begab sich der Herr mit seinen Jüngern in den Obersaal, um das Passahmahl einzunehmen. Zuvor hatte er Petrus und Johannes hingesandt, um alles vorzubereiten (Lk 22,7-13), was sie auch getan hatten. Der Herr wollte mit den Jüngern alleine sein, und so war nicht einmal der übliche Diener anwesend. Seine Abwesenheit warf jedoch das Problem der Fußwaschung auf. Es war die Arbeit des Dieners, als Zeichen der Gastfreundschaft die Füße der Gäste zu waschen. In diesem Fall übernahm der Herr die Aufgabe des Dieners. Lukas berichtet, dass zu diesem Zeitpunkt ein Streit unter den Jüngern entstand, "wer von ihnen für den Größten zu halten sei" (Lk 22,24). Es ist möglich, dass sich dieser Streit eben um die Aufgabe der Fußwaschung drehte. Der Herr beendete auf alle Fälle den Streit, als er die Oberkleider ablegte und anfing, einem nach dem anderen die Füße zu waschen. Die Absicht des Herrn war, den Jüngern praktische Demut zu zeigen.

Das Passahmahl:  13,18-30

(vgl. Mt 26,17-25; Mk 14,12-21; Lk 22,7-30)

13,12 weist darauf hin, dass der Herr vermutlich auch die Füße von Judas Iskariot gewaschen hat. Dieser Akt der Demut würde ihm freilich nicht mehr helfen. Die Zeit war gekommen, um ihn als Verräter ans Licht zu bringen. Der Herr zitierte Ps 41,9. Der Verrat des Judas war bereits im Ratschluss des Wortes Gottes festgehalten.

Judas Iskariot (sein Name bedeutet "Judah" = "gepriesen sei der Herr" und "Iskariot" = "Bewohner von Kerioth") war der Schatzmeister der Jünger des Herrn. Die zum Teil verhältnismäßig großen Summen von Geld, die er zu verwalten hatte, waren eine zu große Versuchung. Seine Geldgier nahm überhand und er veruntreute das ihm anvertraute Geld. In Joh 6,66 steht, dass viele von dem Herrn weggingen. Dies wäre auch für Judas die Gelegenheit gewesen von dem Herrn wegzugehen, doch die Geldgier bewog ihn dazubleiben, obwohl er sicherlich nicht aus demselben Grund blieb wie Petrus und die anderen Apostel. Er wollte noch mehr Geld für sich abzweigen. Er kam dadurch immer mehr unter die Gewalt Satans, sodass er an diesem Abend den Bissen von dem Herrn nahm, aufstand und hinausging, um seine Pläne mit der religiösen Führerschaft zu schmieden. Der Grund dafür lag darin: "Satan war in ihn gefahren" (13,27).

Die Worte des Herrn bei dem Passahmahl: 13,31 - 16,33

(vgl. Mt 26,31-35; Mk 14,22-25; Lk 22,31-38)

Dieser Abschnitt wird öfters "die Obersaalrede" genannt. Der Herr greift drei Themenkreise auf:

  1. die Aufgabe der Jünger nach dem Weggehen des Herrn, nämlich Frucht zu bringen;
  2. die Feindschaft Satans und der Welt gegen die Jünger;
  3. die herrliche Vorsorge Gottes für seine Kinder.

Man kann diese Rede wie folgt darstellen:

Gebote

Warnungen

Lehre

FRUCHT BRINGEN
und LIEBE

  WIDERSTAND SATANS  
und der WELT

DER HEILIGE GEIST

Immer wieder wird die Rede des Herrn durch die Fragen der Jünger unterbrochen. Sie verstehen nicht, was der Herr zu ihnen sagt:

Der Herr beginnt seine Rede mit der Betonung auf sein Weggehen. Ein Fundament soll das Leben der Jünger haben, nachdem der Herr nicht mehr leiblich unter ihnen sein wird, nämlich: "einander zu lieben" (13,31 - 35). Petrus unterbricht den Herrn indem er beteuert, dass er mit dem Herrn überall mitgehen wird (er hat von der Kreuzigung noch nichts verstanden). Der Herr sagt seine Verleugnung voraus (13,36-38).

Nach dieser Unterbrechung durch Petrus setzt der Herr seine Rede über sein Weggehen fort. Er spricht von Wohnungen in dem Haus Seines Vaters. Dieses Bild leuchtet den Jüngern sofort ein, da sie den Tempel kennen, mit seinen riesigen Vorhöfen und unzähligen Kammern und Räumen. Als Herodes der Große den Tempel vergrößerte, ließ er viele zusätzliche Gebäude und Räumlichkeiten bauen, in denen das Tempelpersonal untergebracht war.

Jetzt kommen zwei Fragen von Thomas und Philippus:

Als der Herr auf diese Fragen und Bitten der Jünger eingeht, beginnt er mit der Lehre über den Heiligen Geist. Der Herr sagt:

"Wenn ihr mich liebet, so haltet meine Gebote; und ich werde den Vater bitten, und Er wird euch einen anderen Sachwalter geben..." (14,16)

Der Ausdruck "ein anderer Sachwalter" zeigt das Wesen des Heiligen Geistes:

In diesem Abschnitt stellt der Herr den Heiligen Geist mit drei verschiedenen Bezeichnungen dar:

Die Hauptaufgaben des Sachwalters werden sein:

Es ist möglich, dass ab 14,31 das Mahl vorbei war und der Herr mit den Jüngern Richtung Gethsemane ging. Er sagte "steht auf, lasset uns von hinnen gehen". Wenn dies der Fall wäre, dann sind sie sicherlich unterwegs an Weingärten vorbeigegangen. Der Anblick eines Weinstockes veranlasste den Herrn dann, viele wichtige Wahrheiten über die zukünftige Einheit der Gemeinde nach dem Kreuz und nach Pfingsten zu verkündigen. Der Herr sagte, Ich bin der wahre Weinstock (Er ist auch das wahre Licht (1,9) und das wahre Brot (6,32)) im Gegensatz zu Israel, das als Weinstock versagt hatte (Jes 5,1-7). Nun sollte die Gemeinde des NT-Zeitalters Israel als Fruchtbringer ersetzen. Das Geheimnis dafür ist "in Ihm bleiben" (das Wort "bleiben" kommt 8 mal vor - V. 4; V. 5; V. 6; 2 x in V. 7; V. 10; V. 11; V. 16).

Das Hohepriesterliche Gebet.  17,1-26

Unterwegs in Richtung Gethsemane "hob der Herr Seine Augen auf gen Himmel und sprach" (17,1). Was folgte, wird "das Hohepriesterliche Gebet" genannt. Einige Begriffe kommen in diesem Gebet immer wieder vor:

Im Rückblick kann man die Lehre des Herrn an seine Jünger wie folgt zusammenstellen:

Karte 44 - Die "Obersaalrede"


Die Grundlage für christliche Gemeinschaft - 
"ihr sollt einander lieben, wie ich euch geliebt habe"
(13,1-35)
 


Fleischlicher Eifer und die Folgen 
(13,31-38; 18,15-18; 18,25-27)
 


Die Beziehung zwischen
dem Vater und dem Sohn 
(14,1-12)
 


Der Heilige Geist 
(14,15-31; 15,26; 16,5-22)
 


Frucht tragen - das Prinzip
von dem Haupt (Jesus Christus)
und Seinem Leib (die Gemeinde) 
(15,1-17)
 


Haß - Einstellung der Welt 
(15,8-16,4)
 


Der Gebetsdienst der Gemeinde
Jesu Christi 
(14,13-15; 14,17; 16,23-28)
 

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