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Bibelüberblick NT - Teil 18

Johannes 18-21

HAUSAUFGABE
  1. BIBEL: Joh 18-21 aufmerksam durchlesen
  2. FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen aus dem obigen Abschnitt in der Bibel, bevor du die Unterlagen durchliest.
    1. Mache eine chronologische Aufstellung der Ereignisse am Freitag, beginnend in Gethsemane (18,1-12)
    2. Wie oft versuchte Pilatus, den Herrn Jesus freizusetzen? Er scheiterte jedesmal an dem Widerstand der Juden.
    3. Beschreibe in eigenen Worten die letzte Handlung des Herrn in Kap. 21. Warum war Petrus eine Schlüsselfigur?
  3. UNTERLAGEN: NT-Teil 18 aufmerksam durchlesen

4) DER LEIDENSDIENST DES SOHNES GOTTES: 18 - 20

Der Herr Jesus geht mit den Jüngern "über den Bach Kidron, wo ein Garten war". Die Synoptiker Matthäus und Markus nennen den Garten "Gethsemane".

Freitag - in Gethsemane: 18,1-12

(vgl. Mt 26,36-56; Mk 14,32-52; Lk 22,39-54)

Gethsemane ist eine Abwandlung aus dem Aramäischen und bedeutet "Olivenpresse". Es war ein kleiner Garten am Fuße des Ölbergs, wo der Herr öfters hingegangen war. Der Herr hatte dort auch öfters mit seinen Jüngern übernachtet (Lk 21,37). Judas wusste, wo er Ihn finden konnte.

Judas kam mit der "Schar" (von Soldaten) (gr. "speira" bedeutet "die Kohorte"), eine Abteilung des römischen Heeres, die normalerweise 600 Soldaten umfasste; es müssen bei dieser Begebenheit nicht alle 600 Soldaten anwesend gewesen sein. Diese Soldaten waren in der Burg Antonia stationiert. Der Herr versuchte auf keine Weise sich zu verstecken, sondern stellte sich den Soldaten. Petrus versuchte die Gefangennahme zu vereiteln, indem er Malchus, den Knecht des Hohepriesters, mit dem Schwert verletzte.

(Wiederholung der Karte 21 - Der letzte Tag)

UHRZEIT

EREIGNIS

BIBLISCHER BERICHT

Matthäus

Markus

Lukas

Johannes

0.00 - 2.00

im Garten Gethsemane

26,30-56

14,26-52

22,39-54

18,1-12

3.00 - 5.00

das Verhör vor den Juden - religiöses Gericht

1) vor Annas

     

18,13-23

2) vor Kajaphas

26,57-68

14,53-65

22,54-65

18,24

   (Petrus verleugnet den Herrn)

26,69-75

14,66-72

22,55-62

18,25-27

3) vor dem Hohen Rat

27,1

15,1

22,66-71

 

   (Judas begeht Selbstmord)

27,3-10

     

6.00 - 9.00

das Verhör vor den Römern - politisches Gericht

1) vor Pilatus

27,11-14

15,2-5

23,1-16

18,23-38

2) vor Herodes Antipas

   

23,7-12

 

3) vor Pilatus

27,15-26

15,6-15

23,13-25

18,39 - 19,16

   (die Soldaten spotten den Herrn)

27,27-31

15,16-20

   

9.00 - 15.00

die Kreuzigung

27,32-49

15,21-36

23,26-45

19,17-29

der Tod

27,50-56

15,37-41

23,46-49

19,30-37

vor Sonnen-
untergang

das Begräbnis

27,57-60

15,42-46

23,50-54

19,38-42

Nur Johannes berichtet über das Erstverhör von Annas. Er war der Schwiegervater des Hohepriesters Kajaphas. Joseph Kajaphas (Familienname) war mit der Tochter von Annas verheiratet. Er wurde von Valerius Gratus in sein Amt eingeführt und diente während der ganzen Regierungszeit von Tiberius Cäsar (14-37 n.Chr.). Im Jahr 38 n.Chr. wurde er vom Prokonsul Vitellus abgesetzt. Es hat den Anschein, dass Annas, obwohl er das Amt des Hohepriesters nicht mehr innehatte, doch viel Einfluss besaß. Es wird behauptet, dass Annas, im Gegensatz zu der Tradition, den Vorsitz des Sanhedrins hatte, obwohl er nicht Hohepriester war. Vermutlich wohnten Annas, Kajaphas und andere priesterliche Hoheiten im gleichen Palast.

Der Evangelist vergleicht die beiden "Verhöre" miteinander. Das eine fand im Palast statt, das andere draußen im Hof.

 

1. VERHÖR

2. VERHÖR

Wer wird von wem verhört?

der Herr Jesus
von
Annas,
Kajaphas
Petrus
von
der Türhüterin,
den Knechten und Dienern,
den Verwandten des Malchus

Wo?

im Palast

draußen im Hof

Was geschah?

leugnete die ungerechten
Anklagen gegen Ihn

leugnete Seinen Herrn aus Angst

Die darauffolgenden Ereignisse können wie folgt dargestellt werden:


Mit der Aussage: "Wir haben keinen König, als nur den Kaiser", haben die Juden ihren Herrn endgültig abgelehnt. Die religiöse Führerschaft lehnte ihren von Gott gesandten König ab und bekannte sich öffentlich zu einem heidnischen, gottlosen Tyrannen. Danach folgte die Kreuzigung auf Golgatha! Allein Johannes berichtet von dem Ruf des Herrn "Es ist vollbracht" (19,30).

Eine detaillierte Einteilung der Auferstehung und der darauffolgenden Zeit findet man auf Karte 38.

5) DIE ABSCHIEDSWORTE DES SOHNES GOTTES: 21

Eine der letzten Handlungen des Herrn in den vierzig Tagen nach der Auferstehung, war die Wiederherstellung des Petrus. Vermutlich hatte er den Herrn seit dessen Auferstehung schon einige Male gesehen, doch das Thema der Verleugnung wurde nie aufgebracht. Vielleicht war inzwischen die Spannung bei Petrus sehr groß geworden. Als er hörte, dass der Herr am Ufer war, sprang er sofort aus dem Schiff ins Wasser, um so schnell wie möglich zu Ihm zu kommen (21,7-8). Es ist sehr interessant, dass der Herr "ein Kohlenfeuer" gemacht hatte (21,9). Das Wort ist "anthrakia" und kommt sonst nur in 18,18 vor - nämlich dort, wo Petrus den Herrn verleugnete.

Bevor der Sohn Gottes zurück in den Himmel geht, bringt Er Petrus wieder in die Gemeinschaft mit sich und gibt ihm den Auftrag: "Weide meine Schafe" (21,18).

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