[ vorheriger Teil| Inhalt | nächster Teil ]

Bibelüberblick NT - Teil 22

Apostelgeschichte 15 - 21

HAUSAUFGABE

BIBEL: Apostelgeschichte 15:1 – 21:14 aufmerksam durchlesen.

FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen, bevor die Unterlagen durchgelesen werden.

a) Fertige für jede Missionsreise des Paulus eine eigene Liste an (13,4 – 14,28; 15,36 – 18,22; 18,23 – 21,14). Auf dieser Liste trage die besuchten Städte, die Personen, die Paulus auf seiner Reise begleiteten, die Hauptereignisse und die erreichten Ziele ein.

b) Fasse die Apostelversammlung in Kap. 15 zusammen. Was war der Hauptstreitpunkt? Wer waren die Kontrahenten? Wie war der Ausgang der Versammlung?

UNTERLAGEN: NT-Teil 22 aufmerksam durchlesen

Der vierte Gesichtspunkt, von dem Lukas die Apostelgeschichte geschrieben hat, ist die Biografie, vor allem von Petrus und Paulus:

4)  BIOGRAPHIE

Lukas wollte auch die Personen in der Urgemeinde vorstellen, damit ihr Dienst angenommen würde. Im Lukas-Evangelium stellt er die Person des Apostel Petrus vor, die er in der Apostelgeschichte dann zur Hauptperson des ersten Teiles seines Berichtes erweitert. Nachdem die Person und der Dienst des Petrus völlig befestigt waren, stellt Lukas Paulus vor und hebt durch viele Parallelen in seinem Bericht die Ähnlichkeiten der beiden großen Apostel hervor.

Es gibt in der Apostelgeschichte kein einziges Kapitel, in welchem nicht Petrus oder Paulus erwähnt wird.

  Petrus  -  Kap, 1 – 6; 8 – 12; 15
  Paulus  -  Kap. 7 – 9; 11 – 28
  Petrus und Paulus  -  Kap. 8; 9; 11; 12; 15

Die Ähnlichkeiten ihres Dienstes sind:

 

Petrus, Apostel für die Juden (Kap. 1 – 12)

Paulus, Apostel für die Heiden (Kap. 13 – 28)

1)

3,7  - Heilung eines Gelähmten

14,9 – 10  - Heilung eines Gelähmten

2)

9,40  - Auferweckung eines Toten

20,10  - Auferweckung eines Toten

3)

2,14 – 36 - wichtige Botschaft an die Juden

13,16 – 41  - wichtige Botschaft an die Juden

4)

12,7 – 10 - übernatürliche Befreiung aus dem
  Gefängnis

16,25 – 26  - übernatürliche Befreiung aus dem
  Gefängnis

5)

15,7 – 11 - Hauptrolle bei der Apostel-
  versammlung in Jerusalem

15,12  - Hauptrolle bei der Apostel-
  versammlung in Jerusalem

6)

8,14 – 17 - Heiliger Geist wird durch
  Händeauflegung gegeben

19,6  - Heiliger Geist wird durch
  Händeauflegung gegeben

7)

5,15  - Kranke durch den Schatten des Petrus
  geheilt

19,11 – 12  - Kranke durch das Schweißtuch des
  Paulus geheilt

8)

8,18  - die Begegnung des Petrus mit dem
  Zauberer Simon

19,13 – 16  - die Begegnung des Paulus mit den
  sieben Söhnen des Skeva

9)

5,17 – 18 - Petrus misshandelt

14,19  - Paulus misshandelt

 

(Fortsetzung von Seite 170)

4)  DAS EVANGELIUM BIS AN DAS ENDE DER WELT - (Ausdehnungen)  11,19  21,14

  a)  Der Dienst von Barnabas  (11,19 – 12,25)
  b)  Der Dienst von Paulus  (13,1 – 21,14)

ad b)  Der Dienst von Paulus  13,1 – 21,14

Lukas beschreibt nun die Mission zu den Heiden durch die drei Missionsreisen von Paulus.

13,4 – 14,28  -  die erste Missionsreise in die Provinz Galatien
(15,1 – 35)  -  (Einschub  -  die Apostelversammlung in Jerusalem)
15,36 – 18,22  -  die zweite Missionsreise in die Provinz Mazedonien und Achaia (Europa)
18,23 – 21,14  -  die dritte Missionsreise in die Provinz Asien

Karte 49  -  Der Ablauf der ersten und zweiten Missionsreise des Paulus

Reise

Städte besucht

Personen

Hauptereignisse

Ziele erreicht

 

              1

13,4 – 14,28

(siehe Karte 50)

Antiochien (Syrien)

 

Paulus

Barnabas

Johannes-Markus

 

 

Seleukia

 

 

Zypern:       Salamis
                    Paphos

 

Auseinandersetzung mit Elymas in Paphos

 

Bekehrung von Sergius Paulus in Paphos

Pamphylien: Perge

 

 

Galatien: Antiochien
              

Predigt in der Synagoge zu Antiochien in Pisidien

Bekehrung und Aufruhr in Antiochien in Pisidien

               Ikonium

 

 

 

               Lystra

Paulus und Barnabas in Lystra angebetet

Paulus predigt in Lystra und wird dann gesteinigt

Gemeinden in Galatien gegründet;
Älteste eingesetzt

 

Galatien: Derbe

 

 

 

 

zurück nach
Antiochien (Syrien)

 

 

 

 

              2

15,36 – 18,22

(siehe Karte 50)

Antiochien (Syrien)

 

Paulus

Silas

Timotheus

(Lukas)

 

Timotheus wird zu der apostolischen Mann-schaft hinzugefügt

 

Syrien und Zilizien

 

 

Galatien:   Derbe

 

 

                  Lystra
                  Troas

 

Vision in Troas
Lukas kommt dazu

 

Mazedonien:
             Philippi       

Predigen und Gefangenschaft in Philippi

Bekehrung von Lydia und dem Gefängniswärter in Philippi, Gemeinde dort gegründet

 

             Thessalonich

Predigen und Verfolgung in Thessalonich

Gemeinde in Thessalonich gegründet

 

             Beröa

Predigen in Beröa

 

 

Achaia: Athen

Predigt auf dem Aeropag in Athen

Bekehrung von Dionysus und Damaris in Athen

 

             Korinth

18-monatiger Aufenthalt und Lehrdienst in Korinth

Gemeinde in Korinth gegründet

 

Asien:   Ephesus

kurzer Aufenthalt in Ephesus

 

 

             Cäsarea

 

 

 

zurück nach Antiochien (Syrien)

 

 


Karte 50  -  Die erste und zweite Missionsreise des Paulus

Karte 51  -  Der Ablauf der dritten Missionsreise des Paulus

Reise

Städte besucht

Personen

Hauptereignisse

Ziele erreicht

              3

 

18,23 – 21,14

(siehe Karte 52)

 

Antiochien (Syrien)

 

Paulus
Silas
Timotheus
(Lukas)
Gajus
Aristarchus
Sekundus
Tychikus
Trophimus
Sopater

 

 

Galatien und Phrygien

 

 

Asien:        Ephesus

Lehrdienst in Ephesus (2-3 Jahre)
Aufruhr der Silberschmiede in Ephesus
Abschied von den Ältesten in Ephesus

Gemeinde in Ephesus gegründet
Ephesus -
Evangelisationszentrum
für Asien
Unterweisung der Ältesten in Ephesus wegen ihrer zukünftigen Aufgaben

 

Mazedonien

 

 

 

 

Griechenland

 

 

 

 

Mazedonien

 

 

 

 

                  Troas

 

 

 

 

Asien:        Milet

 

 

 

 

Syrien:      Tyrus
                  Ptolemais

 

 

 

 

                  Cäsarea
                  Jerusalem

 

Warnung an Paulus in Tyrus und Cäsarea bezüglich einer Reise nach Jerusalem

 

Karte 52  -  Die dritte Missionsreise des Paulus und seine Reise nach Rom

Zusammenfassung der Missionsmethoden von Paulus:

  1. Paulus fing seine Arbeit in der Synagoge einer Stadt an (Lystra und Philippi sind Ausnahmen). Dadurch erreichte er die Juden zuerst und dann die Heiden.
  2. Er verkündigte das Evangelium so lange, bis sich Menschen bekehrten.
  3. So lange er in der Stadt blieb, lehrte er diese jungen Gläubigen sorgfältig das Wort des Herrn. Dadurch legte er eine Grundlage für ihren Glauben.
  4. Bevor er die Stadt verließ, setzte er Älteste ein, damit die Gemeinde wirklich gegründet war.
  5. Er reiste hauptsächlich in die Großstädte und benutzte dabei die Hauptverkehrswege des römischen Reiches.
  6. Er ermutigte die Gläubigen, ihre materiellen Güter zu teilen, damit sie lernen würden, sowohl als Individuen als auch als Gemeinde Sorge füreinander zu tragen.

In 15,1 – 35 macht Lukas einen Einschub über die Apostelversammlung in Jerusalem. Dieser Bericht war notwendig, da diese Versammlung die letzte Bestätigung der Gemeinde in Jerusalem für das Evangelisieren der Heiden war. In der Gemeinde befanden sich auch Gläubige, die vormals Pharisäer waren (15,5). Sie verstanden das Christentum als eine Bewegung innerhalb des Judentums. Für sie war die Voraussetzung für die Aufnahme der Heiden als Christen nach wie vor die Beschneidung. Den Hintergrund für diese Frage bezüglich der Heiden-Christen und ihrer Beziehung zu den Juden-Christen findet man in Gal. 2,11 – 16. Paulus berichtet von einem Besuch des Petrus in Antiochien, der vermutlich während des ersten Jahres von Paulus und Barnabas in Antiochien stattfand (siehe Apg. 11,27 – 30). Petrus erfreute sich der Gemeinschaft mit den heidnischen Brüdern bis „etliche von Jakobus kamen“ (Gal. 2,12) - Verfechter einer streng orthodoxen Linie gegenüber den Heiden. Petrus zog sich zurück und wurde wieder „Jude“. Paulus ermahnte ihn und deckte diese Heuchelei auf. Als dann dieselbe Frage bei der Apostelversammlung aufgebracht wurde, nahm Petrus ganz klar Stellung gegen den Angriff der „Pharisäer-Gläubigen“. Die Zurechtweisung des Paulus hatte Frucht getragen, und im entscheidenden Augenblick stand Petrus auf und verteidigte die Freiheit des Evangeliums. Schließlich stand Jakobus, der Bruder des Herrn, auf und schloss sich völlig der Meinung des Petrus an. Mit der Unterstützung der geistlichen Führerschaft in der Gemeinde wurde der Versuch „des pharisäischen Teiles“ niedergeschlagen. Abschließend wurde ein Brief verfasst, der den Heiden-Christen überall vorgelesen werden sollte.

Nachdem nun die Frage der Beschneidung behandelt worden war, gab es noch ein Problem, und zwar waren das gewisse heidnische Bräuche, die den Juden ein Anstoß waren. Die Gemeinde in Jerusalem gab in dem Brief eine Empfehlung ab, welche als „modus vivendi“ (Übereinkunft) in der Gemeinschaft zwischen Heiden und Juden fungieren sollte. Diese Empfehlung bestand aus vier Teilen:

1) „euch zu enthalten von Götzenopfern
In den heidnischen Tempeln wurde öfters den Götzen Fleisch geopfert und das wurde dann auf dem Marktplatz verkauft. Die Heiden schätzten solches Fleisch. Für das jüdische Gewissen war es aber ein Gräuel.

2) „und von Blut
Die Heiden genossen manchmal Blut als einen Teil ihres Essens. Auch hatten sie Fleisch, bei dem das Blut nicht völlig entfernt wurde, besonders gern. Es galt als Delikatesse. Doch beide Gepflogenheiten stoßen gegen das Verständnis der Juden von 3. Mose 17,11 „denn die Seele des Fleisches ist im Blute“.

3)   „und von Ersticktem

4)  „und von Hurerei
Entweder bedeutet dies das fragwürdige moralische Leben der Heiden überhaupt, oder im konkreten die Praktiken im Zusammenhang mit der Tempelprostitution.



[ vorheriger Teil| Inhalt | nächster Teil ]