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1. KORINTHER 1 - 6

TEIL 27

HAUSAUFGABE

BIBEL:Apg. 18,1 – 18; 18,24 – 28 und 1.Kor. 1 – 6 aufmerksam durchlesen.

FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen, bevor die Unterlagen durchgelesen werden.

a) Fasse die Gründung der Gemeinde in Korinth (Apg. 18,1 – 18; 18,24 – 28) zusammen.

b) Fasse 1. Kor. 1,1 – 9 in eigenen Worten zusammen. Es werden hier sechs Punkte erwähnt, welche die Basis für eine geistliche Überwindergemeinde darstellen.

c) In wie viele Gruppen war die Gemeinde in Korinth geteilt?
Was war der Grund für diese Gruppierungen?
Was war das Hauptproblem in Korinth (3,1 – 4)?

UNTERLAGEN: NT-Teil 27 aufmerksam durchlesen

DIE GRÜNDUNG DER GEMEINDEN IN KORINTH

Karte 65 – Die Reise nach Korinth


Paulus besuchte Korinth während seiner zweiten Missionsreise (Apg. 18,1-17). Er kam ca. 50 n. Chr. allein von Athen nach Korinth. In Athen hatte er Schwierigkeiten und Anfechtungen erlebt und so fing er „in Schwachheit und in Furcht und mit großem Zittern“ (1. Kor. 2,3), in Korinth an. Gleich von Beginn seines 18-monatigen Aufenthaltes an wohnte Paulus in Korinth bei einem christlichen Ehepaar, Aquila und Priscilla, welches vor Kurzem von Rom gekommen war. Sie hatten denselben Beruf wie Paulus, nämlich Zeltmacher. Er wohnte bei ihnen und arbeitete während der 18 Monate, um finanziell für sich selbst sorgen zu können.

Jeden Sabbat predigte Paulus in der Synagoge. Kurz nach seiner Ankunft in Korinth kamen auch Silas und Timotheus von Mazedonien zu ihm. Timotheus brachte wahrscheinlich Nachricht über den Zustand der Gemeinde in Thessalonich (1. Thess. 3,6).

Je länger Paulus predigte, desto stärker wuchs der Widerstand der Juden gegen das Wort. Dieser Widerstand wurde schließlich so stark, dass Paulus sich von den Juden abwendete und das Wort nunmehr den Heiden predigte (Apg. 18,6). Zu diesem Zwecke wurde ihm von Titius Justus sein neben der Synagoge stehendes Haus angeboten (Apg. 18,7). Durch den Dienst von Paulus kamen viele zum Glauben und ließen sich taufen. Die Mehrzahl der gläubig gewordenen waren Heiden und kamen aus den niedrigen Gesellschaftsschichten (1.Kor. 1,26-31). Es gab aber unter den Bekehrten auch einige reiche und einflussreiche Personen, wie z. B. Krispus der Vorsteher der Synagoge. Obwohl sich viele taufen ließen, hat Paulus selbst nur sehr wenige von ihnen persönlich getauft; namentlich genannt werden nur Krispus, Gajus (der Gastgeber von Paulus während eines späteren Aufenthaltes in Rom – Röm. 16,23) und das Haus des Stephanas (die ersten, welche durch den Dienst von Paulus gläubig wurden – 1. Kor. 16,15).

Als die Juden das Wachstum der Gemeinde sahen, empörten sie sich und beschlossen strenge Maßnahmen gegen Paulus. Sie führten ihn vor den Richterstuhl des römischen Prokonsuls Gallio. Doch bevor Paulus mit seiner Verteidigung beginnen konnte, trieb sie der Prokonsul wieder weg, da er nicht bereit war über solche Fragen wie „der Lehre und Personen und dem Gesetz“ Richter zu sein (Apg. 18,15-16). Nach 18 Monaten verließ Paulus Korinth und reiste weiter nach Jerusalem und Antiochien.

Nach der Abreise von Paulus kam ein gewisser Apollos mit einem Empfehlungsbrief der Gemeinde zu Ephesus nach Korinth. Er übte durch seinen Dienst einen großen Einfluss auf die Gemeinde aus (Apg. 18,27-28; 1. Kor. 1,12).

Paulus hielt sich zu dieser Zeit gerade bei der Gemeinde in Antiochien auf, von wo er nach einiger Zeit weiterzog nach Galatien und Phrygien, wo er „alle Jünger stärkte“ (Apg. 18,23).

Während Apollos noch bei der Gemeinde in Korinth war, kam Paulus von Galatien und Phrygien nach Ephesus, wo er 2 Jahre blieb (Apg. 19,10). Während dieser Zeit schrieb Paulus jenen Brief an die Korinther, welcher in 1. Kor. 5,9 erwähnt wird. Es ist möglich, dass Paulus den Korinthern in diesem Brief seine zukünftigen Pläne mitteilte, und zwar dass er die Absicht hatte zu ihnen zu kommen, bevor er wieder nach Jerusalem zurückkehrte (Apg. 19,21). Als Paulus dann jedoch, wahrscheinlich durch die Leute der Chloe (1.Kor. 1,11), von dem schlechten geistlichen Zustand der Gemeinde hörte, beschloss er aufgrund von geistlichen Überlegungen (2. Kor. 2,1) die Gemeinde nicht zu besuchen, da er nicht in Traurigkeit kommen wollte. Paulus entschied sich, ihnen anstelle seines Besuches einen Brief zu schreiben, nämlich den 1.Korintherbrief. Titus war der Überbringer dieses Briefes und er bekam von Paulus den Auftrag, so schnell wie möglich zurückzukommen, um Paulus über die dortige Lage Bescheid zu geben.

In der Zwischenzeit wurde der Widerstand gegenüber dem Evangelium in Ephesus immer stärker. Aufgrund eines Aufruhres der Goldschmiede und Handwerker, war Paulus gezwungen Ephesus eilends zu verlassen (Apg. 19,23 - 20,1). Er kam nach Troas und da er Titus, der ihm Nachricht bezüglich der Lage in Korinth überbringen sollte, nicht fand, fuhr er sehr beunruhigt nach Mazedonien weiter (2. Kor. 2,12-13). In Mazedonien dann, wahrscheinlich in Philippi, begegnete Paulus endlich Titus. Dieser hatte für Paulus sowohl gute als auch schlechte Nachrichten. Wahrscheinlich als Antwort auf diesen Bericht, schrieb Paulus den 2.Korintherbrief und wahrscheinlich war es wieder Titus, der diesen Brief überbrachte.


Zu einem späteren Zeitpunkt kam dann Paulus persönlich zurück nach Korinth (2. Kor. 13,1). Er verbrachte ungefähr 3 Monate in dieser Gegend (Apg. 20,3); wie viel Zeit er davon genau in der Gemeinde in Korinth verweilte, ist unbekannt. Nach diesem Besuch kehrte er nach Jerusalem zurück (Apg. 20,1 - 21,15).

Korinth

Geschichte
An dieser sehr wichtigen und einflussreichen Stelle gab es schon immer ein Dorf und später wurde daraus eine Stadt. Zu verschiedenen Zeiten lebten hier verschiedene Völker. Im Jahr 196 v. Chr. schenkten die Römer der Stadt Korinth die Freiheit, aber 50 Jahre später, ca. 146 v. Chr., musste der römische Konsul Mummius die Stadt wegen einer Rebellion gegen Rom zerstören. Julius Cäsar baute die Stadt wieder auf und im Jahr 46 v. Chr. wurde Korinth zur Hauptstadt von Achaja ernannt.

Geografie und wirtschaftliche Wichtigkeit

Die Stadt lag genau am Ende der schmalen Landbrücke zwischen den zwei Teilen von Achaja. Während der römischen Herrschaft war Athen noch immer das kulturelle Zentrum Griechenlands, aber Korinth war die Hauptstadt jenes Teiles von Griechenland, welcher Achaja genannt wurde. Der Landverkehr zwischen Nord- und Süd-Achaja musste durch Korinth fahren. Auch der Schiffsverkehr von Rom wurde öfters durch Korinth geleitet, da die Seereise nach Süden via Kap Malea äußerst schwierig und gefährlich war. Handelte es sich um ein kleines Schiff, so wurde dieses die etwa 9 – 10 km, die zwischen der Hafenstadt Lechaeum im Westen und der Hafenstadt Kenchrea im Osten, auf einer speziellen Straße, der „Diolkos“, gezogen. Die größeren Schiffe wurden in Lechaeum entladen und die Ware auf ein in Kenchrea wartendes Schiff wieder aufgeladen.

Die Stadt lag am Fuße des etwa 800 m hohen Akrokorinth. Von diesem Berg konnte man an einem klaren Tag das 70 km entfernte Athen sehen.

Alle 2 Jahre fanden die „Isthmischen Spiele“ in Korinth statt und zu dieser Zeit wurde die Stadt von besonders vielen Reisenden und Ausländern besucht.

Zusätzlich gab es in Korinth noch Töpferei- und Metallindustrie.

Bevölkerung

Die Reichen stammten hauptsächlich von den übrigen römischen Kolonialfamilien, die nach der Zeit des Wiederaufbaues unter Julius Cäsar, geblieben waren. Es gab aber auch sehr viele Römer, welche aus wirtschaftlichen Gründen in Korinth wohnten, aber der Großteil der Bevölkerung waren Griechen. Zusätzlich gab es natürlich das ständige Kommen und Gehen von Reisenden. Am Höhepunkt ihrer Macht hatte Korinth eine Bevölkerung von etwa 700.000, davon waren 200.000 freie Personen und die übrigen 500.000 waren Sklaven.

Stadt der Vergnügungen

Korinth war eine Stadt der Vergnügungen, vielleicht die unmoralischste Stadt der Welt. Das Gericht gegen sexuelle Ausschweifungen und Unmoral in Röm. 1,21-32 wurde von Paulus während seines Aufenthaltes in Korinth geschrieben.

Von alters her haben die Korinther den Meeresgott „Poseidon“ angebetet. Aber ungefähr zur selben Zeit wie das Neue Testament geschrieben wurde, wandte sich das Interesse der Bevölkerung immer mehr „Aphrodite“, der Göttin der Liebe, zu. Der Tempel auf dem Akrokorinth hatte mehr als 1.000 „hierodonloi“, d. h. weibliche Priester, die ihre Anbetung durch sexuelle Ausschweifungen zum Ausdruck brachten. Die Religion dieser Göttin Aphrodite war der Religion der Artemis, welche die Epheser anbeteten, ähnlich, da es sich um eine östliche Religion handelte, die lediglich mit einem griechischen Namen getarnt war.

Der Ausspruch „jemand lebe wie ein Korinther“ bedeutete zur damaligen Zeit, dass diese Person ein Leben der Ausschweifung und Unmoral führte. Auf der Bühne wurden die Korinther immer als Betrunkene dargestellt.

Stadt der Kultur und des Wissens

Die Stadt besaß große Reichtümer der Kultur und Künste. Es gab auch viele Gebäude, worin sich philosophische Schulen befanden. Reisende Professoren und Gastredner hielten in diesen Schulen häufig ihre Vorträge. Die griechische Weisheit, Philosophie und Redekunst erreichte in Korinth ihren Höhepunkt. Korinth rühmte sich auch eines Theatergebäudes, welches 18.000 Besucher fassen konnte. Weiters gab es noch eine Musikhalle, die „Odeon“.

Politische Wichtigkeit

Korinth war die Hauptstadt von Achaja. Dort hatte der römische Prokonsul Gallio (Apg. 18) seinen Sitz. Dieses Amt wurde durch den Kaiser Augustus bestätigt. Gallio war der älteste Bruder des berühmten römischen Philosophen Seneca. Gallios Regierungsperiode fing etwa 51 n. Chr. an.

1. KORINTHERBRIEF

Die Gemeinde in Korinth hatte viele Probleme (mehr als irgendeine andere Gemeinde im NT). Paulus schrieb den 1. Korintherbrief als Antwort auf einen Brief der Korinther, sowie eines Berichtes der Hausgenossen der Chloe. Paulus wollte den Gläubigen in Erinnerung rufen, dass – obwohl sie einmal Sünder waren (6,9-10) - „…aber ihr seid abgewaschen, aber ihr seid geheiligt, aber ihr seid gerechtfertigt worden…“ und egal ob sie tranken oder aßen oder was immer sie taten – „tut alles zur Ehre Gottes“ (10,31).

Einige wichtige Informationen bezüglich des Briefes werden in den nachstehenden Punkten kurz zusammengefasst:

1) Gruppe: 2 - Die Heilsbriefe

2) Datum der Niederschrift: ca. 55 n.Chr. während der dritten Missionsreise (Apg. 18,23 – 21,14), von Ephesus aus (16,8)

3) Hintergrund: Apg. 18,1-17

4) Leserschaft: die Gemeinde in Korinth

5) Absicht:

a) durch die Hausgenossen der Chloe erfuhr Paulus über die Streitigkeiten in der Gemeinde (1,11 -12)
b) die Korinther selbst hatten ihm einen Brief mit Fragen über das christliche Leben geschrieben (7,1) – (siehe „betrifft“ – 7,1; 7,25; 8,1; 12,1; 16,1)

Paulus ging auf die Vielfalt der Probleme ein, gibt aber immer nur die eine Antwort: „Der Herr Jesus Christus und das Kreuz von Golgatha müssen in jedem Bereich des Lebens der Gläubigen (privat oder Gemeinde) herrschen.

6) Schlüsselwort:
Golgatha – „das Kreuz“ - 1,17-18
„gekreuzigt“ - 1,13; 1,23; 2,2; 2,8;
„gestorben“ - 8,11; 15,3;
„der Tod“ - 11,26
„geopfert“ - 5,7
„das Blut“ - 10,16; 11,25; 1,27

7) Schlüsselvers: „Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir errettet werden, ist es Gottes Kraft.“ (1,18)

8) Merkmale:

a) die Betonung und Auswirkung des Kreuzes gegenüber den Problemen in der Gemeinde in Korinth

Streitigkeiten (1,10 – 4,21)
- das Kreuz bewirkt geistliche Reife (3,1-9)

Unzucht (5,1-13; 6,12-20)
- das Kreuz fordert Gemeindezucht bis zur Sinnesänderung der schuldigen Personen (5,1-5)

Gläubige gegen Gläubige im Gericht (6,1-11)
- das Kreuz hilft bei Verhandlung innerhalb der örtlichen Gemeinde (6,1 -6)

Ehe zwischen Gläubigen und Ungläubigen (7,1-41)
- das Kreuz will den Ungläubigen gewinnen, nicht vertreiben (7,16)

Not der Unverheirateten (7,1-41)
- das Kreuz hilft entweder bei Selbstbeherrschung oder Heirat (7,36 -37)

Götzenopferfleisch (8,1 – 10,33)
- das Kreuz und die Beziehung des Gläubigen zu Gott ist entscheidend (10,31; 11,13; 11,32)

Ausüben der geistlichen Gaben (12,1 – 14,39)
- das Kreuz fordert immer die Auferbauung des anderen (14,3-4)

b) der (die) „verlorene(n)“ Brief(e) (5,9)

„Ich habe euch in dem Briefe geschrieben, nicht mit Huren Umgang zu haben …“

Es wird von einigen behauptet, dass 1. Kor. 6,12-20 und 2. Kor. 6,14 – 7,1 Reste dieses Briefes oder dieser Briefe (möglicherweise gab es zwei „verlorene“ Briefe) sind.

Karte 66 – Der (die) verlorene(n) Korinther-Briefe


Möglicherweise könnten die Gründe für die „verlorenen Korintherbriefe“ in den folgenden Ereignissen zu finden sein (siehe auch obige Karte):


1) Als Paulus in Ephesus war, schrieb er den ersten „verlorenen Brief“ (1. Kor. 5,9-11)

2) Dieser Brief wurde von den Korinthern missverstanden und deshalb schickten sie durch die Hausgenossen der Chloe einen Brief an Paulus.

3) Als Antwort auf diesen Brief schrieb Paulus den 1. Korintherbrief

4) Paulus sandte auch Timotheus nach Korinth, um die gefährliche Lage in den Griff zu bekommen (1.Kor. 4,17; 16,10)

5) Paulus entschied sich dann aber doch, dass er auch selbst nach Korinth fahre (über diesen Besuch gibt es in der Apostelgeschichte keine Einzelheiten). Der Besuch war kein Erfolg. Im Nachhinein bezeichnete Paulus den Besuch „als traurig gewesen“ (2.Kor. 2,1)
Kurz nach dem Empfang „unseres“ 1. Korintherbriefes traf Paulus in Korinth ein und musste sehen, dass die Gemeinde gegen die Ermahnungen des Briefes rebellierte. Paulus wies sie nochmals zurecht und verließ dann Korinth.

6) Nachdem Paulus Korinth verlassen hatte, traf Timotheus ein und erfuhr dieselbe Behandlung wie Paulus.

7) Nachdem Paulus von Timotheus über die neuesten Entwicklungen informiert wurde, schrieb er einen dritten Brief (der ebenfalls verloren ging) (2. Kor. 2,-10; 2,7; 2,8-13). Dieser Brief wurde von Titus überbracht. Paulus wollte ihn dann in Troas treffen, um von ihm über die Aufnahme des Briefes zu erfahren (2. Kor. 2,12-13)

8) Titus kam nicht nach Troas und Paulus reiste beunruhigt nach Mazedonien weiter (2. Kor. 2,12-13)

9) In Mazedonien, wahrscheinlich in Philippi (2. Kor. 7,5-16), traf Titus ein und konnte Paulus von der positiven Veränderung der Haltung der Gemeinde berichten. Ein Großteil der Gläubigen hatte Buße getan, nur wenige hielten an ihrer unbeugsamen Haltung fest.

10) Paulus schrieb „unseren“ 2. Korintherbrief als Antwort auf diesen Brief von Titus. Kapitel 1-9 richten sich an die Mehrheit der Gläubigen, welche Buße getan hatten; Kapitel 10-13 hingegen an jene Minderheit, welche noch öffentlich gegen Paulus rebellierte.

9)Die Unterteilung von 1. Korinther:

Es ist sehr leicht, den Brief in zwei klare Hälften zu trennen - die Antwort bzw. Stellungnahme des Apostels bezüglich des Berichtes der Chloe (Kap. 1-6) und die Antwort des Apostels auf den Brief der Korinther (Kap. 7-16). Diese Trennung ergibt auch die Unterteilung des Briefes.

Karte 67 – Unterteilung des 1. Korintherbriefes

DAS KREUZ UND DER FLEISCHLICHE CHRIST

1,1 – 9
EINLEITUNG

1,10 – 6,20

7,1 - 16,9

16,10 - 24
SCHLUSSWORT

ANTWORT AUF DEN BERICHT DER CHLOE

ANTWORT AUF DEN BRIEF DER KORINTHER

EINTEILUNG DES 1. KORINTHERBRIEFES

HAUPTGEDANKE:

DAS HEIL IN DER ÖRTLICHEN GEMEINDE AUSGELEBT – DER FLEISCHLICHE CHRIST

1) EINLEITUNG 1,1 - 9

2) ANTWORT AUF DEN BERICHT DER CHLOE 1,10 - 6,20

  1. Streitigkeiten (1,10 – 4,21)
  2. Unzucht (5,1-13)
  3. Gläubige gegen Gläubige im Gericht (6,1-11)
  4. Unreinheit (6,12-20)
3) ANTWORT AUF DEN BRIEF DER DER KORINTHER 7,1 - 16,9
  1. Ehe (7,1-41)
  2. Christliches Gewissen (8,1 - 11,1)
  3. Versammlung der Gemeinde (11,2-34)
  4. Geistliche Gaben (12,1 - 14,39)
  5. Lehre der Auferstehung (15,1-58)
  6. Praktische und persönliche Angelegenheiten (16,1-24)

4) SCHLUSSWORT 16,10 - 24

 

EINLEITUNG  1,1  -  9

Obwohl es in der Gemeinde zu Korinth mehr Sünde und fleischliche Gesinnung gab als bei irgendeiner anderen Gemeinde des NT, muss man aufgrund von 1,1-9 feststellen, dass die Voraussetzungen, welche dieser Gemeinde (und eigentlich allen Gemeinden) von Gott mitgegeben wurden, vollkommen waren. Die Schuld, dass diese Gemeinde in Fleischlichkeit gefallen ist, lag ganz gewiss nicht bei Gott oder der von ihm gegebenen geistlichen Ausrüstung, sondern allein bei den Kindern Gottes, welche diese Vorsorge Gottes missachtet hatten.
In 1,1-9 werden sechs Punkte erwähnt, welche die Basis für eine geistliche Überwindergemeinde darstellen:

Vers 2

geheiligt in Jesus Christus

Vers 2

berufen als Heilige

Vers 4

die Gnade Gottes, gegeben in Christo Jesu

Verse 5 – 7

in allem reich gemacht worden, in allem Wort und aller Erkenntnis, d. h. dass es keinen Mangel gab an irgendeiner Gnadengabe

Vers 9

berufen zur Gemeinschaft mit Gottes Sohn, Jesu Christi

Vers 8 – 9

die Treue Gottes, dass er sie befestigen wird bis ans Ende, dass alle untadelig sind an dem Tag Jesu Christi

2)  ANTWORT AUF DEN BERICHT DER CHLOE  1,10 – 6,20

a) Streitigkeiten (10,10 – 4,21)
b) Unzucht (5,1-13)
c) Gläubige gegen Gläubige im Gericht (6,1-11)
d) Unreinheit (6,12-20)

Die angesprochenen Probleme, sowie die von Paulus aufgezeigten Lösungen können wie folgt dargestellt werden:

KAPITEL

DAS PROBLEM

DIE LÖSUNG

1  -  4

STREITIGKEITEN

DAS KREUZ bewirkt Reife

5  -  6

UNZUCHT

DAS KREUZ fordert Zucht

6

GLÄUBIGE GEBEN
GLÄUBIGE IM GERICHT

DAS KREUZ hilft bei Schlichtung innerhalb der Gemeinde

ad a)  Streitigkeiten 1,10 – 4,21

Ein Großteil dieses ersten Abschnittes des Briefes behandelt das Thema von Streitigkeiten in der Gemeinde, hauptsächlich in Bezug auf „Lieblings“-Gottesdiener. Solche Streitigkeiten zerstörten die Gemeinde in Korinth. Paulus zeigt den Gläubigen, dass allein Gott der Herr ist, und dass die Diener Gottes nur seine Knechte sind; geistliche Frucht und Einheit sind nur möglich, wenn die Gläubigen diese Wahrheit anerkennen. Dazu kommt noch die Tatsache, dass die Werke der Gläubigen (wie sie ihr Leben auf Erden für den Herrn verwenden) durch Feuer gerichtet und geprüft werden (3,12–15).

Paulus beginnt diesen Abschnitt mit der Ermahnung, dass die Gläubigen „völlig zusammengefügt“ sein sollen. Das Wort im Griechischen ist „kataritzo“ und bedeutet „zu vollenden durch und durch“. Es wird im NT 13 mal verwendet. Nachstehend sind einige dieser Stellen angeführt:

Doch es gab „Streitigkeiten“ in der Gemeinde. Streitigkeiten (gr. „eris“) ist eines der Werke des Fleisches in Gal. 5,20. Die Gemeinde in Korinth war in vier Gruppen gespalten:

Die Paulus-Gruppe:  Anhänger des Apostels

Die Apollos-Gruppe: Anhänger von Apollos, ein redegewandter, schriftkundiger Jude aus Alexandrien, der die Aufmerksamkeit von Aquila und Priscilla auf sich zog, während er in der Synagoge in Ephesus sprach. Sie nahmen in zu sich und „legten ihm den Weg Gottes genauer aus“ (Apg. 18,26). Danach kam er nach Korinth und half den Gläubigen sehr durch seine öffentlichen Reden gegen die Juden, „indem er durch die Schriften bewies, dass Jesus der Christus ist“ (Apg. 18,28).

Die Kephas-Gruppe: Anhänger von Simon Petrus des „ersten“ unter den 12 Aposteln

Die Christus-Gruppe: eine Gruppe in der Gemeinde, welche sich an keinem Menschen orientierte und alle anderen verurteilte, die dies taten.

In Kap. 3,1-4 nennt Paulus den Grund für diese fleischliche Spaltung in der Gemeinde. Die Gläubigen waren fleischlich, sie dachten fleischlich und in der Folge handelten sie auch fleischlich. Streitsucht ist ein Werk des Fleisches. Paulus nennt sie „Unmündige in Christo“. Das Wort „Unmündige“ ist im Griechischen „nepios“ und bedeutet wortwörtlich „ohne Sprache“. Das Wort vermittelt immer die Betonung der Unreife. Als Paulus unter ihnen war, hatte er sie damals als Unmündige behandelt (im positiven Sinne) – sie waren jung im Herrn, sie waren unreif und daher brauchten sie die einfache Lehre des Wortes Gottes – „die Milch“. In der Zwischenzeit aber hätten sie wachsen und reifer werden sollen. Die Tatsache aber, dass noch immer „Neid und Streit“ unter ihnen war, zeigte, dass sie nicht reifer geworden waren.

In 3,5 – 4,21 zeigt Paulus die Kriterien für den Dienst als Mitarbeiter Gottes auf. Das Wichtigste was Gott sucht: „…dass einer treu erfunden werde.“ (4,2).

ad b)  Unzucht  5,1 – 13

ad c)  Gläubige gegen Gläubige im Gericht (6,1 – 11)

ad d)  Unreinigkeit (6,12 – 20)

In den übrigen Kapiteln (5 – 6) behandelt Paulus die Probleme der Unzucht, und dass Gläubige gegen andere Gläubige im Gericht auftreten. Paulus verurteilt die Gemeinde, weil sie den Unzüchtigen gegenüber nicht Gemeindezucht ausgeübt hat (5,1-13) und nicht imstande war, diese gerichtlichen Angelegenheiten untereinander zu regeln (6,1-11).

Zum Abschluss erinnert Paulus die Gläubigen noch daran, dass ihr Leib:

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