[ vorheriger Teil| Inhalt | nächster Teil ]

1. KORINTHER 7 - 16

TEIL 28

HAUSAUFGABE

BIBEL:1. Kor. 7 -16 aufmerksam durchlesen.

FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen, bevor die Unterlagen durchgelesen werden.

a) Fasse Kapitel 7 in eigenen Worten zusammen.

b) Der Abschnitt 8,1 – 10,33 (das christliche Gewissen) kann mit dem Vers 8,13 zusammengefasst werden. Verwende diesen Vers, um die zentrale Aussage von Paulus in Kapitel 8 – 10 darzulegen.

c) Wie sollte man sich gemäß Kapitel 11,17-34 bei dem Tisch des Herrn verhalten? Welche Bedeutung hat der Tisch des Herrn?

d) Wie viele geistliche Gaben werden in Kapitel 12 erwähnt? Zähle sie auf.

UNTERLAGEN: NT-Teil 28 aufmerksam durchlesen

Im ersten Teil des Briefes (Kapitel 1 - 6) behandelte Paulus die verschiedenen Punkte, von welchen er durch die Leute der Chloe unterrichtet wurde. Nun wendet er sich jenen Punkten zu, welche die Korinther selbst, vermutlich in einem Brief, aufgeworfen hatten.
Diese Punkte werden jedes Mal mit dem Wort „betrifft“ (7,1; 7,25; 8,1; 12,1; 16,1) eingeleitet.

3) ANTWORT AUF DEN BRIEF DER KORINTHER 7,1 - 16,24

a) Die Ehe (7,1-41)
b) Christliches Gewissen (8,1 – 11,1)
c) Versammlung der Gemeinde (11,2-34)
d) Geistliche Gaben (12,1 – 14,39)
e) Lehre über die Auferstehung (15,1-58)
f) Praktische und persönliche Angelegenheiten (16,1-24)

So wie beim ersten Teil des Briefes, wo Paulus das Wirken des Kreuzes als einzige Antwort auf alle angesprochenen Probleme gab, so tat er dies auch in diesem Teil. Man könnte Kap. 7 – 16 wie folgt zusammenfassen:


KAPITEL

DAS PROBLEM

DIE LÖSUNG

7

EHE

DAS KREUZ will Ehepartner gewinnen
DAS KREUZ hilft bei Selbstbeherrschung oder Heirat

8 – 10

CHRISTLICHES GEWISSEN

  • Götzenopferfleisch

DAS KREUZ fordert „tut alles zur Ehre Gottes“

11 – 16

VERSAMMLUNG DER
GEMEINDE

  • Geistliche Gaben
  • Lehre in der Gemeinde
  • Christliches Geben

DAS KREUZ fordert immer die Auferbauung des anderen

ad a) Die Ehe 7,1 – 41

„Was aber das betrifft, wovon ihr mir geschrieben habt…“ (7,1) – Paulus behandelt zuerst ihre Frage bezüglich des Ehelebens. Er sagt, dass die Ehe nur richtig funktionieren kann, wenn eine Einheit im Geiste und keine Selbstsüchtigkeit vorhanden ist.

Dieser Abschnitt kann wie folgt zusammengefasst werden:

7,1 – 7

7,8 – 38

7,39 – 41

DIE EINLEITUNG

PROBLEME IM ZUSAMMENHANG
MIT DER EHE

DER NACHSATZ

die Unverheirateten
die Witwen

die Jungfrauen

Paulus lehrt, dass unverheiratet zu bleiben um des Reiches Gottes willen, eine Gabe Gottes ist. Aber da nicht jeder diese Gabe hat, ist es besser zu heiraten, weil man sonst in Sünde fallen könnte.

Der Hauptteil des Abschnittes richtet sich an die Unverheirateten (d. h. ohne sexuelle Erfahrung) und an die Witwen (d. h. mit sexueller Erfahrung). Paulus ermutigt sie, so zu bleiben wie sie sind (das Wort „bleiben“ ist in der Aorist-Form und bedeutet eine endgültige, abgeschlossene Handlung). Paulus sagt, dass dies „gut ist für sie“ (V. 8). Aber wer dies nicht kann, der soll heiraten. Auch bezüglich Ehen, wo nur ein Partner gläubig ist, zeigt Paulus ganz klar, dass der gläubige Teil nicht weggehen soll (vorausgesetzt, der ungläubige Teil will zusammenbleiben). Es gibt dafür zwei Gründe:

1. Der ungläubige Teil und die Kinder sind durch den gläubigen Teil geheiligt. Geheiligt heißt abgesondert – ungläubige Ehepartner und Kinder von Ehen, wo ein Elternteil gläubig ist, haben eine besondere Stellung vor Gott.

2.Gott hat uns zum Frieden berufen.

In den Versen 17-24 betont Paulus, dass das Prinzip des Bleibens in einer ehelichen Beziehung, nachdem man gläubig geworden ist, Teil eines größeren Prinzips ist:

Zustand als man gläubig wurde

Konsequenz für das christliche Leben

jemand beschnitten

bleibe in der Beschneidung

jemand unbeschnitten

bleibe unbeschnitten

berufen in einem bestimmten Beruf

bleibe in diesem Beruf

als Sklave

kümmere dich nicht du bist ein Freigelassener des Herrn

als Freier

du bist ein Sklave Christi

Eine weitere Frage der Korinther war: „Was aber die Jungfrauen betrifft …“ (7,25) – Paulus sagt über dieses schwierige Thema: „…ich meine nun, dass dies gut sei um der gegenwärtigen Not willen, dass es einem Menschen gut sei…“ (7,26). „Also wer heiratet tut wohl, und wer nicht heiratet, tut besser“ (7,38). Paulus war nicht gegen die Ehe, seiner Schilderung der Beziehung zwischen Mann und Frau in Eph. 5,22-32 spricht für seine sehr positive Beurteilung der Ehe. In dem Nachsatz der Verse 39-41 fasst Paulus seine Meinung anhand eines konkreten Beispieles zusammen: Eine Witwe darf nach dem Tode ihres Mannes wieder heiraten, aber nur einen Christen. Am allerbesten aber wäre es, wenn sie alleine bleiben könnte, d. h. auf eine einfache Formel gebracht: heiraten im Herrn ist gut, unverheiratet bleiben für den Herrn ist noch besser.

ad b) Christliches Gewissen 8,1 – 10,33

Das griechische Wort „peri de“ (d. h. betrifft) weist darauf hin, dass hier wieder eine Frage der Korinther behandelt wird. Das Problem war Götzenopferfleisch. In Korinth (und auch anderswo) weihte man den heidnischen Götzen Tiere, welche dann entweder in einem privaten oder öffentlichen Opferdienst geopfert wurden. Das nach diesem Ritual übrig gebliebene Fleisch wurde von dem individuellen Anbeter seinen Gästen in Form eines Festessens angeboten oder, wenn es sich um ein öffentliches Opfer gehandelt hatte, auf dem Markt verkauft. Diese Handhabung warf für das Kind Gottes drei grundsätzliche Fragen auf:

Zuerst legt der Apostel in 8,1-13 die Prinzipien fest, die bei solchen schwierigen und heiklen Fragen angewandt werden müssen. Diese Prinzipien können mit V. 13 zusammengefasst werden: Wo die Schrift bezüglich bestimmter Themen klare Offenbarungen gegeben hat, ist dies absolut bindend. Wo aber die Schrift keine klare Aussage macht, sollte die Liebe und nicht unsere persönliche Erkenntnis in einer bestimmten Angelegenheit unsere Handlungen bestimmen. An einer späteren Stelle des Briefes wird Paulus sagen: „…die Liebe sucht nicht das Ihre“ (13,5). So sagt Paulus: „Wenn eine Speise meinen Bruder Ärgernis gibt, so will ich für immer (wortwörtlich: „ewiglich“) kein Fleisch essen, damit ich meinem Bruder kein Ärgernis gebe“ (8,13).

In 9,1-27 veranschaulicht Paulus dieses Prinzip durch ein Beispiel aus seinem eigenen Leben.

In den Versen 1-14 zeigt er, wie er als Apostel das Recht hätte, von den Gläubigen, zu welchen er predigte; (finanzielle) Unterstützung zu bekommen. Doch er hatte „von keinem dieser Dinge Gebrauch gemacht“ (V.15). Er tat dies, um von Gott eine Belohnung zu bekommen, indem er versuchte auf diese Art und Weise so viel wie möglich für den Herrn zu gewinnen.

In den Versen 24-27 erwähnt der Apostel, dass dieser Grundsatz, den er für sein Leben hatte, ohne persönliches Opfer nicht möglich war. Dieser selbst erwählte Weg verlangte strengste Selbstdisziplin und Beherrschung.

In 10,1 - 11,1 wendet Paulus diese Wahrheit nun an die Situation in Korinth an. Zuerst beginnt der Apostel mit einer Warnung und einer Ermahnung. Danach wendet Paulus die Prinzipien in drei spezifischen Situationen an:

ad c) Versammlung der Gemeinde 11,2 – 34

Man kann diesen Abschnitt in zwei Teile unterteilen:

11,1 – 16

11,17 – 34

DIE BIBLISCHE ÜBEREINKUNFT ÜBER DIE KOPFBEDECKUNG FÜR FRAUEN

DIE BIBLISCHE ÜBEREINKUNFT ÜBER DEN TISCH DES HERRN

bei der Gemeinde-Versammlung

bei der Gemeinde-Versammlung

Der Apostel führt drei Gründe an, warum sich die Frau beim Gottesdienst ihren Kopf bedecken soll:

1) Geistliche, theologische Gründe (V. 2-6) - Gott hat eine bestimmte Ordnung geschafften:

Dies bedeutet nicht, dass der Mann der Herr über die Frau ist, sondern er ist das Haupt der Frau. Der Mann ist das Haupt über die Frau, so wie der Vater das Haup
über dem Sohn ist. Die Kopfbedeckung hebt dieses Haupt-sein des Mannes hervor.

2) Biblische Grundlage (V. 7-12)

Paulus erwähnt die Ordnung der Schöpfung (1. Mose 1,26-27), der Mann wurde zuerst geschaffen, und als Ergänzung für seine Unvollkommenheit wurde aus dem Manne die Frau geschaffen. In Vers 10 gibt der Apostel auch Einblick in die geistliche Realität eines Gottesdienstes, welcher neben dem sichtbaren auch einen unsichtbaren Bezug hat: Die Engel sind anwesend (und vermutlich sind sie Zeugen von dem Ausdruck der göttlichen Ordnung, d. h. der Kopf des Mannes ist unbedeckt und der Kopf der Frau ist bedeckt).

3) Physiologische Gründe (V. 13-16)

Die Natur lehrt uns, dass die Frau längere Haare hat als der Mann. In V. 16 gibt Paulus eine eindringliche Warnung: Die Frage der Kopfbedeckung war für ihn keine soziale oder gesellschaftliche Angelegenheit, sondern eine geistliche.

11,18 zeigt, dass diese beiden Themen (d. h. Kopfbedeckung und Tisch des Herrn) keine Fragen der Korinther waren, sondern von Paulus aufgrund des Berichtes der Leute von Chloe behandelt wurden. Erst in 12,1 wendet Paulus sich wieder den Fragen der Korinther zu.

Zur Zeit der Urgemeinde war es üblich, dass dem Tisch des Herrn ein Liebesmahl („Agape“) vorausgegangen war. In Judas 12 wird davon auch berichtet. Was ein Gemeinschaftsessen hätte sein sollen, wurde zu einem Ausdruck der Fleischlichkeit und Selbstsüchtigkeit der Gläubigen (V. 17-22). In den Versen 23-26 wiederholt der Apostel die bereits bekannte Lehre bezüglich dem Tisch des Herrn. Ja, Paulus erinnert sogar an die persönliche Lehre des Herrn Jesus über dieses Thema. In V. 27-34 wendet Paulus nun diese Lehre für die Korinther an; die Gläubigen sollen sich selbst beurteilen (gr. „diakrino“ – zu unterscheiden durch und durch; auch in Mt. 16,3; Lk. 12,56; 1. Kor. 14,29) bevor sie an dem Tisch des Herrn teilnehmen.

ad d) geistliche Gaben 12,1 – 14,39

Nun kehrt der Apostel zu den Fragen der Korinther zurück. Es geht um die Frage der geistlichen Gaben. Der Leib Christi ist durch Einheit und Vielfalt charakterisiert. Es gibt in dem Leibe ein einheitliches Lebensprinzip. Paulus sagt: „Denn auch in einem Geiste sind wir alle zu einem Leibe getauft worden…“ (12,13). Obwohl es verschiedene Tätigkeiten und Dienste im Leibe gibt, dienen sie alle dazu, dass dieses einheitliche Lebensprinzip aufgebaut wird. 1. Kor. 12 und Röm. 12 sind die beiden Kapitel im NT, in welchen die meiste Offenbarung hinsichtlich geistlicher Gaben gegeben wird. Diese Offenbarung kann wie folgt zusammengefasst werden:

Gott hat jedem eine geistliche Gabe gegeben. Paulus nennt diese geistlichen Gaben „charisma“. Vier Aspekte können in Bezug auf diese Verse erwähnt werden:

1) Was ist eine geistliche Gabe?

Eine übernatürliche Fähigkeit oder eine geistliche Kapazität.
1. Kor. 12,8-11 zeigt, dass jedes Kind Gottes mindestens eine geistliche Gabe von Gott empfangen hat. Der Gläubige, welcher sein Leben Gott gemäß Röm. 12,1-2 ausgeliefert hat, wird mit seiner(en) Gabe(n) in der örtlichen Gemeinde dienen.

2) Die Verantwortung liegt bei dem Einzelnen, seine Gabe festzustellen und zur vollen Entfaltung zu bringen – zuerst sollte der Gläubige diesbezüglich jedoch einige Prinzipien beachten:

  • Er sollte im Gebet die Liste der etwa 15 geistlichen Gaben im NT betrachten. Es gibt verschiedene Haupt- Kategorien von geistlichen Gaben, da aber jedes Kind Gottes ein Individuum ist, wird die praktische Ausübung dieser Gaben immer unterschiedlich sein.



    Römer 12,7-8

    a) weissagen

    b) dienen

    = Hilfeleistungen (1. Kor. 12,10)

    c) lehren

    d) ermahnen

    e) mitteilen

    f) vorstehen

    = Regierungen (1. Kor. 12,28)

    g) Barmherzigkeit üben

    1. Korinther 12

    h) das Wort der Weisheit

    i) das Wort der Erkenntnis

    j) glauben

    k) Heilungen

    l) Wunderwirkungen

    m) Unterscheidung der Geister

    n) Arten von Sprachen

    o) Auslegung der Sprachen

    Die vier Einsatzbereiche der Gaben des Geistes
    Es gibt verschiedene Nöte, welche in einer örtlichen Gemeinde aufkommen.

    a) Einsatzbereich – dienen und geben

    - für materielle Verwaltung der Gemeinde
    1. der Dienst (Röm. 12,7)
    2.Hilfeleistungen (1. Kor. 12,28)

    - für die besonderen Nöte einiger Gläubigen
    3. mitteilen in Einfalt (Bereitwilligkeit, Freigiebigkeit) (Röm. 12,8)
    4. Barmherzigkeit üben mit Freudigkeit (Röm. 12,8)

    b) Einsatzbereich – reden

    - hauptsächlich in der Öffentlichkeit vor der Gemeinde ausgeübt
    1. die Weissagung nach dem Maße des Glaubens (Röm. 12,6)
    2. lehren (Röm. 12,7)
    3. ermahnen (Röm. 12,8)

    c) Einsatzbereich – Wunder und Zeichen

    - um der Botschaft des Evangeliums in bestimmten Fällen die notwendige Beglaubigung zu verleihen
    1. Heilungen (1. Kor. 12,9; 1. Kor. 12,28-30)
    2. Wunderwirkungen (1. Kor. 12,10; 1. Kor. 12,28-30)
    3. Arten von Sprachen (1. Kor.1 2,10; 1. Kor. 12,28)
    4. Auslegung von Sprachen (1. Kor. 12,10)

    d) Einsatzbereich – regieren

    - um die Gemeinde zu bewahren
    1 . vorstehen mit Fleiß (Röm. 12,8)
    2. Regierungen (1. Kor. 12,28)
    3. das Wort der Weisheit (1. Kor. 12,8)
    4. das Wort der Erkenntnis (1. Kor. 12,8)
    5. Glauben (1. Kor. 12,9)
    6. Unterscheidung der Geister (1. Kor. 12,10)

    Es ist eher unwahrscheinlich, dass die geistlichen Gaben sich in einem Betätigungsfeld befinden, worin der Christ selbst gar kein Interesse hat. Gott würde einem Gläubigen nicht gewisse Interessen geben und seine Gaben dann in einen ganz anderen Bereich verlagern.

    Eine Möglichkeit, um festzustellen, welche Gabe man von Gott empfangen hat, ist die Wirkung des persönlichen Dienstes auf andere. Wenn sie von dem Dienst regelmäßig gesegnet werden, dann kann man annehmen, dass die geistlichen Gaben in diesem Bereich gelagert sind.

    3) Die Gemeinde ist verantwortlich, Möglichkeiten zu bieten damit die geistlichen Gaben entwickelt werden können – geistliche Gaben können nur durch Übung zur Reife gelangen. Die Verantwortung der Heiligen, für diese Entwicklung liegt bei der örtlichen Gemeinde.

    4) Das Ziel aller Gaben ist die Auferbauung der Gemeinde
    „… zur Vollendung der Heiligen, für das Werk des Dienstes, für die Auferbauung des Leibes Christi“ (Eph. 4,12)
    „… alles geschehe zur Erbauung“ (1. Kor. 14,26)

    Bei der Behandlung dieses Themas kommt in Kap. 13 ein Zwischenstück. Paulus sagt in 12,31: „ich zeige euch einen noch weit trefflicheren Weg“. Das Wort „Weg“ ist im Griechischen „hodos“, welches tatsächlich „Weg“ oder „Pfad“ bedeutet. Der Apostel meint damit nicht nur, dass die geistlichen Gaben in Liebe ausgeübt werden sollen, sondern dass man alles auch in der richtigen Perspektive sieht. Es ist für den Gläubigen wichtig, sich um geistliche Gaben zu kümmern, aber viel wichtiger noch ist es den Weg der Liebe überhaupt zu gehen. Geistliche Gaben sind wichtig, die Liebe aber ist viel wichtiger.

    KAPITEL 13

    DER WEG DER
    LIEBE
    IST AM
    ALLERWICHTIGSTEN

    KAPITEL 12

    KAPITEL 14

    DIE GEISTLICHEN
    GABEN SIND
    SEHR WICHTIG

    DIE AUSÜBUNG DER
    GABEN IN DER
    VERSAMMLUNG

     

    In Kap. 14 werden Aspekte der Ordnung in der öffentlichen Versammlung behandelt. Dieses Kapitel kann man folgendermaßen einteilen:

    V. 1 – 25

    V. 26 – 33

    V. 34 – 36

    V. 37 – 40

    Die Gabe der Weissagung ist wichtiger als die Gabe der Zungenrede

    Anweisungen für die Ausübung der Gaben

    Hinweise für die Beteiligung der Frauen in der öffentlichen Versammlung

    Eine Zusammenfassung und das Schlusswort

    Der Schlüsselvers ist: „Wer in einer Sprache redet, erbaut sich selbst; wer aber weissagt, erbaut die Versammlung“ (14,4). Weil die Korinther fleischlich waren, interessierten sie sich eher für Selbst-Auferbauung als Gemeinde-Auferbauung.

    ad e) Lehre über die Auferstehung 15,1 – 58

    Um die Wichtigkeit der Lehre dieses Kapitels zu verstehen, ist es notwendig sich ein wenig mit dem griechischen Gedankengut auseinanderzusetzen. Im Allgemeinen glaubten die Griechen an die Unsterblichkeit der Seele, doch akzeptierten sie nicht die Auferstehung des Leibes. Für sie war leibliche Auferstehung undenkbar, weil es gerade der Leib war, welcher den Menschen schwach und unrein machte. Der Tod war daher eine willkommene Befreiung von dieser Quelle der Schwachheit, da die Seele vom Leib befreit werden würde. Leibliche Auferstehung war aber nicht willkommen, da dies die Wiedervereinigung der edlen Seele mit dem niedrigen Leib bedeuten würde. Als Paulus in Athen über die Auferstehung predigte, begegnete er der Skepsis der dortigen Philosophen bezüglich diesem Thema (Apg. 17,31-32). James Stewart, Professor für das Neue Testament an der Universität Edinburgh, formuliert hier treffend: „Zwanzig Jahrhunderte widerhallte das Lachen vom Areopag“. Das Problem in Korinth lag darin, dass die Gläubigen die Lehre der Auferstehung zwar akzeptiert hatten, doch von der vorherrschenden Meinung so stark beeinflusst wurden, dass die Hoffnung der Auferstehung für sie keine Realität war.

    Man kann das Kapitel in drei Abschnitte unterteilen:

    V. 1 – 34

    V. 35 – 57

    V. 58

    DIE GEWISSHEIT DER AUFERSTEHUNG

    GEWISSE EINWÄNDE GEGEN DIE AUFERSTEHUNG

    EINE HERAUSFORDERUNG ANGESICHTS DER GEWISSHEIT DER AUFERSTEHUNG


    ad f) Praktische und persönliche Angelegenheiten 1 6,1 – 24„Was aber die Sammlung für die Heiligen betrifft“ (16,1). Dies war wieder eine Frage, welche von den Korinthern gestellt wurde. Paulus hält einige Aspekte bezüglich christlichen Gebens fest:

    1) Es sollte regelmäßig stattfinden, an jedem ersten Wochentag (Sonntag)
    2) Jeder sollte geben „je nachdem er Gedeihen hat“, d. h. gemäß seiner finanziellen Möglichkeiten (siehe auch Apg. 11,29). Dies betrifft das regelmäßige wöchentliche Geben. Es gibt manchmal Nöte, welche besondere Anstrengung und Freizügigkeit erfordern.
    3) Die Sammlung sollte „bei sich“ oder „zu Hause“ geschehen, d. h. es sollte bevor man in die Versammlung kommt feststehen, welchen Betrag man bereit ist zu geben.

    In 16,5-9 erläutert Paulus den Korinthern seine weiteren Reisepläne.Wie alle seine Briefe, schließt Paulus mit Empfehlungen, Ermahnungen und Grüßen (16,10-24).
    [ vorheriger Teil| Inhalt | nächster Teil ]