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RÖMERBRIEF 1 - 8

TEIL 31

HAUSAUFGABE

BIBEL: Römer 1 - 8 aufmerksam durchlesen.

FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen, bevor die Unterlagen durchgelesen werden.

a) Welche Überzeugung bringt Paulus in 1,16 – 17 zum Ausdruck?

b) Was verstehst du unter dem Begriff „die Gerechtigkeit Gottes“? Erläutere den Begriff.

c) Lese Apg. 14,15-17; Apg. 17,16-32 und Röm. 1,18-32. Was haben diese drei Stellen gemeinsam?

d) Versuche eine Zusammenfassung von 3,21-31 zu schreiben. Die Überschrift sollte „die Gerechtigkeit Gottes“ lauten.

e) Welche drei wesentlichen Wahrheiten werden in 6,1-14 gezeigt? (Jede der Wahrheiten wird durch das Wort „wissen“ eingeleitet).

UNTERLAGEN: NT-Teil 31 aufmerksam durchlesen


RÖMERBRIEF

Obwohl dieser Brief chronologisch gesehen nicht der erste Brief des NT ist, steht er nicht durch Zufall an erster Stelle. Im Römerbrief stellt Paulus den wunderbaren Plan von Gottes Heil dar und legt somit die Grundlage für ein Verständnis anderer göttlichen Wahrheiten. Der Römerbrief fängt mit dem wahren Zustand des Menschen an: „…alle haben gesündigt“ (3,23) und zeigt dann die Errettung Gottes durch den Glauben und die daraus resultierende Rechtfertigung und Heiligung.

Paulus schrieb diesen Brief während der dritten Missionsreise, nachdem er Ephesus verlassen hatte und nach Korinth gekommen war (Apg. 19,21; 20,2-3; Röm. 15,23). Er schickte den Brief durch Phöbe, „eine Dienerin der Versammlung in Kenchreä“ (16,1-2).

Römerbrief und Kolosserbrief sind die einzigen zwei Briefe, die Paulus an Gemeinden geschrieben hat, die nicht von ihm persönlich gegründet worden sind.

DIE GRÜNDUNG DER GEMEINDE IN ROM

Zwei Fragen tauchen in Bezug auf die Gemeinde in Rom auf:


a) die Gemeindegründung
Wer hat die Gemeinde gegründet? Das NT scheint zu zeigen, dass weder Paulus noch Petrus (wie einige behaupten) diese Gemeinde gegründet hatten.

1) Apg. 28 gibt den einzigen Hinweis im NT, dass Paulus nach Rom kam. Bei diesem Besuch kamen ihm die Gläubigen bis „Tres-Tabernä“ entgegen, d.h. dass es die Gemeinde in Rom zu diesem Zeitpunkt bereits gab.

2) Apg. 18,1-2 – Aquila und Priscilla kamen von Rom nach Korinth. Sie waren bereits gläubig (dies zeigt, dass es bereits zu diesem Zeitpunkt, ca.49 n.Chr., in Rom Gläubige und wahrscheinlich auch eine Gemeinde gab). Paulus war in Korinth. Petrus war zu diesem Zeitpunkt, ca. 50 n.Chr., noch in Jerusalem (Apg. 15).

3) Es gibt zwei Möglichkeiten, wie diese Gemeinde gegründet worden ist.

4) Im Jahre 49 n.Chr. vertrieb Kaiser Claudius viele Juden aus Rom Ein römischer Historiker, Suetonius, sagte, dass der Kaiser diesen Entschluss wegen eines gewissen „Chrestus“ fasste. („impulsore Chresto“ aus dem Leben Claudius von Suetonius – XXV.2). Dies könnte bedeuten, dass die Gemeinde in Rom zu diesem Zeitpunkt so stark war und in ihrer Evangelisation so energisch voranging, dass die Verkündigung des Evangeliums bei den Juden so viel Ärgernis erregte dass es zu öffentlichen Unruhen kam. Wahrscheinlich wurden sowohl Juden als auch Christen vertrieben. Aquila und Priscilla waren auch von dieser Maßnahme des Kaisers betroffen (Apg. 18,1-2).

b) Die Zusammensetzung der Gemeinde
Die Gemeindeglieder wiederspiegelten die Bevölkerung der Hauptstadt selbst. Sie waren Juden und Heiden (In Röm. 4,1 spricht Paulus zu den Juden: „Abraham, unser Vater“; in Röm. 11,13 spricht er zu den Heiden: „Euch Heiden aber sage ich: …“). Gemäß Kap. 9-11 hat es den Anschein, dass die Heiden in der Überzahl waren.


ROM

Zu dem Zeitpunkt der Verfassung des Briefes betrug die Einwohnerzahl Roms in etwa 1 Mio. Menschen. In der Stadt lebten viele Ausländer aus allen Teilen des römischen Reiches. Der römische Dichter Juvenal sagte „der Abfall von dem Orontes (Fluss im heutigen Libanon) ist in den Tiber geflossen“. Diese Ausländer wohnten in eng aneinander liegenden drei- bis vierstöckigen Wohnhäusern in der Stadt. Dies waren die Elendsviertel Roms. Sie standen in absolutem Gegensatz zu den wunderschönen Villen der Reichen und Vornehmen, welche auf den Hügeln hoch über der Stadt lagen.

Es gab in Rom fast eine halbe Million Sklaven. Der Senat stimmte gegen eine Resolution, welche vorsah, dass alle Sklaven eine Art „Uniform“ tragen müssten. Seine Begründung war dahingehend, dass die Sklaven sodann erkennen könnten, wie stark sie eigentlich wirklich waren und dadurch würde die Gefahr eines Aufstandes erheblich steigen.

Durch eine in den Katakomben gefundene Information, schätzte man die Mitgliederzahl der Gemeinde auf etwa 200.000 Gläubige. Nicht wenige von ihnen gehörten der reichen Klasse an.

WARUM SCHRIEB PAULUS DEN RÖMERBRIEF

Grundsätzlich kann man drei Ziele angeben, welche Paulus mit seinem Brief verfolgte:

1) Das pädagogische Ziel
Paulus hatte Rom niemals besucht. Zum Zeitpunkt der Niederschrift hatte er zwar die Absicht nach Rom zu kommen, er konnte jedoch nicht absolut sicher wissen, ob ihm dies auch gelingen würde. Aus diesem Grund beinhaltet der Brief eine systematische Wiedergabe der Lehre, wie Paulus dies auch bei einer Gemeinde tun würde, wo er persönlich anwesend wäre.

Aquila und Priscilla hatten Paulus auf seiner zweiten Missionsreise in Korinth getroffen (Apg. 18). Vielleicht ermutigten sie Paulus, nachdem sie ihn lehren gehört hatten, ihrer Heimatgemeinde in Rom ähnliche Wahrheiten zu schreiben. (Man könnte daraus schließen, dass die Gemeinde in Rom gerade bezüglich dieser Grundlehren einen Mangel hatte. Dies wiederum würde die Vermutung bestätigen, dass die Gemeinde dort nicht durch Apostel gegründet wurde, welche diese Grundlehren sicherlich vermittelt hätten.) Bei der dritten Missionsreise (Apg. 20) ermutigten sie Paulus vielleicht wieder in dieser Richtung. Paulus schrieb dann auch diesen Brief, welcher manches mal als „prophylaktisch“ anstatt „berichtigend“ bezeichnet wird, d.h. es werden keine bestimmten, unmittelbaren Probleme behandelt, sondern er wirkt vorbeugend, wenn einmal solche Probleme aufkommen sollten.

2) Das missionarische Ziel
Das Endziel von Paulus war nicht allein Rom zu besuchen, sondern er wollte die Hauptstadt des römischen Reiches zum Ausgangspunkt machen, um neue missionarische Unternehmung in die westlichen Länder des Reiches (z.B. Spanien) zu beginnen. Der Brief ist daher auch als missionarisches Manifest zu verstehen, geschrieben an die römischen Gläubigen, damit sie Paulus in seinem Vorhaben unterstützen würden.

3) Das praktische Ziel
Paulus wusste, dass die Gemeinde aus Juden und Menschen anderer Nationen bestand. Er wollte, dass zwischen diesen beiden Gruppen keinerlei Schwierigkeiten entstünden: Juden und die Nationen haben eine Stellung in Gottes Programm (siehe Röm. 9-11). Einige der Wahrheiten, welche Paulus in Bezug auf das Thema Juden und die Nationen erwähnt, sind im folgendem angeführt:

Einige wichtige Informationen bezüglich des Briefes werden in den folgenden Punkten kurz zusammengefasst:

1) Gruppe: die Heils-Briefe

2) Datum der Niederschrift. ca. 55/56 n.Chr. von Korinth aus geschrieben (Röm. 15,23-28), während der dritten Missionsreise.

3) Leserschaft: die Gemeinde in Rom

4) Absicht: Paulus beabsichtigte Rom zu besuchen (15,22-32). Über den genauen Zeitpunkt des Besuches war er sich jedoch noch nicht im Klaren und deshalb schickte er diesen Brief voraus, um sozusagen seinen apostolischen Standpunkt klarzulegen, sowie seine apostolische Lehre bezüglich Gottes Evangeliums zu offenbaren. Dadurch sollte die Gemeinde auf seine Ankunft „vorbereitet“ werden.

5) Schlüsselwort: Gerechtigkeit (66 mal)

Schlüsselvers: „Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen. Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben: »Der Gerechte wird aus Glauben leben. « (1,16-17)

6) Merkmale:

a) die wichtigsten Worte des Römerbriefes


b) das AT im Römerbrief
Der Römerbrief beinhaltet mehr Zitate aus dem AT als alle anderen Paulusbriefe zusammen. Aus vierzehn AT-Büchern wird 70mal zitiert; am häufigsten aus den Psalmen und dem Propheten Jesaja.

c) die universelle Natur des Römerbriefes
In Lk. 23,38 steht: „Es war aber über ihm auch eine Überschrift in griechischen und lateinischen und hebräischen Buchstaben: Dies ist der Juden König“.

Paulus war ein Hebräer, der Brief wurde in Griechisch geschrieben und war an Leute in Rom gerichtet.

Paulus schrieb von diesem König, welcher für alle gestorben ist und Gottes Plan der Errettung für alle offenbart.

7) Die Unterteilung des Römerbriefes
Man kann den Brief in drei große Abschnitte unterteilen. Jeder dieser Abschnitte endet mit einem Lobpreis.

Karte 69 - Die Unterteilung des Römerbriefes


EINTEILUNG DES RÖMERBRIEFES

HAUPTGEDANKE: DAS EVANGELIUM -

DIE OFFENBARUNG DER
GERECHTIGKEIT GOTTES

I) DIE DARLEGUNG DER GERECHTIGKEIT GOTTES: 1 - 8

1) DIE EINLEITUNG ZU DEM BRIEF 1,1 - 17

2) DIE GERECHTIGKEIT GOTTES WIRD BENÖTIGT 1,18 - 3,20

a) die Not der gottlosen Menschen (1,18-32)
b) die Not der moralischen Menschen (2,1-16)
c) die Not der religiösen Menschen (2,17-3,8)
d) die Not aller Menschen (3,9-20)

3) DIE GERECHTIGKEIT GOTTES WIRD BEREITGESTELLT 3,21 - 4,25

4) DIE GERECHTIGKEIT GOTTES IST GEWISS 5,1 - 8,39

a) die Trübsal kann sie nicht zerstören (5,1-11)
b) unser Einssein mit Christus beweist sie (5,12-7,25)
c) das Werk des Heiligen Geistes bestätigt sie (8,1-39)

II) DIE VERTEIDIGUNG DER GERECHTIGKEIT GOTTES: 9 - 11

5) DIE ROLLE ISRAELS IM PLAN GOTTES 9,1 - 11,36

a) die Vergangenheit: die Gnadenwahl Israels (9,1-33)
b) die Gegenwart: der Ungehorsam und die Ablehnung Israels (10,1-21)
c) die Zukunft: die Wiederherstellung Israels (11,1-36)

III) DIE FOLGEN DER GERECHTIGKEIT GOTTES: 12 - 16

6) DIE GERECHTIGKEIT GOTTES IM ALLTAG 12,1 – 13,14

a) die Grundlage des verwandelten Lebens (12,1-2)
b) die Folgen des verwandelten Lebens in der Gemeinde (12,3-8)
c) die Folgen des verwandelten Lebens in der Gesellschaft (12,9-21)
d) die Folgen des verwandelten Lebens im Staat (13,1-14)

7) DAS PROBLEM DER STARKEN UND SCHWACHEN IN DER GEMEINDE 14,1 – 15,13

8) PERSÖNLICHE PLÄNE DES APOSTELS 15,14-33

9) DER ABSCHLUSS DES BRIEFES 16,1-27



I) DIE DARLEGUNG DER GERECHTIGKEIT GOTTES: 1 - 8

1) DIE EINLEITUNG ZU DEM BRIEF 1,1-17

Paulus sieht sich als Knecht, Apostel und Abgesonderter für das Evangelium. In 1,14-17 stellt Paulus das Thema des Briefes vor. Man kann diesen Abschnitt in zwei Teile unterteilen:

1,14-16a

1,16b-17

DIE EINSTELLUNG DES PAULUS

DIE ÜBERZEUGUNG DES PAULUS

ich bin ein Schuldner (1,14)
ich bin bereitwillig (1,15a)
ich schäme mich nicht (1,16a)

das Evangelium ist die Kraft Gottes (1,16b)
das Evangelium offenbart die Gerechtigkeit Gottes (1,17)

Was verstand Paulus unter der „Gerechtigkeit Gottes“? Vier Aspekte sollen hier erwähnt werden:

1) Der Begriff „Gerechtigkeit“ hat seine Wurzeln im AT
Gemäß jüdischem Verständnis war das Wort „Gerechtigkeit“ ein juristischer oder gerichtlicher Ausdruck. Er beschrieb nicht eine moralische Eigenschaft, sondern einen juristischen (rechtlichen) Zustand.

2) Die Gerechtigkeit Gottes unterscheidet sich in ihrem Wesen von der Gerechtigkeit des Menschen
Es gibt zwischen den beiden keinen Vergleich. Der Mensch braucht nicht ein bisschen von Gottes Gerechtigkeit, um vollkommen zu werden. Er braucht 100 % der Gerechtigkeit Gottes, da seine eigene Gerechtigkeit vor Gott niemals bestehen könnte.

3) Die Gerechtigkeit Gottes ist allein auf der - Basis des Glaubens möglich
„Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit - a) aus Glauben, b) zu Glauben – Glauben …“
Bezüglich der Bedeutung dieses Ausdruckes gibt es verschiedene Auffassungen:

a) aus Glauben bedeutet:

b) zu Glauben bedeutet:

1.

die Treue Gottes
(Glauben und Treue sind im Griechischen ein und dasselbe Wort)

der Glaube eines Menschen

2.

das Heil oder die Errettung

das Heiligungsleben, welches nach der Bekehrung erfolgen soll

3.

einfach eine Redewendung, welche zum Ausdruck bringt, dass das Heil vom Anfang bis zum Ende allein auf der Basis des Glaubens zu erlangen ist.


4) Die Gerechtigkeit Gottes wird dem zugerechnet, der glaubt

Paulus zitiert Hab. 2,4: „Der Gerechte wird aus Glauben leben.“ Dieser Vers bezieht sich auf 1.Mose 15,6, wo der Glaube Abrahams beschrieben wird.

2) DIE GERECHTIGKEIT GOTTES WIRD BENÖTIGT 1,18 - 3,20

a) die Not der gottlosen Menschen (1,18-32)
b) die Not der moralischen Menschen (2,1-16)
c) die Not der religiösen Menschen (2,17-3,8)
d) die Not aller Menschen (3,9-20) Hier beginnt der erste große Abschnitt des Römerbriefes. Paulus stellt fest, dass das wahre Problem der Menschen geistlicher Natur ist. Er bietet die einzige Antwort auf dieses Problem an, nämlich die Gerechtigkeit Gottes durch Glauben an Jesus Christus.

DIE NOT

DIE LÖSUNG

1,18 - 3,20

ab 3,21

der Mensch, ein Sünder, getrennt von Gott

die Gerechtigkeit Gottes durch Glauben

Paulus betrachtet drei bestimmte Arten von Menschen und zeigt in jedem spezifischen Fall ihre Not. Jeder braucht die Gerechtigkeit Gottes. In 3,9-20 fasst er es noch einmal zusammen und zeigt die Not der ganzen Menschheit.

ad a) die Not der gottlosen Menschen 1,18-32
Nur an drei Stellen des NT wurden Menschen angesprochen, welche keine Beziehung und keine Ahnung von Gottes Wort hatten:

  1. die Predigt des Paulus in Lystra – Apg. 14,15-17
  2. die Predigt des Paulus in Athen – Apg. 17,16-32
  3. die Worte des Paulus in Röm. 1,18-32

In diesem Abschnitt wird ein ganz klares und logisches Argument präsentiert. Den gottlosen Menschen und Heiden wurde eine Offenbarung der Person Gottes gegeben. Ihre Ablehnung dieser Offenbarung brachte universale Folgen mit sich:

ad b) die Not der moralischen Menschen 2,1-16
Paulus zeigt, dass der moralische Mensch, obwohl er die Sünden und das sündhafte Leben der Heiden entschieden ablehnt, vor Gott genauso schuldig ist.

Die Erklärung dafür liegt in seiner Unkenntnis des Gerichtes Gottes.

MERKMALE DES GERICHTES GOTTES

2,1-5

FEHLERLOS

„Gottes Urteil recht ist …“ (V. 2)

2,6-10

AUF DER BASIS DESSEN, WAS MAN GETAN HAT

„der einem jeden geben wird nach seinen Werken … “ (V. 6)

2,11-16

UNPARTEIISCH

„Denn es ist kein Ansehen der Person
vor Gott.“ (V. 11)

ad c) die Not der religiösen Menschen 2,17 – 3,8
In diesem Abschnitt werden die Juden direkt angesprochen. Sie waren damals die religiösen Menschen, welche glaubten durch ihre religiösen Bemühungen vor Gott gerecht zu sein. Die Tatsache, dass sie Juden waren, brachte ihnen ihrer Vorstellung nach eine Sonderstellung vor Gott ein. Paulus tritt dieser Auffassung energisch entgegen. Dabei erwähnt er zwei Aspekte bezüglich der Juden:

  1. ihr bedeutungsloses religiöses Leben (2,17-29)
  2. ihre einmalige geistliche Stellung (3,1-8)

DIE JUDEN

2,17-29

3,1-8

IHR BEDEUTUNGSLOSES RELIGIÖSES LEBEN

IHRE EINMALIGE GEISTLICHE STELLUNG

  1. die Behauptungen
  2. die Heuchelei
  3. die Zeremonien
  1. die Aussprüche Gottes (das Wort Gottes)

NACHTEILE

VORTEILE

ad d) die Not aller Menschen 3,9-20

Nun nähert sich Paulus dem Ende seiner Argumentation bezüglich der Verlorenheit des Menschen. In diesen Versen fasst er alles bisherige zusammen.

3,9-18

3,19-20

DER ZUSTAND DES MENSCHEN

DIE SCHLUSSFOLGERUNG

  1. das sündhaftige Wesen
  2. der sündhaftige Wandel
  1. das Gesetz kann nicht rechtfertigen
  2. alle Menschen sind schuldig


3) DIE GERECHTIGKEIT GOTTES WIRD BEREITGESTELLT 3,21 - 4,25

Nachdem Paulus die absolute Verlorenheit des Menschen dargelegt hat, beginnt er auf die einzige Hoffnung hinzuweisen, nämlich die Gerechtigkeit Gottes, zugerechnet durch Glauben. In 3,21-31 offenbart er sechs Aspekte dieser Gerechtigkeit:

DIE GERECHTIGKEIT GOTTES 3,21-31

1) sie ist ohne (wörtlich: „außerhalb, getrennt von“) Gesetz

3,21

2) sie wird zugerechnet auf der Basis des Glaubens

3,22a

3) sie gilt allen

3,22b-23

4) sie entspringt der Gnade Gottes

3,24

5) sie ist in Übereinstimmung mit dem Charakter Gottes

3,25-26

6) sie schließt allen menschlichen Ruhm aus

3,27-31


Nun taucht die Frage auf: Was ist biblischer Glaube?


In 4,1-25 zeigt Paulus anhand des praktischen Beispieles aus dem Leben Abrahams, wie die Gerechtigkeit Gottes durch Glauben zugerechnet wird.

4) DIE GERECHTIGKEIT GOTTES IST GEWISS 5,1 - 8,39

a) die Trübsal kann sie nicht zerstören (5,1-11)
b) unser Einssein mit Christus beweist sie (5,12 – 7,25)
c) das Werk des Heiligen Geistes bestätigt sie (8,1-39)

ad a) die Trübsal kann sie nicht zerstören 5,1-11
Das griechische Wort für Trübsal ist „thlipsis“ und bedeutet einfach „Druck“. Sogar Druck, egal welcher Art, kann die Gabe der Gerechtigkeit Gottes nicht von uns nehmen. Ja, Gott benutzt Druck sogar dazu, um Kinder Gottes im Glauben zu stärken.

ad b)  unser Einssein mit Christus beweist sie 5,12 – 7,25
Dieser wesentliche Teil des Römerbriefes kann wie folgt unterteilt werden:

UNSER EINSSEIN MIT CHRISTUS   5,1  -  7,25

5,12-21

6,1-14

6,15  -  7,6

7,7-25

unsere STELLUNG
in Adam und
in Christo

ERKLÄRUNG
über unser Einssein mit Christus

ERLÄUTERUNGEN
Über unser Einssein mit Christus

VERANSCHAULICHUNGEN
Aus der persönlichen Erfahrung von Paulus

In 5,12-21 vergleicht Paulus die Stellung des Gläubigen in Adam und in Christo. In 6,1-14 gibt er dann einige sehr wesentliche Offenbarungen über das christliche Leben.

Drei wichtige Wahrheiten werden geoffenbart:

  1. „wisst ihr nicht“ (V.3) – das Kind Gottes ist mit Christus vereint durch die Taufe in dem Heiligen Geist (6,3-5)
  2.  „wir wissen ja“ (V.6) – der alte Mensch ist rechtlich gestorben (6,6-8)
  3. „und wissen“ (V.9) – das Einssein mit Christus ist eine dauerhafte Beziehung (6,9-10)

Nach der geistlichen Offenbarung kommt die praktische Anwendung. Zwei Begriffe sind dabei wesentlich:

  1. „haltet dafür“ (V.11) – die grammatikalische Bedeutung dieses Wortes ist: „sich immer wieder, ohne aufzuhören, zu halten“.
  2. „gebt euch hin“ (V.13) – gr. „paristano“ = „sich jemanden zur Verfügung stellen“.

In 6,15 – 7,6 verwendet Paulus zwei Bilder, um die gerade ausgeführten Wahrheiten zu untermauern:

  1. Knecht und Herr (6,15-23) – da wir von der Sklaverei der Sünde befreit sind, sind wir nun an Christus versklavt.
  2. Mann und Frau (7,1-6) – da wir von dem alten Menschen befreit sind, sind wir nun mit Christus vereinigt.

In 7,7-25 spricht Paulus von persönlichen Erfahrungen und gibt Einblick in die Kämpfe, welche er durchgestanden hat.

ad c)  das Werk des Heiligen Geistes bestätigt  8,1-39
Warum gibt es für die, welche in Christo Jesu sind, keine Verdammnis? Hierfür gibt es zwei Antworten:

8,1-4

8,5-11

GOTT SANDTE SEINEN SOHN

GOTT SANDTE SEINEN GEIST

Befreiung von der Schuld der Sünde

Befreiung von der Macht der Sünde

In 8,12-17 erwähnt Paulus, dass der Heilige Geist unsere Sohnschaft bestätigt.

In 8,18-30 wird der Dienst des Heiligen Geistes gezeigt, wie er uns in Leiden unterstützt.

Dieses herrliche Kapitel endet in 8,31-39 mit einer Lobpreisung.

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