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TITUS 1 - 3
2. TIMOTHEUS 1 - 4

TEIL 37

HAUSAUFGABE

BIBEL: Titus 1-3, 2.Timotheus 1-4 aufmerksam durchlesen.

FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen, bevor die Unterlagen durchgelesen werden.

a) Vergleiche die Einleitung von Titus (1,1-4) und von 2.Timotheus (1,1-2). Welche Ähnlichkeiten gibt es?

b) Welche Personengruppen werden in Titus 2,1-15 erwähnt? Welches Wort wird mit ihnen immer wieder in Verbindung gebracht?

c) Welche sieben Eigenschaften werden in 2.Tim.2 erwähnt? (z.B. als Kind 2,1-2)

d) Was wird in 3,16-17 über die heilige Schrift gesagt?

e) Fasse die letzten Worte des Apostels in 4,6-8 in eigenen Worten zusammen.

UNTERLAGEN: NT-Teil 37 aufmerksam durchlesen


TITUSRBRIEF

Titus

Sein Name wird in der Apostelgeschichte überhaupt nicht erwähnt. Gal.2,1-3 deutet darauf hin, dass Titus möglicherweise ein Grieche aus Antiochien war. Paulus schrieb ihm als „…meinem echten Kinde nach unserem gemeinschaftlichen Glauben“ (1,4).

Er wurde von Paulus nach Korinth geschickt, um dort die Lage in Ordnung zu bringen (2.Kor.7,6; 7,13-14) und auch um Geld für die Armen zu sammeln (2.Kor.8,6; 8,16; 8,23).

Später ließ Paulus ihn in Kreta zurück (Titus 1,5) und wie aus dem letzten Brief des Paulus hervorgeht, wurde Titus dann nach Dalmatien gesandt (2.Tim.4,10).

Paulus war zu Ohren gekommen, dass in der Gemeinde in Kreta eine gewisse Unordnung herrscht. Aus diesem Grund schrieb er seinem jungen Mitarbeiter Titus, dass er dagegen Maßnahmen ergreifen solle, und zwar durch die Betonung der „guten Werke“. Diese „guten Werke“ stellen nicht die Grundlage für das Heil dar, sondern sie sind eher die gesunden Früchte von Gläubigen, die in der „gesunden Lehre“ unterrichtet worden sind.

Karte 77 - Die Standorte der zwei Mitarbeiter des Paulus

Einige wichtige Informationen bezüglich des Briefes werden in den folgenden Punkten kurz zusammengefasst:

1) Gruppe:
4 - die Gemeinde-Briefe

2) Datum der Niederschrift:
ca. 67 n.Chr.

3) Hintergrund:
Paulus war auf Kreta und ließ Titus dort zurück – die Bibel gibt uns diesbezüglich keine näheren Informationen (1,5)

4) Leserschaft:
Titus, Beauftragter des Paulus in der Gemeinde in Kreta

5) Absicht:
a) Titus zu informieren, dass Paulus Artemas oder Tychikus nach Kreta schicken wird, um Titus abzulösen und ihm zu ermöglichen zu ihm nach Nikopolis zu kommen (3,12).
b) Über die Kreter wurde gesagt „Kreter sind immer Lügner, böse, wilde Tiere, faule Bäuche“ (1,12). Paulus ermahnt Titus, diese Eigenschaften mit „der gesunden Lehre“ zu bekämpfen. Die Frucht der „gesunden Lehre“ sind „die guten Werke“.

6) Schlüsselwort:
„gute Werke“ (1,16; 2,7; 2,14; 3,1; 3,8; 3,14)

7) Schlüsselvers:
„Als aber die Güte und die Menschenliebe unseres Heiland-Gottes erschien, errettete er uns, nicht aus Werken, die in Gerechtigkeit vollbracht, wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes…“ (3,4-5).

Merkmale:
a) die „gesunde Lehre“ im Titusbrief

Die Lehre über Gott
Er ist ewig (1,2); er schenkt Gnade und Frieden (1,4); er hat sich geoffenbart (2,11), er ist unser Heiland (3,4).

Die Lehre über Jesus Christus
Er ist unser Heiland (1,3; 2,13; 3,6). Gott und Jesus Christus wird der selbe Titel zugesprochen. Die Aussage in 2,13 ist ein klarer Hinweis auf die Göttlichkeit Jesu Christi.

Die Lehre über den Heiligen Geist
Er ist der Vermittler der Wiedergeburt (3,5)

Die Lehre über das Wort Gottes
Gott hat sein Wort in der Predigt (kerygma) geoffenbart und es soll der Maßstab für das Leben sein (1,3; 2,5; 2,10); dieses Wort ist „zuverlässig“ (1,9); die Betonung liegt auf der richtigen Auslegung des Wortes (1,9; 2,1; 2,7; 2,10); das gesunde Wort ist das einzige Mittel gegen falsche Lehre (1,10; 3,9).

Die Lehre über die örtliche Gemeinde
Die Erfordernisse und Aufgaben der Führerschaft werden gezeigt (1,6-9); die Verpflichtungen der Gemeindeglieder werden gezeigt (2,1 – 3,2).

9) Unterteilung des Titusbriefes:
Man kann den Brief grundsätzlich in zwei Teile unterteilen – der geistliche und der persönliche Rat an Titus. Dies ergibt auch die Unterteilung des Briefes.

Karte 78 - Die Unterteilung des Titusbriefes

1,1 – 4

1,5 – 3,11

3,12 – 14

3,15

BEGRÜSSUNG

GEISTLICHE HINWEISE FÜR TITUS

PERSÖNLICHE HINWEISE FÜR TITUS

SCHLUSSWORT

EINTEILUNG DES TITUSBRIEFES

HAUPTGEDANKE:

DIE GLÄUBIGEN DER ÖRTLICHEN GEMEINDE
„EIFRIG IN GUTEN WERKEN“

1) BEGRÜSSUNG 1,1 - 4

2) GEISTLICHE HINWEISE FÜR TITUS 1,5 - 3,11

  1. bezüglich der Gemeinde (1,5 – 16)
  2. bezüglich der Individuen (2,1 – 15)
  3. bezüglich der Welt (3,1 – 8)
  4. bezüglich der Irrlehren (3,9 – 11)
3) PERSÖNLICHE HINWEISE FÜR TITUS 3,12 - 14

4) SCHLUSSWORT 3,15

1) BEGRÜSSUNG 1,1 - 4

Nur drei Menschen im NT nennt Paulus seine echten Kinder „teknon“, und zwar Timotheus, wie bereits erwähnt, hier Titus und in Philemon V.10, Onesimus. Obwohl Paulus sicherlich viele Menschen zum Glauben geführt hatte, blieben diese drei Männer seine geliebten „Kinder“.

2) GEISTLICHE HINWEISE FÜR TITUS 1,5 - 3,11

a)bezüglich der Gemeinde (1,5 – 16)
b) bezüglich der Individuen (2,1 – 15)
c) bezüglich der Welt (3,1 – 8)
d) bezüglich der Irrlehren (3,9 – 11)

ad a) Bezüglich der Gemeinde 1,5 – 16
Folgende Stelle gibt Aufschluss über den Hintergrund des Titusbriefes:
Paulus beauftrage Titus, in jeder Stadt auf Kreta Älteste einzusetzen (1,5). Dies lässt die Vermutung zu, dass er mit Titus und vielleicht noch anderen die ganze Insel evangelisiert hatte. Überall entstanden Gemeinden, welche nun gute geistliche Führerschaft brauchten. Als Paulus den Brief an Titus schrieb, befand er sich in Nikopolis, in Achaja (3,12). Vermutlich reiste er nach Abschluss der Evangelisierung der Insel dorthin. Später ging er nach Dalmatien (2.Tim.4,10), welches Illyrikum ist (Röm.15,19). Titus folgte Paulus dorthin, nachdem er seine Aufgabe auf der Insel beendet hatte.

Kreta liegt im Mittelmeer, und zwar genau in der Mitte zwischen Syrien im Osten und Malta im Westen. Die Insel war etwa 240 km lang und ihre Breite erstreckte sich von 10 km bis 56 km. Einst lebte auf der Insel eine große Zivilisation, die aber im Laufe der Zeit immer mehr in die Bedeutungslosigkeit abgerutscht war. Zur Zeit des NT waren die Kreter aufgrund von vier Eigenschaften überall bekannt:

  1. sie waren ausgezeichnete Matrosen
  2. sie waren hervorragende Schützen
  3. sie waren außerordentlich faul (Titus 1,12)
  4. sie waren fürchterliche Lügner (Titus 1,12)
In der klassischen Literatur „wimmelt“ es direkt von Hinweisen auf die Verlogenheit der Kreter. Auf der Bühne gab es eine ganz bestimmte Rolle „kretizein“, d.h. „einen Kreter zu spielen“. Dies hatte die gleiche Bedeutung, wie die Rolle eines Lügners zu spielen.

Angesichts dieser zwei schlechten menschlichen Eigenschaften – Faulheit und Verlogenheit – war es unbedingt notwendig, dass örtliche Gemeinden entstanden, damit diese Gläubigen im Wort Gottes gegründet werden konnten. Satan aber hatte kein Interesse daran, dass solche Gemeinden entstehen würden. Der Schlüssel für eine örtliche Gemeinde liegt in der geistlichen Führerschaft.

Die Schrift gibt uns klar Auskunft darüber, wie ein Ältester sein soll:

Karte 79 - Der Älteste

ad b) Bezüglich der Individuen 2,1-15
In diesem Abschnitt spricht der Apostel von verschiedenen Gruppen innerhalb der Gemeinde

alte Männer (V.2)
alte Frauen (V.3)
junge Frauen (V.4-5)
junge Männer (V.6)
die Knechte (V. 9-14)

Ein Wort kommt im Zusammenhang mit diesen Personengruppen immer wieder vor:
„nüchtern“ (V.2; 4; 5; 6; 12)

Im Griechischen ist es das Wort „sophron“ („sophroneo“; „sophronizo“; „sophronos“) und bedeutet „einen gesunden Sinn zu haben“, d.h. Selbstbeherrschung zu üben, eben nüchtern zu sein.

ad c) Bezüglich der Welt 3,1 - 8
Hier wird die richtige Einstellung gegenüber weltlicher Autorität gezeigt.

ad d) Bezüglich der Irrlehren 3,9 – 11
Titus wird eindringlich von den „hairetikos“, d.h. „sektiererischen Menschen“ gewarnt.

3) PERSÖNLICHE HINWEISE FÜR TITUS 3,12 - 14

In diesen Versen gibt Paulus Titus hinweise in Bezug auf verschiedene Mitarbeiter.

4) SCHLUSSWORT 3,15

Den Abschluss bildet der übliche persönliche Gruß an seinen jungen Mitarbeiter.

2. TIMOTHEUSBRIEF

Der letzte Brief des Apostels Paulus ist ein persönlicher Appell an seinen jungen Mitarbeiter Timotheus, sobald wie möglich nach Rom zu kommen (1,4; 4,9; 4,13; 4,21). Zu diesem Zeitpunkt lag Paulus wahrscheinlich in dem finsteren, feuchten römischen Gefängnis „Tulanium“, auch „die Gruft“ genannt, wo viele der Gefangenen bei lebendigem Leibe von den Ratten aufgefressen wurden. Das erste Verhör vor Kaiser Nero hatte er gut überstanden (4,16-17), doch wusste Paulus, dass sein Ende nahe war (4,6-8).

Die Aussichten für die Gläubigen waren sehr schlecht geworden. Die Christenverfolgungen Neros seit dem Großbrand in Rom (64 n.Chr.) und der vor kurzem in Palästina ausgebrochene jüdisch-römische Krieg (66-70 n.Chr.), schufen ein evangeliumsfeindliches Klima, in dem der Abfall um sich griff.

In seinem Brief forderte Paulus Timotheus auf, angesichts der widrigen Umstände TREU zu bleiben:

„…schäme dich nun nicht des Zeugnisses unseres Herrn … sondern leide Trübsal mit dem Evangelium…“ (1,8)
„Halte fest das Bild gesunder Worte“ (1,13)
„Bewahre das schöne anvertraute Gut …“ (1,14)
„Du nun, mein Kind, sei stark in der Gnade …“ (2,1)
„Nimm teil an den Trübsalen als ein guter Kriegsmann Jesu Christi“ (2,3)
„Befleißige dich, dich selbst Gott bewährt darzustellen …“ (2,15)
„Du aber bleibe in dem was du gelernt hast und wovon du völlig überzeugt bist …“ (3,14)
„Du aber sei nüchtern in allem …vollführe deinen Dienst …“ (4,5)

Zwei geschichtliche Ereignisse überschatteten den letzten Brief des großen Apostels:

1. Die Christenverfolgung unter Nero
Seit dem Kommen des Heiligen Geistes zu Pfingsten war die offizielle Haltung Roms dem Evangelium gegenüber positiv. Diese Lage änderte sich jedoch schlagartig im Jahr 64 n.Chr., als Kaiser Nero die unschuldigen Christen in Rom für den Großbrand, welcher in jenem Jahr Rom total verwüstet hatte, zur Verantwortung zog. Talitus, ein römischer Historiker, beschrieb die anschließenden Verfolgungen wie folgt:
„…eine große Anzahl (Christen) wurde verhaftet und verurteilt … Ihre Hinrichtungen wurden lächerlich gemacht. Die mit Tierfellen bekleideten Christen wurden von Hunden zu Tode gerissen, andere wurden gekreuzigt, andere wurden zu lebenden Fackeln gemacht, und nach Einbruch der Dunkelheit „stellvertretend“ für das Tageslicht angezündet. Nero ließ diese Hinrichtungen in den Gärten seines Palastes vollziehen…“

Verfolgung und Märtyrertum kennzeichnete das Leben der Gemeinde. Ein Christ zu sein bedeutete, dass man mit Verfolgung, Gefängnis, Folter, ja sogar mit dem Tode rechnen musste.

Paulus erlebte die ersten Auswirkungen dieses politischen Klimas auf die Gläubigen, während er als Staatsfeind im Tulanium lag.

„Du weißt dieses, dass alle, die in Asien sind, sich von mir abgewandt haben …“
„Bei meiner ersten Verantwortung stand mir niemand bei, sondern alle verließen mich …“ (4,16)

Die Gläubigen hatten Angst!

2. Der jüdisch-römische Krieg
Im Herbst des Jahres 66 n.Chr. stürmte eine Bande jüdischer Guerilla-Kämpfer die Festung Massada und tötete die komplette römische Besatzung. Zur selben Zeit übernahmen in Jerusalem jüdische Patrioten die Kontrolle der Stadt und deklarierten die Unabhängigkeit des jüdischen Volkes. Der jüdisch-römische Krieg hatte begonnen. Dieser Krieg dauerte 4 Jahre und endete mit der totalen Niederlage der Juden, sowie der Zerstörung Jerusalems und des Tempels.

Da von der offiziellen Sicht der Römer zwischen dem Judentum und dem Christentum kein wesentlicher Unterschied bestand, verursachte die durch den Krieg ausgelöste feindliche Haltung gegenüber den Juden auch Schwierigkeiten für die Gläubigen. Die bereits durch Verfolgung gekennzeichnete Zeit, wurde durch den Ausbruch des Krieges noch erschwert.

Angesichts dieser gefährlichen Umwelt, wurde es immer gefährlicher ein wahrer Jünger Jesu zu sein!

Einige wichtige Informationen bezüglich des Briefes werden in den folgenden Punkten kurz zusammengefasst:

1) Gruppe:
4
- die Gemeinde-Briefe

2) Datum der Niederschrift:
ca. 68 n.Chr.

3) Hintergrund:
Apg.19,1-41; 20,17-38 (siehe auch „Timotheus“, Seite 315-316)

4) Leserschaft:
Timotheus, Beauftragter von Paulus in der Gemeinde zu Ephesus

5) Absicht:
a) Dringender Appell an Timotheus, nach Rom zu kommen und Markus (4,11), sowie einige persönliche Sachen von Paulus (4,13) mitzubringen.
b) Ermahnungen für den jungen Timotheus, angesichts der feindlichen politischen und vom Abfall gekennzeichneten geistlichen Lage, treu zu bleiben.

Schlüsselwort:
„Treue“:
Jesus Christus ist treu - 2,13
sein Wort ist treu - 2,11
er sucht treue Diener - 2,2

Schlüsselvers:
„Alle aber auch, die gottselig leben wollen in Christo Jesu, werden verfolgt werden. Böse Menschen aber und Gaukler werden im Bösen fortschreiten, indem sie verführen und verführt werden.“ (3,12-13)

Merkmale:
a) das Thema der letzten Tage
b) das Thema von dem Abfall
c) die sieben Eigenschaften des treuen Dieners in der Zeit des Abfalls (Kap.2)
d) wichtige Aussagen über den Geist Gottes (1,7)
- wichtige Aussagen über den Herrn Jesus (2,13)
- wichtige Aussagen über das Wort Gottes (3,16-17)
e) Paulus Rückblick über sein christliches Leben (4,6-8)
f) die übergroße Anzahl von Namen im Brief

9) Unterteilung des 2.Timotheusbriefes:
Der Brief kann in Bezug auf die Beziehung des Paulus zu Timotheus in fünf Abschnitte unterteilt werden:

  1. Danksagung
  2. Ermahnung
  3. Warnung
  4. Aufforderung
  5. Hinweise

Daraus ergibt sich auch die Unterteilung des Briefes:

Karte 80 - Die Unterteilung des 2.Timotheusbriefes

1,1-2

1,3-18

2,1-26

3,1-17

4,1-8

4,9-21

4,22

BEGRÜSSUNG

DANKSAGUNG
für Timotheus

ERMAHNUNGEN
an Timotheus

WARNUNGEN
an Timotheus

LETZTE AUFFORDERUNG
an Timotheus

PERSÖNLICHE HINWEISE
für Timotheus

SCHLUSSWORT


EINTEILUNG DES 2. TIMOTHEUSBRIEFES

HAUPTGEDANKE:

DAS KIND GOTTES IN DER ZEIT DES ABFALLS

1) BEGRÜSSUNG 1,1 - 2

2) DANKSAGUNG FÜR TIMOTHEUS 1,3 - 18

3) ERMAHNUNGEN AN TIMOTEUS 2,1 - 26

  1. als Kind (2,1 – 2)
  2. als Kriegsmann (2,3 – 4)
  3. als Athlet (2,5)
  4. als Ackerbauer (2,6 – 13)
  5. als Arbeiter (2,14 – 19)
  6. als Gefäß (2,20 – 23)
  7. als Knecht (2,24 – 26)
4) WARNUNGEN AN TIMOTHEUS 3,1 - 17

5) LETZTE AUFFORDERUNG AN TIMOTHEUS 4,1 - 8

6) PERSÖNLICHE HINWEISE FÜR TIMOTHEUS 4,9 - 21

7) SCHLUSSWORT 4,22

1) BEGRÜSSUNG 1,1 - 2

Paulus grüßt sein „geliebtes Kinde“ mit ähnlichen Worten wie er dies im ersten Brief tat.

2) DANKSAGUNG FÜR TIMOTHEUS 1,3 - 18

Aufgrund seiner Schüchternheit und des politischen und gesellschaftlichen Druckes, war Timotheus in der Gefahr sich für das Evangelium zu schämen (1,8). Paulus ermutigt ihn und nennt als Beispiele für Gläubige, welche sich des Evangeliums nicht geschämt haben, den Onesiphorus, einen der Gläubigen in Ephesus, den Timotheus sicherlich kannte (1,16-18) und sich selbst, seinen „geistlichen“ Vater (1,12).

In 3,1 spricht Paulus von den „letzten Tagen“. Was sind die „letzten Tage“?
Im Wort Gottes gibt es bestimmte Ausdrücke für die verschiedenen Zeitperioden in der Entwicklung des ewigen Planes Gottes.

Die erste Zeitperiode nennt die Bibel „der Anfang“
„Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde“ (1.Mose 1,1)
„Jahwe besaß mich (Jesus Christus) im Anfang seines „Weges“ (Spr.8,22)
„Im Anfang war das Wort…“ (Joh.1,1)

Die letzte Zeitperiode nennt die Bibel „die letzten Tage“ („das Ende der Tage“; „die letzte Stunde“)
„Und es wird geschehen am Ende der Tage…“ (Jes.2,2)
„…was deinem Volke am Ende der Tage widerfahren wird…“ (Dan.10,14)
„Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott…“ (Apg.2,17)
„Kindlein, es ist die letzte Stunde…“ (1.Joh.2,18)

In den letzten Tagen greift der Abfall um sich. Was meint die Bibel mit dem Begriff „Abfall“?

„Es ist ihnen aber über dich (Paulus) berichtet worden, dass du alle Juden, die unter den Nationen sind, den Abfall von Moses lehrest und sagest, sie sollen die Kinder nicht beschneiden, noch nach den Gebräuchen wandeln.“ (Apg.21,21)

„Lasst euch von niemand auf irgendeine Weise verführen, denn (dieser Tag kommt nicht), es sei denn, dass zuerst der Abfall komme und geoffenbart worden sei der Mensch der Sünde…“ (2.Thess.2,3)

Dies sind die zwei einzigen Stellen im NT, wo das Wort „der Abfall“ direkt verwendet wird.

Das Wort ist im Griechischen „apostesia“ und bedeutet „ein Wegfallen oder ein Scheiden“ (das Hauptwort wird im NT 3 mal für Ehescheidung verwendet – Matth.5,31; 19,7; Mark.10,4).

Der Abfall in der Welt
Je mehr sich die Gesellschaft von den Grundsätzen der christlichen Lehre scheidet, desto klarer werden die Merkmale, welche in 2.Tim.3,1-5 und Jak.5,1-3 beschrieben werden, in Erscheinung treten. Die Bosheit und Selbstsüchtigkeit des menschlichen Herzens wird immer deutlicher werden.

Der Abfall in der Gemeinde
Der Mensch ist im Garten Eden von Gott abgefallen (1.Mose 3,6-7). Die einzige Errettung für den Menschen von diesem Abfall ist der Glaube an das Opfer Jesu Christi am Kreuz (Röm.5,19). Daher kann ein Gläubiger, nachdem er diese Wahrheit erkannt hat und sich willentlich von Gott scheidet indem er die Person Jesu Christi und sein Opfer verschmäht, von Gott nur Gericht erwarten (Hebr.10,26-29; 2.Petr.2,1; 2,15-21; 1.Joh.4,1-3). Dies ist die schlimmste Form des Abfalls; daraus gibt es keinen Ausweg. In einem solchen Fall wird unvermeidlich die Frage aufgeworfen, ob so ein Gläubiger überhaupt je ein Kind Gottes war und eine wirkliche Bekehrung und Wiedergeburt erlebt hatte.

In 2.Timotheus aber werden noch sechs andere, vielleicht weniger schlimme Arten von Abfall angedeutet, die jedoch genauso gefährlich werden könnten:

1. Weltlichkeit (1,15) - die Wahrheit nicht bekennen
2. falsche Lehre (2,16-17) - von der Wahrheit abgeirrt
3. Fleischlichkeit (2,20) - der Wahrheit nicht gehorchen
4. Verblendung (2,25-26) - keine Erkenntnis der Wahrheit
5. Verführung (3,6-9) - der Wahrheit widerstehen
6. Oberflächlichkeit (4,3-4) - sich von der Wahrheit abkehren

Dieses Bild wird durch einige andere Stellen im NT ergänzt:

URSACHE:

„in der Zeit der Versuchung abfallen…“

keine Wurzel (Luk.8,13)

„etliche von dem Glauben abfallen…“

achten auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen (1.Tim.4,1)

abfallen vom lebendigen Gott…“

ein böses Herz des Unglaubens (Hebr.3,12)

„die Auserwählten zu verführen…“

achten auf falsche Christusse und falsche Propheten (Mark.13,22)

„von dem Glauben abgeirrt…“

Geldliebe (1.Tim.6,10)


Der Abfall hat in der Welt und in der Gemeinde verheerende Auswirkungen. Die einzige Hoffnung für den Weltmenschen ist, „den Namen des Herrn“ anzurufen, denn er „wird errettet werden“. (Apg.2,21)

Die einzige Hoffnung für das Kind Gottes besteht darin, bei und in der Wahrheit zu bleiben, TREU dem Wort Gottes zu sein:

„Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und wovon zu völlig überzeugt bist, da du weißt, von wem du gelernt hast, und weil du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die vermögend sind, dich weise zu machen zur Seligkeit durch den Glauben, der in Christo Jesu ist.“ (3,14-15)

3) ERMAHNUNGEN AN TIMOTHEUS 2,1 - 26

Timotheus, als Beispiel des treuen Dieners in der Zeit des Abfalls, wird von Paulus aufgefordert, sich in seinem christlichen Wandel nach sieben Eigenschaften auszustrecken.

Da die Zahl sieben in der Schrift allgemein die Vollkommenheit bedeutet, könnte es möglich sein, dass der Geist Gottes in diesem Kapitel die Kinder Gottes, welche sich in der Zeit des Abfalls befinden, auf den vollkommenen Schutz gegen die Gefahren dieser Zeit des Abfalls hinweisen will.

Karte 81 - Die sieben Eigenschaften des treuen Dieners in der Zeit des Abfalls

TIMOTHEUS
(DAS KIND GOTTES)
ALS-

ERMAHNUNG

EIGENSCHAFT

Kind (2,1-2)

Sei stark in der Gnade!

in Schwachheit die Stärke

Kriegsmann (2,3-4)

Nimm teil an den Trübsalen!

die Genügsamkeit

Athlet (2,5)

Spiele nach den Gesetzen des Kampfspieles!

der Gehorsam

Ackerbauer (2,6-13)

Arbeite schwer!

die Hingabe

Arbeiter (2,14-19)

Befleißige dich, dich selbst Gott bewährt darzustellen!

der Fleiß

Gefäß (2,20-23)

Reinige dich, damit du dem Hausherrn nützlich bist!

die Heiligung

Knecht (2,24-26)

Werde gegen alle milde, lehrfähig und duldsam sein!

die Gesinnung Jesu Christi

Kind (2,1-2) –in Schwachheit die Stärke
In der Ausbreitung von Gottes Reich brauchen seine Kinder Stärke. Timotheus hatte die Aufgabe, „treuen Leuten“ das Wort Gottes anzuvertrauen, „welche tüchtig sein werden, auch andere zu lehren“. Timotheus aber war eine schwache Person:

1. im Körper schwach - „häufiges Unwohlsein“ (1.Tim.5,22-23)
2. in Seele schwach - „schäme dich nun nicht“ (2.Tim.1,8)
3. im Geist schwach - „Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben“ (2.Tim.1,7)

Wie und wo sollte dieses schwache „Kind“ die notwendige Stärke für seine große Aufgabe finden?

„Sei stark IN DER GNADE, die in Christo Jesu ist…“ (2.Tim.2,1)

Kriegsmann (2,3-4) - die Genügsamkeit
Timotheus wurde von dem Herrn Jesus Christus angeworben, um für „das Reich Gottes“ in den Krieg zu ziehen. Im Hinblick auf diese Berufung musste alles andere in seinem leben eine sekundäre Rolle spielen; auch „die Beschäftigungen des Lebens“, d.h. die Sorgen des Alltags bezüglich Beruf, Essen, Kleidung, etc… Man kann nicht in diesen Dingen „verwickelt“ sein und gleichzeitig für das Reich Gottes in den Krieg ziehen.

Wer es aber vorzieht für seinen Herrn zu kämpfen, muss auch bereit sein den Preis zu bezahlen. Da diese Person Zeit, Kraft und Mühe nicht für „die Beschäftigungen des Lebens“ investieren kann, muss sie bereit sein, gewisse Entbehrungen auf sich zu nehmen. Man kann nicht alles haben. Daher ist im Reich Gottes die Eigenschaft der „Genügsamkeit“ sehr notwendig.

Athlet (2,5) - der Gehorsam
Paulus verwendete in seinen Briefen des öfteren Bilder von den berühmten athletischen Wettkämpfen – 1.Kor.4,9; 9,24-27; 15,32; Phil.3,14; Kol.3,15; 2.Tim.4,7-8; (auch in Hebr.10,33 und 12,1 wird Bezug genommen auf die athletischen Spiele).

Um an den Wettkämpfen teilnehmen zu dürfen, mussten alle Athleten einen Eid leisten, dass sie sich für die Spiele mindestens 10 Monate lang vorbereitet hatten, und dass sie keine unlauteren Methoden anwenden würden, um zu einem Sieg zu gelangen. Ein Verstoß gegen diese letztere Regel bedeutete den sofortigen Ausschluss von den Spielen, sowie die Einbuße der Teilnahmegebühr und des Siegespreises.

Paulus ermahnte Timotheus, die Spielregeln im Wettkampf des Glaubens einzuhalten. Ein weiterer Aspekt der Spiele war, dass die Siegerehrung der Athleten erst am letzten Tag der Wettkämpfe vorgenommen wurde. In 4,7-8 nimmt Paulus auch auf diese Tatsache Bezug und ermahnt Timotheus weiterzukämpfen.

Ackerbauer (2,6-13) - die Hingabe
Paulus erinnert den jungen Timotheus daran, dass der Ackerbauer zuerst schwer arbeiten muss, bevor er die Früchte seiner Arbeit genießen kann. Das griechische Wort für „arbeiten“ ist „kopiao“ und bedeutet „erschöpfen“ oder sinngemäß „so zu arbeiten, dass man der Erschöpfung nahe ist“. Der Herr Jesus hat diese Ermüdung oder Erschöpfung gekannt (Joh.4,6). Wie viel mehr müssen seine Jünger in der Ausbreitung des Reiches Gottes in seinen heiligen Fußstapfen folgen!

Arbeiter (2,14-19) - der Fleiß
„Befleißige dich, bald zu mir zu kommen; denn Demas hat mich verlassen…“ (4,9)
„Befleißige dich, vor dem Winter zu kommen“ (4,21)

In diesen Stellen sehen wir, wie Paulus diesen Ausdruck „befleißige dich“ auch in alltäglichen, praktischen Lagen verwendete. Die Bedeutung dieses Ausdruckes war nicht nur mit Fleiß, sondern auch mit Dringlichkeit Verbunden. Die Zeit war kurz.

Paulus brauchte dringend die Gemeinschaft seines Freundes und Mitarbeiters Timotheus. Er wusste, dass das Ende nahe war; er hatte nicht mehr lange zu leben. Er wusste aber auch, dass eine Schiffsreise nach Rom im Winter ein lebensgefährliches Unternehmen war (er hatte es ja selbst erlebt – Apg.27,9-44). Timotheus musste so schnell wie möglich nach Rom aufbrechen, sonst wäre die Gelegenheit verpasst und die zwei Freunde würden einander diesseits der Ewigkeit nicht mehr sehen können!

In demselben Verständnis von Fleiß und Dringlichkeit soll das Kind Gottes sich in der Zeit des Abfalls an die Arbeit des Studiums von Gottes Wort begeben.

„…denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen.“ (Matth.4,17)

Gefäß (2,20-23) - die Heiligung
Paulus führt Timotheus die zwei Arten der Kinder Gottes vor Augen, welche es in „dem großen Haus – der Gemeinde“ in der Zeit des Abfalls geben wird.

„goldene und silberne Gefäße“

„hölzerne und irdene Gefäße“

Vorbereitung:

sich von diesen (hölzernen und irdenen Einflüssen) zu reinigen: geheiligt

keine

Verwendung:

zur Ehre
dem Hausherrn nützlich
zu jedem guten Werke bereit

zur Unehre
dem Hausherrn nicht nützlich
nicht bereit zu guten Werken

Paulus ermahnt Timotheus, ein reines Gefäß zu sein.

Knecht (2,24-26) - die Gesinnung Jesu Christi
Der Ausdruck „der Knecht des Herrn“ erinnert an die Sprache des AT, im besonderen an die des Propheten Jesaja in den sogenannten vier „Liedern vom Knechte Jahwes“ – Jes. 42,1-4; 49,1-6; 50,4-9; 52,13 - 53,12.

In der vierteiligen Ermahnung des Paulus an Timotheus bezüglich seiner Gesinnung als Knecht des Herrn sieht man eine Widerspiegelung der Eigenschaften des Knechtes Jahwes – Jesus Christus:

  1. „nicht streiten, sondern gegen alle milde sein“ - Jes. 42,1-4
  2. „lehrfähig“ - Jes. 50,4-9
  3. „duldsam“ - Jes. 52,14 – 53,12
  4. „in Sanftmut die Widersacher zurückweist“ - Jes. 49,1-6

4) WARNUNGEN AN TIMOTHEUS 3,1 - 17

Paulus vergleicht die Merkmale der gottlosen Menschen der letzten Tage (3,1-9) mit den Merkmalen des Lebens eines Dieners Gottes, der in Christo gottselig lebt (3,10-17). Im besonderen weist Paulus auf die Wichtigkeit des Wortes Gottes hin (3,16-17).

Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nütze zur Lehre; zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, auf dass der Mensch Gottes vollkommen sein, zu jedem guten Werke völlig geschickt.“

Paulus gibt hier Einblick in die Erziehung des jungen Timotheus, wie er „von Kind auf“ (eigentlich von „Säugling“ auf) Umgang mit den „heiligen Schriften“, d.h. mit dem Alten Testament der Bibel, gehabt hatte. Seine gottesfürchtige Großmutter Lois und seine Mutter Eunike hatten acht gegeben, dass das kleine Kind Timotheus von Anfang an in den Schriften des AT unterrichtet wurde, „welche vermögend sind… weise zu machen zur Seligkeit durch den Glauben der in Christo Jesu ist.“

Paulus offenbart auch den Grund, warum die heiligen Schriften vermögend sind, Menschen weise zu machen zur Seligkeit durch den Glauben: „Weil alle Schrift ist von Gott eingegeben.“ Das Wort „eingegeben“ ist „Theo“ (Gott) „pneustos“ (eingehaucht), d.h. alle Schrift, in diesem Fall das AT, wurde von „Gott eingehaucht“.

In 2.Petr.1,21 gibt der Apostel Petrus noch mehr Aufschluss über dieses Thema:

„Denn die Weissagung (das AT) wurde niemals durch den Willen des Menschen hervorgebracht, sondern heilige Männer Gottes redeten, getrieben vom Heiligen Geist.“

Der Glaube an die göttliche Inspiration der heiligen Schriften muss eine Grundfeste der Gemeinde Jesu Christi sein in der End- und Abfallszeit.

Da die Heilige Schrift göttlich inspiriert ist, kann sie diese vierfache Verwendung haben, um den Menschen vollkommen zu machen „zu jedem guten Werke völlig geschickt“.

Lehre:
unbedingt erforderlich in der End- und Abfallszeit
(siehe 1.Tim.1,3; 1,10; 2,7; 2,12; 3,2; 4,11; 4,13; 4,16; 5,17; 6,1-3)

Überführung:
a) der Dienst des Vaters (Hebr.12,5)
b) der Dienst des Sohnes (Joh.3,20; Offb.3,19)
c) der Dienst des Heiligen Geistes (Joh.16,8)
d) der Dienst des Gläubigen den Ungläubigen gegenüber (Eph.5,11)
e) der Dienst des Gläubigen den Gläubigen gegenüber (2.Tim.4,2)

Zurechtweisung:
Das Wort bedeutet „etwas wieder gerade machen“.

In Luk. 13,10-14 sehen wir ein Bild davon: eine Frau, „die achtzehn Jahre einen Geist der Schwachheit hatte“, kam mit dem Sohne Gottes in Berührung und „alsbald wurde sie gerade“.

In Hebr.12,12 lesen wir von der Verantwortung des Gläubigen, sich wieder „gerade zu machen“, nachdem er von Gott überführt worden ist (Hebr.12,4-11).

Unterweisung:
Dieses Wort kommt im NT am häufigsten in diesem Abschnitt bezüglich der Erziehungsmethoden Gottes vor (Hebr.12,4-11).

„Mein Sohn! achte nicht gering des Herrn Züchtigung“ (Unterweisung) – (Hebr.12,5)
„Was ihr erduldet, ist zur Züchtigung (Unterweisung) – (Hebr.12,7)
„Wenn ihr aber ohne Züchtigung (Unterweisung) seid“ – (Hebr.12,8)

5) LETZTE AUFFORDERUNG AN TIMOTHEUS 4,1 - 8

In diesem Abschnitt kommen die berühmten „letzten Worte“ des großen Apostels Paulus vor, als er auf seinen Dienst für den Herrn zurückblickt.

Er sah diese Zeit als:

a) einen Kampf, der zu kämpfen war
b) einen Lauf, der zu vollenden war
c) einen Glauben, der zu bewahren war

Man kann diesen Rückblick des Paulus wie folgt zusammenfassen:

VERS

AUFGABE

ZEITABSCHNITT

„Denn ich werde schon als Trankopfer gesprengt, und die Zeit meines Abscheidens ist vorhanden“

der Priester

die Gegenwart

„ich habe den guten Kampf gekämpft“
„ich habe den Lauf vollendet“

der Athlet

die Vergangenheit

„ich habe den Glauben bewahrt“

der Soldat

„Fortan liegt mir bereit die Krone der Gerechtigkeit, welche der Herr, der gerechte Richter, mir zur Vergeltung geben wird an jenem Tage…

der König

die Zukunft


6) PERSÖNLICHE HINWEISE FÜR TIMOTHEUS 4,9 - 21

Zwei der wichtigsten Verse im 2.Timotheusbrief sind 3,12-13, welche die beiden Seiten der Gemeinde Jesu in der Zeit des Abfalls zeigen – die treuen Gläubigen auf der einen Seite und auf der anderen die abtrünnigen Gläubigen.

Die Übergroße Anzahl von Personen, welche in diesem kleinen Brief genannt werden, können jeweils in eine der beiden nachstehend angeführten Gruppen eingereiht werden:

Karte 82 - Die große Anzahl von Namen

„Alle aber auch, die gottselig leben wollen in Christo Jesu werden verfolgt werden…“

„Böse Menschen aber und Gaukler werden im Bösen fortschreiten, indem sie verführen und verführt werden.“

Kapitel 1

Lois (V.5) - ungeheuchelter Glaube
Eunike (V.5)

- ungeheuchelter Glaube

Onesiphorus (V.16) besuchte Paulus im Gefängnis und erquickte ihn

Kapitel 1

Phygelus (V.15) - abgewandt von Paulus
Hermogenes (V.15)

- abgewandt von Paulus

Kapitel 2

Kapitel 2

Hymenäus (V.17) - von der Wahrheit abgeirrt
Philetuss (V.17)

- von der Wahrheit abgeirrt

Kapitel 3

Mose (V.8) predigte die Wahrheit

Kapitel 3

James (V.8) - widerstanden der Wahrheit
Jambres (V.8)

- widerstanden der Wahrheit

Kapitel 4
Krescenz (V.10) - nach Galatien gegangen
Titus (V.10) - nach Dalmatien gegangen
Lukas (V.11) - alleine bei Paulus im Gefängnis geblieben
Markus (V.11) - nützlich zum Dienst
Tychikus (V.12) - im Auftrag von Paulus nach Ephesus
Karpus (V.13) - bewahrte den Mantel, die Bücher und die Pergamente von Paulus auf

Priska (V.19) - in Ephesus
Aquila (V.19) - in Ephesus
Erastus (V.20) - blieb in Korinth
Trophimus (V.20) - krank in Milet

Eubulus (V.21) - Gemeindeglieder in Rom? grüßen Timotheus
Pudens (V.21) - Gemeindeglieder in Rom? grüßen Timotheus
Linus (V.21) - Gemeindeglieder in Rom? grüßen Timotheus
Klaudia (V.21) - Gemeindeglieder in Rom? grüßen Timotheus

Kapitel 4
Demas (V.10) - liebte die Welt und verließ Paulus
Alexander (V.14) - hat Paulus viel Böses angetan; der Schmied den Worten des Paulus sehr widerstanden

Die jeweiligen Aussagen über diese 26 Personen unterscheiden sich voneinander sehr; das Wichtigste jedoch ist, auf welcher Seite sich die Person befindet.

7) SCHLUSSWORT 4,22

Ob es Timotheus wirklich gelang Paulus vor seiner Hinrichtung in Rom zu besuchen, ist unbekannt. Die allerletzten Worte des Apostels an seinen Mitarbeiter, Freund und „Kind“ lauten wie folgt:

„Der Herr Jesus Christus sei mit deinem Geiste! Die Gnade sei mit euch!“

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