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HEBRÄER 1 - 13

TEIL 39

HAUSAUFGABE

BIBEL: Hebräer 1-13 aufmerksam durchlesen

FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen, bevor die Unterlagen durchgelesen werden.

a) In den Kap.4-10 werden verschiedene Informationen gegeben über die levitische Priesterschaft und die ewige Priesterschaft Jesu Christi. Mache einen Vergleich zwischen diesen beiden Priesterschaften aufgrund der gegebenen Informationen.

b) Was sagt der Schreiber des Hebräerbriefes über das Wort Gottes? (4,11-13)

c) Fasse 10,26-31 in eigenen Worten zusammen.

d) Was war die größte Sünde Esaus? (siehe 12,16-17 und 1.Mose 25,27-34; 27,38-39).

UNTERLAGEN: NT-Teil 39 aufmerksam durchlesen

HEBRÄERBRIEF

Der Hebräerbrief ist hinsichtlich seines Stils einer der schönsten Briefe im NT. Die Sprache wird nur von Lukas, in seinem Gesamtwerk „Lukas-Evangelium/Apostelgeschichte“, übertroffen.

Traditionsgemäß ist der Brief anonym, obwohl die Namen von verschiedenen Dienern Gottes damit in Zusammenhang gebracht werden. In den ersten Jahrhunderten wurde Paulus als Autor angegeben; später kam Barnabas als möglicher Schreiber in Frage. Im 16. Jhdt behauptete Martin Luther, dass der Schreiber des Hebräerbriefes Apollos gewesen sei. Diese Meinung hat sich bis heute gehalten; entweder der Brief wurde von Apollos, oder einem Unbekannten geschrieben. Vielleicht hatte der Kirchenvater Orgen, im 3. Jhdt, mit seiner Aussage gar nicht so unrecht: „Wer diesen Brief geschrieben hat, weiß nur Gott!“

Obwohl die Lehre des Briefes und die Erwähnung von Timotheus in 13,23 auf Paulus als Autor hinweisen könnten, gibt es einige Gründe die dagegen sprechen:

  1. In Gal.1,1 und 1,12 sagt Paulus, dass er sein Evangelium durch direkte Offenbarung empfangen habe. In Hebr.2,3 hat es den Anschein, dass der Schreiber des Briefes das Evangelium von den Aposteln gehört hatte.
  2. Der Stil und die klassische Sprache des Briefes ist nicht paulinisch.
  3. Die Zitate aus dem AT sind ausschließlich der Septuaginta (griechische Übersetzung des AT) entnommen – Paulus jedoch zitierte häufiger aus dem hebräischen Grundtext des AT.
  4. Der Autor des Hebräerbriefes sieht das Gesetz als „einen Schatten“ (10,1) oder „ein Gleichnis“ (9,9) – Paulus sah das Gesetz als „Fluch“ (Gal.3,13), der die Menschen in „Knechtschaft“ gehalten hat (5,1).

Ein weiteres Problem in diesem Brief stellt die Leserschaft dar. In 13,24 steht „es grüßen euch die von Italien“. Dies bedeutet, dass

  1. der Brief von Rom oder Italien aus geschrieben wurde und diese Leute ihre Grüße schickten, oder
  2. der Brief von Jerusalem oder Palästina aus geschrieben wurde und Gläubige aus Italien schickten Grüße an ihre Heimat.

Die zweite Möglichkeit scheint eher der Fall zu sein, da der Kirchenvater Clement von Rom im Jahre 95 n.Chr. den Hebräerbrief erwähnte.

Es ist daher nicht möglich, den Verfasser, die Leserschaft und das Datum der Niederschrift des Briefes mit Sicherheit festzustellen.

Der Brief wurde offenbar an Gläubige geschrieben, welche Gefahr liefen, angesichts Versuchungen, Leiden und auch durch eigene Trägheit und Sünde, im Glauben nicht voranzugehen. Sie fingen an zu zweifeln, ob das christliche Leben wirklich „besser“ (Schlüsselwort des Briefes“ war, als ihr früherer Wandel. Durch viele Ermahnungen ermutigt der Schreiber diese „müde“ gewordenen Gläubigen (12,12-13) wieder in ihrem Glaubensleben zu wandeln.

Der Brief ist in Form einer „Homilie“ (Moralpredigt) geschrieben. In den Synagogen war es üblich, dass nach dem Lesen der Schrift jemand aufgefordert wurde, eine Homilie zu halten:

„Aber nach dem Vorlesen des Gesetzes und der Propheten sandten die Vorsteher der Synagoge zu ihnen und sagten: „Brüder, wenn in euch irgendein Wort der Ermahnung (die Homilie) an das Volk ist, so redet.“ (Apg.13,15)

In 13,22 sagt der Schreiber des Hebräerbriefes:

„Ich bitte euch aber, Brüder, ertraget das Wort der Ermahnung (die Homilie), denn ich habe euch auch mit kurzen Worten geschrieben.“

Diese Homilie-Form wird auch durch die häufige Verwendung von „lasst uns…“ bestätigt.

Der Brief ist gekennzeichnet von zwei Gegensätzen:
positive Ermahnung - Ermutigung weiter voranzugehen, und
negative Ermahnung - Warnung vor den schrecklichen Folgen des Zurückgehens.
Grundlage für diese Ermahnungen und Warnungen ist die Überlegenheit der Person und des Werkes Jesu Christi.

Einige wichtige Informationen über den Brief werden in den folgenden Punkten kurz zusammengefasst:

1) Gruppe: Die allgemeinen Briefe (die Leidens-Briefe)

2) Datum der Niederschrift. ca. 60-70 n.Chr.

3) Hintergrund: genaueres unbekannt

4) Leserschaft: genaueres unbekannt

5) Absicht: Ein Wort der Ermahnung, nicht mit dem Glauben aufzuhören und demzufolge niemals in den völligen Genuss eines Lebens aus Glauben zu kommen, welches Gott für seine Kinder geplant hat.

6) Schlüsselwort: „besser“ (13 mal) (1,4; 6,9; 7,7; 7,19; 7,22; 8,6 (2 mal); 9,23; 10,34; 11,16; 11,35; 11,40; 12,24)

7) Schlüsselvers: „Fürchten wir uns nun, dass nicht etwa, da eine Verheißung, in seine Ruhe einzugehen, hinterlassen ist, jemand von euch scheine zurückgeblieben zu sein.“ (4,1)

8) Merkmale:

a) andere wichtige Wörter
„vollkommen“ – 14 mal
vollkommen und erwachsen (5,14; 9,11)
vollkommen und vollendet (2,10; 5,9; 7,19; 7,28; 9,9; 10,1; 10,14; 11,40; 12,23)
Vollkommenheit (6,1; 7,11)
Vollender (12,2)

„ewig“ 15 mal
ewig (5,9; 6,2; 9,12; 9,14; 9,15; 13,20)
Ewigkeit (5,6; 6,20; 7,17; 7,21; 7,24; 7,28; 13,8)
von Ewigkeit zu Ewigkeit (1,8; 13,21)

„Genossen – Teilhaber“ - 9 mal
Genossen (1,9; 3,1; 3,14; 10,33)
teilhaftig (2,14; 6,4; 12,8; 12,10)
Mitteilen (13,16)

„Himmel – himmlisch“ – 16 mal
Himmel (1,10; 4,14; 7,26; 8,1; 9,23-24; 11,12; 12,23; 12,25; 12,26)
himmlisch (3,1; 6,4; 8,5; 9,23; 11,16; 12,22)

b) das AT im Hebräerbrief
In diesem Brief gibt es nicht weniger als 86 direkte Zitate aus der Septuaginta-Version des AT. Diese Zitate nehmen Bezug auf mindestens 100 Stellen im AT. Der Schreiber des Hebräerbriefes erwähnte in keinem dieser Zitate (ausgenommen 2,6 und 12,21) den Namen des menschlichen Autors, sondern schreibt die Worte ausschließlich Gott oder dem Heiligen Geist zu. Er war von der göttlichen Inspiration des AT offensichtlich völlig überzeugt.

c) die Gegensätze des Briefes
Der Schreiber verwendet starke Gegensätze: unvollständig – vollständig; alt – neu; zeitlich – ewig; unreif – reif; unvollkommen – vollkommen; vorübergehend – endgültig.

Er argumentiert mit positiven Ermahnungen und negativen Warnungen. Die Grundlage seiner Ermahnungen war die Überlegenheit Jesu Christi.

Auf der negativen Seite warnt der Schreiber, dass der Gläubige aus der Stellung der Gunst fallen könnte, wenn er nicht bereit ist weiterzugehen. Diese Warnungen unterstreicht er durch die Verwendung von „lasst uns“ oder ähnlichen Formulierungen.

„fürchten wir uns nun…“ (4,1)
lasst uns nun Fleiß anwenden“ (4,11)
„so lasst uns das Bekenntnis festhalten“ (4,14)
lasst uns fortfahren zum vollen Wuchse“ (Vollkommenheit) (6,1)
lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten“ (4,16)
lasst uns hinzutreten…“ (10,22)
lasst uns das Bekenntnis… festhalten“ (10,23)
lasst uns aufeinander acht haben“ (10,24)
lasst auch uns … jede Bürde … und Sünde ablegen“ (12,1)
lasst auch uns … mit Ausharren laufen …“ (12,1)
lasst uns Gnade haben…“ (12,28)
lasst uns zu ihm hinausgehen“ (13,13)
lasst uns Gott stets ein Opfer des Lobes darbringen“ (13,15)

9) Die Unterteilung des Hebräerbriefes:

Der Brief ist relativ leicht zu unterteilen, da es grundsätzlich nur um zwei Themen geht:

Dazwischen liegen sieben Warnungen.

Daraus ergibt sich nun folgende Unterteilung:

Karte 86 - Die Unterteilung des Hebräerbriefes

1,1 - 10,18

10,19 - 13,21

13,22 - 25

DIE ÜBERLEGENHEIT DES CHRISTUS

DIE ÜBERLEGENHEIT DES GLAUBENS

SCHLUSSWORT UND BEGRÜSSUNG

Über die Propheten
Über die Engel

1) WARNUNG – Vernachlässigung
über Mose

2) WARNUNG – Unglaube
über Josua

3) WARNUNG – Unglaube
über Aaron

4) WARNUNG Unreife
über die levitische Priesterschaft
über den alten Bund
über die Satzungen und Opfer

der Weg zu Gott

5) WARNUNG – vorsätzliche Sünde
der Weg im Leben
der Weg zur Züchtigung

6) WARNUNG – Abfall
der Weg in den Himmel

7) WARNUNG – Abweisung
der Weg unter Brüdern


EINTEILUNG DES HEBRÄERBRIEFES

HAUPTGEDANKE:

JESUS CHRISTUS IST BESSER ALS ALLES WAS JE GEWESEN IST UND JE SEIN WIRD

1) DIE ÜBERLEGENHEIT DES CHRISTUS 1,1 – 10,18

a) über die Propheten (1,1-3)
b) über die Engel – Teil 1 (1,4-14)
1. WARNUNG – Vernachlässigung (2,1-4)
über die Engel – Teil 2 (2,5-18)

c) über Mose (3,1-6)
2. WARNUNG – Unglaube (3,7-19)

d) über Josua (4,2-10)
3. WARNUNG – Unglaube (4,1; 4,11-13)

e) über Aaron (4,14-5,10)
4. WARNUNG – Unreife (5,11-6,20)

f) über die levitische Priesterschaft (7,1-28)

g) über den alten Bund (8,1-13)

h) über die Satzungen und Opfer (9,1-10,18)

2) DIE ÜBERLEGENHEIT DES GLAUBENS 10,19 - 13,21

a) der Weg zu Gott (10,19-25)
5. WARNUNG – vorsätzliche Sünde (10,26-31)

b) der Weg im Leben (10,32-11,40)

c) der Weg der Züchtigung (12,1-13)
6. WARNUNG – Abfall (12,14-17)

d) der Weg in den Himmel (12,18-24)
7. WARNUNG – Abweisung (12,25-29)

e) der Weg unter Brüdern (13,1-21)

3) SCHLUSSWORT UND BEGRÜSSUNG 13,22-25




1) DIE ÜBERLEGENHEIT DES CHRISTUS 1,1 – 10,18

Im ersten Teil des Briefes wird die Überlegenheit des Christus über alles andere festgestellt. Er ist z.B. den Engeln überlegen, da er ihr Schöpfer ist (1,10) und von ihnen Anbetung empfängt (1,6). Er ist der Sohn, sie sind nur Gottes dienstbare Geister (1,5; 1,7; 1,8; 1,14). Jesus wurde nur für eine kurze Zeit, welche notwenig war um unsere Erlösung zu erwirken, „ein wenig unter die Engel“ gestellt“ (2,9); doch nach seinem Tod und der Auferstehung wurde er mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt (2,9; Phil.2,6-11; Joh.17,5; Joh.17,24).

Christus ist Mose in der gleichen Weise überlegen, wie der Erbauer eines Hauses dem Hausdiener überlegen ist (3,1-6). Weder Mose noch Josua konnten das Volk Gottes zur Ruhe bringen. Ihre Anstrengungen waren sogar am Höhepunkt nur fehlerhafte Kopien der wahren geistlichen Ruhe, die nur in Christus zu finden ist.

Das zentrale Thema des Briefes ist die Hohepriesterschaft des Christus und die Überlegenheit seiner Person und seines Werkes im Vergleich zu der levitischen Priesterschaft mit allen alttestamentarischen Satzungen und Ordnungen.

Ein Vergleich dieser zwei Priesterschaften bringt diese Wahrheit ganz deutlich zum Ausdruck:

Karte 87 - Ein Vergleich der levitischen Priesterschaft und der ewigen Priesterschaft Jesu Christi

Christus

Die levitische Priesterschaft

1)

der große Hohepriester (4,14)

der Hohepriester (5,1)

2)

nach der Ordnung Melchisedeks (5,10)

nach der Ordnung Aarons (Levi) (7,11)

3)

ein unauflösliches Leben (7,16)

dem Tod befallen (7,23)

4)

Bürge eines besseren Bundes (7,22)

Bund der Schwachheit und Nutzlosigkeit (7,18)

5)

ein unveränderliches Priestertum (7,24)

wechselnde Priester (2,23)

6)

vermag völlig zu erretten (7,25)

Priester waren im Dienste verhindert (7,23)

7)

sündlos und vollkommen (7,26 + 28)

sündig und unvollkommen (7,26 + 28)

8)

zur Rechten des Thrones der Majestät in den Himmeln (8,1)

Abbild der himmlischen Dinge (8,5)

9)

Diener des Heiligtums und der wahrhaftigen Hütte (8,2; 9,24)

Diener im Heiligtum, von Menschen gemacht
(8,2; 9,24)

10)

Mittler eines besseren Bundes (8,6)

Bund – alt und veraltet (8,13)

11)

eine ewige Erlösung (9,12)

vorübergehende Maßnahmen (9,9-10)

12)

das Gewissen gereinigt (9,14)

das Fleisch gereinigt (9,13)

13)

Abschaffung der Sünde durch sein Opfer (9,26)

opferte alljährlich für Sünde (9,25)

14)

geheiligt ein für allemal (10,10)

niemals Sünde hinweg genommen (10,11)

Die verschiedenen Warnungen im ersten Abschnitt des Briefes lauten wie folgt:

1. WARNUNG – Vernachlässigung (2,1-4)

Der Autor des Briefes sagt in dieser ersten Warnung, dass der Druck des Lebens, die Not durch Leiden, usw. durchaus imstande sind, uns am Ziel vorbei treiben zu lassen. (Das Wort ist im Griechischen „pararheo“ und bedeutet wortwörtlich „vorbei zu fließen“). Die einzige Möglichkeit dies zu bekämpfen ist „umso mehr auf das achten, was wir gehört haben“. Was haben wir gehört? – Das Wort Gottes, das Evangelium Jesu Christi.

2. WARNUNG – Unglaube (3,7-19)

Das böse Herz des Unglaubens bewirkt den Abfall von dem lebendigen Gott. Die einzige Möglichkeit, gegen dieses Herz vorzugehen, liegt in der täglichen Ermunterung (oder Ermahnung) durch das Wort Gottes; auch durch die Geschwister vermittelt.

3. WARNUNG – Unglaube (4,1; 4,11-13)

Nochmals ermahnt der Autor des Briefes durch den Glauben in die Ruhe Gottes einzugehen. Dieses Mal elaboriert er seine erste Ermahnung, wo er in 3,13 sagte, dass wir tägliche Ermahnung benötigen, indem er verschiedene Eigenschaften des Wortes Gottes erwähnt:

  1. es ist lebendig (V. 12)
  2. es ist ein Wort der Kraft, der schöpferischen Energie (V.12)
  3. es ist sehr scharf, um den Unterschied zwischen Seele und Geist aufzudecken (V.12)
  4. es ist ein Richter der inwendigsten Gedanken und Motive (V.12)
  5. es ist auch der Maßstab und das Mittel, womit der Schöpfer mit seinem Geschöpf umgeht.
4. WARNUNG – Unreife (5,11-6,20)

In 5,10 erwähnt der Autor Melchisedek (der Name kommt in 1.Mose 14,18 zum erstenmal vor und bedeutet auf hebräisch „Malkiy-tsedea“ = König der Gerechtigkeit). Danach kommt die Ermahnung. Erst in 7,1 beginnt er wieder mit der Wahrheit über diese Person. Der Grund für diesen Einschub liegt darin, dass der Autor befürchtete, die Gläubigen würden aufgrund ihrer Trägheit die geistliche Wahrheit über Melchisedek (und seine Beziehung zu Jesus Christus) nicht verstehen. In 6,12 nennt er die einzige Möglichkeit, um gegen diese aufkommende Trägheit anzukämpfen – „Wir wünschen aber sehr, dass ein jeder von euch denselben Fleiß beweise zur vollen Gewissheit der Hoffnung bis ans Ende.“
Anstatt geistlich reif geworden zu sein, sind die Gläubigen durch geistliche Trägheit Kinder (gr. „nephios“ – eigentlich „Säuglinge“) geblieben.

2) DIE ÜBERLEGENHEIT DES GLAUBENS 10,19 - 13,21

In dem abschließenden Teil des Briefes (10,19 – 13,21) betont der Schreiber vor allem die Überlegenheit des Glaubens über die Werke. Ein Mensch wird nicht nur durch Glauben errettet, er muss auch im Glauben wandeln. Die Gläubigen werden an den Anfang ihres christlichen Lebens erinnert (10,32) und gleichzeitig ermahnt nicht „zurückzuziehen zum Verderben“ (10,39).

Kapitel 11 - die Galerie der AT-Helden des Glaubens

Kapitel 12 - „Deshalb nun (angesichts dieser Helden) … lasst auch uns mit Ausharren laufen“ (12,1).
Manchmal muss unser Vater aber seine Kinder züchtigen, um Reife zu bewirken – das Kapitel der Züchtigung.

Kapitel 13 - die Reife des Gläubigen wird dann in seinem täglichen Leben offenbar.

In diesem letzten Abschnitt gibt es drei abschließende Warnungen für die Gläubigen:

5. WARNUNG – vorsätzliche Sünde (10,26-31)

Hier finden wir eine ähnliche Warnung wie in 6,4-6. Der hier vorliegende Gedanke ist von zwei Gegensätzen geprägt:


 


Wenn jemand die Wahrheit wirklich kennt und troztdem weitersündigt (vorsätzlich), dann:

Dies ist die Sünde gegen den Heiligen Geist, welche in den Evangelien erwähnt wird (siehe Matth.12,32). Diese Sünde kann von wiedergeborenen Christen nicht begangen werden! Doch die Warnung gilt, dass wir uns durch vorsätzliche Sünde in dieser Richtung bewegen!

6. WARNUNG – Abfall (12,14-17)

Hier wird vor allem das negative Beispiel von Esau angeführt, der für eine momentane Befriedigung sein geistliches Erbe eintauschte. Als ihm dann bewusst wurde, dass er falsch gehandelt hatte, wollte er Buße tun und die Uhr zurückdrehen. In dieser Warnung wird zum Ausdruck gebracht, dass man, obwohl man immer wieder Zutritt zu dem Herrn hat, manchmal menschliche Schritte setzt, aus denen es keinen Weg zurück gibt!
Diese Wege sind normalerweise durch billige, augenblickliche Befriedigung gekennzeichnet.

7. WARNUNG – Abweisung (12,25-29)

Wie fast alle Warnungen des Hebräerbriefes, hat diese letzte Warnung auch mit dem Hören des Wortes Gottes zu tun. Sind wir bereit die Stimme dessen, der die Erde noch einmal und zum letzten Mal erschüttern wird, zu hören?

3) SCHLUSSWORT UND BEGRÜSSUNG 13,22-25

Der Schreiber beendet den Brief mit einer Zusammenfassung seines Themas. Sein Thema war Jesus Christus. Daher sagt er in 3,1 und 12,3: „betrachtet…“. – Hier werden zwei griechische Wörter verwendet:

3,1

12,3

betrachtet

betrachtet

„katanoeo“

„analogizomai“

klar und deutlich mit dem Sinn zu erfassen

darauf deutlich acht zu nehmen

„den Apostel und Hohepriester unseres Bekenntnisses, Jesum, der treu ist…“

„Den, der so großen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat…“

DIE ERMAHNUNG

Aufgrund dieser Betrachtung der Vortrefflichkeit der Person Jesu Christi, kommen dann die vielfachen Ermahnungen des Briefes.

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