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1. JOHANNES 1 - 5
2. JOHANNES 1
3. JOHANNES 1

TEIL 42

HAUSAUFGABE

BIBEL: 1. Johannes 1-5; 2.Johannes 1; 3.Johannes 1 aufmerksam durchlesen

FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen, bevor die Unterlagen durchgelesen werden.

a) Wie leitet Johannes seinen ersten Brief ein? (V.1-4) Fasse diesen Abschnitt in eigenen Worten zusammen.

b) Welche drei Stufen des geistlichen Wachstums werden in 2,12-17 genannt? Welche Merkmale werden mit jeder Stufe in Verbindung gebracht?

c) Wie kann man Irrlehrer erkennen? Welcher Zusammenhang besteht zwischen dieser Prophezeiung und der Aussage im 3.Johannesbrief?

d) Fasse 1.Joh.4,7-21 in eigenen Worten zusammen. In diesen Versen sind wesentliche Aussagen über die Liebe enthalten.

UNTERLAGEN: NT-Teil 42 aufmerksam durchlesen

1. JOHANNESBRIEF

In Gal.2,9 werden die Apostel Jakobus, Kephas (Petrus) und Johannes als „Säulen“ bezeichnet. Wenn man dann noch den Apostel Paulus dazu nimmt, hat man die „vier Säulen“ des Tempels der NT-Offenbarung.

Gott, in seiner großen Weisheit, hat diese vier Männer auserwählt, um die ganze Fülle der NT-Offenbarung für jede kulturelle Gruppe darzulegen.

  1. Jakobus (Judas) - für judäische Christen
  2. Petrus - für hellenistisch judäische Christen
  3. Paulus - für heidnische Christen
  4. Johannes - für die Gemeinde (Juden und Heiden)

Karte 93  -  Die Vollendung der NT-Offenbarung


Man sieht, welch wichtige Rolle Johannes bei der Entwicklung des NT und der Gemeinde Jesu Christi spielte.

Ein kurzer Überblick über das Leben des Johannes trägt zum Verständnis seiner Briefe bei:

a) Seine Familie und sein Beruf

  1. er kam von Kapernaum am See Genezareth (Luk.5,10)
  2. sein Vater hieß Zebedäus, seine Mutter Salome und sein Bruder Jakobus (Mark.1,19-20; 15,40; Matth.27,56)
  3. der Vater und seine Söhne waren Fischer (Matth.4,21)
  4. seine Mutter war in Bezug auf ihre Söhne sehr ehrgeizig (Matth.20,20-21)
  5. Hinweise auf den Reichtum der Familie (Mark.1,20; Matth.27,56; Luk.8,3; Joh.19,27; 18,16)

b) Seine Nachfolge

  1. zuerst ein Jünger von Johannes dem Täufer? (Joh.1,35; 1,40)
  2. dann wurde er ein Jünger Jesu:
    Jesus berief ihn, zu ihm zu kommen (Joh.1,39)
    Jesus berief ihn, Jünger zu sein (Matth.4,21-22)
    Jesus berief ihn, Apostel zu sein (Luk.6,12-16)

c) Seine Beziehung zu dem Herrn Jesus

  1. Er war einer der zwei Männer, die der Herr zuerst berief (Joh.1,35; 1,40)
  2. Er war einer der ersten vier Jünger, welche der Herr zur Nachfolge aufforderte (Matth.4,18-22)
  3. Er war einer der drei privilegierten Apostel (Mark.5,37; Matth.17,1; 27,37)
  4. Er war einer der vier Apostel, welchen der Herr Antwort gab hinsichtlich der Endzeit (Mark.13,3)
  5. Er war einer der zwei Apostel, welchen das Passahfest vorbereiten sollten (Luk.22,8)
  6. Er war einer der Jünger, welche der Herr Jesus liebte, welcher beim letzten Abendmahl an der Brust Jesu lag (Joh.13,23; 20,2; 21,7; 21,20)

d) Sein späteres Leben

  1. Er wird zu Beginn der Urgemeinde dreimal erwähnt (Apg.3,1; 4,13; 8,14)
  2. Nachdem Johannes in Apg.15,1-34 (Name wird nicht direkt genannt) und Gal.2,1-10 (Bericht über das erste Konzil in Jerusalem) erwähnt wird, hört man von ihm für eine Periode von ca. 40 Jahren nichts mehr.
  3. Erst gegen Ende des ersten Jahrhunderts tritt er wieder in Erscheinung, und zwar durch seine eigenen Schriften (Joh.1,40; Offb.1,1; 1,9)

e) Sein Charakter

  1. Sein Charakter schien von zwei Gegensätzen geprägt zu sein:
    heftige Gefühlsausbrüche, Nachdenklichkeit
  2. Jesus selbst nannte die zwei Söhne des Zebedäus „Boanerges, das ist Söhne des Donners“ (Mark.3,17). Das Leben von Johannes bezeugte diese Gefühlsausbrüche des öfteren (Luk.9,54-55; 1.Joh.2,22; 3.8; 3,15; 4,20)
  3. Auf der anderen Seite übernahm Johannes selten die Führung; das war die Tendenz von Petrus (Apg.2,14; 3,4; 4,8). – Johannes schien eher ein zurückgezogener Mensch zu sein; seine Person wird eigentlich mehr nebenbei erwähnt (Joh.1,40; 13,23; 20,2; 27,7; 27,20).

f) Seine Bedeutung in der Urgemeinde

  1. Johannes war einer der ersten, welcher mit dem Herrn in Verbindung kam (Joh.1,35; 1,40).
  2. Gemäß der Überlieferung starb er als letzter der 12 Apostel.
  3. Sein Leben und sein Dienst erstreckte sich über das ganze erste Jahrhundert.
  4. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er in Ephesus und unter den Gemeinden in Asien; von Kaiser Domitian wurde er ins Exil auf die Insel Patmos geschickt (Offb.1,9).

Die Gemeinden in Asien, und hier ganz besonders die Gemeinde in Ephesus, hatten immer Schwierigkeiten mit dem Problem der Irrlehre. Paulus gründete in dieser Stadt eine Gemeinde (Apg.18,19-21; 19,1-41). Bevor er aber die Stadt verließ, warnte Paulus die Ältesten vor der Gefahr der Irrlehrer (Apg.20,28-30). Schon kurz danach ermahnte er den jungen Timotheus, den er in Ephesus zurückgelassen hatte, streng gegen die zunehmende Irrlehre vorzugehen (1.Tim.1,3). Später, in den Tagen des Johannes , schien sich diese Lage noch immer nicht gebessert zu haben und die Irrlehrer mit ihrem „eitlen Geschwätz“ plagten diese Gegend nach wie vor (Offb.2,1-3; 2,6). In seinem Brief widerstand Johannes den Angriffen der Irrlehre des Gnostizismus, vor allem ihrer Verleugnung der Göttlichkeit und der Menschlichkeit Jesu Christi.

Einige wichtige Informationen über den Brief werden in den folgenden Punkten kurz zusammengefasst:

1) Gruppe: die allemeinen Briefe (die Irrlehre-Briefe)

2) Datum der Niederschrift. ca. 90-100 n.Chr. (wahrscheinlich zum selben Zeitpunkt wie das Johannes- Evangelium

3) Hintergrund: die Gemeinde in Ephesus und Asien (Apg.18,19-21; 19,1-41; Offb.1,11; 2,1-3,22)

4) Leserschaft: die Gemeinde (wie beim Johannes-Evangelium), im besonderen die Gläubigen von Asien

5) Absicht:

a) die Gläubigen in ihrer Hoffnung auf das ewige Leben zu ermutigen (5,13), und dass sie die völlige Freude erreichen (1,4)
b) der Irrlehre hinsichtlich der Person Jesu Christi zu widerstehen

6) Schlüsselwort: „Gemeinschaft“ (1,3 (2x); 1,6; 1,7)

7) Schlüsselvers: „Dies habe ich euch geschrieben, auf dass ihr wisset, dass ihr ewiges Leben habt, die ihr glaubt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes“ (5,13)

8) Merkmale:

a) die Ähnlichkeit zwischen dem Johannes-Evangelium und dem 1.Johannesbrief

Johannes-Evangelium

1. Johannesbrief

die Gute Nachricht, geoffenbart in Raum und Zeit

die Gute Nachricht im Leben des Gläubigen verwirklicht

Schlüsselvers 20,30-31 betont die Wirklichkeit des ewigen Lebens

Schlüsselvers 5,13 betont die Gewissheit des ewigen Lebens

die Wichtigkeit der Zeichen, der Lehre und des Todes Jesu Christi

die Wichtigkeit der Person Jesu Christi als Sohn Gottes

das Wort wurde Fleisch, um Werke zu vollbringen, damit Menschen an ihn als den Christus und Sohn Gottes glauben würden (20,30-31)

das Wort wurde Fleisch als Sohn Gottes, damit er die Werke des Teufels vernichte (3,8), die Beziehung zum Vater offenbare (2,22-23) und als Sühnung für die Welt sterbe (2,2; 4,10)

Auch im Hinblick auf den Wortschatz kann eine Ähnlichkeit festgestellt werden: …das Wort, offenbaren, ewiges Leben, glauben, bleiben, lieben

b) Johannes widersteht den Irrlehrern und ihren Behauptungen
Vor allem in 1,6 – 2,2 sieht man, wie Johannes den Irrlehrern des Gnostizismus widersteht:

die Aussagen der Irrlehrer:

Johannes begegnet diesen Aussagen:

Johannes zeigt, wie ein Christ sich verhält:

c) die Lehre über den Vater
Johannes behandelt in seinem Brief das Thema der Gemeinschaft in der Familie Gottes. – Johannes schreibt mehr über den Vater, als die anderen Schreiber des NT. Nachstehend sind einige der wichtigsten Aussagen angeführt:

„…das ewige Leben, welches bei dem Vater war…“ (1,2)
„…unsere Gemeinschaft (ist) mit dem Vater…“ (1,3)
„…wir haben einen Sachwalter bei dem Vater…“ (2,1)
„…ihr (habt) den Vater erkannt…“ (2,13)
„…die Liebe des Vaters ist nicht in ihm…“(2,15)
„…denn alles was in der Welt ist … ist nicht von dem Vater“ (2,16)
„…dieser ist der Antichrist, der den Vater … leugnet“ (2,22)
„… hat auch den Vater nicht … hat auch den Vater…“ (2,23)
„…in dem Sohne und in dem Vater bleiben“ (2,24)
„…sehet, welch eine Liebe uns der Vater gegeben hat…“(3,1)
„…der Vater hat den Sohn gesandt“ (4,14)

Zusammenfassend kann man die Lehre über den Vater in drei Gruppen unterteilen:

  1. die Beziehung zwischen dem Vater und dem Sohn (1,2; 1,3; 2,1; 2,22-24; 4,14)
  2. die Beziehung zwischen dem Vater und der Welt (2,15-16)
  3. die Beziehung zwischen dem Vater und seinen Kindern (2,13; 3,1)

9) Unterteilung des 1.Johannesbriefes:
Das Zentralthema des Briefes ist die Gemeinschaft. Dieses Thema, in seinen verschiedenen Aspekten, ergibt die Unterteilung des Briefes. Wie bei dem Johannes-Evangelium und der Offenbarung, gibt es auch bei den Johannes-Briefen weder eine Begrüßung noch ein Schlusswort.

Karte 94 - Die Unterteilung des 1.Johannesbriefes

1,1 - 4

1,5 - 10

2,1 – 29

3,1 – 24

4,1 – 21

5,1 – 21

DIE PERSON
DER GEMEINSCHAFT

DIE BEDINGUNGEN DER GEMEINSCHAFT

DER WANDEL DER GEMEINSCHAFT

DIE MERKMALE DER GEMEINSCHAFT

DIE GEFAHREN DER GEMEINSCHAFT

DIE BEWEISE DER GEMEINSCHAFT

EINTEILUNG DES 1.JOHANNESBRIEFES

HAUPTGEDANKE:

„UNSERE GEMEINSCHAFT IST MIT DEM VATER UND MIT SEINEM SOHNE JESUS CHRISTUS“ (1.Joh.1,3)

1) DIE PERSON DER GEMEINSCHAFT 1,1 - 4

2) DIE BEDINGUNGEN DER GEMEINSCHAFT 1,5 - 10

3) DER WANDEL DER GEMEINSCHAFT 2,1 - 29

4) DIE MERKMALE DER GEMEINSCHAFT 3,1 - 24 5) DIE GEFAHREN DER GEMEINSCHAFT 4,1 - 21

6) DIE BEWEISE DER GEMEINSCHAFT 5,1 - 21

1) DIE PERSON DER GEMEINSCHAFT 1,1 - 4

Man kann diesen Abschnitt in zwei Teile unterteilen:

WER - das Wort des Lebens, der von Anfang war (V.1-2)
WARUM - auf dass auch ihr mit uns Gemeinschaft habet (V.3-4)

Zuerst stellt Johannes Jesus Christus, das Wort des Lebens, dar, welcher vor oder wortwörtlich „in“ dem Anfang da war. Das heißt, als der Anfang (ein biblischer Begriff für den Beginn von Gottes Schöpfung) von Gott geschaffen wurde, war Jesus Christus bereits ewig existent. Er ist Gott! Dann aber sagt Johannes, dass diese ewige Existenz eine Form annahm, damit man ihn sehen, anschauen und betasten könne („betasten“ ist dasselbe griechische Wort, welches der Herr persönlich in Luk.24,39 verwendet: „Sehet meine Hände und meine Füße, dass ich es selbst bin; betastet mich uns sehet, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, dass ich habe“). Das Wort ist Fleisch geworden!

Die Menschwerdung bildet auch die Grundlage für Gemeinschaft – Gemeinschaft auf der vertikalen und horizontalen Ebene:

2) DIE BEDINGUNGEN DER GEMEINSCHAFT 1,5 - 10

Jede Gemeinschaft wird von gewissen Verhaltensregeln getragen – auch die Gemeinschaft mit Gott und untereinander. In diesem Abschnitt werden diese Regeln oder Bedingungen dargelegt (siehe auch in der Einleitung zu dem Brief unter Merkmale b) – Johannes widersteht den Irrlehrern und ihren Behauptungen).

3) DER WANDEL DER GEMEINSCHAFT 2,1 - 29

a) das Wesen des Wandels (2,1 – 11)
b) der Befehl hinter dem Wandel (2,12 – 17)
c) der Glaube im Zusammenhang mit dem Wandel (2,18 – 28)

ad a) Das Wesen des Wandels 2,1 – 11
Die Grundlage des Wandels in der Gemeinschaft ist: „Wer da sagt, dass er in ihm bleibe, ist schuldig, selbst auch so zu wandeln, wie er gewandelt hat“ (V.6). Und wie hat er gewandelt? Johannes gibt darauf eine zweifache Antwort:

Wir werden diese Absolutheit niemals erreichen – das Fleisch wird es verhindern. Wenn unsere Zielsetzung jedoch niedriger ist als dies, wird das Ergebnis noch weniger und unvollkommener sein als sonst.

In 2,2 kommt das Wort „Sühnung“ vor. Das Wort ist im Griechischen „hilasmos“ und kommt in dieser Form nur in 1.Joh.2,2 und 4,10 vor. (In der Septuaginta findet man es noch in 3.Mose 25,9; 4.Mose 5,8; 1.Chron.28,20; Ps.130,4; Hes.44,27 und Amos 8,14). Der Begriff bedeutet ein völliges Zufriedenstellen. Jesus Christus ist durch seinen Opfertod der Zufriedensteller und zugleich das, was zufrieden stellt, und zwar in dem Sinne, dass die Sünde zugedeckt wurde und daher vergeben werden konnte. Beachte die Gegenwartsform: „Und er IST die Sühnung für unsere Sünden…“.

ad b) Der Befehl hinter dem Wandel 2,12 – 17
Hier wird die Beziehung des Vaters zu seinen Kindern gezeigt, welche sich in den drei Wachstumsstadien des christlichen Lebens befinden:

Der Befehl für die Kinder lautet: „Liebet nicht die Welt, noch was in der Welt ist“ (2,15).

ad c) Der Glaube im Zusammenhang mit dem Wandel 2,18 – 29
Es ist die letzte Stunde. Der Bogen der Zeit ist gespannt. Das Kennzeichen der Endzeit ist, dass viele von dem äußeren Rahmen des Christentums weggehen werden (sie gehörten nie wirklich zu dem Leibe Jesu Christi, sonst wären sie geblieben) und leugnen, dass Jesus der Christus ist. Diese Irrlehrer werden den Vater und Sohn leugnen, sowie die gesamte biblische Offenbarung im Zusammenhang mit der Offenbarung Gottes in der Fleischwerdung Gottes. Genau das taten die gnostischen Irrlehrer: Jesus Christus war nicht der im Fleisch gekommene Sohn Gottes. (In unseren Tagen hören wir ähnliches – der Christus der New-Age-Bewegung ist nicht der Sohn Gottes der Bibel).


BIBLISCHE LEHRE

NEW-AGE-ANSICHT

Dreieiniger Gott: Vater, Jesus (Sohn), Heiliger Geist

falsche Trinität: Satan, Antichrist (Sohn), falscher Prophet

Jesus als im Fleisch gekommener Sohn, gekreuzigt und auferstanden

Jesus als nicht im Fleisch gekommen, sondern als „kosmische Kraft“, als Christus-Bewusstsein, das den Menschen Jesus erfüllt hat und heute im Menschen wohnt als „göttlicher Funke“ oder „wahres Selbst“

Erlösung nur durch Jesus Christus möglich, und zwar

Erlösung durch Bewusstseins-Transformation und Verwirklichung des „wahren Selbst“, und zwar

durch Wiedergeburt

durch Psychotechniken aller Art, wie z.B. „Rebirthing“

Errettung am Ende der Zeit durch Entrückung der Gemeinde Jesu

Errettung durch willentlichen Austritt aus dem Körper, oder durch Abholung per Ufo, oder durch Versetzung in eine andere Dimension, sowie durch „Abtragen des Karmas“ in der Ewigkeit

ganze Fülle der Erkenntnis in Jesus Christus

Erkenntnis höherer Welten, des Kosmos, des eigenen Selbst (siehe auch Versuchung durch die Schlange zur Erkenntnis, 1.Mose 3,5)

ewiges Leben in Jesus Christus

kein eigentlicher Tod möglich – ewiges Leben im höheren Selbst – als Folge der Zeitenwende im „Goldenen Zeitalter des Wassermannes“

Verbindung zum Vater nur durch Jesus Christus als Mittler

Verbindung zur Geistigen Hierarchie durch Meditation und Gebet ohne Mittler. (Die New-Ager wollen an der Christus-Interpretation festhalten, ihm jedoch eine sehr herabgeminderte Nebenrolle zugestehen)

Bibel als Wort Gottes ohne Hinzufügen oder Wegnehmen; volle Autorität als inspiriertes WORT /Evangelium

*)

Bibel als überholte, transformationsbedürftige Teilwahrheit. New-Age verfügt über eigene Evangelien, die in einem anderen Geist geschrieben sind und einen anderen Jesus Christus meinen, u. a. die „falsche Trinität“ publik machen

*) zitiert aus der ETHOS-Sonderausgabe „Zeitanalyse NEW AGE“ (Katrin Ledermann), Seite 13.

4) DIE MERKMALE DER GEMEINSCHAFT 3,1 - 24

a) Reinigung (3,1 – 3)
b) Gerechtigkeit und Liebe (3,4 – 18)
c) Gebet und Erhörung (3,19 – 24)

ad a) Reinigung 3,1 – 3
Es gibt zwei Gründe, warum das Kind Gottes in der Gemeinschaft rein ist bzw. rein sein soll. Der erste Grund liegt darin, weil es eben Kind Gottes geworden ist. Durch seine Liebe hat Gott uns zu seinen Kindern gemacht!

Der zweite Grund liegt in unserem Verantwortungsbereich; wir sollen uns reinigen im Hinblick auf die Wiederkunft Jesu Christi und die herrliche Tatsache, dass wir ihm ähnlich werden.

ad b) Gerechtigkeit und Liebe 3,4 – 18
Die komplizierten Gedankengänge, welche in den nächsten zwei Merkmalen der Gemeinschaft, nämlich Gerechtigkeit und Liebe, zum Ausdruck gebracht werden, sind im folgenden zusammengefasst:

GERECHTIGKEIT (3,4 – 9)

Merkmal

Folge


tut die Sünde nicht (V.4)

ist nicht gesetzlos (V. 4)


sündigt nicht als anhaltende Gewohnheit (V.6)

beweist Erkenntnis von der Person Jesu Christi (V.6)


tut die Gerechtigkeit (V.7)

ist gerecht und ahmt Christus nach (V.7)


tut die Sünde nicht (V.8)

ist nicht vom Teufel und erlebt den Sieg Jesu Christi über den Teufel (V.8)

er tut die Sünde nicht (V.9)
kann nicht sündigen (V.9)

ist geboren von Gott (V.9)
beweist seine Geburt aus Gott (V.9)

LIEBE (3,10 – 18)

Merkmal

Folge


Bruderliebe (V.10)

Ursprung aus Gott (V.10)


nicht wie Kain (V.11-12)

führt nicht zum Mord (v.11-12)


wird von der Welt gehasst (V.13)

wird nicht wundern (V.13)


Bruderliebe (V.14)

vom Tod zum Leben übergegangen (V.14)


kein Hass (V.15)

nicht ein Mörder und hat das Leben (V.15)


für die Brüder das Leben darzulegen (V.16)

kennt das Wesen der Liebe (V.16)


seine Güter verteilen (V.17-18)

die Liebe Gottes wohnt in ihm (V.17-18)

ad c) Gebet und Erhörung 3,19 – 24
Das vierte Merkmal der Gemeinschaft ist der Umgang mit Gott im Gebet und die Gewissheit der Erhörung.

5) DIE GEFAHREN DER GEMEINSCHAFT 4,1 - 21

Den Gläubigen, die in Gemeinschaft mit dem Vater leben, droht die meiste Gefahr von den Irrlehrern bzw. den dämonischen Geistern, welche hinter ihnen stehen. Man soll nicht jedem Geist glauben. Es gibt eine Möglichkeit, die Geister zu prüfen- wie so oft in diesem Brief erwähnt: die Fleischwerdung Jesu Christi. Irrlehrer (welcher Art auch immer) können die Fleischwerdung des Sohnes Gottes und die damit verbundene Wahrheit des Kreuzes und der Auferstehung nicht bekennen, d.h. von Herzen glauben und aus Überzeugung propagieren. Die Verleugnung dieser Wahrheit ist das Wesen des Antichristen – er steht für alles, was gegen diese Wahrheit ist.

Eine weitere Gefahr besteht darin, dass der Begriff Liebe falsch verstanden wird. Es gibt kaum eine andere Stelle in der Schrift, wo das wahre Wesen der Liebe und die Konsequenzen für die Gläubigen so ausführlich dargestellt werden, wie in den Versen 7 – 21.

6) DIE BEWEISE DER GEMEINSCHAFT 5,1 - 21

Bis jetzt ist das Wort „Glaube“ in dem Brief dreimal vorgekommen. In diesem Abschnitt, 5,1-21, kommt es allein sechsmal vor. Die Grundlage der Gemeinschaft ist der Glaube an die Fleischwerdung Jesu Christi und das Opfer am Kreuz. Dieser Glaube beweist sich in drei verschiedenen Aspekten:

  1. wir beweisen unseren Glauben an den Herrn durch unseren Wandel (V.1-5)
  2. der Glaube wird bewiesen durch die geistlichen Zeichen – Wasser und Blut (V.6-12)
  3. wir beweisen unseren Glauben an den Herrn durch unsere Gewissheit (V.13-21)
Im Abschluss des Briefes weist der Apostel noch einmal auf zwei Vorrechte der Gemeinschaft mit dem Vater hin, nämlich Gewissheit im Gebet (V.13-17) und die Gewissheit in der Erkenntnis (V.18-21).

 

 


2. JOHANNESBRIEF

Der 2. und der 3. Johannes-Brief sind persönliche Briefe, welche der Apostel, wahrscheinlich zur selben Zeit wie sein Evangelium und den 1.Johannes-Brief, an die Gläubigen in Asien schickte.

Sie stellen ein- und dieselbe Wahrheit von zwei verschiedenen Seiten dar:

2. Johannes-Brief - fördere nicht die Irrlehre (leiste den Irrlehrern keine Gastfreundschaft, etc., V.10-11)

3.Johannes-Brief - fördere die Wahrheit (leiste den Lehrern der Wahrheit Gastfreundschaft und Unterstützung, etc., V.5-8).

Diese beiden Briefe bilden einen geeigneten Abschluss der Irrlehre-Briefe, da sie in Bezug auf dieses Problem der Irrlehre ganz praktische Ratschläge geben.

Einige wichtige Informationen über den 2.Johannes-Brief werden in den folgenden Punkten kurz zusammengefasst:

1) Gruppe: die allemeinen Briefe (die Irrlehre-Briefe)

2) Datum der Niederschrift. ca. 90 – 100 n.Chr., wie 1.Johannesbrief und Johannes-Evangelium

3) Hintergrund: wie 1. Johannesbrief

4) Leserschaft: „…der auserwählten Frau und ihren Kindern…“ (V.1)
(entweder einer Frau namens Electra oder Kyria und ihren Kindern, oder einer Gemeinde mit den Gläubigen)

5) Absicht: Ermahnung in der Wahrheit zu wandeln und keine Gemeinschaft mit Irrlehrern zu haben.

6) Schlüsselwort: Wahrheit (Verse 1 (2x); 2; 3; 4)

7) Schlüsselvers: „Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmet ihn nicht ins Haus auf und grüßet ihn nicht.“ (V.10)

8) Die Unterteilung des 2.Johannesbriefes:

Karte 95 - Die Unterteilung des 2.Johannesbriefes

FÖRDERE NICHT DIE IRRLEHRER

1 – 3

4 – 11

12 – 13

BEGRÜSSUNG

DER WANDEL IN DER WAHRHEIT

SCHLUSSWORT

das Gebot des Vaters (V.4-6)

die Botschaft der Irrlehrer (V.7-11)

In diesem Brief betont Johannes wiederum das Gebot des Vaters, welches die Kinder Gottes halten sollen – es ist das Gebot der Liebe.

Viele Verführer sind in die Welt ausgegangen.“ (V.7). Sie verbreiten die Lehre des Antichristen, nämlich dass Jesus nicht im Fleisch gekommen ist. Die Gläubigen sollten diese Lehre auf keinen Fall unterstützen; unter anderem sollten sie diesen Lehrern nicht die übliche Gastfreundschaft erweisen und sie nicht grüßen. Das griechische Wort dafür ist „chairein“ und bedeutet „Gruß!“. Es kommt auch in Apg.15,23; 23,36 und Jakobus 1,1 vor. Die normale Haltung im NT ist, dass Gottes Kinder Gastfreundschaft pflegen sollen und freundlich sind: „Also nun, wie wir Gelegenheit haben, lasst uns das Gute wirken gegen alle, am meisten aber gegen die Hausgenossen des Glaubens“ (Gal.6,10). Es zeigt, wie schwerwiegend diese Angelegenheit und wie gefährlich diese Irrlehre war, dass die sonst zu Gastfreundschaft und Hilfe verpflichteten Christen Menschen „die kalte Schulter“ zeigen und ihnen auf keine Art und Weise entgegenkommen und helfen sollten. Denn dadurch würde man nur die Lehre des Antichristen fördern. Man schneidet sich selbst ins „geistliche“ Fleisch!

3. JOHANNESBRIEF

 

1) Gruppe: die allgemeinen Briefe (die Irrlehre-Briefe)

2) Datum der Niederschrift. ca. 90-100 n.Chr. wie 1.Johannesbrief und Johannes-Evangelium

3) Hintergrund: wie 1.Johannesbrief

4) Leserschaft: „…dem geliebten Gajus…“ (V.1), (keine näheren Einzelheiten bekannt)

5) Absicht:
a) Gajus zu ermutigen, weiterhin die Wahrheit zu fördern durch die Aufnahme von Gläubigen, welche die Gemeinde besuchten.
b) Diotrephes zu ermahnen, „weil er gern unter ihnen der erste sein will“ (V.9), und die Gemeinschaft störte.

6) Schlüsselwort: „aufnehmen“ (Verse 8; 9; 10)

7) Schlüsselvers: „Wir nun sind schuldig, solche aufzunehmen, auf dass wir Mitarbeiter der Wahrheit werden“. (V.8)

8) Die Unterteilung des 3.Johannesbriefes:

Karte 96 - Die Unterteilung des 3.Johannesbriefes

FÖRDERE DIE WAHRHEIT

1

2 – 4

5 – 8

9 – 11

12

13 – 15

BEGRÜSSUNG

GEBET FÜR DIE GESUNDHEIT DES GAJUS

LOB FÜR DIE GASTFREUNDSCHAFT VON GAJUS

ERMAHNUNG FÜR DIE EIGENWILLIGKEIT DES DIOTREPHES

EMPFEHLUNG FÜR DEMETRIUS

SCHLUSSWORT

Dieser kurze Brief gewährt einen tiefen Einblick in das Alltagsleben einer Gemeinde des ausgehenden ersten Jahrhunderts. Eine Spaltung innerhalb der Gemeinde ist klar zu erkennen. Fast 40 Jahre früher warnte Paulus (während seiner dritten Missionsreise, ca.53-56 n.Chr.) die Ältesten in Ephesus „Denn ich weiß dieses, dass nach meinem Abschiede verderbliche Wölfe zu euch hereinkommen werden, die die Herde nicht schonen. Und aus euch selbst werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen hinter sich her.“ (Apg.20,29-30). Im 3.Johannes-Brief sieht man, wie diese Prophezeiung sich bewahrheitet hat. Diotrephes war eben einer von diesen. Er hatte es gern, der erste zu sein. Das griechische Wort dafür ist „proteuo“ und kommt sonst nur in Kol.1,18 vor: „auf dass er (Jesus Christus) in allem den Vorrang habe.“ Nur einer sollte in der Gemeinde den Vorrang haben – der Herr Jesus Christus!

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