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OFFENBARUNG 6 - 16

TEIL 45

HAUSAUFGABE

BIBEL: Offenbarung 6 - 16 aufmerksam durchlesen

FRAGEN ZUM NACHDENKEN:Aufgrund des umfangreichen Lesestoffes gibt es keine „Fragen zum Nachdenken“.

UNTERLAGEN: NT-Teil 45 aufmerksam durchlesen

Wie bereits erwähnt wurde, gibt uns der Schlüsselvers 1,19 den „Fahrplan“ des Buches an:

Daher beschreibt das zweite Gesicht bereits die Ereignisse nach Vollendung des Gemeindezeitalters.

3) DAS ZWEITE GESICHT: CHRISTUS, DAS LAMM, UND DAS GERICHT ÜBER DIEERDE (4,1 – 16,21)

im Geiste(4,2)

a) der Thron im Himmel (4,1 – 11)
b) das Lamm und das versiegelte Buch (5,1 – 14)
c) die sieben Siegel geöffnet (6,1 – 8,5)

Einschub:144.000versiegelt(7,1 – 8)
die große Volksmenge(7,9 – 17)

d) die sieben Posaunen geblasen (8,6 – 11,19)

Einschub:das kleine Buch(10,1 – 11)
der Tempel(11,1 – 2)
die zwei Zeugen(11,3 – 13)

e) der große rote Drache (12,1 – 17)
f) das Tier vom Meere (13,1 – 10)
g) das Tier von der Erde (13,11 – 18)

Einschub:die 144.000(14,1 – 5)
Botschaft der Engel(14,6 – 20)

h) die sieben Schalen ausgegossen (15,1 – 16,21)

ad a)Der Thron im Himmel(4,1 – 11)
wurde bereits in Teil 44 behandelt.

ad b)Das Lamm und das versiegelte Buch(5,1 – 14)
Nun wird der Blick des Apostels auf ein Buch (eine Buchrolle) gerichtet, welches (welche) „inwendig und auswendig beschrieben“ ist (d.h. auf beiden Seiten). Eine laute Stimme erschallt: „Wer ist würdig, das Buch zu öffnen und seine Siegel zu brechen?“ (V.2). Dann liest man: „Und niemand in dem Himmel, noch auf der Erde, noch unter der Erde, vermochte das Buch zu öffnen, noch es anzublicken.“ (V.3). Johannes ist zutiefst betrübt. Er weint. Niemand kann das Buch öffnen, die Geschichte der Welt kann nicht abgeschlossen werden. Die Bosheit, die Ungerechtigkeit, die Gottlosigkeit scheint unaufhaltbar. Es wird kein Gericht geben! Aber dann wird die Aufmerksamkeit auf den Löwen, der aus dem Stamme Juda kommt, gelenkt! Als der Apostel hinblickt, sieht er nicht einen Löwen, sondern ein Lamm. Es ist jedoch kein normales Lamm, sondern:

  1. ein Lamm „wie geschlachtet“, das noch die Wundmale auf sich trägt
  2. es hat sieben Hörner (ein Symbol in der Schrift für Macht und Autorität – 5.Mose 33,17;Ps.89,17;Sach.1,18-19). Obwohl es das Aussehen eines Lammes hat, besitzt es göttliche (d.h. vollkommene = die Zahl „Sieben“) Autorität
  3. es hat sieben Augen. Absolutes und vollkommenes Wissen und Erkenntnis

ad c)Die sieben Siegel geöffnet(6,1 – 8,5)
Bevor man diesen Abschnitt studieren kann, muss man sich darüber im klaren sein, wie sich die prophetischen Ereignisse dieser letzten Zeit abspielen werden. Dazu ist ein Verständnis der prophetischen Aussagen Daniels unerlässlich, und hier wiederum im besonderen die Prophezeiungen hinsichtlich der siebzig Wochen in Daniel 9. Sechs Punkte sollen hier im Zusammenhang mit dieser Prophezeiung in Dan.9,24-27 erwähnt werden:

  1. Die Prophezeiung gilt dem Volk Daniels und der heiligen Stadt, d.h. den Juden und Jerusalem (V. 24)
  2. Das Wort „Wochen“ ist eigentlich das Wort „sieben“, d.h. die Prophezeiung bezieht sich auf „siebzig mal sieben“. In V.2 steht, „dass nämlich siebzig Jahre für die Verwüstung Jerusalems vollendet werden sollten“. Die Prophezeiung bezieht sich daher auf „siebzig mal sieben (Jahre)“ = 490 Jahre. Die ganze Geschichte der Juden, angefangen von der Beendigung der babylonischen Gefangenschaft bis zur Wiederkunft Jesu Christi und der Errichtung seines irdischen Reiches, wird sich in dieser Zeitspanne abspielen.
    Dieser Ausdruck „sieben“ (Jahre) war in dem jüdischen Kalender ein üblicher Ausdruck; z.B. 3.Mose 25,8„Und du sollst dir sieben Jahrsabbathe zählen, siebenmal sieben Jahre, sodass die Tage von sieben Jahrsabbathen dir neunundvierzig Jahre ausmachen“.
  3. Der Beginn dieser 490jährigen Periode war das Dekret von Artasasta an Nehemia, welches ihm die Erlaubnis zum Bau der Mauer Jerusalems gab (Neh.2,1-8). Man rechnet dafür das Jahr 445 v.Chr..
  1. Man muss die „siebzig Wochen“ in vier Teile unterteilen:
  2. a) sieben Wochen (49 Jahre)
    b) zweiundsechzig Wochen (434 Jahre)
    c) eine Woche (7 Jahre)
    d) Mitte der Woche (nach 3 ½ Jahren)

    Nach der neunundsechzigsten Woche (483 Jahre) wird der Messias ausgerottet und die Stadt Jerusalem zerstört (Dan.9,25). (Ein Vergleich zwischen Offb.11,2 und 12,6 + 14 ergibt, dass 42 Monate, 1260 Tage und 3 ½ Jahre denselben Zeitraum ergeben. Wenn dies der Fall ist, dann hat ein „prophetisches Jahr“ 360 Tage! Man hat ausgerechnet, dass das Ende der 483 Jahres-Periode auf das Jahr 29 n.Chr. fiel, als Christus in Jerusalem einzog – Matth.21,1-11; Mk. 11,1-11;Luk.19,19-44; Joh.12,12-19). Die Zerstörung der Stadt erfolgte 70 n.Chr. durch die Römer, unter der Herrschaft von Titus.

  3. Allein durch die Wortstellung in Dan.9,25-26 entsteht der Eindruck, dass die siebzigste Woche nicht unmittelbar nach der neunundsechzigsten folgt, sondern dass dazwischen eine Pause liegt.
  1. Die siebzigste Woche ist mit der kommenden Trübsalzeit zu vergleichen, welche bereits in den Visionen von Kap.2 und 7 erwähnt wurde. Am Anfang dieser Woche schließt der Antichrist mit den Juden einen Bund. Doch am Ende der Sieben Jahre wird er mit den Juden furchtbare Dinge machen, nachdem er den Bund bereits nach 3 ½ Jahren gebrochen hatte. Er wird dafür gerichtet (Dan.9,27).

Der Ablauf dieser siebzig Wochen kann nun mit dem Ablauf des Buches der Offenbarung verglichen werden. Dieser Vergleich wird anhand der folgenden Karte dargestellt.

Karte 103 – Der Ablauf der Endzeitereignisse in Daniel und Offenbarung

Im Folgenden werden verschiedene Informationen über die Ereignisse der zweiten Hälfte der siebzigsten Woche kurz zusammengefasst:

Das erste Siegel – das weiße Pferd (6,1 – 2) (das siegende Tier – Antichrist Offb. 13,4)

In der Zeit eines falschen, vorgetäuschten Weltfriedens und einer Sicherheit, kommt das Tier an die Macht (mit Hilfe des falschen Propheten) – (1.Thess.5,3; Dan.8,25; Dan.11,21; 11,24; Hes.38,8; 38,11; 38,14)

Es kommt zur Gründung einer strikt kontrollierten Weltwirtschaft – Off.13,16-17

Alle Religionen werden abgeschafft – (2.Thess.2,4; Dan.11,36-37)

Eine neue Religion, die Anbetung des Tieres, wird gegründet – (Offb.13,8; 13,15; 2.Thess.2,4; Dan.9,27; 11,31, 11,38)

Das zweite Siegel – das rote Pferd (6,3 – 4)

Die Frucht des Tieres (der Mensch der Gesetzlosigkeit – 2.Thess.2,3)

Die Wiederbelebung der Anarchie und Gesetzlosigkeit und Gewaltakte auf der Erde! (Matth.24,6-8; 24,12; Luk.17,26; 6,11; 6,13)

Das dritte Siegel – das schwarze Pferd (6,5 – 6)

Das Resultat des Zusammenbruchs von Gesetz und Ordnung in der Gesellschaft – weltweiter Hunger! (Wie üblich, bleiben die Reichen davon unberührt).

Man merkt, dass heutzutage Hungersnot nur in nichtchristlichen Ländern existiert. Hungersnot ist mehr als nur ein reines Versorgungs- oder Agrarproblem. Sie hat auch geistliche und moralische Ursachen. Wenn die jetzige zivilisierte Welt auch den letzten Rest des Christentums verwirft, dann wird sie die gesellschaftliche Wahrheit in Kauf nehmen müssen und in den Genuss ihrer Gottlosigkeit und Gesetzlosigkeit kommen.

Das vierte Siegel – das fahle Pferd (6,7 8)

Der Tod bringt seine Ernte von der ganzen Erde ein, und zwar durch kombinierte Angriffe von Gewalt, Hunger, Pest und wilde Tiere. Ein Viertel der Menschheit wird getötet. (Pest ist immer eine Folge von Erdbeben und ähnlichen Katastrophen – Matth.24,7).

Hier sieht man den totalen gesellschaftlichen Zusammenbruch in Form einer gesetzlosen Gesellschaft (regiert von dem Menschen der Gesetzlosigkeit), welche ihre Endstation erreicht hat (Matth.24,12; 24,21-22).

Das fünfte Siegel – die Trübsalsmärtyrer (6,9 – 11)

Wenn das Tier an die Macht kommt, werden die Heiligen (primär die Israeliten) in seine Hand gegeben und viele werden getötet. (Dan.7,21; 7,25; Offb.13,7; Matth.24,9; Jer.30,7).

Zur gleichen Zeit bekehren sich viele aus den Nationen und müssen ihr Zeugnis mit dem Tod besiegeln. (Offb.13,15; 15,2; 7,14)

Die Trübsalsmärtyrer müssen unter dem Altar warten, bis der letzte Märtyrer von der Erde aufgenommen worden ist.

Das sechste Siegel – himmlische Zeichen und Bewegungen (6,12 – 17)

„Denn gekommen ist der große Tag seines Zornes.“ (6,17) – der erste Hinweis auf den Zorn Gottes und des Lammes!

Einleitung zu dem Zorn Gottes auf die Erde:

Jes.13,10-13; Joel 2,10; 2,30-31:
- ein großes Erdbeben
- die Sonne wird total finster
- der Mond wird zu Blut

- die Sterne fallen zur Erde (Matth.24,29; Offb.12,7-9)
- der Himmel verschwindet (wie ein aufgerolltes Buch)
- alle Berge und Inseln werden von ihren Stellen gerückt (siehe Schale Nr.7; Offb.16,20 – dann verschwinden sie völlig)
- die ganze Weltbevölkerung versteckt sich in den Felsen (Jetzt wissen sie über Gott Bescheid, aber es ist zu spät) Jes.2,19-21

Nach diesen Erscheinungen kommt dann „der Tag des Herrn“ (Matth.24,30; Joel 2,31; Offb.6,17).

EINSCHUB: 144.000 versiegelt (7,1-8); die große Volksmenge (7,9-17)

Der Zorn Gottes wartet solange, bis die Knechte Gottes vor dem kommenden Gericht versiegelt sind 7,3).

Die Trübsalsmärtyrer sind nicht mehr unter dem Altar (6,9); jetzt befinden sie sich im Tempel, welcher von Gott wiederhergestellt wird (Dan.8,14; Offb.7,15).

Das Gericht Gottes auf die Erde wird von dem Tempel aus gehalten (Offb.15,5-8)

Die sieben „Engel“ (Matth.22,30), welche die Zornesschalen erhalten, kommen aus dem Tempel heraus. Sie sind mit reiner, glänzender Leinwand (Offb.19,8) bekleidet und haben ihre Brust mit einem goldenen Gürtel umgürtet – wie der Herr Jesus!! (Offb.1,13)

Das siebente Siegel – die sieben Posaunen des Gerichtes (6,1 – 6)
„Der Tag des Herrn“

Die Gerichte, welche auf die Erde kommen, werden durch die Gebete der Heiligen eingeleitet, die zu dieser Zeit zum Zeugnis gegen die Welt und Babylon vor Gott gebracht werden (Offb.8,3-5).

ad d) Die sieben Posaunen geblasen (8,6 – 11,19)

erste Posaune – Hagel, Feuer mit Blut (8,7)

zweite Posaune – ein großer brennender Berg ins Meer geworfen (8,8 – 9)

dritte Posaune – ein großer, brennender Stern fiel auf den dritten Teil der Flüsse und der Wasserquellen (8,10 – 11)

vierte Posaune – Himmelskörper heimgesucht (8,12 – 13)

fünfte Posaune – Wehe Nr. 1 (9,1- 12)

Der Stern, vom Himmel heruntergefallen, öffnet den Schlund der Unterwelt. Die daraus hervorkommenden Dämonen peinigen die Menschen, welche nicht das Siegel Gottes tragen, fünf Monate lang.

sechste Posaune – Wehe Nr. 2 (9,13 – 21)

Die vier Engel, welche an dem Strome Euphrat gebunden waren, werden gelöst, um
ein Drittel der Menschen zu töten.

Die Zahl der verwendeten Kriegsheere betrug 200,000.000 (Am Zweiten Weltkrieg waren 5,000.000 Menschen beteiligt).

EINSCHUB: das kleine Buch (10,1-11); der Tempel (11,1-2); die zwei Zeugen (11,3-13)

Der starke Engel (Jesus Christus?) kündigte die Vollendung des Geheimnisses Gottes bei der siebenten Posaune an (10,7).

Die sechste Posaune endete mit dem Märtyrertod der zwei Propheten, welchem jedoch ihre unmittelbare Auferstehung und Entrückung zu Jesus Christus in der Wolke folgt.

siebente Posaune – Wehe Nr. 3 (11,15 – 19)

„Das Reich der Welt unseres Herrn und seines Christus ist gekommen, und er wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.“

ad e) der große rote Drache (12,1 – 17)
in den Kap.12 und 13 werden sieben Hauptfiguren der Offenbarung dargestellt:

ad f) das Tier vom Meere – der Antichrist (13,1 – 19)
Bis jetzt ist der Antichrist in der Offenbarung nur einmal unter der Bezeichnung „das Tier“ vorgekommen (11,17). Von nun an wird er 35mal mit diesem Namen bezeichnet. Seine Ähnlichkeit mit seinem Befehlshaber, Satan, ist bezeichnend.


ad g) das Tier von der Erde – der falsche Prophet (13,11 – 18)
Hier ist die Rede von einem falschen Propheten, welcher alle verführen wird, Satan, d.h. den Antichrist anzubeten.

EINSCHUB: die 144.000 (14,1-5); Botschaft der Engel (14,6-20)

Bevor die letzte Gerichtsszene stattfindet, bekommt Johannes verschiedene wichtige Offenbarungen. In 14,7 verkündigt einer der Engel den Menschen auf Erden: „Fürchtet Gott und gebt ihm Ehre, denn die Stunde seines Gerichtes ist gekommen…“

ad h) die sieben Schalen ausgegossen (15,1 – 16,21)
Die folgende Skizze soll den Ablauf der aufeinander folgenden Gerichtsszenen darstellen:

Schale 1 –„auf die Erde“(16,2)
Ein böses und schlimmes Geschwür kam über die Menschen, die das Malzeichen des Tieres trugen.

Schale 2 –„auf das Meer“(16,3)
Das Meer wurde zu Blut, wie von einem Toten, und jede lebendige Seele starb.

Schale 3 –„auf die Ströme und auf die Wasserquellen“(16,4 – 7)
Sie wurden zu Blut. „…Blut hast du ihnen zu trinken gegeben; sie sind es wert.“

Schale 4 –„auf die Sonne“(16,8 – 9)
„und die Menschen wurden von großer Hitze versengt“.

Schale 5 –„auf den Thron des Tieres“(16,10 – 11)
„Sie zerbissen ihre Zungen vor Pein“.

Schale 6 –„auf den großen Strom Euphrat“(16,12 – 16)
Sein Wasser vertrocknete, damit den Königen vom Aufgang der Sonne der Weg bereitet würde. Die Könige des ganzen Erdkreises wurden in Harmagedon versammelt, zu dem Kriege am großen Tage des allmächtigen Gottes.

Schale 7 –„in die Luft“(16,17 – 21)
„Es ist geschehen“.

Es entstand ein großes Erdbeben, wie keines gewesen ist.
Die große Stadt Jerusalem zerfiel in drei Teile.
Die Städte der Heiden stürzten ein.
Das große Babylon wurde heimgesucht von dem Zorne Gottes.
Alle Inseln und Berge verschwanden.
Ein großer Hagel kam auf die Menschen herab.

Die drei Gerichtsserien – die sieben Siegel, die sieben Posaunen und die sieben Schalen – beschreiben das Gericht Gottes auf die Erde. Trotz dieses furchtbaren Gerichtes bleibt der Mensch unbußfertig (6,15-17;9,20-21;16,9;16,11;16,21).

Im folgenden wird ein Vergleich zwischen diesen Gerichtsserien gezogen. Die Ähnlichkeit der Gerichte der sieben Posaunen und der sieben Schalen ist bezeichnend:

GERICHT

BEREICH

7 POSAUNEN

7 SCHALEN

1

die Erde

8,7

16,2

2

das Meer

8,8

16,3

3

die Ströme und die Wasserquellen

8,10

16,4

4

die Sonne

8,12

16,8

5

der Abgrund und Abaddon;
der Thron des Tieres

9,11

16,10

6

der Euphrat-Strom

9,14

16,12

7

Stimmen und Donner

11,15;11,19

16,17-18


Karte 104-Ein Vergleich der drei Gerichtsserien in der Offenbarung

 


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