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OFFENBARUNG 17 - 22

TEIL 46

HAUSAUFGABE

BIBEL: Offenbarung 17 - 22 aufmerksam durchlesen.


FRAGEN ZUM NACHDENKEN: Schreibe kurze Antworten auf folgende Fragen, bevor die Unterlagen durchgelesen werden.

a) Beschreibe in eigenen Worten die „große Hure“ in 17,1-6.

b) Wer/Was ist deiner Meinung nach die große Hure?

c) Wie lange wird Satan in den Abyss gebunden? (20,1 – 3)

d) Warum muss er dort gebunden werden?

e) Nach welchen Kriterien wird bei dem letzten Gericht gerichtet werden? (20,11 – 15)

f) Welche drei Aktivitäten der Kinder Gottes in der Ewigkeit werden in 22,3 – 5 erwähnt?

UNTERLAGEN: NT-Teil 46 aufmerksam durchlesen

Ein Schlüssel zum Verständnis des Buches der Offenbarung ist die Zahl „Sieben“. Sieben ist in der Bibel die Zahl der Vollkommenheit und Vollendung. Karte 105 zeigt, wie das Buch ganz deutlich in sieben Abschnitte gegliedert ist:

1) die sieben Gemeinden
2) die sieben Siegel
3) die sieben Posaunen
4) die sieben Hauptfiguren
5) die sieben Zornschalen
6) die sieben Gerichte
7) „Ich mache alles neu“ (Gott macht sieben Bereiche vollkommen neu)

Karte 105 - Die sieben Abschnitte im Buch der Offenbarung

Wie das zweite Gesicht, so beschreiben auch das dritte und vierte Gesicht Ereignisse nach Vollendung des Gemeindezeitalters.

4) DAS DRITTE GESICHT: CHRISTUS, DAS WORT GOTTES, UND DIE FEINDE GOTTES 17,1 - 21,8

„im Geiste“ (17,3)

a) der Fall von Babel (17,1 – 18,24)

Einschub: Freude im Himmel (19,1-10)
Christus geoffenbart (19,11-16)

b) das Tier besiegt (19,17 – 21)
c) Satan gebunden (20,1 – 3)

Einschub: das Tausendjährige Reich (20,4-6)

d) die letzte Rebellion und das letzte Gericht (20,7 – 15)
e) der neue Himmel und die neue Erde (21,1 – 8)

5) DAS VIERTE GESICHT: CHRISTUS, DER BRÄUTIGAM, (21,9 - 22,5) UND DIE GEMEINDE, SEINE BRAUT

„im Geiste“ (21,10)

f) das Neue Jerusalem beschrieben (21,1-21)
g) das Neue Jerusalem und die Erde (21,22-27)
h) das Neue Jerusalem und das neue Leben (22,1-5)

6) SCHLUSSWORT 22,6 - 21

4) DAS DRITTE GESICHT: CHRISTUS, DAS WORT GOTTES, (17,1 - 21,8) UND DIE FEINDE GOTTES

ad a) der Fall von Babel (17,1 – 18,24)
Satan ist der große Nachahmer Gottes. Was immer Gott hat, Satan muss es nachahmen. Der Christus hat eine Braut – Satan hat seine Braut. Die große Hure ist die Braut Satans, welche ihm vollkommen entspricht, ihn ergänzt und zu ihm passt.

Name: die große Hure; das Weib; Geheimnis Babylon; die Große; die Mutter der Huren und der Gräuel der Erde.

Tätigkeit: auf einem scharlachroten Tier sitzend, die Könige der Erde durch ihre Hurerei trunken zu machen. Sie selbst ist trunken „von dem Blute der Heiligen und von dem Blute der Zeugen Jesu“.

Bekleidung: Purpur, Scharlach, überzogen mit Gold und Edelgestein und Perlen; sie trägt in der Hand einen goldenen Becher voll Gräuel und Unreinigkeit ihrer Hurerei.

Viermal wird in der Offenbarung das Symbol eines weiblichen Wesens verwendet, um ein religiöses System darzustellen:

- Jesebel in der Gemeinde zu Thyatira (2,18-29)
- das Weib, bekleidet mit der Sonne (12,1)
- die Braut des Lammes (19,7-8)
- die große Hure (17,1-6)

In diesen Versen in Kap.17 wird eindeutig auf das abgefallene Christentum hingewiesen, welches seine Zentrale in Rom haben wird. Der Hinweis auf Rom ist ebenso eindeutig. Die Stadt sitzt auf sieben Bergen (V.9) und in V.18 sagt Johannes: „die große Stadt, welche das Königtum hat über die Könige der Erde“. Von der Perspektive des Autors gab es nur eine Stadt, welche so viel Macht hatte – Rom!!

Die Informationen, welche über diese Stadt gegeben werden, können in folgenden Punkten zusammengefasst werden (die Stadt steht hier für das System als Ganzes):

  1. Sie sitzt auf vielen Wassern (V.1). In V.15 liest man „Völker und Völkerscharen und Nationen und Sprachen“.
  2. Sie sitzt auch auf dem Tier (V.3). Hier handelt es sich um dasselbe Tier wie in Kap.13. In dieser Phase wird das religiöse, „christliche“ System in enger Verbindung mit dem Antichristen und seinem politischen System stehen. Später wird der Antichrist und sein System dieses religiöse System zerstören (V.16), und zwar zu dem Zeitpunkt, wo er sich selbst Gott nennen und keine andere Anbetungsmöglichkeiten dulden wird.
  3. Die Hure ist in wunderschöner Kleidung dargestellt (V.4). Purpur und Scharlach, die Farben der hohen kirchlichen Würdenträger, werden hier angedeutet. In einem Artikel im Time-Magazin vom 30.März 1962 wird darauf hingewiesen, dass das Kardinal-Gewand in der Kirche Roms ca. $ 3.000 kostet (ca. ATS 90.000 zu dem damaligen Wechselkurs).
  4. In ihrer Hand ist der goldene Becher voll Gräuel (V.4). Die Nationen trinken davon und werden trunken oder nicht nüchtern (V.2). Sie können nicht mehr klar denken.
  5. Ihr Name ist ein Geheimnis. Das heißt, wenn Gott diesen Namen nicht offenbaren wird, bleibt er verborgen. Dies trifft auch auf das Individuum zu, wenn Gott nicht Klarheit schenkt, kann die betreffende Person den Betrug und das wahre Wesen dieses religiösen Systems nicht erkennen.
  6. Das Geheimnis besteht darin, dass ihr Name Babylon ist. Obwohl es sich um das religiöse System der Endzeit handelt, welches durch die Stadt Rom symbolisiert wird, ist Rom in Wirklichkeit Babylon. Wie bereits in Teil 44, auf Seite 413 hingewiesen wurde, ist Babylon das Zentrum aller falschen Religionen (die Mutter-Kind-Anbetung). Von Babel aus wurde bald die ganze Welt erfasst. In der Endzeit wird Babylon ihre größte Vervollkommnung finden, in Rom und dem römischen System (d.h. die Ökumene der Endzeit – liberalistisches Christentum).
  1. Dieses System ist auch verantwortlich für das Blut von unzähligen Heiligen, welches durch die Jahrtausende hindurch, seit Beginn der Welt, vergossen wurde. Als die Erfüllung von Babylon wird dieses System auch die ganze Blutschuld Babylons erben. In 18,24 liest man: „Und in ihr wurde das Blut von Propheten und Heiligen gefunden und von allen denen, die auf der Erde geschlachtet worden sind“.
  2. In Rom sieht man die Vollendung von Satans religiösem System; in dem Antichristen, und seinem Reich die Vollendung von Satans politischem System. Beide hatten ihren Ursprung in Babylon.

In Kap.18 wird auf die wirtschaftlichen Aspekte von diesem Endzeit-System hingewiesen.

EINSCHUB: Freude im Himmel (19,1-19); Christus geoffenbart (19,11-16)

Babylon ist gefallen und nun erschallen im Himmel vier laute Hallelujah.
Hallelujah bedeutet: „Preiset den Herrn“.

„Hallelujah“ (V.1) -

Gott hat sein Heil, seine Herrlichkeit und Macht geoffenbart; er hat Babylon zerstört. „Sei fröhlich über sie, Himmel, und ihr Heiligen und ihr Apostel und ihr Propheten! denn Gott hat euer Urteil an ihr vollzogen.“ (18,20).

„Hallelujah“ (V.3) -

Der Rauch Babylons steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit; ihr Gericht ist ewig. Viel Grund zur Freude!

„Hallelujah“ (V.4) -

Immer mehr stimmen in den Lobpreis vor dem Thron ein.

„Hallelujah“ (V.6) -

Eine gewaltige Stimme ermutigt alle noch einmal zum Lobpreis. Der Grund dafür ist, „denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, hat die Herrschaft angetreten“ (V.6).

In diesem Einschub werden weiters noch wunderbare Offenbarungen über Jesus Christus gegeben.

ad b) das Tier besiegt (19,17 – 21)
Der siegreiche Herr besiegt den Antichristen und den falschen Propheten und das große Heer mit dem Schwert aus seinem Munde. Diese zwei Feinde Gottes werden lebendig (V.20) in den Feuersee geworfen. 1.000 Jahre später, nach dem Tausendjährigen Reich, sind sie noch immer dort (20,10).

ad c) Satan gebunden (20,1 – 3)
Satan wird für 1.000 Jahre in dem „Abyss“ gebunden, damit er die Nationen nicht verführen kann. Das ist sein Hauptziel – Verführung (Matth.24,5; 2.Kor.4,4; 2.Thess.2,9-12; 2.Tim.2,25-26; Offb.12,9; 13,14; 18,23)

EINSCHUB: das Tausendjährige Reich (20,4-6)

Dies wird die herrliche Zeit sein, von der im AT so viel prophezeit wurde. Als die Propheten vorausgeblickt hatten, sahen sie meistens dieses Friedensreich des Messias.

ad d) die letzte Rebellion und das letzte Gericht (20,7 – 15)
Was bezweckte Gott mit dem Tausendjährigen Reich? Natürlich verfolgte er damit verschiedene Absichten, aber eine ganz im Besonderen, und zwar wollte er der Menschheit eine vollkommene Umwelt und paradiesische Umstände geben für den Zeitraum von 1.000 Jahren. Man sollte meinen, dass nach einer solchen Zeit, Satan keinen Erfolg haben würde. Es wird jedoch gezeigt, dass es nicht darauf ankommt, ob sich der Mensch im Garten Eden, im Tausendjährigen Reich oder sonst irgendwo befindet, das Hauptproblem liegt nicht in den Umständen, der Umwelt oder sonst irgendeinem Bereich außerhalb des Menschen, sondern es befindet sich in dem Menschen selbst, in seinem Herzen. Satan braucht nicht lange um alle wieder zu verführen.

Danach sieht Johannes das letzte Gericht, wo verlorene Menschen vor Jesus Christus treten müssen und ihr gottloses Leben wird gerichtet.

ad e) der neue Himmel und die neue Erde (21,1 – 8)
Nun ist alles von der alten Schöpfung gerichtet, einschließlich Satan und seine Mächte. Nun beginnt der Herr mit dem Prozess der Erneuerung. Johannes bekommt Einblick in die neue Welt.

5) DAS VIERTE GESICHT: CHRISTUS, DER BRÄUTIGAM, (21,9 - 22,5) UND DIE GEMEINDE, SEINE BRAUT

In diesen beiden Kapiteln werden herrliche Wahrheiten über die zukünftige Welt, den ewigen Zustand, geoffenbart. Es ist schwierig sich vorzustellen, wie diese Stadt, welche Johannes vom Himmel herabkommen sieht, aussehen wird. Eines ist sicher, es ist die ewige Heimat für die Kinder Gottes.

In 22,3-5 wird auf drei Aktivitäten hingewiesen, welche Kinder Gottes in der Ewigkeit ausüben werden:

„… und seine Knechte werden ihm dienen
„… und sie werden sein Angesicht sehen
„… und sie werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit“

22,6-21 bildet den Abschluss des Buches und natürlich auch den Abschluss der ganzen Bibel. In diesem Abschnitt findet man fünf abschließende Themen, welche die ganze Aussage des Wortes Gottes noch einmal zusammenfasst:

1) die letzte Einladung (22,17)

„Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, spreche: Komm! Und wen da dürstet, der komme; wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst.“

Zwei sprechen hier die Einladung aus – der Geist und die Braut.
Den Geist findet man in der Bibel zum ersten Mal in 1.Mose 1,2: „Und der Geist Gottes schwebte über den Wassern“. Hier, am Ende des Wortes, vollendet er den Dienst, welchen er von allem Anfang an gehabt hatte, nämlich Menschen vorzubereiten und einzuladen zu der Gemeinschaft mit Gott.

2) die letzte Warnung (22,18 – 19)

„Ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand zu diesen Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen hinzufügen, die in diesem Buche geschrieben sind; und wenn jemand von den Worten des Buches dieser Weissagung wegnimmt, so wird Gott sein Teil wegnehmen von dem Baume des Lebens und aus der heiligen Stadt, wovon in diesem Buche geschrieben ist.“

Besondere Betonung wird auf die Änderung der Wörter des Buches gelegt. Die Worte sind sehr wichtig, weil sie die Wahrheit, welche zum Ausdruck gebrach werden soll, mitteilen.

3) die letzte Lehre  (22,20)

„Der diese Dinge bezeugt, spricht: Ja, ich komme bald.“

Die letzte Lehre der Offenbarung und der Bibel überhaupt, ist die Wiederkunft des Herrn Jesus Christus. Jeder fünfundzwanzigste Vers des NT erwähnt die Wiederkunft Jesu Christi. Er kommt bald, d.h. schnell oder eilends (siehe Verse 7,  12 und 20).

4) das letzte Gebet  (22,20)

„Amen, komm, Herr Jesus!“

Dies sollte das Gebet des Herzens eines jeden Kindes Gottes sein. Die lang ersehnte Stunde soll herbeigewünscht werden, wenn wir Gemeinschaft mit ihm haben werden – von Angesicht zu Angesicht.

5) der letzte Segen  (22,21)

„Die Gnade des Herrn Jesus Christus sei mit allen Heiligen.“

Das erste Buch in der Bibel endet mit Tod und Verwesung … „Und Joseph starb, hundert und zehn Jahre alt; uns sie balsamierten ihn ein, und man legte ihn in eine Lade in Ägypten“ (1.Mose 50,26).

Das AT endet auch mit eindringlichen Worten … „auf dass ich nicht komme und das Land mit dem Banne schlage“ (Maleachi 4,6).

Aber das Buch der Offenbarung und die Bibel überhaupt, endet mit der vollen Offenbarung der Person Gottes, nämlich der Offenbarung seiner Gnade. Gott ist ein Gott der Gnade!

Der Prophet Jeremia machte diese Feststellung viele hundert Jahre zuvor:

„Es sind die Gütigkeiten Jahwes, dass wir nicht aufgerieben sind; denn seine Erbarmungen sind nicht zu Ende; sie sind alle Morgen neu…“ (Klagelieder 3,22-23).

„Amen; komm, Herr Jesus!“


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