Anwendernotizen zu Esra

Esra 1-10

Esr 1,1-11: Der Herr erweckt
Esr 2,1-70: Aufzählung der Rückkehrer
Esr 3,1-6: Die Wiederherstellung des Opferdienstes
Esr 3,7-13: Der Beginn des Tempelbaus
Esr 4,1-3: Die Grenzen der Einheit
Esr 4,4-5: Der Feind zeigt sein wahres Gesicht
Esr 4,6-24: Der Bau wird gestoppt
Esr 5,1-5: Der Bau wird wieder aufgenommen
Esr 5,6-6,13: Die Gunst des Darius
Esr 6,14-18: Fertigstellung und Einweihung des Tempels
Esr 6,19-22: Die Passahfeier der Rückkehrer
Esr 7,1-10: Esras Rückkehr
Esr 7,11-26: Der Brief des Darius an Esra
Esr 7,27-28: Esras Dankbarkeit gegenüber Gott
Esr 8,1-20: Musterung und Vervollständigung der Rückkehrer
Esr 8,21-36: Die Rückkehr unter Esra
Esr 9,1-5: Esras Betroffenheit über die Mischehen
Esr 9,6-15: Esras Bußgebet
Esr 10,1-6: Die Trauer greift über
Esr 10,7-44: Bereinigung der Mischehen

Esr 1,1-11: Der Herr erweckt

Wie von Jeremia angekündigt, erweckt der Herr den Geist des Kyrus, dass er alle Israeliten in seinem Reich nach Jerusalem schickt, um dem Herrn ein Haus zu bauen. Und der Herr erweckt auch die Geister vieler aus seinem Volk, nach Jerusalem zu ziehen. Auf Befehl des Königs werden sie - wo nötig - von den Nachbarn finanziell unterstützt. Kyrus lässt auch die Geräte, die Nebukadnezar aus dem Tempel geraubt hat, zurückbringen.

Detail

  1. Der Herr erweckt: Ohne sein Wirken passiert nichts. Er erweckt sowohl weltliche Machthaber, um die Rahmenbedingungen für sein Werk zu schaffen, als auch sein Volk.
  2. Der Herr erweckt gemäß seiner Verheißung. Er tut nichts, was er nicht vorher seinen Propheten kundtut (Am 3,7). Er steht zu seinem Wort.
  3. Der Herr erweckt aufgrund von Gebet (Dan 9,1-3). Für die menschliche Logik ist das schwierig: Einerseits kündigt Gott etwas durch seinen Propheten an, andererseits sollen Menschen darum beten. Wozu? Das können wir nicht ausloten, aber wir sollen es zur Kenntnis nehmen: Gott wird seine Verheißungen erfüllen, und dabei werden die Gebete der Heiligen eine große Rolle spielen.
  4. Der Herr sorgt reichlich für alles vor:

Anwendung

  1. Der Schlüssel zur geistlichen Erweckung ist Gottes Wirken, das wiederum eng mit Gebet zusammenhängt. Herr ich danke dir, dass du heute noch Menschen in der Welt und Gotteskinder erwecken kannst, damit dein Bau, die Gemeinde, gebaut werden kann. Ich danke dir auch für jeden Menschen, den du erweckt hast, auch für mich, weil ich weiß, dass es aus deiner Gnade kommt: du schenkst das Wollen und das Vollbringen. Ich bitte dich, fahre fort, Menschen zu erwecken, dass sie Wegbereiter und Arbeiter für dein Reich werden. Weite diese Erweckung bitte auch in mir und in meiner Umgebung aus. Ich weiß, du bist nicht kleinlich und kannst alles, was nötig ist, reichlich gewähren. Ich bitte dich darum um der Ehre deines Namens willen.
  2. Ich will lernen, Gott beim Wort zu nehmen: seine Verheißungen zu suchen und ihre Verwirklichung zu erflehen. Ich will ein Beter werden wie Daniel, der sich durch Erkenntnis der Wahrheit (aus dem Wort) vor Gott demütigt für seine und seines Volkes Sünden und an Gottes Erbarmen und an die Ehre seines Namens appelliert. "Lass dein Angesicht leuchten über dein verwüstetes Heiligtum um des Herrn willen!" soll auch mein Flehen sein (Dan 9,17-19).

Seitenanfang

Esr 2,1-70: Aufzählung der Rückkehrer

Die von Nebukadnezar Weggeführten kehren nach Jerusalem und Juda zurück: die Juden und Benjaminiten, die Priester und Leviten, die Sänger und Torhüter, die Tempeldiener und die Söhne der Knechte Salomos (Proselyten), solche ohne Stammbaum (auch Priester, sie durften das Amt nicht ausüben), insg. 42.360. Dazu kamen noch 7.337 Knechte und Mägde und 736 Pferde, 245 Maultiere, 435 Kamele und 6720 Esel.

Detail

  1. Mehr Israeliten kehren zurück als weggeführt wurden. Der Herr hat sein Volk auch in der Gefangenschaft gesegnet und gemehrt. Sogar Besitz konnten einige anhäufen. Weil der Herr sein Volk liebt, wirkt selbst die Züchtigung zum Segen mit.
  2. Die Züchtigung Gottes wegen des Götzendienstes Israels hat ihre Wirkung gezeigt: Die Rückkehrer dienen nicht mehr den Götzen sondern dem lebendigen Gott.
  3. Auch von denjenigen, die arriviert sind, gute Geschäfte und Besitz haben, lassen sich einige auf das Wagnis der Reise ein. Wenn der Herr erweckt, ist selbst Besitz kein Hindernis.
  4. Alle Menschen und Tiere sind genau gezählt, alle Familien namentlich angeführt. Der Herr kennt jeden seiner Leute und alles, was sie haben, ganz genau.
  5. Die Geschlechtsregister sind wichtig, im Besonderen für die Priester. Wer nicht nachweisen kann, dass er von Aaron abstammt, darf nicht als Priester dienen.
  6. Die Söhne der Knechte Salomos: Das sind Nachkommen der übriggebliebenen Kanaaniter, die Salomo zu Tempelsklaven machte (1Kö 9,20-21). Es ist anzunehmen, dass sie bzw. ihre Nachkommen zum Judentum übergetreten sind.

Anwendung

  1. Danke Herr, wie du auch mich in Zeiten, wo ich fern von deinem Angesicht war, an Leib, Seele und Geist bewahrt und gesegnet hast und dass du mich in mancher Hinsicht reich in deine Gemeinschaft zurückkehren hast lassen.
  2. Ich danke dir für jede Züchtigung, durch die du mich lehrst die Götzen zu hassen und dich zu lieben.
  3. Danke Herr Jesus, dass das bei Menschen Unmögliche bei dir möglich ist: dass ein Reicher in dein Reich hineinkommt (Mt 19,23-26). Danke, dass auch mein Besitz (materiell, seelisch und geistlich) mich nicht hindern konnte, mich aufzumachen und dir nachzufolgen. Erwecke mich bitte noch weiter, dass ich mich in der Nachfolge von nichts abhalten lasse.
  4. Ich danke dir, Herr, dass mein Name im Himmel aufgeschrieben ist, und freue mich darüber. Es ist großartig, dass du, der Allmächtige Gott, mich kleinen Menschen kennst, liebst, dass du Interesse an mir hast, dass du die Zahl meiner Haare kennst und weißt, was ich brauche und was gut für mich ist.
  5. Herr, bitte schenk mir die ganz klare Gewissheit, zu welchen Diensten du mich berufen hast. Gib auch für die Gemeinde klares Zeugnis - im Besonderen den Leitern und den Betroffenen - wer welchen Dienst ausüben soll.
    Letztlich liegt es auch an mir, das Zeugnis zu erbringen, das mich für einen Dienst qualifiziert (1Tim 3,1-13). Wenn ich das Zeugnis nicht habe, soll ich nicht dienen. Der Herr kann mich aber zur rechten Zeit für den Dienst bestätigen.
Seitenanfang

Esr 3,1-6: Die Wiederherstellung des Opferdienstes

Kurz vor der Zeit des Laubhüttenfestes versammeln sich alle Rückkehrer einmütig in Jerusalem. Jeschua und Serubbabel bauen zusammen mit ihren Brüdern im Angesicht ihrer Feinde, vor denen sie sich fürchten, den Brandopferaltar an seiner ursprünglichen Stelle wieder auf. Sie richten den Opferdienst nach dem Gesetz Moses wieder ein und feiern das Laubhüttenfest.

Detail

  1. Das Volk versammelt sich wie ein Mann.
  2. Es braucht Führer, die sich aufmachen und als Vorbilder in der guten Sache unbeirrt voranschreiten.
  3. Sie richten sich genau nach dem Gesetz, soweit das in ihrer Situation möglich ist. Sie versuchen nicht, einen "situationsgerechten", vom Gesetz abweichenden Gottesdienst aufzurichten.
  4. Angesichts des Schreckens: Das kann man mit "trotz des Schreckens" oder mit "wegen des Schreckens" übersetzen. Beides stimmt: Einerseits will der Schrecken sie daran hindern, andererseits wissen sie, dass nur der Herr und die Gebete zu ihm sie vor den Völkern des Landes retten können.
  5. Aber der Grund des Tempels war noch nicht gelegt: Sie fangen mit dem Wichtigsten an - dem Altar. Er steht für den Zutritt zum Herrn, die Gemeinschaft mit dem Herrn, die Hingabe an den Herrn. All das war auch möglich, als sie in der Gefangenschaft waren, aber jetzt ist es besser möglich; und später mit dem wiederaufgebauten Tempel wird es noch besser möglich sein. Der Gehorsam besteht darin, nach Erkenntnis und Möglichkeit Gott zu danken, ihm zu nahen, ihn anzubeten, sich ihm hinzugeben.

Anwendung

  1. Herr, bitte wirke auch in unserer Versammlung solche Einmütigkeit. Rufe du uns durch deinen Geist zur Einheit und zu deinem Werk.
  2. Lass es bitte nicht an geistlichen Führern mangeln, die sich aufmachen zu dem Werk, zu dem du berufst. Zeig mir, wo ich solch ein Führer, solch ein Vorbild sein und andere mitziehen soll.
  3. Vater, hilf mir bitte, mein Leben zu einem dir wohlgefälligen Gottesdienst zu machen - in der guten alten Art der Glaubenshelden, der Apostel und nicht zeitgeistig verwässert. Zeige uns für unsere Versammlung, welche Dinge für eine Gemeinde zeitlos sind und welche sich mit der Zeit und der Kultur ändern können.
  4. Wenn der Schrecken vor den Umständen, vor der Zukunft, vor bösen Menschen groß wird, so will ich dennoch den Herrn ganz fest halten und ihm treu sein, und gerade deshalb - nur er kann mich aus all dem retten.
  5. Der Tempelbau steht für die Errichtung des wahren Gottesdienstes. Das ist die Berufung im christlichen Leben. Aber die Gemeinschaft mit Gott, der Zutritt zu ihm kann von allem Anfang an gepflegt werden, lange bevor das ganze Leben ein Gott wohlgefälliges Opfer ist. Gemeinschaft mit ihm ist unabhängig von den Umständen immer und überall möglich; Gott hört ein ernst gemeintes Gebet. Ich will mich nicht ausreden, dass mir dies und das mangelt, um Gott richtig anbeten, um mich ihm richtig hingeben zu können. Vielmehr will ich nach meiner Erkenntnis und den Möglichkeiten, die mir der Herr geschenkt hat, ihn anbeten, mich ihm hingeben. Der Herr wird sich dazu stellen und mir mehr Erkenntnis und Möglichkeiten schenken, damit ich näher zu dem Ziel komme: die völlige Hingabe, der wahre Gottesdienst.
Seitenanfang

Esr 3,7-13: Der Beginn des Tempelbaus

Nach der Wiedererrichtung des Opferdienstes bereiten die Israeliten den Tempelbau vor, indem sie gemäß der Vollmacht des Kyrus den Handwerkern und Lieferanten Geld und Nahrung geben. Nach dem Winter beginnt unter der Leitung Serubbabels und Jeschuas und unter der einmütigen Aufsicht der Leviten der Tempelbau. Feierlich, mit Lob und Anbetung wird der Grund gelegt. Die Mischung aus Weinen der Alten, die den ursprünglichen Tempel noch gesehen haben und aus Jauchzen wächst zu einem weithin hörbaren Schall an.

Detail

  1. Es kostet etwas, das Haus des Herrn zu bauen: Vorbereitungen, Mittel, Aufsicht, harte Arbeit. Aber der Herr hat durch Kyrus dafür gesorgt, dass die Mittel aufgebracht werden können. Sie müssen nur gezielt und mit Eifer eingesetzt werden.
  2. Die Aufsicht ist ein wichtiger Punkt. Sie muss von verantwortungsvollen Menschen ausgeübt werden. Ebenso wichtig ist die Einmütigkeit der Aufseher.
  3. Angesichts der Wiedererrichtung des Tempels kann man nur sagen: Der Herr ist gütig und seine Gnade währt ewiglich (Ps 136,1). All die Gnadentaten Gottes werden gerühmt; von der Schöpfung über die Erlösung aus Ägypten bis zur Einnahme des Landes. Und obwohl sie es nicht verdient haben, hat der Herr sie jetzt in dieses Land zurückgeführt.
  4. Die Alten weinten: Vielleicht aus Trauer über die Verwüstung des herrlichen salomonischen Tempels. Ich glaube aber eher aus Rührung - einer Mischung aus Erinnerung an alte Zeiten und Bewusstsein der Güte Gottes im Wiederaufbau.
  5. Der Schall wurde gehört bis in die Ferne: Wenn Erweckung und wahres Gotteslob da ist, dann ist es weithin bemerkbar. Vgl. Mt 5,14-16.

Anwendung

  1. Ich darf mich nicht wundern, dass es auch mich etwas kostet, das hohe Ziel, das Gott mir gesteckt hat, zu erreichen, nämlich mein ganzes Leben zu einer Anbetung Gottes zu machen:
  2. Bei all dem gilt: Gott ist es, der das gute Werk angefangen hat, der mich erweckt hat, der mich wach hält, der mir Freude und Motivation gibt, der den Bau von Anfang bis zum Ende unterstützt und der letztlich das Gelingen geben wird. Dank und Ehre gebühren ihm allein.
  3. Auch im Bau der örtlichen Gemeinde spielt die Aufsicht eine wichtige Rolle. Der Herr muss es sein, der die Aufseher zu dem Dienst erweckt. Sie brauchen Einmütigkeit. Herr, erwecke bei uns und weltweit wahre Aufseher, die sich dir verantwortlich fühlen und vor dir das Werk in die richtige Richtung vorantreiben. Bewahre sie und gib ihnen Einmütigkeit, damit der Bau deiner Gemeinde zu deiner Ehre im richtigen Tempo vorangeht.
  4. Vater, ich danke dir, dass du mich von Kindheit an bewahrt und gesegnet hast, dass du mich die Segnungen des Evangeliums durch meine Eltern und durch die Gemeinde von klein an hast erfahren lassen. Danke, dass du mich mit gnädiger Hand bis zu dem Punkt geführt hast, wo ich von Herzen gern zu dir umgekehrt bin und mit dir und für dich leben wollte. Du bist gütig, und deine Gnade währt ewig.
  5. Mir kommen auch manchmal Tränen der Rührung, die sich mit großer Freude mischt, wenn ich ein bisschen vom großen Wirken Gottes, wie ich es aus der Schrift und von Büchern kenne, heute miterleben darf, selbst wenn es nur kleine Anfänge sind (Sach 4,9-10) - besonders Spuren solcher Herrlichkeit, wie sie bei den großen Glaubenshelden vorhanden war.
  6. Herr, lass bitte meine Freude an dir weithin schallen, dass auch andere dadurch gesegnet werden. Mach mich zu einem Licht, das viele mit dem Zeugnis Jesu Christi erhellt.
Seitenanfang

Esr 4,1-3: Die Grenzen der Einheit

Als die Feinde der Rückkehrer vom Tempelbau erfahren, fragen sie Serubbabel und die anderen Häupter, ob sie mitbauen können, zumal sie angeblich auch Gott suchen und ihm opfern. Die Antwort ist deutlich: Nein. Sie berufen sich dabei auf den Befehl des Kyrus.

Detail

  1. Wo geistliche Erneuerung stattfindet, ist auch der Feind bald am Plan.
  2. Der erste Versuch, den Bau zu hindern: Der Feind will mitmischen.
  3. Die Verantwortlichen scheuen sich nicht, ein deutliches Nein zu sagen; es gibt keine Befürchtungen, die "Nachbarn" vor den Kopf zu stoßen. Die Rückkehrer haben große Einheit beim Bau, aber sie stecken der Einheit und Zusammenarbeit klare Grenzen. Nur wer aus dem Volk Gottes ist, oder sich von Herzen ihm anschließt, hat Anteil am Tempel, an der Anbetung Gottes - kein Platz für die äußerlichen Anbeter Gottes, deren Herz bei den Götzen ist.

Anwendung

  1. Ich muss auf der Hut sein. Ich muss mit Angriffen des Feindes, besonders mit Verführungs- und Vermischungsversuchen rechnen, wenn ich geistliche Erneuerung, d.h. pulsierendes geistliches Leben erfahre. Das darf mich nicht befremden, das ist normal. Aber wenn ich geistlich auf der Hut bin, wachsam, vor dem Herrn prüfend, dann gibt es einen Weg zur Unterscheidung und Bewahrung vor der Verführung. Herr, zeig mir bitte, wo ich verführt bin, oder im Begriff, verführt zu werden; zeig mir, wo sich der Feind, das Fleisch einschleicht und unter geistlichem Deckmantel die geistliche Erneuerung meines Lebens unterwandern will.
  2. Der Feind versucht in verschiedenen Formen, sich in die Hingabe des Einzelnen an den Herrn oder in die Gemeinde Jesu einzuschleichen und mitzumischen:
  3. Ich muss besonders auf der Hut sein, dass ich nicht - weil ich niemanden verletzen oder vor den Kopf stoßen will - zu allen Menschen und Einflüssen, die sich geistlich tarnen, Ja sage. Herr, gib mir bitte eine klare Unterscheidung von richtiger, göttlicher Einheit und falscher Einheit, die du nicht willst. Zeig mir, wo ich mitmachen kann, und wen ich mitmachen lassen kann und wen nicht.
Seitenanfang

Esr 4,4-5: Der Feind zeigt sein wahres Gesicht

Nachdem sich die Feinde nicht einschleichen können, versuchen sie - mit der Unterstützung von gekauften Beratern - die Bauleute lässig zu machen und den Bau zu behindern. Dies tun sie bis in die Zeit des Darius - ca. 15 Jahre.

Detail

  1. Nach dem Scheitern von Plan A "Einschleichen und Mitmischen" kommt Plan B "Lässig Machen und Behindern". Der Feind wirkt auf jeden Fall. Gott lässt es zu, dass er den Tempelbau - eine Zeit lang - behindert. Er macht den Bauleuten durch Sabotage, passiven Widerstand, Ablenkungen und verschiedenes andere das Leben schwer. Er verfolgt dabei ein Ziel: dass es den Bauleuten zu mühsam wird und dass sie irgendwann durch den täglichen Kleinkrieg "kleingekriegt" sind und aufgeben.

Anwendung

  1. Ich muss auch darauf gefasst sein, dass der Bau (meine Umgestaltung zur Ehre Gottes) voller Hindernisse sein wird. Wenn der Versuch der Verführung abgewehrt ist, ist die Sache keineswegs ausgestanden - dann greift der Feind direkter an. Es gibt Zeiten, wo ihm Gott die Behinderung gewährt, wo er mir das geistliche Leben schwer macht: durch verschiedene Mühsale, Ablenkungen, viele kleine und große Schwierigkeiten. In diesen Zeiten heißt es dranbleiben, festhalten am guten Bekenntnis, zum Herrn um Rettung flehen, in seinem Wort Belebung suchen. Er ist der Sieger, er hat die Dinge unter Kontrolle, ich muss nur ausharren, darf den Mut und den Glauben nicht verlieren.
Seitenanfang

Esr 4,6-24: Der Bau wird gestoppt

Aufgrund des Widerstandes der Feinde Israels wird der Tempelbau gestoppt. Auch später unter Ahasveros (Xerxes) und auch unter Artahsasta (Artaxerxes) verfassen die Feinde Israels eine Anklageschrift gegen die Juden; sie behaupten, die Juden seien von je her ein aufrührerisches Volk, sie würden, wenn sie die Stadt erst einmal befestigt hätten, keine Steuern mehr an den König Persiens zahlen. Artahsasta glaubt ihnen, nachdem er in den Geschichtsbüchern nachgeforscht hat, und lässt den Wiederaufbau Jerusalems stoppen.

Detail

  1. Verse 6-23 sind ein geschichtlicher Vorgriff. Während es in den vorangehenden Versen (4-5) und im darauffolgenden Vers (24) um den Tempelbau geht, geht es in den Versen 6-23 um die (einige Jahrzehnte später stattfindende) Behinderung des Wiederaufbaus Jerusalems unter den Königen Ahasveros und Artahsasta.
  2. Während der Tempelbau durch die Zermürbungstaktik gestoppt wird, wird der Wiederaufbau Jerusalems durch die Anklage der Feinde und das darauffolgende königliche Verbot behindert.
  3. Aus dieser Zeit rührt wohl die tiefe Feindschaft zwischen Samaritern und Juden.
  4. Die Behauptungen in der Anklage entsprechen großteils der Wahrheit, aber es ist eben nur ein Teil der Wahrheit. Der andere Teil ist, dass Kyrus befohlen hat, das Haus Gottes in Jerusalem wieder aufzubauen.

Anwendung

  1. Es gibt in meinem Leben verschiedene Zeiten, wo Gott dem Widersacher verschiedene Freiheiten lässt. Einmal versucht er, mich zu verführen, zu betrügen, dann versucht er, mich durch Kleinkrieg kleinzukriegen und dann wiederum wird ihm gestattet, mit Gewalt die geistliche Entwicklung aufzuhalten. Manchmal bin ich selbst schuld daran, dass der Feind Raum zum Wirken hat, manchmal auch nicht - egal, es geht darum, das, was Gott zulässt, was er nimmt und was er gibt, in Demut anzunehmen und gerade in der eigenen Schwachheit und Unfähigkeit auf den Herrn zu harren: "Harre auf Gott [meine Seele], denn ich werde ihn noch preisen für das Heil seines Angesichts." (Ps 42,5). Gerade in solchen Situationen wird der Glaube bewährt. Bei größtem Widerstand den Bau des Lebens zur Ehre Gottes fortzuführen, d.h. ihm die Ehre in allem zu geben - solches Ausharren ist kostbar vor Gott, auch wenn der Mensch lieber äußerliche und schnelle Erfolge sieht. Manchmal gibt es genug Gründe bzw. Ausreden, warum ich nicht weiterbauen kann, aber gerade dann heißt es, sich nicht dahinter zu verstecken, sondern Gott um Hilfe zu bitten.
Seitenanfang

Esr 5,1-5: Der Bau wird wieder aufgenommen

Nachdem die Propheten Haggai und Sacharja angefangen haben, im Namen Gottes zu weissagen, machen sich Serubbabel und Jeschua auf und führen den Tempelbau fort. Der Landpfleger nimmt die Namen und Aussagen der Verantwortlichen auf und informiert König Darius. Gott sorgt dafür, dass die Juden inzwischen ungestört weiterbauen können.

Detail

  1. Durch das prophetische Wort im Namen Gottes, durch göttliche Ermahnung und Ermunterung fängt die geistliche Erneuerung an. Gott erweckt durch sein Wort Menschen zu seinem Werk. Das lebendige Wort muss auch nach einem Neubeginn weiter unterstützen.
  2. Wenn Gott für uns ist, wer kann wieder uns sein? Wenn Gott sein Auge zum Segen und Gelingen über seinen Dienern und seinem Werk hat, wer kann da aufhalten? Wenn sich Menschen einmal durchgerungen haben, den Willen Gottes in ihrem Leben zu verwirklichen, für ihn da zu sein, dann ist auch Gott bereit, für sie da zu sein und sie zu segnen. Vgl. Sach 1,3.

Anwendung

  1. Herr, wir brauchen dein Wort so dringend zum Leben. Sende deine Diener mit lebendigen Worten von dir zur Lehre, Erbauung, Ermahnung, Ermunterung, damit wir zu deinem Werk erweckt und bei deinem Werk gestärkt werden. Lass bitte keine Bibelstunde, keinen Gottesdienst, keine Verkündigung, keine Gemeinschaft der Heiligen vergehen, wo nicht dein Wort lebendig, kräftig, von dir zubereitet geredet wird.
  2. Der sicherste Platz der Welt ist im Willen Gottes. Wo ich bereit bin, mich ganz nach Gottes Willen auszustrecken, um ihn in meinem Leben umzusetzen, da brauche ich vor nichts und niemandem mehr Angst zu haben. Egal wie dann die Umstände sein mögen - ich bin dann fest in Gottes Hand, nicht vom Teufel bzw. von meinem Fleisch abhängig, sondern von Gott. Alles wird dann zu seiner Ehre dienen.
  3. Ich danke dir, Vater, dass dein Auge auch auf mir ist, um mich zu bewahren und zu segnen, dass meinem Dienst für dich nicht gewehrt werden darf. Lass mich bitte ganz klar erkennen, was dein Dienst für mich ist, und lass mich zu der Einstellung gelangen, dass mein Leben ganz dem Dienst für dich, deiner Ehre gewidmet sein soll.
Seitenanfang

Esr 5,6-6,13: Die Gunst des Darius

Der Landpfleger und seine Kollegen schreiben einen Brief an Darius, in dem sie objektiv über den Tempelbau berichten: was sie gesehen und was sie von den Juden gehört haben; vom salomonischen Tempel über die Wegführung nach Babel wegen der Sünde des Volkes bis zum Erlass des Kyrus und dem Beginn des Wiederaufbaus. Darius recherchiert, dass die Juden auf Befehl des Kyrus bauen, und er befiehlt dem Landpfleger unter Androhung harter Strafen, dass sie den Tempelbau und den Opferdienst aus der Kasse des Königs unterstützen sollen, damit auch für des Königs Haus gebetet werde. Der Landpfleger und seine Kollegen gehorchen.

Detail

  1. Im Gegensatz zu den Vorgängern (4,11-16) berichten Tatnai und seine Kollegen objektiv. Sie haben Gottesfurcht, denn sie sprechen vom Haus des großen Gottes. Sie sind ursprünglich nicht für und nicht gegen das Volk Gottes. Gott verwendet ihre Unvoreingenommenheit, um sie zu Förderern seines Volkes zu machen.
  2. Die Juden geben klar Zeugnis von Gottes Handeln an ihnen; sie schämen sich auch nicht, von ihrem Ungehorsam und von der Züchtigung Gottes zu reden. Gott stellt sich zu dieser Ehrlichkeit.
  3. 5,16: Das ist ein wunderbares Zeugnis aus Gottes Sicht: Von da an wird daran gebaut, auch wenn es lange Jahre nicht danach aussieht. Das Zeugnis der Propheten zeigt uns auch, dass sie tatsächlich den Bau vernachlässigt haben (Hag 1,2). Von den ca. 20 Jahren, die der Tempel bis zur Fertigstellung gebaut wird, wird ca. 10 Jahre lang nicht gebaut. Aber aus Gottes Sicht wird durchgehend gebaut. Er - der Herr - ist noch nicht fertig mit dem Bau, auch wenn Menschen ihn längst vergessen haben; er bereitet Umstände und Menschen zu, er ist nicht untätig, er baut, bis er zu seinem Ziel kommt.
  4. Nach Kyrus gibt es nun einen weiteren Weltherrscher, der die Juden und den Tempelbau fördert: Darius Hystaspis. Er sucht die Wahrheit über die Juden und findet sie. Er fördert sowohl den Bau des Tempels als auch die Opfer. Er lässt für sich und sein Söhne beten. Gott hat sein Gebet erhört, denn in den Jahren zwischen der Wiederaufnahme und der Fertigstellung des Tempelbaus gelingt es ihm, sein Reich, das zu zerbrechen droht, wieder fest unter seine Herrschaft zu bringen.

Anwendung

  1. Danke Herr, dass du auch in meinem Umfeld Obrigkeiten, Menschen, Umstände geschenkt hast, die mir und uns als Gemeinde gewogen sind, durch die dein Bau gefördert wird. Danke für die Freiheit, die offenen Türen in Wien und überall wo wir hingehen, um das Evangelium zu verkündigen. Segne diese Menschen, bewahre sie, lass sie dein Wort hören und annehmen, und gib uns bitte weiterhin Gunst bei den Menschen und Obrigkeiten zur Heiligung deines Namens (Apg 2,47).
  2. Danke Herr, dass du in meinem Leben seit langem am Bauen bist, auch in den Zeiten, wo ich mich gar nicht um den Bau gekümmert habe. Danke, dass du ein gutes Werk begonnen hast, das du auch vollenden wirst, und danke, dass ich durch dein Wort erweckt wurde und jetzt aktiv mitbauen darf, dass ich erkennen darf, dass mir alles andere zufallen wird, wenn ich nur zuerst nach deinem Reich und nach deiner Gerechtigkeit trachte.
  3. Ich will beten für die Gemeinden bzw. Geschwister, wo der Bau scheinbar stillsteht, dass Gott im Hintergrund sein Werk fortsetzt und den Zeitpunkt der aktiven Wiederaufnahme des Baus vorbereitet und beschleunigt.
  4. Ich will nicht versuchen, den Menschen in der Welt oder den Geschwistern etwas vorzumachen über meine geistliche Entwicklung. Gott wird die Ehrlichkeit segnen, selbst wenn sie mir zur Schande gereicht - wichtig ist, dass sie dem Herrn zur Ehre gereicht.
Seitenanfang

Esr 6,14-18: Fertigstellung und Einweihung des Tempels

Vier Jahre, nachdem sie den Bau wieder aufgenommen haben, insgesamt nach ca. 20 Jahren seit der Grundlegung, wird der Tempel auf Befehl Gottes, sowie Kyrus und Darius und durch die Unterstützung der Propheten Haggai und Sacharja fertiggestellt. Die Rückkehrer feiern mit Freude die Einweihung, wobei sie viele Opfer bringen und die Priester und Leviten zum Dienst am Tempel aufstellen, wie Mose es geboten hat.

Anwendung

  1. Durch die Unterstützung des lebendigen, ermahnenden, ermunternden Wortes Gottes wird der Herr auch mein Leben soweit bringen, dass er Wohlgefallen daran hat und dass es ein Tempel des heiligen Geistes ist, wo er in Geist und Wahrheit angebetet wird. Bis zu einem gewissen Grad wird er dies schon hier auf Erden tun, aber in vollkommener Weise erst, wenn er wiederkommt.
  2. Danke Herr, für dein lebendiges Wort, das mich immer wieder motiviert, weiter zu bauen, und lass es bitte nicht daran mangeln - in meinem Leben und in unserer Gemeinde.
  3. mit Freude: Es ist eine Freude, wenn Gott im Geist und in der Wahrheit angebetet wird. Herr bewahre mir und belebe in mir die Freude über dich, deine Ordnungen, dein Wort, deinen Willen, damit ich dich mit Freude anbeten kann, wie es dir gebührt. Ich danke dir dafür, wie viel Freude du in mein Leben gelegt hast. Die Freude am Herrn ist meine Stärke.
  4. Viele Opfer: Der Herr Jesus ist das eine Opfer, das vermag, was das Opfer von Tieren nicht vermochte: Sünde hinwegzunehmen (Hebr 10,4). Ich will dafür Dankopfer bringen und dabei nicht kleinlich sein.
  5. zum Dienst Gottes nach der Vorschrift des Mose: Ich will mein Leben dem Herrn zum Dienst hingeben, zum Dienst der Anbetung durch Wort und Leben (Röm 12,1) und dabei nicht meine eigenen Vorstellungen von Gottesdienst verwirklichen, sondern seinen Willen suchen, damit ich in den guten Werken wandeln kann, die er zuvor für mich bereitet hat (Eph 2,10).
Seitenanfang

Esr 6,19-22: Die Passahfeier der Rückkehrer

Über ein Monat nach der Einweihung des Tempels feiern die Rückkehrer das Passahfest und das Fest der ungesäuerten Brote, nachdem sich die Priester und Leviten gereinigt haben. Alle die sich von der Unreinigkeit des Landes abgesondert haben, essen das Passah. Der Herr macht sie froh und schenkt ihnen die Gunst des Königs.

Anwendung

  1. Im NT löst das Brotbrechen das Passahfest ab. Aber auch hier gilt, dass ich mich als Teilnehmer durch Buße
  2. Vgl. 1Kor 11,20-34.
  3. Das Fest der ungesäuerten Brote im Zusammenhang mit dem Passahfest spricht genau von dieser Tatsache: Die immer wieder neue Reinigung, das Ausfegen des alten Sauerteigs, im Besonderen anlässlich des Brotbrechens: 1Kor 5,7-11: Einerseits gilt es, sich selbst zu reinigen von jeder Bosheit und Schlechtigkeit, hin zur Lauterkeit und Wahrheit, andererseits auch die Gemeinde von der Vermischung mit Hurerei, Habsucht, Raub, Götzendienst, Lästerung, Trunksucht - also Selbst- und Gemeindezucht.
  4. Dann wird der Herr Freude in mein Herz und in die Versammlung geben und wird uns auch Türen öffnen und Herzen zuwenden, so dass wir seinen Willen mit Freudigkeit tun können. Reinigung ist also wichtig für die Freude.
Seitenanfang

Esr 7,1-10: Esras Rückkehr

Wenige Wochen nach der Fertigstellung des Tempels bricht Esra, der kundige Schriftgelehrte, der sein Herz darauf gerichtet hat, Gottes Gesetz zu erforschen, zu tun und zu lehren, unter dem Schutz Gottes zusammen mit anderen aus dem Volk Israel auf, und sie reisen in 4 Monaten von Babel nach Jerusalem.

Detail

  1. Esra: ein direkter Nachkomme Aarons (die richtige, geistliche Abstammung, d.h. der geistliche Ursprung einer Berufung zum Dienst ist wichtig), ein kundiger Schriftgelehrter in dem Gesetz Moses, welches Jahwe, der Gott Israels, gegeben hat. Er hat sein Herz darauf gerichtet, das Gesetz Jahwes zu erforschen und zu tun, und in Israel Satzung und Recht zu lehren. So sollen Gottes Leute eingestellt sein: Den Willen Gottes erforschen, tun und lehren, und zwar genau in der Reihenfolge.
  2. Aus diesem Grund ist die gute Hand seines Gottes über ihm: er wird bewahrt, und der König gibt ihm alles, was er will. Wer sich an Gottes Wort hält, dem wird es gelingen: Ps 1,2-3.

Anwendung

  1. Auch ich bin - wie jedes Kind Gottes - zum Priesterdienst berufen. Allerdings kann man Gott nur im Geist und in der Wahrheit anbeten, daher ist es wichtig, die Anbetung immer wieder dahingehend zu prüfen: Kommt sie aus einem geistlichen Ursprung, oder aus dem Fleisch im Sinne eines selbstgewählten Gottesdienstes (Kol 2,23).
  2. Herr, zeige mir bitte zu welchen Diensten in deinem Reich du mich berufst und zu welchen nicht, damit dein Segen auf meinem Wirken liegt.
  3. Ich will wie Esra diese Prioritäten in meinem Leben setzen:
  4. Ich darf wissen, dass sich dann der Herr dazustellt und mir Gelingen auf meinen (d.h. seinen) Wegen gibt.
  5. Herr, hilf mir bitte bei diesem Vorsatz. Lass mich deutlich deinen Willen erkennen, vergib mir, wo ich trotz besseren Wissens ungehorsam war, vergib mir auch die verborgene Sünde, und führe mich in deine Erkenntnis und in deinen Gehorsam. Hilf mir auch, dein Wort weiterzugeben - genau wie und genau wo du es willst.
Seitenanfang

Esr 7,11-26: Der Brief des Darius an Esra

König Artahsasta (Artaxerxes) gibt Esra Folgendes schriftlich:

Detail

  1. Esras Begehr, das Gesetz Gottes zu erforschen, zu tun und zu lehren (10), erfüllte ihm der Herr durch Darius auf nationaler Ebene: er durfte Israel auf Basis des Gesetzes überprüfen, es lehren und durch die Einsetzung von Rechtsprechung und Vollzug das Tun des Gesetzes auf breiter Basis fördern. Wenn jemand den rechten, göttlichen Herzenswunsch hat, so wird ihn Gott zu seiner Zeit erfüllen (Ps 20,4-5).
  2. Gott ermöglicht durch einen weltlichen Herrscher und einen geistlichen Diener Folgendes: Gottes Wort, sein Maßstab wird an das Volk Gottes angelegt, es soll durch Lehre, Rechtspruch und Vollzug nach diesem Maßstab ausgerichtet werden. Dazu braucht Gott einen Mann wie Esra, der die Schrift genau kennt, dessen Herz auf Erfassen, Lehren und Tun von Gottes Wort gerichtet ist.
    ... nach dem Gesetz deines Gottes, das in deiner Hand ist: Für das Werk, das Gott vorhat, benötigt er Menschen, die mit dem Wort Gottes umgehen gelernt haben (Hebr 5,13-14; Eph 6,17) und die Gottes Wünsche im Herzen tragen: Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden!
  3. Gott schenkt die äußeren Rahmenbedingungen für einen beständigen Tempeldienst, wenn es Menschen gibt, denen dieser Dienst ein echtes Anliegen ist.

Anwendung

  1. Es ist auch mein Wunsch, Gottes Wort zu verstehen, seinen Willen zu erkennen, zu tun und auch zu lehren. Dazu ist es wichtig, dass ich mich intensiv mit dem Wort auseinandersetze, um geistliche Weisheit bete und mich im Gehorsam unter dieses Wort beuge. Dann wird mir der Herr auch Gelegenheit geben, seinen Willen für die Gemeinde zu verstehen, zu lehren und zur Anwendung zu bringen.
  2. Herr ich sehne mich danach, dass dein Wille in meinem Leben und im Leben der Gemeinde, in die du mich gesetzt hast, verwirklicht wird. Hilf mir bitte, ihn mehr und mehr zu verstehen, zu tun und zu lehren, hilf mir, ein gewandter Schwertkämpfer deines Wortes zu sein.
  3. Herr, lass den Dienst der Anbetung in deinem Tempel, der Gemeinde, gedeihen; schenke du deinen Kindern die rechte Sehnsucht zur Anbetung in Geist und Wahrheit und schenke ihnen nach deiner Barmherzigkeit auch die Kraft und die rechten Umstände dazu.
Seitenanfang

Esr 7,27-28: Esras Dankbarkeit gegenüber Gott

Esra sieht die Gunst des Königs dem Tempel und sich selbst gegenüber ebenso wie den Mut und die Kraft, die er hat, als Geschenk Gottes und gibt ihm dafür die Ehre. In dieser Kraft Gottes sammelt er die Rückkehrer.

Detail

  1. Ein Mensch, der so mutig, so stark und so erfolgreich ist wie Esra und der so viel Gunst bei den Mächtigen hat, könnte leicht stolz werden. Davor bewahrt der bewusste Blick hinter die Kulissen und das bewusste Gott-Ehren: Er ist es, der das Wollen und Vollbringen nach seiner Gnade schenkt (Phil 2,13); dazu wirkt er in seinen Dienern, in anderen Menschen und in den Umständen.
  2. Esra dankt nicht nur für sein eigenes Gelingen und sein Wohlergehen, sondern zuerst für das Gedeihen und die Verherrlichung des Gotteshauses.
  3. Weil die Hand Gottes über Esra ist, erstarkte er, fasste er Mut zum Werk Gottes. Die Hand Gottes wiederum ist über ihm, weil er sein Herz ganz auf Gottes Willen gerichtet hat (10). Das nenne ich einen "Gotteskreis" im Gegensatz zu einem "Teufelskreis".

Anwendung

  1. "Danken schützt vor Wanken, und Loben zieht nach oben." Daran will ich mich mein Leben lang halten, denn immer wieder kommen die Einflüsterungen des Teufels, die mich stolz und aufgeblasen machen wollen. Aber der bewusste Blick in die unsichtbare Welt, das Erkennen des Wirkens Gottes und der Dank für alles, was er an sichtbaren und unsichtbaren Segnungen gibt, können mich vor dem Rühmen bewahren.
  2. Herr ich danke dir für deine Segnungen, im Besonderen dafür, dass du dich in deinem Bau, der Gemeinde, verherrlichst. Habe Dank für jeden einzelnen Menschen, den du hinzutust, für jedes gute, göttliche Werk, das dort vollbracht wird, für die Umgestaltung, die du in den Jüngern vollziehst, für die Gaben, die du schenkst, für die Liebe und Einheit, die da sind.
  3. Aus diesem Gotteskreis will ich nie herauskommen: Mein Herz ganz auf den Willen Gottes richten, seine segnende und bewahrende Hand erfahren, daraus Mut und Kraft für sein Werk schöpfen. Herr, hilf mir bitte, mein Herz ganz auf dich zur richten, auf die Erkenntnis und Umsetzung deines Willens.
Seitenanfang

Esr 8,1-20: Musterung und Vervollständigung der Rückkehrer

Esra versammelt die Häupter Israels mit ihren Leuten und mustert sie. Als er entdeckt, dass keine Leviten dabei sind, sendet er weise Leute zu den Leviten und Tempeldienern, um sie für den Tempeldienst zu werben. Mit Gottes Hilfe gelingt ihnen dies.

Anwendung

  1. Gute Planung und Vertrauen auf den Herrn sind das Rezept für Erfolg im geistlichen Werk. Ich muss die mir anvertraute Verantwortung im Reich Gottes mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln wahrnehmen. Dazu gehören
  2. Es ist wichtig, die Leute mit den richtigen Gaben bzw. mit der richtigen Berufung für Gottes Werk zu versammeln. Ich darf nicht denken, ich kann bzw. muss alles selber machen. Das richtige Team ist entscheidend, wobei ich natürlich auf den Herrn vertrauen muss, dass er es den Leuten ans Herz legt mitzuarbeiten.
Seitenanfang

Esr 8,21-36: Die Rückkehr unter Esra

Statt Geleit vom König zu erbitten, ersuchen die Rückkehrer Gott unter Fasten um Bewahrung auf der Reise. Esra vertraut den Priestern die Schätze für den Tempel genau abgezählt an. Die Reise verläuft ohne Zwischenfälle. In Jerusalem werden nach dreitägiger Rast die Tempelschätze übergeben und gezählt. Die Rückkehrer bringen Gott Brandopfer dar. Die Anweisung des Königs für seine Beamten wird diesen übergeben, die nun die Rückkehrer und den Tempel fördern.

Detail

  1. Esra ist ein Mann des Glaubens. Er hat dem König mutige Glaubensworte gesagt, und er zieht nicht (feige) zurück: Die Hand unseres Gottes ist über allen die ihn suchen, zu ihrem Besten. Alle Gottesleute glauben dies mehr oder weniger, aber meist nur in der Theorie. Wahrer Glaube ist es, sich auf Basis dieser Wahrheit "hinauszulehnen", sich mit vollem Risiko auf diese Wahrheit zu stellen. So ganz von Gott abhängig zu sein, lehrt beten (und fasten). So kann Gott sich in unserem Leben herrlich erweisen wie bei Esra: eine 4-monatige Reise mit vielen Schätzen und ohne Soldaten ist ein gewaltiges Risiko. Gott hat bewahrt.
  2. Mit den Schätzen für den Tempel wird buchhalterisch sehr sorgfältig umgegangen, obwohl lauter vertrauenswürdige Menschen involviert sind. Über das, was Gott gehört, sollen wir genau Buch führen. Wo wir Verantwortung im Reich Gottes übernehmen und delegieren, sollen wir bei allem Vertrauen genau sein, besonders in finanziellen Angelegenheiten.
  3. Esra wählt auch sorgfältig die Leute aus, denen er die Gaben für den Tempel anvertraut und legt ihnen ihre Verantwortung deutlich dar. Es ist im Reich Gottes wichtig delegieren zu können, und zwar richtig:
  4. Die Reisenden beten nicht nur vor der Reise, sondern sie sind sich auch nach der sicheren Ankunft bewusst, dass sie diese Tatsache Gott zu verdanken haben und bringen ihm Opfer dar.

Anwendung

  1. Ich will mich mehr als bisher auf Glaubenswagnisse einlassen, will auch in Aussagen vor anderen Menschen zeigen, dass ich Gottes Zusagen ernst nehme und mich ganz darauf verlasse. Ich will lernen, mit Gebet und Fasten in solcher Gottesabhängigkeit zu leben. Herr, bitte zeige mir konkrete Anlässe, dieses Gottvertrauen zu üben.
  2. Ich will ein treuer und genauer Verwalter der Gaben Gottes sein, besonders wenn es um Geld geht, das mir anvertraut wird oder das ich anderen anvertraue. Ich will lernen, in solchen Dingen genaue Rechnung zu führen.
  3. Herr, lehre mich bitte, Verantwortung in göttlicher Weise zu delegieren:
  4. Ich will nicht nur bitten, sondern auch erkennen, von wem jede gute Gabe kommt und Gott dafür danken. Ich will nie aufhören, ihm das Dankopfer meiner Lippen zu bringen. Grund dafür wird es immer geben.
Seitenanfang

Esr 9,1-5: Esras Betroffenheit über die Mischehen

Die Obersten informieren Esra darüber, dass sich die Rückkehrer, allen voran die Häupter, mit den Kanaanitern vermischt haben. Esra ist entsetzt. Er zerreißt seine Kleider und sitzt bis zum Abend benommen da. Zu ihm versammeln sich die Gottesfürchtigen im Volk. Dann beginnt er zu beten.

Detail

  1. Es gibt sowohl im Volk als auch unter den Obersten
  2. Wo Menschen vor Gottes Wort erzittern, da ist er gegenwärtig und wirkt zum Guten (Jes 66,2).
  3. Die Betroffenheit Esras äußert sich folgendermaßen:
  4. 2Kor 6,14-7,1; Eph 5,3-12: Es gibt auch heute in der Gemeinde Jesu Vermischung, Verunreinigung
    • des Leibes: äußerliche, leibliche Sünden (z.B. Hurerei)
    • des Geistes: innerliche, gedankliche, den Gottesdienst betreffende Sünden (z.B. Götzendienst, Anbetung von Geld, Macht, Ruhm usw., oder auch falsche Gottesverehrung, Irrlehre usw.).
    Auch heute braucht es Wächter, die sich einerseits selbst nicht verunreinigen bzw. sich reinigen, die vor Gottes Wort zittern, d.h. Gottes Warnungen bez. Verunreinigung ernst nehmen, die sich demütigen, trauern, fasten, beten, sich versammeln um Reinigung zu bewirken. Dazu gehört
    • laut 1Kor 5,7-13, dass die Bösen, d.h. die Unbußfertigen, aus der Mitte der bekennenden Gemeinde ausgeschlossen werden
    • und laut 1Kor 11,28.31, dass jeder sich selbst prüft und vor dem Herrn reinigt (siehe auch Ps 139,23-24).

Anwendung

  1. Ich will einer sein, der vor Gottes Wort zittert, der ihn absolut ernst nimmt, besonders auch in seinen Warnungen.
  2. Ich will zuallererst mich selbst reinigen und rein halten von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes und zweitens ein Wächter sein, um gegen die Verunreinigung der Versammlung zu kämpfen. Dabei will ich mich vor Gott demütigen, will trauern und beten und mich mit anderen Gleichgesinnten zusammentun. Herr, bitte hilf mir bei diesem Anliegen. Gib mir ein Herz, das traurig ist über das, was dich traurig macht, das in deinem Willen betet, das betroffen ist über die eigene Sünde und über die Sünde anderer, ohne dabei zu richten. Zeige du ganz deutlich, wo Befleckung in mir und in der Versammlung ist, und zeige du auch den richtigen Weg, dagegen anzukämpfen.
Seitenanfang

Esr 9,6-15: Esras Bußgebet

Esras Gebet zeigt größte Demut und Gottesfurcht. Er identifiziert sich mit dem Volk Gottes und seiner Schuld. Er rekapituliert die Sünde des Volkes, die zur Gefangenschaft führte und die Gnade Gottes, die ihm in der Rückkehr leuchtet. Esra sieht in der Gunst der persischen Könige Gottes Güte und seine Treue gegenüber seinem Volk. Er bekennt die Sünde der Vermischung, vor der Mose deutlich gewarnt hat. Wie könnte Gott diese neuerliche Verunreinigung verzeihen?

Anwendung

  1. Ich will lernen, mich wahrhaft zu identifizieren mit denjenigen (im Besonderen der Gemeinde Jesu), für die ich eintrete, mich vor dem Herrn zu demütigen für ihre Schuld, für sie in den Riss zu treten (Hes 13,5; 22,30; Jes 59,16).
  2. Ich will lernen die Verunreinigung in meinem Leben und in der Gemeinde Jesu so dramatisch zu sehen, wie Gott sie sieht, besonders auch dadurch, dass ich die Güte Gottes seiner Gemeinde gegenüber ganz deutlich sehe.
  3. V.12: Geistliche Kraft, Genießen geistlicher Frucht und geistliche Beständigkeit sind direkte Folgen von geistlicher Reinigung, Heiligung, Absonderung von der Unreinigkeit der Welt, die zum Himmel schreit. Dieser Vers fordert zu rücksichtsloser Härte auf, was Vermischung, falsche Kompromisse angeht. Der Weg des Kreuzes ist ein extremer, ich darf mich nicht wundern, wenn ich da und dort als fanatisch und extrem angesehen werden.
Seitenanfang

Esr 10,1-6: Die Trauer greift über

Die göttliche Trauer und Demütigung Esras wirkt auf die Übrigen: Viele Männer, Frauen und Kinder versammeln sich und stimmen in das Weinen ein. Einer der mit Esra Zurückgekehrten macht einen Vorschlag der praktischen Buße: Es soll unter der Leitung Esras ein Bund mit Gott geschlossen werden, die Mischehen aufzulösen und nach dem Gesetz zu handeln. Esra steht auf und lässt die Obersten schwören, so zu verfahren. Doch auch jetzt noch zieht sich Esra aus Trauer fastend zurück.

Detail

  1. Esra ergreift nicht von sich aus die Initiative, das Volk zur Buße aufzurufen. Er demütigt sich einfach und trauert über die Sünde. Bald steckt er andere mit dem Geist der Buße an. Das Volk und die Obersten kommen dann von selbst mit dem Vorschlag, die Sache in Ordnung zu bringen. Jetzt erst wird Esra aktiv.
  2. Esras Trauer ist echt und tief. Selbst als seine öffentliche Trauer "Wirkung zeigt", in dem Sinn, dass andere angesteckt werden, trauert und fastet er weiter, diesmal zurückgezogen.
  3. Einen Bund, eine klare Vereinbarung zu schließen, ist etwas Wichtiges; es ist nicht damit getan zu sagen, ja ja, wir werden uns ändern. Eine klare Äußerung der Sinnesänderung und deren praktischer Auswirkungen vor Gott (und eventuell auch vor Menschen) ist wertvoll.

Anwendung

  1. Nicht durch Vorwürfe, Richten und Bedrängen will ich andere zur Umkehr bringen sondern durch Trauer über die Sünde, durch Gebet, durch Identifikation mit den Gefallenen. (Was natürlich nicht heißt, dass nicht manchmal ein liebevolles Wort der Ermahnung angebracht ist.)
  2. Herr, bitte hilf mir, eine so tiefe Beziehung zu dir zu entwickeln, wie Esra sie hatte, die Gemeinschaft deiner Leiden auch in diesem Sinn tief zu erleben, dass ich mit dir und in deinem Sinn sowohl trauere als auch mich freue.
  3. Mit Gott einen Bund zum Glaubensgehorsam zu schließen: dazu will ich Menschen ermutigen, dabei will ich ihnen helfen, sowohl Verlorenen als auch Gotteskindern. Und das will ich auch selbst immer wieder tun, wo mir der Herr Licht zur Umkehr schenkt.
Seitenanfang

Esr 10,7-44: Bereinigung der Mischehen

Der Ältestenrat lässt unter Banndrohung alle Rückkehrer binnen 3 Tagen nach Jerusalem kommen. Dort zeigt ihnen Esra ihre Schuld und fordert sie zum Bekenntnis und zur Absonderung auf. Das Volk willigt ein, doch wollen sie die Sache nicht an Ort und Stelle im Regen klären, sondern sich unter der Leitung der Ältesten jeder Stadt die notwendige Zeit zur Bereinigung nehmen. Eine gute Woche später setzt sich das Untersuchungskomitee - bestehend aus Esra und den Sippenhäuptern - zusammen, um die Angelegenheit zu bereinigen, wozu sie genau 2 Monate brauchen. Alle, die sich versündigt haben, werden namentlich erfasst (insgesamt 113). Sie versprechen, sich von den fremden Frauen abzusondern und ein Schuldopfer zu bringen.

Detail

  1. Esras Ermahnung ist nicht lang und pathetisch, er drückt nicht auf die Tränendrüse, sondern kurz, prägnant, sachlich: Ihr habt gesündigt, bekennt die Sünde, tut was Gott gefällt, sondert euch ab.
  2. Die Merkmale einer göttlichen Umkehr:
  3. Genau das wurde später unter Aufsicht des Untersuchungskomitees und der Stadt-Ältesten und -Richter vollzogen: durch die Entlassung der fremden Frauen und ein Schuldopfer.
  4. Esra ist nicht in dem Sinn fanatisch, dass er die Sache hier und jetzt durchziehen muss. Er versteht das Anliegen des Volkes, dass der Ort ungünstig ist (starker Regen) und dass man mehr Zeit braucht, um solch eine Vermischung zu bereinigen. Statt die Sache zu überstürzen, nimmt Esra den Rat des Volkes an, sie geordnet über die Bühne zu bringen.
  5. Es war vielleicht auch deshalb soviel Zeit zur Bereinigung nötig,
    • weil in jedem Einzelfall überprüft werden musste, ob die Ehe vielleicht zulässig war, da es sich um eine "bekehrte" Heidin handelte,
    • weil die weggeschickten Frauen und Kinder versorgt werden mussten.
  6. Es sind nur knapp über 100, die fremde Frauen genommen haben. Gemessen an der Gesamtzahl der ca. 50.000 Heimkehrer nur 0,2%, und dennoch belastet ihre Schuld das ganze Volk. Der absolute Großteil der Männer hat sich nicht direkt versündigt (gewiss hat sich mancher durch sein Dulden des Unrechts indirekt schuldig gemacht) und dennoch war Esra so bestürzt. Es war eine nationale Gefahr und die Schuld wurde auch auf nationaler Ebene bereinigt.

Anwendung

  1. Wenn ich das Herz, die Demut, die Last, das Gebetsleben wie ein Esra im Hintergrund habe, brauche ich nicht viele Worte zu machen, sondern kann mit Weisheit und Vollmacht das Richtige zur richtigen Zeit am richtigen Ort sagen, und der Herr wird es verwenden. Allerdings darf ich mich auch nicht scheuen, in der Ermahnung Sünde beim Namen zu nennen. Hilf mir bitte Herr, dass ich mehr mit dir über die Sünden anderer rede - und zwar ohne mich über sie zu erheben - als mit Menschen.
  2. Vieles hat sich im neuen Bund geändert, nicht aber die Grundzüge einer göttlichen Buße, und auch 2000 nach Christus will ich keine Abstriche davon machen, das Evangelium nicht "zeitgemäß anpassen", sprich verwässern, sondern diese Art von Buße selbst praktizieren und sie Ungläubigen und Gläubigen als einzigen Weg zur Heilung nahe bringen, besonders auch den Aspekt der praktischen Abkehr von der Sünde, die wir so leicht vergessen, weil wir nur die Vergebung betonen. Die Planung und das Controlling dieser praktischen Abkehr spielen dabei eine nicht unwesentliche Rolle. Auch das will ich mir für mich persönlich und in der Seelsorge zu Herzen nehmen.
  3. Wahre geistliche Autoritäten können sich auch etwas sagen lassen, sie müssen nicht um jeden Preis ihren Plan durchsetzen. Herr, schenke mir auch einen belehrsamen, einsichtigen Geist, um in verschiedenen Situationen nach geistlichen Prinzipien, aber gleichzeitig in praktischer Weisheit zu handeln, die sich auch von anderen etwas sagen lässt. Hilf mir, nicht in geistlichen Angelegenheiten fleischliche Überstürzung walten zu lassen.
  4. Sowohl in meinem persönlichen Leben als auch im Gemeindeleben können kleine Sünden das geistliche Wachstum hemmen und müssen bereinigt werden. Es ist in der Gemeinde nicht egal, was Einzelne tun - sie sind Glieder des Leibes, und wenn sie in der Sünde bleiben, so schadet das dem ganzen Leib. Deshalb müssen wir, zwar in aller Demut und ohne falschen Richtgeist, aber dennoch entschieden dagegen vorgehen. Wenn wir es göttlich angehen, d.h. vor allem in demütigem Gebet, so wird es zu einer gottgewirkten Buße führen.
Seitenanfang