Anwendernotizen zu Jona

Jona 1-4

Jon 1,1-3: Die Flucht des Propheten vor dem Herrn
Jon 1,4-10: Man kann Gott nicht entkommen
Jon 1,11-17: Selbst in den Tod kann Jona nicht fliehen
Jon 2,1-10: Gebet aus tiefster Bedrängnis
Jon 3,1-4: Jona führt den Auftrag aus
Jon 3,1-10: Umkehr statt Umkehrung
Jon 4,1-4: Jonas zürnt, weil Gott nicht zürnt.
Jon 4,5-11: Gottes Lektion für Jona in Sachen "Mitleid"

Jon 1,1-3: Die Flucht des Propheten vor dem Herrn

Jahwe beauftragt seinen Propheten Jona, wegen ihrer Bosheit gegen die Stadt Ninive zu predigen. Jona flieht vor dem Auftraggeber und reist mit dem Schiff genau in die entgegengesetzte Richtung.

Detail

  1. Gott hatte auch im AT ein Augenmerk auf die heidnischen Völker (2Chr 16,9; Spr 15,3). Er übte nicht nur Gericht an ihnen, sondern ließ sie auch sein Wort der Warnung hören.
  2. Gott wählt souverän Botschaft, Adressaten, Ort und Boten für seine Aufträge aus. Er fragt vorher nicht, ob der Bote mit dem Auftrag einverstanden ist. Er sagt ihm den Auftrag, begründet ihn und befiehlt zu gehen.
  3. Hinweg von dem Angesicht des Herrn: Diese Richtung kennen leider auch Gottes Boten. Der Prophet ist keine Prophetiemaschine. Gott sendet, aber es kommt immer wieder zum inneren Kampf des Boten mit dem Auftraggeber wegen des Auftrags, denn er liegt dem Boten nicht immer. Oft ist er mit Strapazen und Leiden verbunden, oft sieht der Bote den Sinn nicht ein. Und so flieht mancher, der von Gott gesandt ist, weg von der Gegenwart Gottes - so als könnte man Gott entkommen.

Anwendung

  1. Wenn mich der große Auftraggeber, der die wichtigsten Botschaften der Welt hat, mit einer Botschaft irgendwohin, zu irgendwem sendet, so soll ich gehen, so will ich gehen und nicht zögern, nicht davon laufen. Es wird bestimmt auch für mich Aufträge geben, die mir nicht schmecken. Aber Gottes Aufträge sind immer gut, denn Gott ist gut und hat gute Pläne, gute Botschaften. Er ist es wert auch gute, gehorsame Botschafter zu haben.
  2. Herr, vergib mir bitte, wo ich dir davongelaufen bin, deiner Gegenwart entfliehen wollte. Ich danke dir, dass du mich letztlich in deine Gegenwart hineingezogen hast und ich bitte dich, bereite mich zu für deine Sendung, hilf mir sie anzunehmen und sie so zu erfüllen, wie du es willst. Ich danke dir für das Vorrecht, dein Bote zu sein.
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Jon 1,4-10: Man kann Gott nicht entkommen

Der Herr holt Jona auf dem Schiff durch einen Sturm ein. Alle Versuche der Seeleute, das Schiff durch Erleichtern oder durch Gebete zu ihren Göttern zu retten, sind vergeblich. Schließlich finden sie durch das Los Jona als Schuldigen heraus. Er erzählt ihnen, dass er ein Hebräer ist, der vor Jahwe, dem Schöpfer und Herrn der Elemente flieht.

Detail

  1. Die Heiden beten eher zu ihren falschen Göttern, als der Prophet zum wahren Gott.
  2. Nicht durch Jonas Gebet oder Ehrlichkeit, sondern durch das Bemühen der Heiden kommt Offenbarung und Rettung.
  3. Selbst die Heiden sind entsetzt über die Tat des Propheten: Für sie ist es Wahnsinn, vor dem allmächtigen Gott zu fliehen. Sie haben in gewisser Hinsicht mehr Furcht vor Gott als Jona.

Anwendung

  1. Ich danke dir Herr, dass du mich überall findest, wohin auch immer ich vor dir fliehe. Ich danke dir, dass ich dir nicht mehr entkomme. Etwas Besseres kann mir nicht passieren.
  2. Hilf mir bitte, Vater, nicht erst ans Licht zu kommen, wenn ich mit dem Rücken zur Wand stehen, sondern freiwillig und so früh wie möglich.
  3. Es ist für einen gesunden Menschenverstand Wahnsinn, vor Gott, dem Allmächtigen davonlaufen zu wollen, sich ihm zu widersetzen. Es ist dümmer als alleine gegen die Mafia kämpfen zu wollen.
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Jon 1,11-17: Selbst in den Tod kann Jona nicht fliehen

Jona sagt, sie sollen ihn ins Meer werfen, um das Schiff zu retten. Das tun sie dann auch, nachdem alles Rudern nicht hilft. Sie tun es mit Gebet, vor dem Angesicht Gottes. Der Sturm hört sofort auf, worauf die Seeleute Gott fürchten und Opfer und Gelübde bringen. Jona wird von einem großen Fisch geschluckt.

Detail

  1. Selbst jetzt denkt Jona nicht daran, umzukehren und um Rettung zu beten - lieber möchte er sterben.
  2. Die Heiden sind es, die das Angesicht Gottes suchen, nicht Jona. Sie fürchten Gott, nachdem sie seine Macht gesehen haben, und opfern ihm.
  3. Vor Gott gibt es keine Flucht, selbst nicht in den Tod. Der Herr verwendet Jonas Willen, ins Meer geworfen zu werden, nach seinem Willen, um Jona zu züchtigen und zur Umkehr zu bringen.

Anwendung

  1. Herr, bewahre mich davor, so stur zu sein und alles lieber zu tun als umzukehren zu dir.
  2. Vater, dein Name werde geheiligt, sowohl in mir, als auch unter den Menschen rund um mich. Lass sie bitte dein Wirken durch mich und an mir erkennen und sich zu dir bekehren.
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Jon 2,1-10: Gebet aus tiefster Bedrängnis

Erst als Jona körperlich und seelisch am Rand des Untergangs ist, besinnt er sich auf Gott. Er spürt die Trennung von Gott, sehnt sich wieder nach seiner Gegenwart und betet zu Gott. Dieser hört ihn und rettet ihn. Jona ist dankbar und will seine Gelübde bezahlen.

Detail

  1. zu Jahwe, seinem Gott: In der Bedrängnis wird Jahwe wieder sein Gott und er tritt durch das Gebet wieder in die Gemeinschaft mit ihm.
  2. aus dem Bauch des Fisches: Selbst im AT, als Gottes Wohnung in Jerusalem war, hörte er ein ernstes Gebet, von wo immer es gesprochen wurde, wie viel mehr heute. Man kann nicht so weit weg von Gott sein, dass er ein ehrliches Gebet nicht hört.
  3. V. 7: Eine Beschreibung des Sterbens des alten Ich und des darauf folgenden Geschenks eines neuen Lebens für Gott. Das kann man nicht menschlich erzwingen, Gott führt einen Menschen in dieses Sterben und in das neue Leben.
  4. V. 8 ist ein Zentralvers im Buch Jona; sowohl inhaltlich als auch formal: es ist der 24. Vers von den 48 Versen des Buches Jona. Es ist aber auch eine zentrale biblische Wahrheit: Erst wenn die Seele verschmachtet, d.h. wenn es ihnen wirklich dreckig geht, dann erst denken viele an Gott. Das ist die Situation, in die Gott uns oft führen muss, damit wir an ihn denken und wieder lernen, erhörlich zu beten. Gott hat Wohlgefallen an einem demütigen Geist (Ps 34,18; 51,17; 147,3; Jes 57,15; 61,1; 66,2) Wir brauchen oft seine Nachhilfe um zu dieser ihm wohlgefälligen Herzenshaltung zu kommen.
  5. V. 9: Die auf Nichtiges achten, die auf falsche/lügende/wertlose Nichtse/Eitelkeiten achten, die verlassen den Gott, von dessen Gnade sie leben. Im Besonderen gilt das für Jona und ähnliche Fälle, die einmal auf diese Gnade geachtet hatten und sich dann abwandten, um sich Nichtigem zuzuwenden.
  6. V. 10: Die logische Folge der Rettung Gottes müssen das Bekenntnis und der Dank des Geretteten sein, sowie das ernsthafte Vorhaben, Gott zu gefallen (Gelübde). Das sind Zeichen einer echten Bekehrung.
  7. V. 11: Gott hat alle Lebensumstände in seiner Hand, nichts widerfährt seinen Kindern zufällig.

Anwendung

  1. Ich darf immer und überall zum Herrn beten. Gerade wenn ich am weitesten von ihm entfernt bin, wartet er auf das ehrliche Gebet, das sich nach Vergebung, Rettung und Gemeinschaft mit ihm sehnt. Er stellt die Verbindung wieder her, sobald ich sie von Herzen suche.
  2. Danke, Vater, dass du auch mich durch Bedrängnis zur Sehnsucht nach dir geführt hast. Danke für dein Wirken in meinem Leben, dass du nicht aufhörst, mich in deine Gemeinschaft zu ziehen.
  3. Danke, Herr Jesus, dass du mich in dein Sterben hineingenommen hast, dass ich mit meinem alten Leben abschließen durfte, weil es sowieso nicht taugt, und dass du mich in dein neues Leben hineingenommen hast, ein Leben, das geprägt ist von der Sehnsucht nach dir, von Gemeinschaft mit dir, von Dank an dich, von der Hingabe an dich, d.h. von dem Willen dir zu gefallen, dir zu leben.
  4. Ich möchte täglich mein Kreuz auf mich nehmen, d.h. mein altes Ich, wo es sich noch regt, zur Hinrichtung führen, es verleugnen. Ich möchte ein Mitarbeiter sein bei der Umgestaltung, die Gott mit mir vor hat, möchte mich freiwillig hingeben als lebendiges Opfer für Gott und nicht warten, bis mich seine Züchtigung in das Sterben hineinführt.
  5. Vater, führe mich weiter und tiefer in die Gemeinschaft des Todes und des Lebens Christi. Dieses ist das einzige Leben, das ich will.
  6. Ich will die Gnade Gottes nicht verlassen, indem ich mein Herz den Eitelkeiten des irdischen Lebens zuwende, sondern will mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit ich Barmherzigkeit empfange und Gnade finde zur rechtzeitigen Hilfe (Hebr 4,16), will aus seiner Fülle Gnade um Gnade nehmen. Dazu gehört ein demütiger Geist, denn Gnade gibt es nur für den Demütigen (1Petr 5,5). Um in diesem Geist zu bleiben, muss ich bewusst die Nichtigkeiten des Fleisches zurückweisen: eigene Kraft, Begabung, Weisheit, Reichtum, Erfahrung, das Streben nach Macht, Stellung, Reichtum in der Welt oder im Reich Gottes - all das sind Nichtigkeiten, die mich von der Gnade und vom bewussten Bleiben unter der Gnade wegziehen wollen.
  7. Ich will Gott dankbar sein für seine Errettung, will ihn als Herrn und Retter bekennen vor der sichtbaren und der unsichtbaren Welt und will mein Vorhaben, ihm zu gefallen, für ihn zu leben, durch das Bleiben unter seiner Gnade verwirklichen.
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Jon 3,1-4: Jona führt den Auftrag aus

Gott schickt Jona ein zweites Mal mit einer Botschaft nach Ninive, und diesmal gehorcht Jona: Er geht eine Tagereise in die riesige Stadt hinein und ruft: "Noch 40 Tage, und Ninive ist verwüstet!"

Detail

  1. Kap. 1 und 2 sind das Vorspiel zu Kap. 3. Eigentlich hätte das Buch hier anfangen können, wenn Jona nicht ungehorsam gewesen wäre. So musste der Herr erst seinen Boten erziehen, bevor der Auftrag ausgeführt werden konnte.
  2. große Stadt Gottes: In 4,11 wird es noch deutlicher: Gott hat ein Herz für seine Geschöpfe, es ist ihm nicht gleichgültig, wenn die Menschen in ihrer Bosheit umkommen. So ist auch Ninive, die große Stadt, eine Stadt Gottes; er blickt auf sie, liebt sie und will sie retten. Und er tut es auch durch das Wort einer einfachen Predigt.
  3. Die Predigt ist kurz, einfach, klar und genau das, was Gott dem Jona aufgetragen hat: Das Gericht kommt in 40 Tagen.

Anwendung

  1. Manche Umwege und Zeitverluste könnten mir erspart bleiben, mancher Auftrag Gottes könnte früher erledigt werden, wenn ich gleich gehorchte und mich nicht der Sendung Gottes widersetzte. Aber es ist wunderbar zu wissen, dass Gott sich nicht einfach einen anderen sucht, wenn ich nicht gleich gehorche, sondern dass er mich erzieht, bis ich dort bin, wo er mich haben will, wo er mich gebrauchen kann.
  2. Wenn Gott mich sendet, dann zu "seinen" Leuten. Das klingt sonderbar und ist nicht zu verwechseln mit "seinen" Kindern. Gemeint ist, dass Gott die Menschen liebt und dass er aus Liebe seine Boten, also auch mich, zu den Verlorenen sendet, damit sie gerettet werden. Auch wenn die Botschaft hart klingt - das ist es, was Menschen retten kann: die Überführung von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht. Ich will mir bewusst machen, dass ich im Auftrag eines liebenden Gottes hinausgehen, der ein Herz für alle seine Geschöpfe hat.
  3. Ich will genau das predigen, was Gott mir aufträgt; möchte nichts wegnehmen und nichts dazufügen, um die Botschaft attraktiver zu machen. Gott allein weiß, was ein Mensch braucht, um sich von seinen Sünden zu bekehren.
  4. Herr, mache mich bitte zu einem treuen Boten:
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Jon 3,1-10: Umkehr statt Umkehrung

Auf die Gerichtsankündigung Jonas reagiert der König von Ninive, sein Stab und das ganze Volk - Große und Kleine - mit Sündenerkenntnis, Betroffenheit und echter Umkehr, die von äußerlichen Zeichen der Buße begleitet war: Sie gingen in Trauer, wandten sich jeder von seinem Unrecht ab und flehten zu Gott um Erbarmen in der Hoffnung, dass Gott es sich gereuen lässt. Daraufhin lässt sich Gott des angedrohten Gerichts gereuen.

Detail

  1. sie glaubten Gott: Sie nahmen das Wort des Jona als Gottes Wort. Das ist es, was passiert, wenn ein Diener Gottes im Auftrag Gottes genau das tut und sagt, wozu er gesandt ist.
  2. Die Merkmale einer echten Umkehr:
  3. Gott lässt sich gereuen: Gott hört ein ernstes Gebet. Er neigt sich zum Demütigen. Siehe Joe 2,13.

Anwendung

  1. Ich will weiter darum ringen, das Wort Gottes genau so weiterzugeben, wie Gott es von mir will, es recht zu teilen (2Tim 2,14) und genau dann und dort zu reden, wo Gott mich hinsendet. Dann darf ich vertrauen, dass er sein Wort bestätigt und dass es nicht leer zurückkommt.
  2. Wenn die Leute von Ninive solch eine Reaktion auf die Predigt zeigten, wie viel mehr können Gottes Kinder, die an ihn glauben, wie viel mehr kann ich, wenn mich Gottes Ruf zur Umkehr trifft, mich von sündigen Wegen abkehren und von ganzem Herzen Gott suchen.
  3. Es ist wunderbar, einen Gott zu haben, der langmütig und barmherzig ist, zu dem ich immer beten kann, der sich zu einem zerbrochenen Herzen und zu einem zerschlagenen Geist neigt und ihn nicht verachtet. Ja sogar Freude ist im Himmel über einen Sünder, der Buße tut.
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Jon 4,1-4: Jonas zürnt, weil Gott nicht zürnt.

Jona ärgert sich über die Gnade Gottes. Er sagt, dass er das gleich gewusst hat und deshalb vor Gott geflohen ist. Er wollte nicht an der Verschonung Ninives "Mitschuld" haben. Er ist wieder einmal des Lebens überdrüssig, weil er sich mit seiner Mission überhaupt nicht identifizieren kann. Gott sagt zu Jona, dass er zu Unrecht zürnt.

Detail

Kaum ein Christ wird Jonas Reaktion auf die Buße Ninives verstehen. Wir müssen aber bedenken, dass er ein Prophet des AT war, der ursprünglich zu Israel gesandt war (2Kö 14,25), und der sich seinen prophetischen Dienst ganz anders vorgestellt hatte. Er hatte Segen für Israel geweissagt und so ist es unter Jerobeam II. gekommen, obwohl dieser ein böser König war. Und jetzt sollte er zur heidnischen Großmacht gehen, den Feinden Israels, denen sie bis vor kurzem noch Tribut zahlen mussten und die wenig später Israel in die Gefangenschaft führten. Vielleicht ahnte Jona auch schon etwas von der geschichtlichen Wendung: Assyrien sollte aufsteigen, Israel untergehen. Israel hörte nicht auf die Stimme der Propheten, Ninive bekehrte sich aufgrund von ein paar Worten Jonas. Ob diese Gründe nun mitspielten oder nicht: Jona akzeptierte nicht die Wege Gottes, er war mit seinem Handeln unzufrieden, und das steht keinem Menschen zu. Vor allem war er mit seiner persönlichen Sendung unzufrieden. Obwohl Gott Großes an ihm getan und ihn dramatisch gezüchtigt hatte, war das Problem seiner Rebellion keineswegs erledigt. Die alte Rebellion gegen die Sendung Gottes bricht wieder hervor: "Ich habe es ja von Anfang an gewusst!" Das, was scheinbar behandelt und erledigt war, ist plötzlich wieder da.

Anwendung

  1. Für mich gibt es auch Aufträge Gottes, die mir nicht schmecken. Wie verhalte ich mich dann? Wehre ich mich dagegen mit Händen und Füßen, oder bin ich bereit dorthin zu gehen, wohin Gott mich sendet?
  2. Herr, wenn du mich mit deiner Botschaft der Liebe zu Menschen sendest, die ich nicht mag, mit denen ich nichts zu tun haben möchte, so hilf mir bitte, im Gehorsam zu gehen und den Segen zu erleben, den du geben kannst. Schenk mir bitte dein Herz, oh Gott, damit ich mich freuen kann über das, was dich erfreut, und traurig sein über das, was dich betrübt.
  3. Wenn uns der Herr züchtigt, weil wir rebellieren, so besteht die Gefahr, dass wir zwar unter dem Druck der Züchtigung einlenken, aber später in die gleiche Sünde fallen; d.h. wir haben diese Rebellion nicht von Herzen losgelassen.
  4. Herr, wenn du meine Rebellion behandelst, dann bitte gründlich, damit sie nicht bald wieder in alter Frische aufbricht. Hilf mir, meine Sünde von Herzen loszulassen und zum Kreuz zu bringen.
  5. Leicht kann es passieren, dass wir mit Gottes Wegen unzufrieden sind und sie ungerecht finden; sei es in unserem eigenen Leben, sei es im Leben anderer, sei es Gutes, das wir jemandem nicht gönnen, sei es Böses, das wir jemandem nicht wünschen: Jedenfalls darf es nur eine Einstellung der Knechte Gottes zu seinen Wegen geben: Annahme, Beugung, Unterordnung und Gehorsam, soweit es Anordnungen für uns betrifft. Gott ist gerecht. Diese Wahrheit müssen wir von Herzen annehmen, egal was unser menschlicher Verstand uns sagt. Und das Gegenteil, "Gott ist ungerecht!", ein Gedanke, den unser Fleisch immer wieder vorbringen will, müssen wir ebenso von Herzen zum Kreuz bringen, zur Hinrichtung führen, verleugnen, loslassen, damit der Herr verherrlicht wird. Vater, bitte hilf mir, diese Einstellung zu haben.
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Jon 4,5-11: Gottes Lektion für Jona in Sachen "Mitleid"

Jona wartet vor der Stadt, was passiert. Gott lässt zu Jonas Freude eine Staude wachsen, die ihm Schatten gibt. Dann lässt der Herr die Staude eingehen und einen heißen Wind kommen. Jona ist zornig und will sterben - seiner Meinung nach mit vollem Recht. Da erklärt ihm Gott: Wenn es dir schon um die Pflanze leid ist, die ohne dein Zutun plötzlich gewachsen ist und ebenso schnell wieder eingegangen ist, wie viel mehr muss es mir um die vielen tausend unwissenden Kinder und die Tiere in dieser Stadt leid sein.

Detail

  1. Zum dritten Mal will Jona sterben. Das Verzagen am Leben - Depression - dürfte eine Schwäche von ihm gewesen sein. Wie geht der Herr damit um?
  2. Gott ist zwar ein gerechter Richter, und gerade im AT sehen wir viel von seinen Gerichten; ganze Völker werden der Ausrottung preisgegeben. Aber hier erhalten wir einen Einblick in das erbarmende Herz Gottes: Die Menschen und Tiere sind seine Geschöpfe, er liebt sie, und er will sie nicht vernichten. Wenn er Kinder und Tiere dem Gericht preisgab (bei der Vollstreckung des Bannes), dann nicht, weil er grausam war, sondern weil das Unrecht überhand genommen hatte und in Schranken gewiesen werden musste. Aber dennoch war es ihm leid um die "unschuldigen" Kinder und das Vieh, das mitleiden und -sterben musste, und er wollte die Menschen lieber zur Umkehr bringen als sie umkehren.

Anwendung

  1. Gott kann mich in meinem Missmut zwar durch seelisch-körperliche Bedrängnis so unter Druck bringen, dass ich mich zu ihm wende, er kann mir auch körperlich so begegnen, dass ich mich freue, aber beides hält nicht lange an. Letztlich kann er mich nur wirklich heilen, indem er den Missmut bei der Wurzel packt, d.h. indem er meine Rebellion gegen den Willen und die Wege Gottes aufdeckt und mich durch Einblick in das Herz Gottes geistlich überführt. Dieser Einblick wird vom Geist Gottes gegeben und geht sowohl über die Vernunft als auch über das Gefühl (der Bezug zur eigenen Erfahrung).
  2. Herr ich danke dir, dass du mir durch den heiligen Geist offenbarst, was du mir alles geschenkt hast (1Kor 2,9-12), dass du mir Einblick in dein Wesen gewährst. Lass mich bitte weiter, besser, tiefer verstehen, wer du bist und wie du bist, damit ich mehr und mehr alle falschen Gedanken, Worte und Werke loslassen kann, um mich mit deinen Erbarmungen zu erbarmen, um mit deinem Herzen lieben zu können (Phil 1,8; Kol 3,12).
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