Anwendernotizen zu Matthäus 8

Matthäus 8

Mt 8,1-4: Die Heilung eines Aussätzigen
Mt 8,5-13: Der Glaube des Hauptmanns
Mt 8,14-17: Jesus heilt Kranke und Besessene
Mt 8,18-22: Der Preis der Nachfolge Jesu
Mt 8,23-27: Das Boot im Sturm
Mt 8,28-34: Jesus im Land der Gadarener

Mt 8,1-4: Die Heilung eines Aussätzigen

Mitten im Gedränge kommt ein Aussätziger zu Jesus und traut ihm zu, dass er ihn reinigen kann, wenn er will. Durch Berührung seiner Hand reinigt ihn Jesus und weist ihn an, mit niemand darüber zu reden, bis er sich dem Priester gezeigt und das Reinigungsopfer dargebracht hat.

Detail

  1. Das ist rettender Glaube: Das Vertrauen, dass Jesus retten kann, verbunden mit einem demütigen Suchen. Es kommt nicht auf die Menge oder Wahl der Worte an; ein Verzweifelter wirft sich zu Jesu Füßen, traut ihm alles zu und macht sich ganz von seinem Rettungswillen abhängig.
     
  2. Der Aussätzige kümmert sich nicht um die vielen Menschen, die Jesus folgen. Er ist ein Ausgestoßener, und dennoch wagt er es, sich durch das Gedränge bis hin zu Jesus durchzuschlagen. Wenn man zu Jesus kommen will, braucht man Mut und darf sich nicht darum kümmern, was die Menschen denken oder sagen. Vgl. Mk 10,46-48.
     
  3. Jesus kann heilen, reinigen, retten, und er will es auch tun. Das ist in Einklang mit den Worten die er in Kap. 5-7 gesprochen hat. Er selbst ist von der Liebe geprägt, die er von den Jüngern fordert. Er berührt ihn, den Aussätzigen, an dem sich keiner verunreinigen wollte, obwohl auch ein Wort von ihm genügt hätte; so nahe kommt der Schöpfer seinen gefallenen Geschöpfen. Kommt es zur Berührung zwischen Christus und dem Sünder, so wird nicht Christus unrein, sondern der Sünder rein. Solches hat die Gnade Gottes vollbracht.
     
  4. Jesus kümmert sich um den Einzelnen, der Hilfe sucht, obwohl er von Menschenmengen umgeben ist. Er wird inmitten der Massen, die interessiert sind, nie den einen übersehen, der rettenden Glauben besitzt.
     
  5. Hätte der Mann über die Heilung geredet, bevor er sich den Priestern zeigte, so hätten sie die Reinigung wohl nicht anerkannt.

Anwendung

  1. Herr, auch das ist das Werk deiner Gnade, dass ich immer wieder an den Punkt der Verzweiflung komme, wo ich mich nicht mehr darum kümmere, was Menschen meinen, auch nicht darum, wo mein Fleisch mich hinzieht, sondern wo ich nur mehr Rettung bei dir suche. Es tut mir leid, dass es meist Not braucht, bis ich diesen Glauben hervorbringe. Ich möchte ihn zu meiner Einstellung machen: Wenn du willst, so kannst du mich heilen; von meinen Gebundenheiten, von der Krankheit der Sünde, die an mir frisst.
     
  2. Danke Herr, dass du dich finden lässt, von denen die dich suchen, dass du ein liebender Heiland bist; nicht nur gerecht, sondern voll von Güte und Barmherzigkeit; und zwar nicht abstrakt, sondern ganz konkret für den Einzelnen, der dir vertraut. Von dir will ich lernen zu geben.
     
  3. Danke Herr, dass du dich nicht gescheut hast, mir ganz nahe zu kommen, mich zu berühren, obwohl ich voller Unreinigkeit war und immer noch bin. Deine Berührung macht mich rein. Wer würde mir sonst so nahe kommen, wenn nicht das Lamm Gottes, dass meine Unreinigkeit selbst getragen und getilgt hat.
Seitenanfang

Mt 8,5-13: Der Glaube des Hauptmanns

In Kapernaum schildert ein Centurion Jesus die schreckliche Krankheit seines Knechtes. Jesus bietet ihm an hinzugehen und ihn zu heilen, doch der Römer antwortet, er ist nicht würdig und es reicht, wenn Jesus ein vollmächtiges Wort spricht. Jesus ist erstaunt über den großen Glauben des Römers, wie er ihn selbst in Israel nicht gefunden hat, und sagt voraus, dass viele Heiden ins Himmelreich kommen aber Söhne des Reiches in die Finsternis hinausgeworfen werden.

Detail

  1. Der Hauptmann hat absolutes Vertrauen in die Vollmacht Jesu. Er hat verstanden, dass Jesus ein Befehlshaber in der unsichtbaren Welt ist. Er hat das besser verstanden als die Juden, die von falschen Vorstellungen über den Messias geprägt waren. Sie meinten, er sollte als Herrscher kommen, nicht in Demut und Schwachheit wie Jesus. Sie verstanden das unsichtbare Reich Gottes nicht so gut wie der Römer.
     
  2. Der Hauptmann hat edle Motive: Er liebt seinen Knecht. Zuletzt bat ein Aussätziger für sich selbst. Jetzt bittet ein Römer für seinen Knecht. Jesus erhört solche Bitten gerne. Die edle Gesinnung des Hauptmanns sieht man auch aus Lk 7,3-5: Er liebt die Juden und hat ihnen eine Synagoge erbaut. Er muss ein gottesfürchtiger Mann gewesen sein.
     
  3. Der Hauptmann ist sehr demütig. Er weiß, dass die Juden nicht in das Haus eines Heiden gehen dürfen, und er respektiert das. Er achtet sich nicht für würdig, dass Jesus, der Jude aus dem besetzten Land, in das Haus des Hauptmanns, des Besetzers kommt. Aus Lk 7 geht hervor, dass er nicht einmal selbst mit Jesus spricht, sondern Boten sendet, weil er sich nicht wert achtet. Gott wohnt bei den Demütigen.
     
  4. Das Reich Gottes ist nicht eine reine Vererbungssache. Es kommt nicht so sehr darauf an, wer darin geboren ist (in diesem Zusammenhang die Kinder Israels) sondern, wer des Reiches Gottes würdig ist (auch viele Heiden). Viele werden also hinausgeworfen, viele andere hineingenommen. Es kommt auf den Glauben an.

Anwendung

  1. Edle Motive, Demut und Glauben: diese Tugenden will ich mit der Hilfe des Herrn in meinem Leben entwickeln.
    • Die edlen Motive allein können stolz und selbstgerecht machen, oder auch frustriert in einer Welt, in der das Unrecht herrscht.
    • Die Demut alleine lässt mich vor Minderwertigkeitskomplexen zugrunde gehen.
    • Habe ich Glauben ohne die rechten Motive (Liebe), so bin ich nichts (1Kor 13,2).
    Herr, ich möchte ein Mann der Liebe, der Demut und des Glaubens werden. Ich möchte dir wie der Hauptmann alles zutrauen. Dir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Vergib mir bitte, dass ich das so oft vergesse. Lehre mich glauben, Herr.
     
  2. Danke, Herr, dass ich durch Glauben Bürger deines Reiches werden durfte, ich, der ich draußen, in der Finsternis geboren bin. Ich will dieses Vorrecht nicht gering schätzen, denn andere, die darin geboren sind, wurden hinausgeworfen. Vielmehr möchte ich mich deiner Berufung würdig erweisen (Eph 4,1; 2Thes 1,11) und mich umso mehr befleißigen, meine Erwählung fest zu machen, um reichlichen Eingang zu finden in dein ewiges Reich (2Petr 1,10-11).
Seitenanfang

Mt 8,14-17: Jesus heilt Kranke und Besessene

Jesus heilt die Schwiegermutter des Petrus durch Berühren ihrer Hand vom Fieber. Sie steht auf und dient ihm. Jesus heilt auch die vielen Besessenen und Kranken, die man zu ihm bringt und erfüllt damit die Schrift.

Detail

  1. Auch hier - wie am Beginn des Kapitels - heilt Jesus durch Berührung. Er scheut nicht die Nähe zu den Kranken.
     
  2. So soll es sein: Geheilt zum Dienst. Jesus will und kann auch heute noch Menschen heilen. Wichtig ist, dass wir uns zum Dienst für ihn heilen lassen und nicht nur, um dem Leid zu entfliehen.
     
  3. Jesu absolute Vollmacht zeigt sich darin, dass er durch ein Wort die Geister austreibt. Auch keine Krankheit kann ihm widerstehen.
     
  4. Jesus erfüllt durch seine Heilungen die Schrift. Jes 53,4 bezieht sich nicht nur auf das Kreuz sondern auch auf seinen Dienst zu Lebzeiten. Jesus lässt die Kranken und somit die Krankheiten an sich herankommen. Er berührt die Leidenden, dient ihnen, nimmt ihnen die Leiden weg: als sichtbares Zeichen, als Vorschatten dafür, dass er später die Ursache des Leidens, die Sünde am Kreuz trägt und wegnimmt.
     
  5. Arno C. Gaebelein (The Gospel of Matthew) erkennt noch einen interessanten prophetischen Aspekt in den 4 Heilungen in diesem Kapitel:
    1. Der jüdische Aussätzige: Christi erstes Kommen - sein Dienst an seinem Volk Israel.
    2. Der Knecht des Hauptmanns: Das Zeitalter der Heiden - Jesus ist abwesend.
    3. Die Schwiegermutter des Petrus: Jesu Wiederkunft - wenn er das "Haus" betreten wird, seine Beziehung zu Israel wiederherstellt und die kranke Tochter Zion heilt.
    4. Heilung aller Kranken und Besessenen in der Anwesenheit Jesu: Das Tausendjährige Reich, in dem alle Besessenen und Kranken geheilt werden.
       
  6. Eine weitere Unterscheidung der verschiedenen Heilungen:
    1. Der Aussätzige kommt mit seiner eigenen Not.
    2. Der Hauptmann bittet für die Not eines anderen, der fern ist.
    3. Die Schwiegermutter kommt gar nicht. Jesus geht zu ihr hin.
    4. Die Menschen bringen Kranke und Besessene in die Gegenwart Jesu.

Anwendung

  1. Lieber Herr Jesus, ich bin so froh, dass du mich gerettet hast. Ich will das Leben, das du mir geschenkt hast, nützen, um dir zu dienen. Und ich weiß, du wirst mich auch noch in den Bereichen meines Lebens heilen, wo ich darniederliege, wenn es dem Dienst für dich förderlich ist. Möge ich nur darin nicht behindert sein: dir zu dienen. Räume alle diese Hindernisse aus dem Weg.
     
  2. Mein Herr ist allmächtig. Durch ein Wort heilt er Kranke und treibt Dämonen aus, wenn er will. Seinen Willen möchte ich erkennen; was er durch mich wirken will; an Vollmacht wird es bestimmt nicht fehlen, wenn ich den Dienst tue, den er mir aufträgt.
     
  3. Jesus, der Heiland:
    1. Ich darf mit meiner eigenen Not zu Jesus kommen und auf Heilung hoffen, wenn er es will.
    2. Ich darf für andere um Rettung beten, ohne dass sie direkt involviert sind, d.h. ohne direkt mit ihnen über Jesus zu reden. 
    3. Ich und viele andere dürfen Rettung und Heilung erleben, ohne dass wir sie suchten. Er hat uns gesucht (Jes 65,1). 
    4. Ich darf Verlorene und Geplagte mit Jesus bekannt machen, sie zu Jesus führen, damit er sie heilen kann.
       
    Ich danke dir, mein Herr, du bist ein Retter-Gott, ein Heiland, der sich finden lässt von denen die ihn suchen, aber auch von denen die ihn nicht suchen. Du bist ein Gott, der im Verborgenen wirkt. Wenn ich für jemanden nichts tun kann außer zu beten, so ist das noch lange kein Grund zum Verzweifeln.
Seitenanfang

Mt 8,18-22: Der Preis der Nachfolge Jesu

Jesus möchte sich von der großen Volksmenge mit dem Schiff ans andere Ufer des Sees absetzen. Da sagt ihm ein Schriftgelehrter, er wolle ihm überall hin nachfolgen. Jesus antwortet, dass er kein Zuhause hat. Einer seiner Jünger möchte seinen toten Vater begraben. Jesus sagt, er solle ihm nachfolgen und das Begräbnis den Toten überlassen.

Detail

  1. Nachfolger Jesu wird man nicht aus eigener Wahl, sondern weil er zur Nachfolge beruft. Die selbstgewählte Nachfolge ist aus menschlichen Motiven und aus menschlicher Kraft. Beides ist völlig unzureichend, um in der Nachfolge auszuharren. Der Schriftgelehrte sieht, wie die Menschenmengen Jesus zuströmen, wie er alle heilt, und als er sieht, wie Jesus sich im Boot absetzen will, da will er wohl auch zu der Schar der Begleiter dieses großen Mannes gehören. Aber Jesus hat ihn (zu diesem Zeitpunkt jedenfalls) nicht berufen. Er erklärt ihm, dass es kein "Spaß" ist, ihm nachzufolgen, dass nicht einmal für das Grundbedürfnis eines Zuhauses, eines Schlafplatzes gesorgt ist, was sogar Tiere haben.
     
  2. Andererseits beruft Jesus seine Auserwählten ganz deutlich zur Nachfolge. Er holt sie von da weg, wo sie verwurzelt sind, durchbricht mitunter familiäre Verpflichtungen und ermahnt zur Nachfolge, wenn der Berufene zaudert oder halbherzig ist.
     
  3. "Lass die Toten ihre Toten begraben" ist ein hartes Wort. Es zeigt die Ernsthaftigkeit und Radikalität der Nachfolge. Es gelten keine gesellschaftlichen oder familiären Normen mehr sondern das Wort unseres Herrn. Seine Nachfolger müssen um des Reiches Gottes willen manches lassen, was "sich gehört", aber ein totes Geschäft ist. Hier gibt es keine allgemeingültigen Regeln, sondern das Wort des Herrn, das er dem einzelnen Nachfolger offenbart. Wichtig ist, dass der Nachfolger den Herrn in allen Dingen fragt und dann der Antwort gehorsam ist.
     
  4. Jesus flieht vor den Volksmassen. Er braucht auch seine Ruhe; Erholung, Zeit mit dem Vater, Zeit für seine Jünger. Die menschliche Vernunft würde vielleicht sagen: Jesus, nütze die paar Jahre auf Erden aus, um möglichst vielen Menschen zu helfen und das Reich Gottes zu predigen. Aber Jesus will seine Jünger ausbilden. Sie sind ebenso wichtig wie die Volksmengen. Auch die Zeit der Stille und Ruhe und der Ausbildung ist notwendig, selbst wenn das bedeutet, die Menschen stehen zu lassen.

Anwendung

  1. Herr, lehre auch mich erkennen - wo es nötig ist - wer fleischlich nachfolgt und mitarbeitet, und wie ich ihm begegnen soll.
     
  2. Bewahre mich davor, dass ich selbst fleischlich nachzufolgen versuche. Ich will Gold, Silber und edle Steine auf das Fundament bauen und nicht wertloses Material. Gib mir Licht, wo es fehlt, und rufe du mich zu deinem Dienst. Habe auch Dank, dass du zur Nachfolge ermahnst und ermutigst, wo ich zaudere und halbherzig bin.
     
  3. Ich möchte deinen Willen in allen Dingen kennen und deinem Wort gehorchen. Zeige mir, welche Dinge (die vielleicht an sich nicht schlecht sind) ich um deines Reiches willen lassen soll; auch wo ich Menschen um deinetwillen vor den Kopf stoßen muss. Hilf mir den toten Geschäften zu entfliehen und ins Leben zu investieren.
     
  4. Es ist wichtig für mich zu verstehen, dass die Zeiten der Zurüstung ebenso wesentlich sind wie die Zeiten des Dienstes. Das betrifft sowohl meine eigene Zurüstung (Erholung, Stille Zeit) als auch die Zurüstung anderer. Gott will nicht, dass ich mich "auspowere" und schon gar nicht, dass ich alles alleine tue, ohne andere zu Jüngern zu machen. Ich sehe oft nur, was es jetzt alles zu tun gäbe, aber Gott hat einen größeren Horizont: Auf längere Sicht muss sein Reich wachsen, seine Gemeinde gebaut werden.
Seitenanfang

Mt 8,23-27: Das Boot im Sturm

Jesus und die Jünger besteigen das Boot. Während Jesus schläft, erhebt sich ein Sturm, so dass die Wellen über das Boot schlagen. Die Jünger wecken in ihrer Angst Jesus mit der Bitte, sie zu retten. Jesus wirft ihnen Kleinglauben vor und stillt Wind und See, was die Zeugen mit Erstaunen erfüllt.

Detail

  1. Die Jünger, also auch derjenige, der seinen Vater begraben wollte, sind Jesus in das Boot nachgefolgt. Sie hören seine Stimme, sie gehorchen und folgen ihm, obwohl es Elemente gibt, die sie in eine andere Richtung ziehen. Sie verlassen ihre Familien, kehren auch der Volksmenge den Rücken; sie folgen einfach Jesus nach. Sie wissen nicht, was sie erwartet, aber sie wissen, wo sie hingehören.
     
  2. Jesus schläft ruhig. Erstens ist er sicher sehr müde von den Strapazen der letzten Tage. Und zweitens kann jemand, der so eng mit dem Vater verbunden ist, ganz gelassen sein - selbst wenn es rundherum stürmt und bebt.
     
  3. Warum tadelt Jesus die Jünger? Was hätten die sie denn tun sollen? Kurz zuvor hat Jesus sie zum Vater beten gelehrt: "Errette und von dem Bösen!" Er hat sie gelehrt, dass sie wegen ihrer Bedürfnisse mit Zuversicht zu ihrem Vater im Himmel beten dürfen und dass er ihnen Gutes geben wird. Er hat sie gelehrt, dass sie sich nicht sorgen brauchen, weil Gott das Leben in der Hand hält und selbst einem Vogel nichts ohne sein Wissen zustößt. Jetzt ist  der Zeitpunkt für die Jünger das Gelernte in die Praxis umzusetzen. Aber ihre Beziehung zum Vater ist noch nicht, wie sie sein sollte. Ihnen fällt nur ein, Jesus zu wecken.
     
  4. "Was für einer ist dieser?" Diejenigen, die staunen, sind wohl die Jünger und die Schiffsleute. Sie wundern sich. Selbst die Jünger sind erstaunt über die Macht Jesu.

Anwendung

  1. Manch Diener Gottes ist schon bei den Volksmengen geblieben statt Jesus nachzufolgen. Andere sind in familiären und weltlichen Verpflichtungen steckengeblieben. Bewahre mich vor solchen Irrwegen, Herr. Lass mich hören und gehorchen, wenn du rufst: "Folge mir nach!"
     
  2. Nach solch einer engen, friedvollen Verbundenheit mit dem Vater, wie sie der Herr Jesus gehabt hat, will ich auch streben. Dann darf ich in allen Lebenslagen zuversichtlich sein und kann gut schlafen, weil ich mich in Gottes Hand getragen weiß. Ich will lernen, das theoretische Wissen um Gottes Fürsorge in die Praxis umzusetzen: mit jeder Not zu ihm kommen, alle Sorgen auf ihn werfen und auf seine Hilfe vertrauen.
     
  3. Ich darf mich immer wieder wundern über die Macht Jesus. Ich weiß zwar, dass ihm alle Macht im Himmel und auf Erden übergeben ist, ich weiß zwar, was für einer er ist, aber wenn ich diese Macht dann tatsächlich erlebe, staune ich. Herr, erweise deine Macht, damit ich und andere dich preisen!
Seitenanfang

Mt 8,28-34: Jesus im Land der Gadarener

Am anderen Ufer des Sees, im Land der Gadarener, begegnen Jesus zwei gemeingefährliche Besessene. Die Dämonen haben Angst vor dem Sohn Gottes und bitten ihn, dass sie in eine naheliegende Schweineherde fahren dürfen, wenn Jesus sie austreibt. Auf seine Erlaubnis hin fahren sie in die Herde und treiben diese in den See. Als die Menschen dieser Gegend das erfahren, bitten sie Jesus, ihr Gebiet zu verlassen.

Detail

  1. Jesus hat auch schon während seines irdischen Dienstes an den Juden ein Herz für die Heiden. Er fährt über den See, um diese beiden besessenen Heiden von ihren dämonischen Bindungen zu befreien.
     
  2. Dämonen können von Menschen derart Besitz ergreifen, dass sie
    • durch sie denken, reden und handeln,
    • sie zu Aggression gegenüber sich selbst und gegenüber anderen treiben,
    • ihnen übernatürliche Kräfte verleihen.
    Dämonen
    • wissen, dass eine Zeit der Qual für sie kommt,
    • kennen den Sohn Gottes und fürchten ihn,
    • suchen Behausung in Menschen oder auch in Tieren, um nicht in den Abgrund zu müssen.
       
  3. Jesus hat absolute Macht über die Dämonen.
     
  4. Warum hat Jesus den Geistern gestattet, in die Schweineherde zu fahren? Ich finde keine Antwort, außer dass Jesus die Menschen dieser Gegend auf die Probe stellt. Sie verlieren 2000 Schweine und gewinnen 2 befreite Menschen. Offenbar sind ihnen die Menschen nicht 1000 mal mehr wert als die Schweine. Sie wollen mit Jesus lieber nichts zu tun haben. Das ist wirklich tragisch, denn sie werden Zeugen einer großen Befreiung durch den Herrn und schicken ihn dennoch fort. Auch heute noch lässt Gott Satan und seine Mächte in vielen Dingen gewähren, obwohl er sie jederzeit im Abgrund binden könnte. Er tut es, um die Menschen zu prüfen und seinen Heilsplan zur Vollständigkeit zu bringen: Die einen erfahren Erbarmen, die anderen Verstockung.

Anwendung

  1. Gepriesen sie Gott für seine unausforschliche Weisheit, durch die er den Gefäßen seiner Gnade, die in Sünde und Finsternis gebunden sind, Erbarmen und Befreiung zukommen lässt und durch die er andererseits die Verstockung in den Gefäßen des Zorns wirkt. Danke, mein Gott, dass ich dein Erbarmen genießen darf, das ich nicht verdient habe. Danke für die Befreiung, die du bei mir schon gewirkt hast und die du noch wirken wirst. Schenke auch weiterhin dein mächtiges Wirken, um Menschen aus der Gewalt der Finsternis zu befreien. Zeige mir, was ich dazu beitragen kann.
     
  2. Bewahre mich bitte davor, Herr, mein Herz an materielle Werte zu hängen und damit dich aus meinem Leben zu verdrängen. Möge mir geistlicher Sieg immer wertvoller sein als alle Güter dieser Welt.
     
  3. Habe Dank, dass du mich täglich bewahrst vor den bösen Anschlägen der Finsternis, die mich umgeben. Danke, dass sie keine Macht über deine Kinder hat, dass du absoluter Herr über alles bist. Was für ein Vorrecht auf deiner Seite zu stehen.
Seitenanfang